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Aktualisiert am: 22. September 2026
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Kurz beantwortet
Ein Ginkgo-Extrakt taugt als Wirkstoffquelle, wenn 3 Angaben auf dem Etikett stehen: die Standardisierung auf 22 bis 27 % Flavonolglykoside und 5 bis 7 % Terpenlactone (kurz „24/6“), die Extraktmenge pro Tagesdosis, denn die Wirkstudien zu Gedächtnis und Demenz arbeiten überwiegend mit 240 mg pro Tag, und ein Ginkgolsäure-Gehalt unter 5 ppm. Blattpulver und Tee erfüllen keinen dieser 3 Punkte. Ein Apothekenpräparat mit dem Extrakt EGb 761 ist klinisch geprüft; eine Nahrungsergänzung mit demselben Standard deklariert dieselben Kenngrößen, ihre klinische Wirkung wurde aber nicht am eigenen Produkt gemessen. Der Unterschied liegt in Zulassung, Chargenprüfung und Preis.
Evidenz-Check · Herbano Gesundheitsredaktion · Stand der Prüfung: 2026-09-22
Diese Seite ist für alle, die Ginkgo kaufen wollen und vor dem Regal oder dem Onlineshop nicht wissen, was die Zahlen auf dem Etikett bedeuten. Sie beantwortet 1 Frage: Woran erkennt man einen Ginkgo-Extrakt, der das liefert, was die Studien untersucht haben? Dafür vergleicht sie die 4 Formen, die im Handel vorkommen, nach 6 festen Kriterien, ordnet die wichtigsten Studien mit Evidenzstufe ein und prüft die häufigsten Werbeaussagen. Ein Ratgeber zur Wirkung von Ginkgo auf Gedächtnis, Durchblutung und Ohren ist bereits vorhanden und wird hier nicht wiederholt.
Ginkgo ist nicht gleich Ginkgo. Auf dem Etikett kann der Pflanzenname stehen, und dahinter steckt gemahlenes Blatt, ein wässriger Auszug oder ein hochkonzentrierter Extrakt. Diese 3 Dinge haben fast nichts gemeinsam.
Der Grund: Die Wirkstoffe sitzen nur zu einem kleinen Teil im Blatt. Für 1 Gramm Extrakt werden etwa 50 Gramm getrocknete Blätter gebraucht, deshalb steht auf guten Produkten das Verhältnis 50:1. Bei der Extraktion werden 2 Stoffgruppen angereichert, die in den Studien untersucht wurden: Flavonolglykoside (Pflanzenstoffe, die Gefäße schützen) und Terpenlactone (Ginkgolide und Bilobalid, die die Durchblutung und die Nervenzellen beeinflussen). Gleichzeitig werden die Ginkgolsäuren entfernt, die im Blatt Allergien auslösen können.
Ein Blattpulver enthält all das in der Konzentration des Blattes, also stark verdünnt und ohne Kontrolle. Ein Tee löst nur einen Teil der Stoffe aus dem Blatt. Nur der standardisierte Extrakt liefert eine definierte Menge. Wer die Studien zu Ginkgo ernst nimmt, kauft deshalb einen Extrakt und liest die 3 Zahlen, um die es auf dieser Seite geht.
„24/6“ ist eine Abkürzung für die Standardisierung: 22 bis 27 % des Extrakts sind Flavonolglykoside, 5 bis 7 % sind Terpenlactone. Ein Extrakt, der diese Prozentwerte trägt, liefert pro Milligramm dieselben Wirkstoffmengen wie der Extrakt aus den Studien. Fehlen die Prozentwerte auf dem Etikett, ist nicht bekannt, was in der Kapsel steckt.
Die zweite Zahl ist die Extraktmenge pro Tag. In den Demenz-Studien wurden 120 und 240 mg pro Tag geprüft. Das Ergebnis ist eindeutig: 240 mg schnitt bei Denkleistung und Alltagsfähigkeiten klar besser ab, 120 mg zeigte in 2 Studien keinen Unterschied zu Placebo. Wer Ginkgo wegen Gedächtnis und Konzentration nimmt, orientiert sich deshalb an 240 mg Extrakt pro Tag. Für höhere Dosen gibt es keine Wirkstudien; sie sind weder als wirksamer noch als riskanter belegt.
Beim Rechnen zählt die Extraktmenge, nicht die Kapselgröße. 1 Kapsel mit 400 mg standardisiertem Extrakt liefert 96 mg Flavonolglykoside und 24 mg Terpenlactone. 1 Kapsel mit 400 mg Blattpulver liefert einen Bruchteil davon, und niemand weiß genau, wie viel.
