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In Deutschland erfüllen 14,8 Prozent der Frauen und 6,0 Prozent der Männer die vollständigen Kriterien einer Migräne, also etwa jede siebte Frau (Porst et al., 2020). Die meisten greifen bei jeder Attacke zur Schmerztablette. Wirksame Vorbeugung setzt früher an, dort, wo die Attacke entsteht. Einen Überblick über alle Kopfschmerzformen bietet der Ratgeber zu Kopfschmerzen und ihren Ursachen.
Migräne entsteht im Gehirn selbst, in der Art, wie Nervenzellen Reize verarbeiten. Der Schmerz ist das letzte Glied einer Kette, die schon Stunden vorher beginnt. Zwei Vorgänge laufen dabei fast immer gleichzeitig ab.
Magnesium wirkt im Nervensystem wie eine Bremse. Es sitzt an den Schaltstellen der Nervenzellen und verhindert, dass zu viel Kalzium einströmt und die Zelle bei jedem kleinen Reiz feuert. Fehlt diese Bremse, reagiert das Gehirn über: Licht wird unerträglich, Geräusche und Gerüche lösen Übelkeit aus.
Genau das ist messbar. Eine Forschungsgruppe um Ramadan bestimmte das Magnesium direkt im Gehirn von Migränepatienten mit einem Magnetresonanz-Verfahren. Während der Attacke waren die Magnesiumwerte im Gehirn niedrig (Ramadan et al., 1989). Bei Frauen mit Migräne rund um die Periode lag das Magnesium in den Blutzellen ebenfalls unter dem Wert gesunder Frauen (Facchinetti et al., 1991).
Wenn die überreizten Nerven feuern, schütten sie Botenstoffe aus. Diese lassen die Blutgefäße der Hirnhaut anschwellen und lösen dort eine örtlich begrenzte Entzündung aus. Sie ist für das Pochen im Takt des Herzschlags verantwortlich. Die Entzündung reizt die Nerven erneut, und der Kreislauf beginnt von vorn.
Ibuprofen, Aspirin, Paracetamol und Triptane lindern eine laufende Attacke. An der Häufigkeit der Attacken ändern sie nichts, weil sie erst am Ende der Kette ansetzen. Bei häufigem Gebrauch kehrt sich ihr Nutzen sogar um.
Ein internationales Team um den Essener Kopfschmerzforscher Hans-Christoph Diener beschreibt in der Fachzeitschrift Lancet Neurology: Wer regelmäßig Schmerzmittel oder akute Migränemittel einnimmt, riskiert, dass die Kopfschmerzen zunehmen. Daraus kann ein eigenes Krankheitsbild entstehen, der Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch. Er betrifft 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung, Frauen häufiger als Männer (Diener et al., 2019).
Die American Academy of Neurology und die American Headache Society haben gemeinsam ausgewertet, welche Mittel die Zahl der Migräneattacken senken. Aus 284 Arbeiten flossen die hochwertigsten Studien in die Bewertung ein (Holland et al., 2012). Als wahrscheinlich wirksam zur Vorbeugung (Empfehlungsstufe B) stufte die Leitlinie unter anderem ein:
Magnesium und Mutterkraut stehen damit in derselben Empfehlungsstufe wie bekannte Schmerzmittel, sind aber rezeptfrei und für die tägliche Vorbeugung gedacht.
Die bekannteste Magnesium-Studie stammt aus der Neurologie am Klinikum München-Harlaching. 81 Patientinnen und Patienten mit durchschnittlich 3,6 Attacken im Monat erhielten 12 Wochen lang täglich Magnesium oder ein Scheinpräparat. In den Wochen 9 bis 12 ging die Zahl der Attacken in der Magnesium-Gruppe um 41,6 Prozent zurück, in der Placebo-Gruppe um 15,8 Prozent. Auch die Migränetage und der Verbrauch an Schmerzmitteln sanken deutlich (Peikert et al., 1996).
Eine Meta-Analyse aus Taiwan fasste 10 kontrollierte Studien zu Magnesium zum Einnehmen mit 789 Teilnehmenden zusammen. Magnesium senkte sowohl die Häufigkeit als auch die Stärke der Migräne (Chiu et al., 2016). Bei Frauen mit Migräne rund um die Periode wurden die Kopfschmerztage nur in der Magnesium-Gruppe weniger, während das Magnesium in den Zellen messbar anstieg (Facchinetti et al., 1991).
Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist eine Heilpflanze mit kleinen, gänseblümchenartigen Blüten, die in Europa seit Jahrhunderten bei Kopfschmerzen verwendet wird. Ihr Hauptwirkstoff ist Parthenolid. Er setzt bei den Entzündungsbotenstoffen an den Gefäßen an, also an dem Glied der Kette, das den pochenden Schmerz auslöst. Mehr zur Pflanze selbst erklärt der Ratgeber zu Mutterkraut und seiner Anwendung.
Die größte Studie führte die Neurologische Universitätsklinik Essen durch. 170 Migränepatienten mit anfangs durchschnittlich 4,76 Attacken pro Monat nahmen 16 Wochen lang einen standardisierten Mutterkraut-Extrakt oder ein Scheinpräparat. Die Attacken sanken mit Mutterkraut um 1,9 pro Monat, mit Placebo um 1,3. Die Chance, deutlich auf die Behandlung anzusprechen, war mit Mutterkraut 3,4-mal so hoch. Nebenwirkungen traten mit Mutterkraut bei 8,4 Prozent auf, mit Placebo bei 10,2 Prozent (Diener et al., 2005). Eine vorausgehende Dosisstudie derselben Arbeitsgruppe legte die Grundlage (Pfaffenrath et al., 2002).
Schon 1988 erschien im Lancet eine doppelblinde Studie der Universitätsklinik Nottingham mit 72 Teilnehmenden. Mit Mutterkraut sanken Zahl und Stärke der Attacken sowie das Erbrechen, schwere Nebenwirkungen traten nicht auf (Murphy et al., 1988).
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Magnesium und Mutterkraut setzen an zwei verschiedenen Stellen derselben Kette an. Magnesium bremst die überreizten Nerven am Anfang, Mutterkraut dämpft die Entzündung an den Gefäßen in der Mitte. Wer nur eines von beiden nimmt, lässt die andere Hälfte der Kette unberührt.
Genau diese beiden Bausteine vereint das Migräne Prophylaxe Paket von Herbano: Mutterkraut-Kapseln mit 200 mg Extrakt und standardisiert 1,6 mg Parthenolid pro Kapsel sowie ein Magnesium-Komplex mit 130 mg Magnesium pro Kapsel aus vier verschiedenen Magnesiumverbindungen.
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In allen genannten Studien zeigte sich der Effekt nach 8 bis 16 Wochen regelmäßiger Einnahme. Vorbeugung braucht deshalb Geduld und einen festen Rhythmus. Diese Punkte haben sich bewährt:
Schwangere, Stillende und Kinder nehmen kein Mutterkraut. Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt oder auf Korbblütler wie Kamille allergisch reagiert, bespricht die Einnahme vorher mit einer Fachperson.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
Bei Migräne fehlt häufig Magnesium. Während einer Attacke sind die Magnesiumwerte im Gehirn messbar niedrig, und bei Frauen mit Migräne rund um die Periode liegt das Magnesium in den Blutzellen unter dem Wert gesunder Frauen.
In der Münchner Studie zur Migräne-Vorbeugung nahmen die Teilnehmenden täglich 600 mg Magnesium über 12 Wochen ein. Die Tagesmenge wird am besten auf 2 bis 3 Portionen über den Tag verteilt.
Die Wirkung baut sich über Wochen auf. In der Münchner Studie wurde der Rückgang der Attacken um 41,6 Prozent in den Wochen 9 bis 12 gemessen. Eine Bilanz ist deshalb frühestens nach 8 bis 12 Wochen täglicher Einnahme sinnvoll.
Nein, Magnesium löst keine Migräne aus. In den Studien senkte es die Zahl und Stärke der Attacken. In höherer Menge kann es den Stuhl weicher machen; dann hilft es, die Tagesmenge zu verteilen.
Ruhe in einem abgedunkelten, stillen Raum, ausreichend Flüssigkeit und bei Bedarf ein Akutmittel möglichst früh. Um seltener Attacken zu bekommen, braucht es zusätzlich eine tägliche Vorbeugung.
In den Migräne-Studien wurden gut lösliche organische Verbindungen eingesetzt, etwa Magnesiumcitrat. Ein Komplex aus mehreren Magnesiumverbindungen stellt das Magnesium gleichmäßig über den Tag bereit. Entscheidend ist die tägliche Einnahme über mindestens 12 Wochen.
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