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In einer randomisierten Doppelblindstudie mit 170 Migräne-Patienten reduzierte ein standardisierter Mutterkraut-Extrakt (MIG-99) die Anfallshäufigkeit nach 16 Wochen um durchschnittlich 1,9 Attacken pro Monat gegenüber 1,3 in der Placebo-Gruppe (Diener et al. 2005, n=170). Bei jenen mit vier oder mehr Attacken monatlich fiel der Effekt am deutlichsten aus. Bemerkenswert ist weniger der Mittelwert als die Beobachtung, dass ein wirksamer Anteil erst nach zehn bis zwölf Wochen sichtbar wurde, die meisten Ratgeber verschweigen genau diese Wartezeit und lassen Betroffene nach drei Wochen enttäuscht abbrechen. Genau darum geht es hier: was Mutterkraut kann, was es nicht kann, und warum die richtige Anwendung über den Erfolg entscheidet.
Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die auf den ersten Blick der Kamille ähnelt. Die kleinen Blüten mit gelber Mitte und weißen Blütenblättern wachsen ursprünglich in Südosteuropa und Kleinasien, heute findet sich die robuste Staude in ganz Europa. Der lateinische Name verrät bereits die traditionelle Anwendung: parthenium stammt vom griechischen Wort für Jungfrau, und historisch wurde die Pflanze bei Frauenleiden eingesetzt. Der deutsche Name „Mutterkraut" verweist auf denselben Zusammenhang.
Die medizinische Verwendung reicht bis in die Antike zurück. Dioskurides beschrieb die Pflanze bereits im ersten Jahrhundert, im Mittelalter tauchte sie in den Kräuterbüchern von Hildegard von Bingen und Paracelsus auf. Der eigentliche Aufstieg als Migräne-Mittel begann jedoch erst in den 1970er-Jahren in England, als eine Umfrage unter Migräne-Patienten zeigte, dass viele Betroffene mit dem Kauen frischer Mutterkraut-Blätter ihre Anfälle deutlich reduzieren konnten. Diese Beobachtung führte zu den ersten kontrollierten Studien.
Der wichtigste Wirkstoff heißt Parthenolid, ein Sesquiterpenlacton. Der Gehalt schwankt in der Pflanze je nach Herkunft, Erntezeit und Verarbeitung erheblich, von unter 0,1 bis über 1,2 Prozent. Genau diese Schwankung ist einer der Hauptgründe, warum manche Präparate wirken und andere nicht. Standardisierte Extrakte mit definiertem Parthenolid-Gehalt zwischen 0,2 und 0,7 Prozent gelten heute als Referenz für seriöse Anwendung. Wer eine No-Name-Kapsel ohne Standardisierung kauft, weiß buchstäblich nicht, was er einnimmt.
Um zu verstehen, warum Mutterkraut bei Migräne helfen kann, muss man kurz auf die Entstehung eines Anfalls schauen. Migräne ist keine einfache Kopfschmerz-Erkrankung, sondern ein neurovaskuläres Geschehen: Blutgefäße im Gehirn weiten und verengen sich fehlgesteuert, gleichzeitig setzen Entzündungsstoffe die Schmerzrezeptoren in Alarmbereitschaft. Der Botenstoff Serotonin spielt dabei eine zentrale Rolle. Vor einem Anfall steigt der Serotonin-Spiegel, während des Anfalls fällt er stark ab, genau in diesem Absturz liegt ein Teil des Schmerzes.
Parthenolid wirkt an gleich mehreren Stellen dieser Kette. Es hemmt die Freisetzung von Serotonin aus den Blutplättchen, dämpft die Bildung entzündungsfördernder Prostaglandine und blockiert die Ausschüttung von Histamin aus Mastzellen. Studien aus dem Labor (Weber et al. 2019) zeigen zusätzlich, dass Parthenolid den Transkriptionsfaktor beeinflusst, der viele entzündliche Gene aktiviert, die Folge ist eine gedämpfte Entzündungsantwort im Gefäßsystem.