Kurz-Check vor dem Kauf:
Die Wirkung braucht Zeit. In den Studien wurde frühestens nach 12 Wochen gemessen, viele liefen 22 bis 26 Wochen. Wer nach 2 Wochen keine Veränderung spürt, hat noch nichts über das Produkt gelernt. Eine faire Testphase dauert 8 bis 12 Wochen mit der Studiendosis; danach wird Bilanz gezogen.
Ginkgolsäuren sind Stoffe aus dem Ginkgoblatt, die Kontaktallergien und Magenschleimhautreizungen auslösen können. Im Extrakt werden sie während der Herstellung entfernt. Das Arzneibuch verlangt für Arznei-Extrakte einen Gehalt unter 5 ppm, also unter 5 Millionstel des Extraktgewichts. Für Nahrungsergänzungen gibt es diese Pflicht nicht. Der Hersteller haftet nur allgemein für die Sicherheit seines Produkts.
Wie groß die Unterschiede sein können, zeigt eine Laboranalyse von Handelsprodukten: Die Spanne reichte von unter 500 ppm bis rund 90.000 ppm, also dem 18.000-Fachen des Arzneibuch-Werts. Die Analyse ist über 20 Jahre alt und stammt vom US-Markt, aber sie zeigt, wie weit ein „Ginkgo-Produkt“ vom Standard entfernt sein kann.
Praktisch heißt das: Ein Hersteller, der seinen Extrakt sauber aufreinigt, schreibt den Ginkgolsäure-Wert aufs Etikett, weil er ein Qualitätsmerkmal ist. Fehlt die Angabe, bleibt die Frage offen. Bei Tee und Blattpulver stellt sich die Frage gar nicht: Dort bleiben die Säuren im Blatt, weil kein Reinigungsschritt stattfindet.
Der Arznei-Extrakt EGb 761 in Präparaten wie Tebonin ist ein zugelassenes Arzneimittel. Das bedeutet: Der Hersteller hat die Wirksamkeit für bestimmte Anwendungsgebiete in Zulassungsstudien nachgewiesen, jede Charge wird nach Arzneibuch geprüft, und Nebenwirkungen stehen im Beipackzettel.
Eine Nahrungsergänzung mit standardisiertem 24/6-Extrakt deklariert dieselben Kenngrößen in derselben Konzentration, wenn die Deklaration stimmt. Das ist eine Aussage über das Etikett, nicht über eine klinische Prüfung. Sie darf keine Krankheit behandeln und macht keine Zulassungsstudien. Was sie leisten kann: die Extraktmenge aus den Studien zu einem niedrigeren Preis, in frei wählbarer Dosis. Was sie nicht leisten kann: den Nachweis, dass genau dieses Produkt in einer klinischen Studie geprüft wurde.
Der wichtigste Unterschied ist deshalb nicht die Pflanze, sondern die Kontrolle. Laboranalysen fanden bei einem Teil der Nahrungsergänzungen gestreckte Extrakte, bei denen der Flavonoid-Anteil mit billigen Fremdstoffen aufgefüllt war, oder Produkte ohne echten Ginkgo-Blattextrakt. Deshalb ist die vollständige Deklaration mit Prozentwerten, Extraktmenge und Ginkgolsäure-Angabe das Mindestmaß, das ein seriöser Anbieter erfüllt. Wer diese Angaben findet, kann eine Nahrungsergänzung mit dem Apothekenpräparat vergleichen. Wer sie nicht findet, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Für die Einordnung der Studien gilt: Die meisten kontrollierten Studien zu Ginkgo wurden mit EGb 761 durchgeführt. Ein Produkt mit demselben Standard und derselben Tagesdosis deklariert dieselben Kenngrößen; klinisch untersucht wurde es damit noch nicht. Ob es im Körper genauso wirkt, ist plausibel, aber nicht für jedes einzelne Produkt geprüft. Das ist der ehrliche Stand.
Ginkgo ist kein Schutz vor Demenz. Die GEM-Studie hat mit 3.069 Menschen ab 75 Jahren über 6 Jahre genau das geprüft und keinen Unterschied zu Placebo gefunden. Wer gesund ist und Ginkgo nimmt, um später keine Demenz zu bekommen, hat dafür keinen Beleg.
