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Langlebigkeit, auch „Longevity“ genannt, ist mehr als nur ein Trend. Immer mehr Menschen wollen nicht nur alt werden, sondern ihre zusätzlichen Lebensjahre auch gesund und aktiv verbringen. Während die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten 150 Jahren stark gestiegen ist, geht es heute vor allem um die „Healthspan“, also die Anzahl der Jahre, die wir gesund und frei von chronischen Krankheiten leben können.
Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Faktoren für ein langes Leben, zeigt wissenschaftlich belegte Maßnahmen auf und gibt praxisnahe Tipps, wie sich die eigene Langlebigkeit fördern lässt.
Der Begriff beschreibt die Fähigkeit, das Leben zu verlängern und gleichzeitig die Gesundheit zu bewahren. Es geht also nicht nur darum, ein hohes Alter zu erreichen, sondern auch möglichst viele Jahre vital zu bleiben.
Zentrale Begriffe in diesem Zusammenhang sind:
Wie schnell ein Mensch biologisch altert, lässt sich inzwischen näherungsweise messen. Ein Ansatz ist das sogenannte phänotypische Alter: Es wird aus dem Lebensalter und neun üblichen Laborwerten aus dem Blut berechnet. In einer US-Studie mit über 11.000 Erwachsenen hing ein höheres phänotypisches Alter mit einem höheren Sterberisiko zusammen, auch bei scheinbar gesunden Menschen ohne Vorerkrankungen und mit normalem Körpergewicht (Liu et al., 2018).
Ein zweiter Ansatz sind epigenetische Uhren. Sie lesen chemische Markierungen an der DNA aus, die sogenannte Methylierung. Die Messgröße DNAm PhenoAge sagte Sterblichkeit, Krebs, die Gesundheitsspanne, die körperliche Leistungsfähigkeit und Alzheimer besser voraus als frühere Verfahren (Levine et al., 2018).
Das Altern ist ein komplexer biologischer Prozess. Forscher:innen haben mehrere Mechanismen identifiziert, die maßgeblich dazu beitragen.
Diese Mechanismen sind Ansatzpunkte für Longevity-Strategien, die von Ernährung und Bewegung über Schlaf bis hin zu modernen Therapien reichen.
Ratgeber TelomereRatgeber Mitochondrien
Eine der bekanntesten Studien zu diesem Thema ist die PREDIMED-Studie. Sie zeigte, dass eine mediterrane Ernährung, die reich an Olivenöl, Nüssen, Gemüse und Fisch ist, das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 30 % senken kann. Auch das Intervallfasten gewinnt zunehmend an Bedeutung, da es Prozesse wie die Autophagie anregt, bei der beschädigte Zellbestandteile abgebaut werden. Dadurch könnten altersbedingte Krankheiten verzögert werden.
Ratgeber Mediterrane Ernährung
Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren für Langlebigkeit. Laut einer großen Kohortenstudie aus Taiwan reicht bereits eine moderate Bewegung von 15 Minuten pro Tag aus, um die Lebenserwartung um durchschnittlich drei Jahre zu erhöhen. Regelmäßiges Training schützt nicht nur vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern fördert auch die geistige Gesundheit, da es die Durchblutung des Gehirns verbessert und die Bildung neuer Nervenzellen anregt.
Studien zeigen, dass sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf mit einer höheren Sterblichkeit verbunden ist. Die optimale Dauer liegt bei sieben bis acht Stunden pro Nacht. Schlafmangel erhöht das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Alzheimer-Erkrankungen. Entscheidend ist auch die Qualität des Schlafs. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ein dunkles, ruhiges Schlafzimmer fördern die Erholung des Körpers.
Chronischer Stress wirkt sich nachweislich negativ auf die Zellalterung aus. Eine Studie aus dem Jahr 2004 zeigte, dass Frauen mit hoher Stressbelastung im Schnitt kürzere Telomere hatten – vergleichbar mit einem biologischen Altersunterschied von bis zu zehn Jahren. Stressabbau durch Meditation, Yoga oder Atemübungen ist daher nicht nur angenehm, sondern auch ein messbarer Beitrag zu mehr Langlebigkeit.
Die Harvard-Studie zur Entwicklung Erwachsener, die seit über 80 Jahren läuft, kommt zu einem klaren Ergebnis: Enge soziale Beziehungen sind der stärkste Prädiktor für Gesundheit und Zufriedenheit im Alter. Menschen mit stabilen Partnerschaften und Freundschaften hatten eine deutlich höhere Lebenserwartung – unabhängig von Einkommen oder Genetik.
