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Wussten Sie, dass Studien zufolge etwa 40 % der Frauen und bis zu 25 % der Männer Phasen erleben, in denen sie kaum sexuelles Verlangen verspüren? Über Probleme mit der eigenen Sexualität wird häufig geschwiegen. Dabei betrifft sexuelle Lustlosigkeit Paare und Einzelpersonen gleichermaßen.
Der Begriff „Libido“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Lust“ oder „Begierde“. Sowohl in der Medizin als auch in der Psychologie beschreibt die Libido das sexuelle Verlangen oder die sexuelle Antriebskraft. Dabei ist die Libido kein fest definierter Zustand, sondern ein Prozess, der von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Sie kann sich im Laufe des Lebens ändern und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Viele verwechseln die Libido (Verlangen) mit sexueller Erregung (körperliche Reaktion). Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Prozesse.
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Libidoverlust bezeichnet eine anhaltende oder wiederkehrende Abnahme des sexuellen Verlangens. Dabei geht es aber nicht um gelegentliche Unlust, sondern um eine spürbare Verminderung des sexuellen Interesses über einen längeren Zeitraum, welcher oft auch als belastend empfunden wird.
Nein – ein vermindertes sexuelles Verlangen ist nicht automatisch krankhaft. Die Libido schwankt natürlicherweise im Laufe des Lebens. Wenn der Verlust der sexuellen Lust aber als große Belastung empfunden wird oder zu Problemen in der Partnerschaft führt, sprechen Ärzte von einer sogenannten Hypoaktiven Sexualitätsstörung.
Unsere Hormone spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Libido. Bereits kleine Veränderungen im Hormonhaushalt können die sexuelle Lust stark beeinflussen.
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Neben den körperlichen Ursachen spielen auch psychische und soziale Faktoren eine extrem wichtige Rolle bei der Libido. Denn Lust entsteht auch im Kopf, nicht nur im Körper.
So wirkt sich beispielsweise Dauerstress negativ auf die sexuelle Lust aus. Stress erhöht das Hormon Cortisol, welches den Sexualtrieb hemmt. Der Parasympathikus, jener Teil im Gehirn, der für Entspannung und sexuelle Erregung zuständig ist, wird blockiert und das sexuelle Verlangen wird weniger. Auch Depressionen oder Angststörungen beeinträchtigen die Libido. Lustlosigkeit gehört zu den Hauptsymptomen einer Depression, welche Dopamin und Testosteron senkt. Ängste lenken den Fokus auf Bedrohungen und das Bedürfnis nach Sex rückt in den Hintergrund.
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Probleme in der Partnerschaft wirken sich direkt auf die Libido aus. Fehlende Kommunikation, emotionale Distanz, aber auch fehlende Intimität im Alltag und wiederkehrende Konflikte haben großen Einfluss auf das Bedürfnis nach sexuellem Kontakt. Oft steht nicht der reine sexuelle Aspekt im Vordergrund, sondern das Gesamtbild der Partnerschaft.
➤ Studien zeigen, dass vor allem bei Frauen der Zusammenhang zwischen Beziehungskonflikten und Libidoverlust stark ausgeprägt ist, während Männer Sexualität häufiger als Stressabbau nutzen.
Auch chronische Krankheiten und körperliche Einschränkungen haben einen negativen Einfluss auf das Lustempfinden. Folgende Erkrankungen stehen häufig in Zusammenhang mit einer verringerten Libido:
Viele Medikamente haben außerdem als Nebenwirkung eine reduzierte Libido. Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva, Blutdrucksenker und auch Schmerzmittel können die sexuelle Lust beeinträchtigen.
Wie beeinflusst der Alltag die Libido?
Auch wenn einige der erwähnten Ursachen für Männer und Frauen gleichermaßen gelten, gibt es geschlechtsspezifische Auslöser:
Es ist wichtig zu wissen, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen “gerade keine Lust haben” und einer echten Störung. Jeder Mensch hat Phasen, in denen die sexuelle Lust schwankt. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Erst wenn der Rückgang der Libido über einen längeren Zeitraum anhält und als Belastung empfunden wird, sprechen Mediziner von einem Libidoverlust oder einer Hypoaktiven Sexualitätsstörung (HSDD).
➤ Von einer behandlungsbedürftigen sexuelle Funktionsstörung wird erst gesprochen, wenn die Symptome mindestens 6 Monate bestehen und zu deutlichem Leidensdruck führen.
In den meisten Fällen kann die Libido auf natürliche Weise wieder angeregt werden. Wichtig ist eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und gutem Schlaf. Stress im Beruf und im Privatleben sollte so gut es geht vermieden werden. Unterstützend können auch pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel wie Maca, Ashwagandha oder Ginseng helfen, die sexuelle Lust wieder zu steigern.
Aber auch der offene Austausch mit dem Partner über eigene Wünsche und Bedürfnisse kann das Interesse an Sex fördern. Bei hormonellen oder medizinischen Ursachen sollte eine ärztliche Anamnese durchgeführt werden, um gezielte Behandlungsmaßnahmen zu finden. Auch eine Sexualtherapie kann in vielen Fällen dabei helfen, wieder einen positiven Zugang zur eigenen Sexualität zu finden.
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Auch wenn oft nicht darüber gesprochen wird, Libidoverlust ist ein weit verbreitetes Leiden, welches sowohl Männer als auch Frauen betreffen kann. In den meisten Fällen geht es dabei nicht um persönliches Versagen, sondern um ein komplexes Zusammenspiel aus biologischen, psychischen, partnerschaftlichen und sozialen Faktoren.
Die Libido ist individuell und es gibt keine allgemeine “Norm” für sexuelle Lust. Wenn der Verlust der Libido aber zur Belastung wird und Probleme in der Beziehung als Folge hat, dann spricht man von einer behandlungsbedürftigen Störung.
Das Gute ist, dass man Libidoverlust meist gut behandeln kann. Wenn der eigene Körper, die eigenen Bedürfnisse und mögliche Einflussfaktoren besser verstanden werden, ist eine erfolgreiche Behandlung in jedem Alter möglich.
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