Ginkgo ist auch kein Mittel gegen Ohrgeräusche, wenn diese die Hauptbeschwerde sind. Der einzige messbare Effekt auf Ohrgeräusche stammt aus Studien mit Demenz-Patienten, bei denen die Geräusche ein Begleitsymptom waren. Wer Ginkgo wegen Tinnitus kauft, sollte das wissen und nach 8 bis 12 Wochen ehrlich prüfen, ob sich etwas verändert hat.
Belegt ist der Nutzen dort, wo die Studien ihn gemessen haben: bei Menschen mit nachlassender Denkleistung, leichter kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz, mit 240 mg standardisiertem Extrakt pro Tag über mindestens 12 Wochen. Genau für diese Gruppe lohnt sich der Blick auf die 3 Zahlen.
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Evidenzstufen: stark = mehrere hochwertige Humanstudien oder systematische Reviews · gemischt = Humanstudien mit widersprüchlichen oder methodisch begrenzten Ergebnissen · begrenzt = kleine Studien, Mechanismus, Tier- oder Zellmodelle.
Bei Menschen mit Gedächtnisstörungen oder Demenz verbesserte der standardisierte Extrakt EGb 761 in 9 Studien mit 2.561 Teilnehmern über 22 bis 26 Wochen das Denkvermögen und die Alltagsfähigkeiten gegenüber Placebo; der Nutzen zeigte sich vor allem bei 240 mg pro Tag.
Beleg: Tan MS, Yu JT et al. (2015) · J Alzheimers Dis · PMID 25114079 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse stark
Einschränkung: Nur Patienten mit bestehender Beeinträchtigung, Laufzeit maximal 26 Wochen, alle Studien mit dem Arznei-Extrakt EGb 761.
Bei leichter Demenz schnitten Patienten mit 240 mg EGb 761 täglich in 4 Studien mit 782 Personen bei Denkleistung, Gesamturteil, Alltagsfähigkeiten und Lebensqualität besser ab als mit Placebo; Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen gleich häufig auf.
Beleg: Riepe M, Hoerr R et al. (2025) · World J Biol Psychiatry · PMID 39895346 · Studientyp: Meta-Analyse stark
Einschränkung: Gepoolte Untergruppe aus 4 Studien, nur leichte Demenz (SKT-Testwert 9 bis 15), Extrakt des Herstellers.
Die Cochrane-Auswertung von 82 Studien mit 10.613 Teilnehmern findet bei Demenz nach 6 Monaten kleine bis mittlere Vorteile für Gesamtzustand, Denkleistung und Alltagsfähigkeiten, bei leichter kognitiver Beeinträchtigung dagegen wahrscheinlich wenig oder keinen Effekt; schwere Nebenwirkungen waren nicht häufiger als unter Placebo.
Beleg: Wieland LS, Ludeman E et al. (2026) · Cochrane Database Syst Rev · PMID 41641880 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Niedrige Sicherheit der Evidenz bei Demenz, weil die Studien sehr unterschiedlich ausfielen; nur 4 von 82 Studien hatten durchgehend ein niedriges Verzerrungsrisiko.
Zur Vorbeugung von Demenz bei Menschen ab 75 Jahren half Ginkgo nicht: In der GEM-Studie mit 3.069 Teilnehmern senkten 2 × 120 mg Extrakt täglich über im Mittel 6,1 Jahre weder die Demenzrate (3,3 gegenüber 2,9 Fälle je 100 Personenjahre) noch das Fortschreiten einer leichten kognitiven Beeinträchtigung.
Beleg: DeKosky ST, Williamson JD et al. (2008) · JAMA · PMID 19017911 · Studientyp: RCT stark
Einschränkung: Nur Menschen ab 75 Jahren und nur der Endpunkt „neue Demenz“; über Gedächtnisleistung im Alltag sagt die Studie nichts.
In 13 Studien mit 2.381 Demenz-Patienten hing das Ergebnis an Dosis und Messmethode: Beim Gedächtnistest SKT schnitt Ginkgo-Extrakt besser ab als Placebo, mit 240 mg täglich deutlich, während 2 Studien mit 120 mg über 26 Wochen auf der ADAS-Cog-Skala keinen Unterschied zeigten.
Beleg: Hashiguchi M, Ohta Y et al. (2015) · J Pharm Health Care Sci · PMID 26819725 · Studientyp: Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Nur 9 der 13 Studien waren auswertbar, Laufzeiten 12 bis 52 Wochen, überwiegend Hersteller-Extrakt.