Für den Alltag lässt sich das so übersetzen: Mutterkraut greift nicht in einen laufenden Anfall ein wie ein Schmerzmittel. Es verändert vielmehr die Bereitschaft des Nervensystems, überhaupt einen Anfall auszulösen. Deshalb funktioniert die Pflanze nur als Vorbeugung über Wochen und Monate, nicht als Akut-Mittel. Wer sie erst nimmt, wenn der Kopf bereits schmerzt, wird nichts spüren, das ist keine Schwäche des Wirkstoffs, sondern eine Folge des Wirkprinzips.
Die Datenlage zu Mutterkraut ist umfangreicher, als viele annehmen, aber sie ist nicht einheitlich. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit (Wider et al. 2015, n=561 über 6 Studien) fasste die kontrollierten Untersuchungen zusammen und kam zu dem Schluss, dass ein standardisierter CO2-Extrakt (MIG-99) bei episodischer Migräne die Anfallshäufigkeit signifikant reduziert, während einfache Pulver-Präparate mit schwankendem Parthenolid-Gehalt keine überzeugende Wirkung zeigten. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Nicht Mutterkraut wirkt oder wirkt nicht, der standardisierte Extrakt wirkt, das unstandardisierte Pulver oft nicht.
Die Diener-Studie von 2005 (n=170) prüfte über 16 Wochen dreimal täglich 6,25 mg des CO2-Extrakts. In der Verum-Gruppe sank die Attacken-Zahl von 4,8 auf 2,9 pro Monat, in der Placebo-Gruppe von 4,8 auf 3,5. Der Unterschied ist statistisch bedeutsam, aber er zeigt auch: Placebo wirkt bei Migräne kräftig. Der Netto-Effekt von Mutterkraut liegt bei etwa einer Attacke weniger pro Monat, für Betroffene mit sechs oder acht Anfällen ist das ein spürbarer Zugewinn, für seltene Migräniker weniger relevant.
Eine ältere, viel zitierte Arbeit (Murphy et al. 1988, n=72) zeigte über acht Monate eine Reduktion der Migräne-Häufigkeit um 24 Prozent gegenüber Placebo. Neuere Kombinationspräparate mit Magnesium und Riboflavin (Guilbot et al. 2017) deuten auf einen additiven Effekt hin, die Anfallshäufigkeit sank hier um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Ausgangswert. Das ist konsistent mit dem, was Ursachenmedizin ohnehin nahelegt: Migräne hat mehrere Baustellen, und der stärkste Effekt entsteht durch Kombination sinnvoller Bausteine.
Die häufigste Ursache für einen enttäuschenden Verlauf ist nicht das Präparat, sondern die Erwartung. Eine 43-jährige Betroffene mit chronischer Migräne seit dem 16. Lebensjahr berichtete in einem Praxis-Setting typisch: Nach vier Wochen Mutterkraut spürte sie nichts, setzte ab und griff wieder zu Triptanen. Der Ansatz war richtig, die Wartezeit falsch. Studien belegen konsistent, dass eine spürbare Reduktion frühestens nach acht, oft erst nach zwölf Wochen einsetzt.
Der zweite häufige Fehler ist die falsche Dosierung. Wer die Kapsel unregelmäßig nimmt, mal morgens, mal abends, an Wochenenden gar nicht, bringt den Wirkstoff-Spiegel nicht auf ein stabiles Niveau. Parthenolid hat eine Halbwertszeit von wenigen Stunden, weshalb die tägliche, gleichmäßige Einnahme wichtiger ist als eine einzelne hohe Dosis.
Der dritte Fehler betrifft die Qualität. Ein unstandardisiertes Pulver aus dem Discounter enthält möglicherweise nur ein Zehntel des Parthenolid-Gehalts eines standardisierten Extrakts, bei gleichem Kapselgewicht. Wer die Etiketten nicht liest, glaubt, Mutterkraut probiert zu haben, während er in Wahrheit eine wirkungslose Menge eingenommen hat. Der Herbano Mutterkraut Extrakt ist auf einen definierten Parthenolid-Gehalt standardisiert, sodass jede Kapsel dieselbe wirksame Menge liefert.
