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Phasen mit wenig oder gar keiner Lust auf Sex kennen viele Menschen: In einer großen britischen Befragung erlebte rund jede vierte Person in einer festen Beziehung, dass beide Partner unterschiedlich viel Interesse an Sex hatten (Mitchell et al., 2013). Über Probleme mit der eigenen Sexualität wird häufig geschwiegen. Dabei betrifft sexuelle Lustlosigkeit Paare und Einzelpersonen gleichermaßen.
Der Begriff „Libido“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Lust“ oder „Begierde“. Sowohl in der Medizin als auch in der Psychologie beschreibt die Libido das sexuelle Verlangen oder die sexuelle Antriebskraft. Dabei ist die Libido kein fest definierter Zustand, sondern ein Prozess, der von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Sie kann sich im Laufe des Lebens ändern und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Viele verwechseln die Libido (Verlangen) mit sexueller Erregung (körperliche Reaktion). Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Prozesse.
Libidoverlust bezeichnet eine anhaltende oder wiederkehrende Abnahme des sexuellen Verlangens. Dabei geht es aber nicht um gelegentliche Unlust, sondern um eine spürbare Verminderung des sexuellen Interesses über einen längeren Zeitraum, welcher oft auch als belastend empfunden wird.
Nein – ein vermindertes sexuelles Verlangen ist nicht automatisch krankhaft. Die Libido schwankt natürlicherweise im Laufe des Lebens. Wenn der Verlust der sexuellen Lust aber als große Belastung empfunden wird oder zu Problemen in der Partnerschaft führt, sprechen Ärzte von einer sogenannten Hypoaktiven Sexualitätsstörung.
Unsere Hormone spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Libido. Bereits kleine Veränderungen im Hormonhaushalt können die sexuelle Lust stark beeinflussen.
Neben den körperlichen Ursachen spielen auch psychische und soziale Faktoren eine extrem wichtige Rolle bei der Libido. Denn Lust entsteht auch im Kopf, nicht nur im Körper.
So wirkt sich beispielsweise Dauerstress negativ auf die sexuelle Lust aus. Stress erhöht das Hormon Cortisol, welches den Sexualtrieb hemmt. Der Parasympathikus, jener Teil des vegetativen Nervensystems, der für Entspannung und sexuelle Erregung zuständig ist, wird gebremst und das sexuelle Verlangen wird weniger. Auch Depressionen oder Angststörungen beeinträchtigen die Libido. Lustlosigkeit gehört zu den typischen Begleiterscheinungen einer Depression: Laut einer Meta-Analyse erhöht eine Depression das Risiko für sexuelle Funktionsstörungen um etwa 50 bis 70 %, umgekehrt steigern sexuelle Probleme die Wahrscheinlichkeit einer Depression auf mehr als das Doppelte (Atlantis & Sullivan, 2012). Ängste lenken den Fokus auf Bedrohungen und das Bedürfnis nach Sex rückt in den Hintergrund.
Probleme in der Partnerschaft wirken sich direkt auf die Libido aus. Fehlende Kommunikation, emotionale Distanz, aber auch fehlende Intimität im Alltag und wiederkehrende Konflikte haben großen Einfluss auf das Bedürfnis nach sexuellem Kontakt. Oft steht nicht der reine sexuelle Aspekt im Vordergrund, sondern das Gesamtbild der Partnerschaft.
Auch chronische Krankheiten und körperliche Einschränkungen haben einen negativen Einfluss auf das Lustempfinden. Folgende Erkrankungen stehen häufig in Zusammenhang mit einer verringerten Libido:
Viele Medikamente haben außerdem als Nebenwirkung eine reduzierte Libido. Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva, Blutdrucksenker und auch Schmerzmittel können die sexuelle Lust beeinträchtigen. Bei Antidepressiva ist das besonders häufig: Je nach Wirkstoff traten sexuelle Nebenwirkungen bei 25,8 bis 80,3 % der Behandelten auf, bei Bupropion, Mirtazapin oder Agomelatin dagegen nicht häufiger als unter Placebo (Serretti & Chiesa, 2009). Ein Medikament sollte deshalb nie eigenmächtig abgesetzt, sondern ein möglicher Wechsel mit der verordnenden Praxis besprochen werden.
Wie beeinflusst der Alltag die Libido?
Auch wenn einige der erwähnten Ursachen für Männer und Frauen gleichermaßen gelten, gibt es geschlechtsspezifische Auslöser:
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Keine Lust mehr auf Sex hängt bei Frauen häufig mit hormonellen Umbrüchen zusammen. In der US-Langzeitstudie SWAN mit 1.390 Frauen blieb die sexuelle Funktion lange stabil und begann etwa 20 Monate vor der letzten Regelblutung abzunehmen. Nach der Menopause ging sie weiter zurück, aber langsamer. Scheidentrockenheit, depressive Verstimmungen oder Ängste erklärten diesen Rückgang nicht (Avis et al., 2017).