Bei Ohrgeräuschen als Hauptbeschwerde hat Ginkgo nach 3 bis 6 Monaten wahrscheinlich wenig bis keinen Effekt auf den Schweregrad; die Cochrane-Auswertung umfasst 12 Studien mit 1.915 Teilnehmern, die gepoolten Daten zu diesem Endpunkt stammen aber nur aus 2 Studien mit 85 Personen.
Beleg: Sereda M, Xia J et al. (2022) · Cochrane Database Syst Rev · PMID 36383762 · Studientyp: Systematisches Review begrenzt
Einschränkung: Hohes oder unklares Verzerrungsrisiko in den meisten Studien, sehr niedrige Sicherheit der Evidenz.
Bei Demenz-Patienten, die zusätzlich unter Ohrgeräuschen und Schwindel litten, verringerte 240 mg EGb 761 täglich in 5 Studien beide Beschwerden stärker als Placebo, im Mittel um rund 1 Punkt auf einer 11-stufigen Skala.
Beleg: Spiegel R, Kalla R et al. (2018) · Clin Interv Aging · PMID 29942120 · Studientyp: Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Nur Demenz-Patienten, kleiner Effekt, Ohrgeräusche waren dort Begleitsymptom und nicht Hauptbeschwerde.
Der Arznei-Extrakt EGb 761 wird auf etwa 24 % Flavonglykoside und 6 % Terpenlactone eingestellt, davon 2,8 bis 3,4 % Ginkgolide A, B und C sowie 2,6 bis 3,2 % Bilobalid; er erweitert Gefäße, verbessert die Durchblutung bis in die Kapillaren und hemmt die Verklumpung von Blutplättchen.
Beleg: o. V. (2003) · Drugs R D · PMID 12757407 · Studientyp: Übersichtsarbeit begrenzt
Einschränkung: Beschreibung des Extraktstandards und der Pharmakologie ohne eigene klinische Daten.
Bei Ginkgo-Präparaten vom US-Markt schwankte der Gehalt an Ginkgolsäuren zwischen unter 500 ppm und rund 90.000 ppm, und mehrere Produkte, die sich auf die deutsche Kommission-E-Monographie beriefen, hielten deren Vorgabe von 22 bis 27 % Flavonglykosiden und 5 bis 7 % Terpenlactonen nicht ein.
Beleg: Kressmann S, Müller WE et al. (2002) · J Pharm Pharmacol · PMID 12005361 · Studientyp: Laboranalyse begrenzt
Einschränkung: US-Markt, Stand 2002; keine Aussage über heutige europäische Produkte.
Von 8 Ginkgo-Handelsprodukten aus Australien und Dänemark waren 3 mit freien Flavonol-Aglykonen gestreckt und enthielten Genistein, das in Ginkgo-Blättern nicht vorkommt; die Standard-Prüfmethoden der Arzneibücher können diese Streckung nicht erkennen.
Beleg: Wohlmuth H, Savage K et al. (2014) · Phytomedicine · PMID 24566389 · Studientyp: Laboranalyse begrenzt
Einschränkung: Kleine Stichprobe aus 2 Ländern.
Unter 20 Ginkgo-Nahrungsergänzungen aus Polen ließen sich mit einer spektroskopischen Methode Produkte identifizieren, die mit Rutin gestreckt waren oder keinen Ginkgo-Blattextrakt enthielten.
Beleg: Walkowiak A, Wnuk K et al. (2022) · Molecules · PMID 35056747 · Studientyp: Laboranalyse begrenzt
Einschränkung: Methodenstudie; die Zahl der auffälligen Produkte ist im Abstract nicht beziffert.
In kontrollierten Studien beeinflusste Ginkgo die Blutgerinnung nicht messbar und veränderte die Sicherheit von gleichzeitig eingenommenem ASS oder Warfarin nicht; Einzelfallberichte über Blutungen sind meist von geringer Qualität, ein seltenes individuelles Blutungsrisiko lässt sich aber nicht ausschließen.
Beleg: Bone KM (2008) · Mol Nutr Food Res · PMID 18214851 · Studientyp: Übersichtsarbeit gemischt
Einschränkung: Fast alle kontrollierten Studien nutzten EGb 761; Übersichtsarbeit ohne Meta-Analyse.
Eine systematische Auswertung von 149 Arbeiten zu Warfarin führt Ginkgo unter den Pflanzen und Nahrungsergänzungen, bei denen Fachleute mit einem erhöhten Blutungsrisiko rechnen sollten.