Die in Studien verwendete Dosierung des standardisierten CO2-Extrakts liegt bei dreimal täglich 6,25 mg, also 18,75 mg täglich. Präparate mit einem Extrakt-Verhältnis von etwa 4:1 bis 10:1 dosieren häufig eine Kapsel zu 100 bis 300 mg täglich, wobei entscheidend der garantierte Parthenolid-Gehalt ist. Als wirksame Untergrenze gelten 0,2 mg reines Parthenolid pro Tag, viele Studien arbeiteten mit 0,4 bis 0,6 mg täglich.
Frische Blätter zu kauen, die historische Anwendung, wird heute nicht mehr empfohlen. Der Parthenolid-Gehalt in frischen Blättern schwankt zu stark, außerdem lösen sie häufig Mundschleimhaut-Reizungen und kleine Geschwüre aus. Für die tägliche Vorbeugung ist ein standardisierter Extrakt in Kapselform die kontrollierbare Variante.
Die Einnahme sollte ununterbrochen erfolgen, auch in Phasen ohne Migräne. Wer erst wieder zur Kapsel greift, sobald ein Anfall droht, unterbricht den vorbeugenden Effekt. Nach etwa sechs Monaten stabiler Verbesserung kann in Absprache mit einer Fachperson eine Pause versucht werden, kehren die Anfälle zurück, wird die Einnahme fortgesetzt.
Am besten belegt ist die Wirkung bei episodischer Migräne mit vier oder mehr Anfällen im Monat. Wer nur zwei bis drei Attacken jährlich hat, wird von einer Dauereinnahme wenig profitieren, hier lohnt sich eher eine Trigger-Analyse und punktuelle Akutbehandlung. Auch chronische Migräniker (15 oder mehr Kopfschmerztage pro Monat) profitieren nach klinischer Erfahrung, wobei hier meist eine Kombination mehrerer Bausteine erforderlich wird.
Besonders sinnvoll ist Mutterkraut für Betroffene, die auf verschreibungspflichtige Prophylaktika (Betablocker, Antidepressiva, Antiepileptika) nicht ansprechen oder deren Nebenwirkungen nicht vertragen. Auch Menschen, die aus persönlicher Überzeugung einen pflanzlichen Ansatz bevorzugen und Zeit für die zwölfwöchige Wartephase mitbringen, sind gute Kandidaten.
Nicht geeignet ist Mutterkraut in der Schwangerschaft und Stillzeit, die Pflanze wurde traditionell zur Auslösung von Wehen eingesetzt und kann Gebärmutter-Kontraktionen fördern. Auch bei bekannter Allergie auf Korbblütler (Kamille, Ringelblume, Beifuß, Ambrosia) ist Vorsicht geboten, da Kreuzreaktionen möglich sind. Kinder unter zwölf Jahren sollten Mutterkraut ohne ärztliche Begleitung nicht einnehmen, weil die Datenlage in dieser Altersgruppe zu dünn ist.
In der Volksmedizin wird Mutterkraut weltweit nicht nur bei Kopfschmerzen eingesetzt, sondern auch bei Krampfanfällen und bei „Susto“, einem Zustand aus Schreck und Angst. Eine Forschungsgruppe hat diese Anwendung im Labor überprüft: Mäuse, die einen wässrigen Mutterkraut-Extrakt erhielten, zeigten in mehreren Verhaltenstests deutlich weniger Angstverhalten und weniger depressionsähnliches Verhalten. Die Wirkung geht nach Einschätzung der Forschenden zumindest teilweise auf das GABA-System zurück, also auf den wichtigsten beruhigenden Botenstoff im Nervensystem (Cárdenas et al., 2017).
Ein wichtiger Befund derselben Untersuchung: Die Tiere wurden durch den Extrakt nicht träge. Ihre Bewegungsaktivität blieb unverändert, während Angst- und Stimmungswerte sich verbesserten. Mutterkraut unterscheidet sich darin von klassischen Beruhigungsmitteln, die oft gleichzeitig dämpfen und müde machen.
