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DMSO wird vor allem wegen seiner Wirkung auf der Haut genutzt: bei Prellungen, Verspannungen und Gelenkbeschwerden. Wie gut das gelingt und wie gut es vertragen wird, hängt stark von der Anwendung ab, also von sauberer Haut, der richtigen Verdünnung und genug Zeit zum Einziehen. Dieser Ratgeber erklärt, was DMSO auf der Haut bewirkt, wie die äußerliche Anwendung Schritt für Schritt abläuft und welche Nebenwirkungen möglich sind.
DMSO (Dimethylsulfoxid) ist eine farblose Flüssigkeit, die 1866 vom russischen Chemiker Alexander Saytzeff erstmals synthetisiert wurde. Heute wird es als Nebenprodukt der Papierherstellung aus Holz gewonnen (Capriotti & Capriotti, 2012). DMSO gilt als einer der wenigen Stoffe, die intakte Haut rasch durchdringen. Der Wirkstoff transportiert dabei nicht nur sich selbst, sondern kann andere Moleküle mitnehmen, ein Effekt, der die Anwendung so wirksam wie fehleranfällig macht.
In der Dermatologie gilt DMSO deshalb als Penetrationsverstärker, also als Stoff, der andere Wirkstoffe tiefer in die Haut bringt, und zugleich als entzündungshemmender Wirkstoff (Capriotti & Capriotti, 2012). Am besten untersucht ist die Wirkung bei Gelenkschmerzen: In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 112 Menschen mit aktiver Kniearthrose trugen die Teilnehmenden drei Wochen lang ein Gel mit 25 % DMSO oder ein Placebo-Gel auf. Mit DMSO sanken der Schmerz bei Alltagsbelastung, der Ruheschmerz und der Druckschmerz deutlicher als mit Placebo, schwere Nebenwirkungen traten nicht auf (Eberhardt et al., 1995).
Wer die Gelenke zusätzlich von innen unterstützen möchte, kann die äußerliche Anwendung mit Nährstoffen kombinieren, die in der Naturheilkunde bei Gelenkbeschwerden verbreitet sind: Das Rheuma Aktiv Paket enthält Weihrauch, MSM und Kurkuma als einzelne Präparate.
Die Vorbereitung ist für die Verträglichkeit entscheidend. Weil DMSO alles mit in die Haut zieht, was auf ihr liegt, wird jede Verunreinigung, Cremereste, Deo, Schweiß, Staub, zum potenziellen Problem. Auch Reste von Duftölen oder Desinfektionsmitteln können so in die Haut gelangen und dort brennen oder reizen.
Die Anwendungsfläche wird mit klarem Wasser oder milder, parfümfreier Seife gewaschen, gründlich abgespült und mit einem sauberen Baumwolltuch vollständig getrocknet. Feuchte Haut verdünnt die Lösung unkontrolliert und verändert die Aufnahmegeschwindigkeit. Auf der behandelten Fläche dürfen für mindestens vier Stunden vor der Anwendung keine Kosmetika, Salben, Sonnencremes oder ätherischen Öle liegen.
Die folgende Reihenfolge fasst die üblichen Schritte der äußerlichen Anwendung zusammen. Wer DMSO bei Beschwerden einsetzen möchte, bespricht das am besten vorher ärztlich, vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten.
Für die Haut werden Konzentrationen zwischen 30 und 70 Prozent verwendet. Für empfindliche Bereiche wie Gesicht, Halsbereich oder Innenseiten der Arme startet man mit 30 Prozent. Für Gelenke, Rücken oder Fußsohlen sind 50 bis 70 Prozent üblich.
Vor der ersten großflächigen Anwendung wird eine daumennagelgroße Menge auf die Innenseite des Unterarms aufgetragen. Nach 30 Minuten zeigt sich, ob Rötung, Juckreiz oder Brennen auftreten. Eine leichte Wärme oder ein knoblauchartiger Geruch aus dem Mund sind normale Reaktionen, sie zeigen, dass DMSO in den Organismus aufgenommen wurde.