Beleg: Tan CSS, Lee SWH (2020) · Br J Clin Pharmacol · PMID 32478963 · Studientyp: Systematisches Review gemischt
Einschränkung: Basis sind überwiegend Fallberichte; wie häufig es tatsächlich zu Blutungen kommt, sagt die Auswertung nicht.
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Zusammensetzung Ginkgo Biloba Kapseln:
Ginkgo Extrakt aus Ginkgo Biloba Blättern; Hydroxypropylmethylcellulose (Kapselhülle)
Mengenangaben pro Kapsel:
Hinweis: Das Produkt beinhaltet unter 1 ppm Ginkgolsäure, was einem nahezu Ginkgolsäure-freiem Produkt entspricht.Ginkgolsäure kann Allergien und Magenschleimhautentzündungen hervorrufen, deshalb sind max. 5 ppm Ginkgolsäure zugelassen.
Verzehrempfehlung Ginkgo Biloba Kapseln: Zur Nahrungsergänzung täglich 1 bis 2 Kapseln mit reichlich Wasser einnehmen, vorzugsweise eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
Die Angaben stammen unverändert vom Etikett im Shop. Wir bewerten das eigene Produkt nach denselben Kriterien wie alle anderen.
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Ginkgo-Extrakt hemmt die Verklumpung von Blutplättchen. Wer Blutverdünner wie Phenprocoumon, Warfarin, ASS oder Clopidogrel nimmt, klärt die Einnahme vorher mit der Fachperson, die diese Medikamente verordnet hat; kontrollierte Studien fanden keine Gerinnungsstörung, Einzelfallberichte über Blutungen gibt es trotzdem. Vor einer geplanten Operation wird Ginkgo einige Tage vorher abgesetzt, den genauen Zeitpunkt legt das Behandlungsteam fest. In Schwangerschaft und Stillzeit fehlen Sicherheitsdaten, deshalb wird darauf verzichtet. Bei Epilepsie, bei Kindern und bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Medikamente gehört die Entscheidung in fachliche Hände, zum Beispiel zu einer Komplementärmedizinerin oder einem Heilpraktiker, die die gesamte Medikation kennen.
Das Apothekenpräparat ist ein zugelassenes Arzneimittel mit geprüften Chargen und Zulassungsstudien. Eine Nahrungsergänzung mit standardisiertem 24/6-Extrakt deklariert dieselben Kenngrößen, wenn die Deklaration vollständig ist: Prozentwerte, Extraktmenge pro Tag und Ginkgolsäure-Gehalt. Klinisch geprüft ist damit nur der Arznei-Extrakt, nicht das einzelne Nahrungsergänzungsmittel. Fehlen diese Angaben, ist das Internetprodukt nicht vergleichbar. Stehen sie da, ist der Unterschied die Kontrolle und der Preis, nicht die Pflanze.
Der Extrakt enthält 22 bis 27 % Flavonolglykoside und 5 bis 7 % Terpenlactone, im Mittel also 24 % und 6 %. Das ist der Standard des Arznei-Extrakts EGb 761, mit dem die meisten Studien gemacht wurden. Dazu gehört, dass die Ginkgolsäuren auf unter 5 ppm entfernt wurden. Ein Extrakt ohne diese Prozentwerte ist nicht standardisiert.
Die Studien mit klarem Ergebnis zu Gedächtnis und Demenz arbeiten mit 240 mg standardisiertem Extrakt pro Tag. 120 mg zeigte in 2 Studien keinen Unterschied zu Placebo. Für Dosen über 240 mg gibt es keine Wirkstudien am Menschen. Entscheidend ist die Extraktmenge, nicht die Kapselgröße: 400 mg Blattpulver sind nicht dasselbe wie 400 mg Extrakt.
240 mg pro Tag. In der Meta-Analyse von 13 Demenz-Studien schnitt 240 mg beim Gedächtnistest SKT deutlich besser ab als Placebo, 120 mg zeigte auf der ADAS-Cog-Skala keinen Unterschied. Auch die Cochrane-Auswertung und die Analyse zu leichter Demenz beziehen sich auf 240 mg. Wer Ginkgo für Konzentration und Gedächtnis nimmt, orientiert sich an dieser Dosis.
Ginkgolsäuren sind Stoffe aus dem Ginkgoblatt, die Kontaktallergien und Reizungen der Magenschleimhaut auslösen können. Bei der Extraktion werden sie entfernt; das Arzneibuch verlangt unter 5 ppm. Für Nahrungsergänzungen gibt es diese Pflicht nicht, deshalb lohnt der Blick aufs Etikett: Ein Hersteller mit sauberem Extrakt nennt den Wert. In Tee und Blattpulver bleiben die Säuren enthalten.