Neben Ausdauer spielt der Muskelaufbau eine eigene Rolle. Eine Auswertung von 16 Kohortenstudien zeigte: Kraftübungen waren unabhängig vom Ausdauertraining mit einem um 10 bis 17 % geringeren Risiko für vorzeitigen Tod, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Lungenkrebs verbunden (Momma et al., 2022). Den größten Vorteil fanden die Forschenden bei etwa 30 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche. Am günstigsten schnitt die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining ab.
Für den Alltag heißt das: Zwei Einheiten pro Woche mit Kniebeugen, Liegestützen, Übungen mit Gewichten oder Widerstandsbändern genügen, um in diesen Bereich zu kommen.
Weniger essen, ohne dabei einen Nährstoffmangel zu riskieren, gehört zu den am besten untersuchten Ansätzen der Alternsforschung. Die bislang größte Studie dazu am Menschen heißt CALERIE: Gesunde, nicht übergewichtige Erwachsene zwischen 21 und 50 Jahren sollten zwei Jahre lang 25 % weniger Kalorien essen. Tatsächlich erreicht wurden im Schnitt 11,9 % weniger. Das Gewicht sank dabei um durchschnittlich 7,5 kg, außerdem gingen LDL-Cholesterin, Blutdruck und der Entzündungswert CRP zurück, und die Insulinempfindlichkeit verbesserte sich (Kraus et al., 2019).
Schon eine moderate Einschränkung verbessert also mehrere wichtige Risikofaktoren für Herz und Stoffwechsel. Wer nicht dauerhaft Kalorien zählen möchte, kann auf feste Essenspausen setzen, mehr dazu im Ratgeber Intervallfasten.
Neben Lebensstilfaktoren untersucht die Forschung auch gezielte Interventionen:
Neben einer gesunden Ernährung, ausreichend Bewegung und einem positiven Lebensstil setzen viele Menschen auf Nahrungsergänzungsmittel, um ihre Gesundheit zu fördern und das biologische Altern zu verlangsamen. Doch welche Präparate sind tatsächlich durch Studien gestützt?
Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), die vor allem in fettreichen Fischen wie Lachs, Makrele oder Hering enthalten sind, wirken stark entzündungshemmend. Chronische, „stille“ Entzündungen gelten als zentraler Treiber des Alterns („Inflammaging“).
Eine Metaanalyse mit über 120.000 Teilnehmern zeigte, dass eine höhere Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren mit einem geringeren Risiko für Herzerkrankungen und einer reduzierten Gesamtsterblichkeit verbunden ist. Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass Omega-3-Fettsäuren die Gehirngesundheit schützen und das Risiko für kognitive Einschränkungen im Alter senken können.
Dieses Vitamin ist essenziell für gesunde Knochen und ein funktionierendes Immunsystem. Möglicherweise hat es auch einen positiven Einfluss auf die Herz- und Stoffwechselgesundheit. Da es hauptsächlich über Sonnenlicht gebildet wird, leiden viele Menschen, besonders in nördlichen Breitengraden, unter einem Mangel.
Studien deuten darauf hin, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit einer höheren Sterblichkeit sowie einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen assoziiert sind. Eine Supplementierung kann sinnvoll sein, wenn ein Mangel nachgewiesen wurde. Dabei sind regelmäßige Bluttests wichtig, um die richtige Dosierung zu ermitteln, denn sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung können gesundheitsschädlich sein.
NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein Molekül, das eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel spielt. Es ist notwendig, damit unsere Mitochondrien, auch „Kraftwerke der Zellen“ genannt, Energie produzieren können. Mit zunehmendem Alter sinken die NAD+ Spiegel. Dies wird mit einer verminderten Zellfunktion, mitochondrialer Dysfunktion und beschleunigtem Altern in Verbindung gebracht.
Präparate wie NMN (Nicotinamid-Mononukleotid) dienen als Vorstufe von NAD+ und können dessen Spiegel erhöhen. Erste klinische Studien am Menschen zeigen, dass die Einnahme von NMN den Blutdruck senken und die Muskel- sowie Gefäßfunktion verbessern könnte. Ob dies tatsächlich die Lebensspanne verlängert, ist noch unklar, doch die Forschung dazu läuft derzeit auf Hochtouren.