Die verdünnte Lösung wird mit einem Wattepad, einem sauberen Baumwolltuch oder einem Glasstab dünn auf die Haut aufgetragen. Wer mit den Fingern aufträgt, trägt am besten Einmalhandschuhe, da DMSO sonst Rückstände aus der Fingerhaut mit aufnimmt. Etwa 1 bis 2 ml pro Anwendungsfläche reichen aus.
Die Lösung muss vollständig in die Haut einziehen, bevor Kleidung darübergezogen wird. Das dauert je nach Konzentration 15 bis 30 Minuten. Wird die noch feuchte Stelle abgedeckt, kann die Konzentration lokal steigen und die Haut irritieren.
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Reine 99,9-prozentige pharmazeutische DMSO-Lösung ist für die äußerliche Anwendung auf empfindlicher Haut zu stark und kann Brennen, Rötung oder trockene Stellen verursachen. Die Verdünnung erfolgt immer mit destilliertem Wasser, kein Leitungswasser, weil dessen Mineralien und Chlorreste ebenfalls in die Haut gezogen würden.
Für eine 50-prozentige Lösung werden 5 ml DMSO mit 5 ml destilliertem Wasser gemischt. Die Reaktion erzeugt Wärme, das ist normal. Die Mischung wird in einem Glasgefäß aufbewahrt, DMSO löst viele Kunststoffe an und würde daraus Weichmacher aufnehmen.
DMSO wird in Studien meist über einen begrenzten Zeitraum angewendet. In der Studie zur Kniearthrose trugen die Teilnehmenden das Gel mit 25 % DMSO drei Wochen lang auf und hatten danach weniger Schmerzen als mit dem Placebo-Gel (Eberhardt et al., 1995). Wie schnell eine Linderung spürbar wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Als Grundschema gilt: 1 bis 2 Mal täglich anwenden, danach eine Pause von mindestens 6 Stunden bis zur nächsten Anwendung einhalten. Eine kontinuierliche Anwendung über mehr als 6 Wochen sollte medizinisch begleitet werden. Werden die Beschwerden nach einigen Tagen nicht besser oder sogar stärker, gehören sie ärztlich abgeklärt.
Weil DMSO alles transportiert, was mit ihm in Kontakt kommt, ist die Liste der Vermeidungen wichtiger als bei jedem anderen äußerlichen Wirkstoff.
Ein häufiger Fehler: DMSO wird zusammen mit anderen Wirkstoffen aufgetragen, etwa mit Cremes, Salben oder Ölen, in der Hoffnung, den Effekt zu verstärken. Genau das ist gefährlich, weil auch Konservierungsstoffe, Duftstoffe und andere Zusätze ungefiltert in den Körper gelangen.
Einfach draufreiben reicht meist nicht. Wer DMSO ohne saubere Vorbereitung, in falscher Konzentration oder ohne ausreichende Einwirkzeit verwendet, wird kaum spürbare Effekte erleben. Gleichzeitig ist DMSO kein Ersatz für die Klärung der eigentlichen Ursache. Bei chronischen Gelenkbeschwerden oder wiederkehrenden Muskelverspannungen sind die zugrundeliegenden Faktoren, Nährstoffversorgung, Entzündungslage, Belastung, genauso wichtig wie das Mittel selbst.
Von innen tragen Nährstoffe zur Versorgung von Muskeln und Gelenken bei: Magnesium zu einer normalen Muskelfunktion und Vitamin C zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knorpel. Auch OPC aus Traubenkernen wird oft ergänzt. Schlaf, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung gehören ebenfalls dazu.
Weihrauch, MSM und Kurkuma sind drei Wirkstoffe, zu denen bei Gelenkbeschwerden ebenfalls geforscht wird. Im Rheuma Aktiv Paket sind sie als eigenständige Präparate zusammengestellt.