In den Studien wurde frühestens nach 12 Wochen gemessen, die meisten liefen 22 bis 26 Wochen. Eine faire Testphase dauert deshalb 8 bis 12 Wochen mit 240 mg Extrakt pro Tag. Wer nach 2 Wochen nichts merkt, weiß noch nichts. Wer nach 12 Wochen nichts merkt, kann absetzen.
Bei Ohrgeräuschen als Hauptbeschwerde hat Ginkgo nach der Cochrane-Auswertung von 12 Studien wahrscheinlich wenig bis keinen Effekt. Ein kleiner Effekt wurde nur bei Demenz-Patienten gemessen, bei denen die Geräusche ein Begleitsymptom waren. Wer es trotzdem versucht, nimmt standardisierten Extrakt und zieht nach 8 bis 12 Wochen Bilanz.
Quellen sind ausschließlich in PubMed gelistete Studien. Jede Aussage wurde gegen den Abstract der zitierten Arbeit geprüft; Studientyp und Evidenzstufe sind so angegeben, wie die Arbeit sie hergibt. Wo die Datenlage keine sichere Antwort erlaubt, steht das so. Die vollständigen Regeln stehen im Herbano Evidence Standard.
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Herbano verkauft selbst ein Produkt zu diesem Thema. Diese Seite hat deshalb einen wirtschaftlichen Interessenkonflikt. Unser Anspruch ist, die Studienlage trotzdem nach denselben Kriterien zu bewerten, auch wenn ein Ergebnis keinen Vorteil für ein Herbano-Produkt ergibt.
Tan MS, Yu JT et al. (2015). Efficacy and adverse effects of ginkgo biloba for cognitive impairment and dementia: a systematic review and meta-analysis. J Alzheimers Dis. doi:10.3233/JAD-140837
Riepe M, Hoerr R et al. (2025). Ginkgo biloba extract EGb 761 is safe and effective in the treatment of mild dementia - a meta-analysis of patient subgroups in randomised controlled trials. World J Biol Psychiatry. doi:10.1080/15622975.2024.2446830
Wieland LS, Ludeman E et al. (2026). Ginkgo biloba for cognitive impairment and dementia. Cochrane Database Syst Rev. doi:10.1002/14651858.CD013661.pub2
DeKosky ST, Williamson JD et al. (2008). Ginkgo biloba for prevention of dementia: a randomized controlled trial. JAMA. doi:10.1001/jama.2008.683
Hashiguchi M, Ohta Y et al. (2015). Meta-analysis of the efficacy and safety of Ginkgo biloba extract for the treatment of dementia. J Pharm Health Care Sci. doi:10.1186/s40780-015-0014-7
Sereda M, Xia J et al. (2022). Ginkgo biloba for tinnitus. Cochrane Database Syst Rev. doi:10.1002/14651858.CD013514.pub2
Spiegel R, Kalla R et al. (2018). Ginkgo biloba extract EGb 761 alleviates neurosensory symptoms in patients with dementia: a meta-analysis of treatment effects on tinnitus and dizziness in randomized, placebo-controlled trials. Clin Interv Aging. doi:10.2147/CIA.S157877
o. V. (2003). EGb 761: ginkgo biloba extract, Ginkor. Drugs R D. doi:10.2165/00126839-200304030-00009
Kressmann S, Müller WE et al. (2002). Pharmaceutical quality of different Ginkgo biloba brands. J Pharm Pharmacol. doi:10.1211/0022357021778970
Wohlmuth H, Savage K et al. (2014). Adulteration of Ginkgo biloba products and a simple method to improve its detection. Phytomedicine. doi:10.1016/j.phymed.2014.01.010
Walkowiak A, Wnuk K et al. (2022). Discrimination of Adulterated Ginkgo Biloba Products Based on 2T2D Correlation Spectroscopy in UV-Vis Range. Molecules. doi:10.3390/molecules27020433
Bone KM (2008). Potential interaction of Ginkgo biloba leaf with antiplatelet or anticoagulant drugs: what is the evidence? Mol Nutr Food Res. doi:10.1002/mnfr.200700098
Tan CSS, Lee SWH (2020). Warfarin and food, herbal or dietary supplement interactions: A systematic review. Br J Clin Pharmacol. doi:10.1111/bcp.14404
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