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Das körpereigene Coenzym Q10 ist ein Antioxidans, das eine Schlüsselrolle in der Energieproduktion der Mitochondrien spielt. Mit zunehmendem Alter sinken die Q10-Spiegel. Niedrige Werte werden mit Herzschwäche, Bluthochdruck und neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Eine Studie zeigte, dass eine Kombination aus Q10 und Selen die Sterblichkeit bei älteren Menschen mit eingeschränkter Herzfunktion deutlich senken konnte. Darüber hinaus könnte Coenzym Q10 oxidativen Stress reduzieren und die Zellen so vor vorzeitigem Altern schützen.
Resveratrol ist ein Polyphenol, das natürlicherweise in roten Trauben, Beeren und Erdnüssen vorkommt. In Tiermodellen konnte Resveratrol die Lebensspanne verlängern, indem es ähnliche Signalwege beeinflusste wie die Kalorienrestriktion (z.B. die Aktivierung der Sirtuine, einer Gruppe von sogenannten „Langlebigkeitsgenen“).
Beim Menschen sind die Ergebnisse jedoch noch nicht eindeutig. Während kleinere Studien Verbesserungen bei Entzündungsmarkern und Blutzuckerwerten zeigten, fehlt bisher der Nachweis, dass Resveratrol die Lebensspanne auch beim Menschen verlängert. Dennoch gelten Polyphenole als vielversprechende Inhaltsstoffe, die vor allem im Rahmen einer polyphenolreichen Ernährung mit viel Obst, Gemüse, grünem Tee und Olivenöl empfohlen werden.
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Spermidin ist ein natürlicher Stoff, der unter anderem in Weizenkeimen vorkommt. In einer Bevölkerungsstudie mit 829 Teilnehmenden zwischen 45 und 84 Jahren wurde die Ernährung über 20 Jahre hinweg erfasst. Wer am meisten Spermidin mit der Nahrung aufnahm, hatte ein deutlich geringeres Sterberisiko. Der Unterschied zwischen dem oberen und dem unteren Drittel entsprach dem eines um 5,7 Jahre jüngeren Lebensalters (Kiechl et al., 2018).
Alpha-Ketoglutarat (AKG) ist ein körpereigenes Stoffwechselprodukt aus dem Zitronensäurezyklus. Seine Spiegel verändern sich beim Fasten, bei Bewegung und mit dem Alter. In einer Studie an Mäusen verlängerte AKG in Form von Calcium-AKG die Lebensspanne und die gesunde Lebenszeit: Die Tiere waren seltener gebrechlich und hatten weniger Entzündungsbotenstoffe im Blut (Asadi Shahmirzadi et al., 2020). Mehr dazu im Ratgeber Alpha-Ketoglutarat.
Zusammen mit der NAD+-Vorstufe NMN bilden Spermidin und AKG die Longevity Kur MAXIMUM.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
Ja, denn es geht nicht nur um ein langes Leben, sondern um möglichst viele gesunde Jahre, die sogenannte Healthspan. Die wichtigsten Bausteine sind gut untersucht: mediterrane Ernährung, tägliche Bewegung, ausreichend Schlaf, weniger Stress und enge soziale Kontakte. Ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel können diese Basis sinnvoll ergänzen.
Am besten untersucht ist die mediterrane Ernährung mit Olivenöl, Nüssen, Gemüse und Fisch: In der PREDIMED-Studie senkte sie das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 30 %. Dazu passen Intervallfasten und eine polyphenolreiche Kost mit viel Obst, Gemüse und grünem Tee. Auch eine moderate Kalorienreduktion verbesserte in der CALERIE-Studie mehrere Risikofaktoren für Herz und Stoffwechsel.
Kraftübungen waren in einer Auswertung von 16 Kohortenstudien mit einem 10 bis 17 % geringeren Risiko für vorzeitigen Tod, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes verbunden. Der größte Vorteil zeigte sich bei etwa 30 bis 60 Minuten pro Woche. Am günstigsten ist die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining.
Aus dem Lebensalter und neun üblichen Laborwerten lässt sich das phänotypische Alter berechnen, das in einer großen US-Studie mit dem Sterberisiko zusammenhing. Epigenetische Uhren messen das biologische Alter zusätzlich an der DNA. Auch der Vitamin-D-Spiegel lohnt einen Blick, denn niedrige Werte sind mit einer höheren Sterblichkeit verbunden.
Die optimale Dauer liegt bei sieben bis acht Stunden pro Nacht, denn sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf ist mit einer höheren Sterblichkeit verbunden. Genauso wichtig ist die Qualität: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ein dunkles, ruhiges Schlafzimmer fördern die Erholung.
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