DMSO wird äußerlich in mehreren Bereichen eingesetzt, für die eine gewisse Studienlage besteht. Eine ausführliche Übersicht über alle Einsatzgebiete findet sich im Ratgeber zu DMSO.
Für jeden Bereich gilt: eine korrekte Konzentration, eine gereinigte Haut und eine ausreichende Einwirkzeit. Ohne diese drei Faktoren bleibt die Anwendung meist hinter den Erwartungen zurück, egal wie hochwertig die Ausgangslösung ist. Auf offene Wunden gehört DMSO nicht.
Äußerlich, verdünnt und in kleinen Mengen angewendet gilt DMSO als gut verträglich. Eine systematische Übersichtsarbeit hat 109 Studien am Menschen ausgewertet: Am häufigsten waren Reaktionen von Haut und Verdauungstrakt, die meist vorübergehend waren und keine Behandlung brauchten. Je höher die Dosis, desto eher traten Nebenwirkungen auf, in kleinen Dosen erscheint DMSO sicher (Kollerup Madsen et al., 2018). Auf der Haut zeigen sich solche Reaktionen als Rötung, Brennen, Juckreiz oder trockene Stellen, vor allem bei zu hoher Konzentration.
Typisch ist außerdem ein knoblauchartiger Geruch von Atem und Haut. Er entsteht, weil DMSO im Körper teilweise zu Dimethylsulfid umgewandelt wird, das über die Lunge ausgeschieden wird. Der Geruch ist harmlos und verschwindet nach einigen Stunden.
Das größte praktische Risiko ist die Trägerwirkung: DMSO bringt auch Verunreinigungen, Duftstoffe, Weichmacher oder Medikamente, die auf der Haut liegen, mit in den Körper. Wer Medikamente einnimmt oder auf der Haut anwendet, klärt die Anwendung deshalb vorher ärztlich ab. In der Schwangerschaft und Stillzeit wird DMSO nicht angewendet, bei Kindern nur nach ärztlicher Rücksprache. DMSO ist ausschließlich für die äußerliche Anwendung gedacht: Es wird nicht eingenommen, nicht getrunken und nicht gespritzt. Dass DMSO schwere Krankheiten wie Krebs oder Infektionen heilt, ist nicht belegt.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
DMSO dringt schnell durch die Haut und wirkt dort entzündungshemmend. Zugleich nimmt es andere Stoffe mit in die Haut, deshalb gilt es als Penetrationsverstärker. Bei Kniearthrose linderte ein Gel mit 25 % DMSO die Schmerzen in einer Studie deutlicher als ein Placebo-Gel.
Reines DMSO mit 99,9 % Reinheit wird vor der Anwendung verdünnt, weil es pur leicht Brennen, Rötung oder trockene Stellen verursacht. Üblich sind 30 bis 70 Prozent, für empfindliche Stellen wie Gesicht oder Hals rund 30 Prozent. Verdünnt wird mit destilliertem Wasser in einem Glasgefäß.
Ja, am häufigsten sind Hautreizungen wie Rötung, Brennen oder Juckreiz sowie ein knoblauchartiger Geruch von Atem und Haut. Laut einer Auswertung von 109 Studien sind die Nebenwirkungen meist mild und vorübergehend und nehmen mit der Dosis zu. Weil DMSO andere Stoffe mit durch die Haut nimmt, gehört es nur auf saubere Haut und bei Medikamenten erst nach ärztlicher Rücksprache.
DMSO zieht innerhalb von 15 bis 30 Minuten in die Haut ein. Wie schnell sich Beschwerden bessern, ist verschieden: In der Studie zur Kniearthrose wurde das DMSO-Gel drei Wochen lang aufgetragen. Bessern sich Beschwerden nach einigen Tagen nicht, gehören sie ärztlich abgeklärt.
Maßgeblich ist das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Flasche. DMSO wird gut verschlossen und in Glas aufbewahrt. Unter etwa 18 °C wird es fest, bei Zimmertemperatur wird es wieder flüssig.
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