Auch die Antibabypille steht oft im Verdacht. Eine Übersichtsarbeit aus 36 Studien mit über 8.400 Frauen, die die Pille nahmen, zeigt ein gemischtes Bild: 85 % bemerkten keine Veränderung oder sogar mehr Lust, 15 % berichteten von weniger Lust (Pastor et al., 2013). Wer seit dem Beginn der Pille deutlich weniger Lust hat, kann ein anderes Präparat mit der verordnenden Praxis besprechen.
Bei vielen Frauen ist die Lust außerdem eng mit der Beziehung verknüpft. Frauen, die mit dem Partner nicht leicht über Sex sprechen konnten, hatten eine 2,8-fach höhere Wahrscheinlichkeit für eine geringe sexuelle Funktion (Mitchell et al., 2013). Offene Gespräche über Wünsche und Belastungen sind deshalb oft ein guter erster Schritt.
Es ist wichtig zu wissen, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen “gerade keine Lust haben” und einer echten Störung. Jeder Mensch hat Phasen, in denen die sexuelle Lust schwankt. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Erst wenn der Rückgang der Libido über einen längeren Zeitraum anhält und als Belastung empfunden wird, sprechen Mediziner von einem Libidoverlust oder einer Hypoaktiven Sexualitätsstörung (HSDD).
In den meisten Fällen kann die Libido auf natürliche Weise wieder angeregt werden. Wichtig ist eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und gutem Schlaf. Stress im Beruf und im Privatleben sollte so gut es geht vermieden werden. Unterstützend können auch pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel wie Maca, Ashwagandha oder Ginseng helfen, die sexuelle Lust wieder zu steigern.
Aber auch der offene Austausch mit dem Partner über eigene Wünsche und Bedürfnisse kann das Interesse an Sex fördern. Bei hormonellen oder medizinischen Ursachen sollte eine ärztliche Anamnese durchgeführt werden, um gezielte Behandlungsmaßnahmen zu finden. Auch eine Sexualtherapie kann in vielen Fällen dabei helfen, wieder einen positiven Zugang zur eigenen Sexualität zu finden.
Lust auf natürliche Weise steigern Ansehen
Pflanzen werden bei nachlassender Lust seit Langem genutzt. Für vier von ihnen gibt es kontrollierte Studien am Menschen:
Maca, Safran und Roter Ginseng gibt es im Lust & Leidenschaft Paket zusammen – als drei eigene Präparate, jedes in seiner eigenen Dosierung.
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Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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Meist steckt nicht ein einzelner Grund dahinter, sondern ein Zusammenspiel. Häufig sind Dauerstress, Schlafmangel, Konflikte oder Unzufriedenheit in der Beziehung, Depressionen, hormonelle Umbrüche wie die Wechseljahre sowie Nebenwirkungen von Medikamenten, vor allem von manchen Antidepressiva. Gelegentliche Phasen ohne Lust sind normal.
Libidoverlust ist ein anhaltend oder wiederkehrend vermindertes sexuelles Verlangen. Es geht nicht um gelegentliche Unlust, sondern um eine spürbare Abnahme über längere Zeit. Wird sie als belastend erlebt und hält sie mindestens sechs Monate an, spricht man von einer hypoaktiven Sexualitätsstörung.
Zuerst lohnt der Blick auf die Auslöser: Stress abbauen, ausreichend schlafen, sich bewegen und in der Beziehung offen über Wünsche sprechen. Stehen Medikamente oder hormonelle Veränderungen dahinter, sollte das fachlich abgeklärt werden. Unterstützend verbesserten Maca, Ashwagandha, Safran und Roter Ginseng in Placebo-kontrollierten Studien Verlangen oder sexuelle Funktion.
Hilfreich sind Entspannung, mehr Schlaf und Zeit für Nähe ohne Erwartungsdruck. Schon eine zusätzliche Stunde Schlaf ging in einer Studie mit 14 % höheren Chancen auf Sex mit dem Partner am nächsten Tag einher. Pflanzen wie Maca oder Safran können das Verlangen zusätzlich unterstützen.
Viele ja: Je nach Wirkstoff traten sexuelle Nebenwirkungen bei 25,8 bis 80,3 % der Behandelten auf. Bei Bupropion, Mirtazapin oder Agomelatin waren sie dagegen nicht häufiger als unter Placebo. Ein Antidepressivum sollte nie eigenmächtig abgesetzt werden, ein Wechsel lässt sich mit der verordnenden Praxis besprechen.
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