Auch beim Menschen zeigen sich positive Effekte über den Kopfschmerz hinaus. In einer kleinen Studie nahmen zwölf Menschen mit Migräne zwölf Wochen lang zweimal täglich 300 mg Mutterkraut zusammen mit 300 mg Weidenrinde ein. Die Häufigkeit der Attacken sank nach zwölf Wochen um 61,7 Prozent, ihre Dauer um 76,2 Prozent. Zusätzlich verbesserten sich nach eigener Einschätzung der Teilnehmenden das allgemeine Wohlbefinden, die körperliche Leistungsfähigkeit, das Gedächtnis und die Ängstlichkeit (Shrivastava et al., 2006).
Der Botenstoff Serotonin verbindet Migräne und Stimmung. Im Laborversuch an Ratten blockierte Mutterkraut-Extrakt die Serotonin-Rezeptoren vom Typ 5-HT2A und 5-HT2B und die Freisetzung von Serotonin aus Nervenzellen. Wurde das Pulver durch Wärme und Feuchtigkeit abgebaut, verlor es diese Wirkung weitgehend. Die Forschenden folgern daraus, dass Mutterkraut so stabilisiert sein sollte, dass mindestens 90 Prozent des Parthenolid-Gehalts erhalten bleiben (Mittra et al., 2000).
Neue Forschung setzt direkt im Gehirn an: Bei Mäusen, die durch Methamphetamin depressionsähnliches Verhalten entwickelt hatten, verbesserte Parthenolid dieses Verhalten deutlich und verringerte Schäden an Nervenzellen im vorderen Stirnhirn, einer Region, die für Stimmung und Antrieb wichtig ist (Hui et al., 2026).
Mutterkraut gilt als gut verträglich, aber nebenwirkungsfrei ist kein wirksames Präparat. Die häufigste Beobachtung in Studien sind milde Magen-Darm-Beschwerden bei etwa 4 bis 8 Prozent der Anwender, Übelkeit, Blähungen, gelegentlich Sodbrennen. Die Einnahme zum Essen reduziert diese Rate deutlich.
Ein spezielles Phänomen ist das sogenannte Post-Feverfew-Syndrom: Wer nach langer Einnahme abrupt absetzt, kann für zwei bis drei Wochen verstärkte Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Nervosität erleben. Deshalb sollte das Präparat bei geplantem Absetzen über zwei bis vier Wochen ausgeschlichen werden. Dieses Phänomen zeigt gleichzeitig, dass der Körper an die Substanz gewöhnt ist, ein indirektes Zeichen für tatsächliche Wirkung.
Wechselwirkungen mit Blutverdünnern (Warfarin, ASS in höheren Dosen) sind theoretisch möglich, da Parthenolid die Thrombozyten-Aggregation leicht hemmen kann. Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, sollte die Kombination ärztlich abklären. Vor größeren Operationen wird empfohlen, Mutterkraut zwei Wochen zuvor abzusetzen. Für die Kombination mit gängigen Migräne-Akutmitteln (Triptane, NSAR) sind keine relevanten Interaktionen bekannt, Mutterkraut kann parallel zur Akutmedikation eingenommen werden.
Der Standard-Umgang mit Migräne läuft oft so: Bei Anfall greift die Betroffene zum Triptan, zwischen den Anfällen wartet sie auf den nächsten. Symptome werden gemanagt, aber die Ursachen bleiben unberührt. Ursachenmedizin fragt anders: Warum ist das Nervensystem überhaupt so reizbar geworden? Welche Faktoren halten die Migräne-Bereitschaft dauerhaft hoch?
Bei den meisten Betroffenen finden sich mehrere Baustellen gleichzeitig. Ein chronischer Magnesium-Mangel senkt die Reizschwelle der Nervenzellen. Schlechter Schlaf und dauerhafte Stressbelastung überfordern die vegetative Regulation. Blutzucker-Schwankungen durch stark zuckerhaltige Ernährung provozieren Anfälle. Ein aus dem Gleichgewicht geratenes Darm-Mikrobiom verstärkt entzündliche Prozesse. Hormonelle Schwankungen, besonders der Abfall von Östrogen vor der Menstruation, sind ein starker Trigger. Wer nur Mutterkraut einwirft, aber weiter fünf Stunden pro Nacht schläft und Fertiggerichte isst, wird den möglichen Effekt nie vollständig erleben.
Genau darum ist Mutterkraut in einem umfassenderen Konzept am wirksamsten. Die Pflanze reduziert die Anfallsbereitschaft, die Grundlage für Stabilität schaffen Schlaf, Ernährung, Bewegung und die gezielte Versorgung mit den Nährstoffen, die das Nervensystem täglich braucht. Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10 sind hier die am besten belegten Kandidaten. Die Herbano Mutterkraut Kapseln liefern den standardisierten Extrakt als zuverlässige Basis; sinnvoll kombiniert mit einem hochdosierten Magnesium-Präparat und einem B-Komplex entfalten sie ihr volles Potenzial.
Um Mutterkraut sauber einordnen zu können, lohnt der Blick auf andere Prophylaxe-Optionen. Betablocker (Propranolol, Metoprolol) haben starke Evidenz, kämpfen aber mit Müdigkeit, Belastungsintoleranz und sexuellen Funktionsstörungen. Topiramat wirkt gut, verursacht bei vielen Anwendern Konzentrationsstörungen und Gewichtsverlust. Antidepressiva (Amitriptylin) haben ein breites Nebenwirkungsprofil.
Pflanzliche Alternativen sind vor allem Pestwurz (Petasites hybridus) und Ingwer. Pestwurz zeigte in älteren Studien starke Wirkung, wurde aber wegen leberschädigender Pyrrolizidin-Alkaloide in vielen Ländern eingeschränkt, nur PA-freie Extrakte gelten als sicher. Ingwer wirkt eher akut anfallsdämpfend, nicht prophylaktisch. Mutterkraut hat unter den pflanzlichen Optionen das günstigste Verhältnis aus belegter Wirkung, Sicherheit und Verfügbarkeit.
Die entscheidende Frage ist selten „Mutterkraut oder Betablocker", sondern „Mutterkraut oder gar keine Prophylaxe". Viele Betroffene lehnen chemische Prophylaktika ab, verzichten dann aber auf jede Vorbeugung und leben mit einer Migräne-Häufigkeit, die vermeidbar wäre. Mutterkraut bietet hier einen niedrigschwelligen, gut verträglichen Einstieg. Wer nach 16 Wochen keinen Effekt sieht, verliert wenig; wer profitiert, gewinnt spürbar Lebensqualität.
Wer Mutterkraut ernsthaft testet, plant vorher: Anfangsdatum notieren, ein Migräne-Tagebuch führen (Datum, Dauer, Intensität, mutmaßlicher Trigger), Bewertung nach 12 und 16 Wochen. Ohne diese Baseline lässt sich Wirkung von Placebo oder Zufall kaum unterscheiden. Kostenlose Migräne-Apps oder ein einfaches Notizbuch reichen aus.
Die Einnahme wird an eine feste Alltagsroutine gekoppelt, zum Frühstück, zusammen mit dem Kaffee oder einem Glas Wasser. Wer die Kapsel neben die Zahnbürste stellt, vergisst sie seltener. Bei Vergesslichkeit hilft eine tägliche Handy-Erinnerung. Auf Reisen sollte ein kleiner Wochenvorrat mit ins Handgepäck, damit die Kette nicht abreißt.
Parallel dazu lohnt der Blick auf die Basis: Werden täglich sieben bis acht Stunden Schlaf erreicht? Gibt es feste Mahlzeitenzeiten oder ständige Blutzucker-Abstürze? Wird ausreichend getrunken (1,5 bis 2 Liter)? Ist die Magnesium-Versorgung gesichert (300-400 mg täglich, idealerweise als Citrat oder Glycinat)? Bewegung an frischer Luft dreimal pro Woche wirkt vorbeugend. Diese Grundlagen zu vernachlässigen und dann von einer einzigen Kapsel Wunder zu erwarten, ist die häufigste Fehlkalibrierung.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
In kontrollierten Studien (Diener et al. 2005, n=170) wurde eine signifikante Reduktion der Anfallshäufigkeit erst nach acht bis zwölf Wochen konsequenter Einnahme sichtbar, der volle Effekt zeigte sich nach 16 Wochen. Wer nach drei oder vier Wochen abbricht, hat das Präparat nicht seriös getestet. Diese lange Anlaufzeit ist der wichtigste Punkt, den viele Betroffene unterschätzen.
Nein, Mutterkraut ist kein Akut-Mittel. Der Wirkstoff Parthenolid verändert über Wochen die Bereitschaft des Nervensystems, überhaupt einen Anfall auszulösen. Während eines laufenden Anfalls bringt eine zusätzliche Kapsel nichts. Für den akuten Schmerz sind Triptane oder NSAR die belegten Optionen, parallel zur Mutterkraut-Prophylaxe.
Als Untergrenze für einen belegten Effekt gelten 0,2 mg reines Parthenolid pro Tag, in Studien wurden meist 0,4 bis 0,6 mg täglich eingesetzt. Entscheidend ist ein standardisierter Extrakt, bei dem der Parthenolid-Gehalt auf der Packung ausgewiesen ist. Unstandardisierte Pulver ohne Angabe können den zehnfach niedrigeren Wirkstoffanteil enthalten und wirken entsprechend schwach.
Nein. Mutterkraut wurde traditionell zur Auslösung von Wehen eingesetzt und kann Gebärmutter-Kontraktionen fördern. In Schwangerschaft und Stillzeit ist die Einnahme kontraindiziert. Auch bei Kinderwunsch sollte die Anwendung mit einer Fachperson besprochen werden.
Bei abruptem Absetzen nach längerer Einnahme können vorübergehend verstärkte Kopfschmerzen, Muskelbeschwerden und Nervosität auftreten. Dieses Phänomen klingt nach zwei bis drei Wochen ab, lässt sich aber vermeiden, indem die Dosis über zwei bis vier Wochen langsam reduziert wird. Es ist gleichzeitig ein indirekter Hinweis darauf, dass der Körper auf die Substanz reagiert hat.
Ja, und die Kombination ist sogar sinnvoll. Eine Untersuchung mit Mutterkraut, Magnesium und Riboflavin (Guilbot et al. 2017) zeigte einen additiven Effekt, die Anfallshäufigkeit sank stärker als bei den Einzelwirkstoffen. Magnesiumcitrat oder -glycinat (300-400 mg täglich) und ein hochwertiger B-Komplex sind bewährte Ergänzungen. Die Herbano-Produkte lassen sich problemlos gemeinsam einnehmen.
Parthenolid kann die Thrombozyten-Aggregation leicht hemmen, weshalb bei gleichzeitiger Einnahme von Warfarin oder hochdosiertem ASS eine ärztliche Abstimmung sinnvoll ist. Vor größeren Operationen wird empfohlen, Mutterkraut etwa zwei Wochen zuvor abzusetzen. Für die Kombination mit Triptanen oder gängigen Schmerzmitteln sind keine relevanten Interaktionen bekannt.
Es gibt Hinweise darauf. Im Tierversuch zeigte ein wässriger Mutterkraut-Extrakt in mehreren Tests eine deutlich angstlösende Wirkung, an der das beruhigende GABA-System beteiligt ist (Cárdenas et al. 2017). In einer kleinen Studie mit Migräne-Betroffenen besserte sich unter Mutterkraut mit Weidenrinde neben den Attacken auch die Ängstlichkeit (Shrivastava et al. 2006).
In Laborstudien ja: Ein Mutterkraut-Extrakt verringerte bei Mäusen depressionsähnliches Verhalten (Cárdenas et al. 2017), und auch der Hauptwirkstoff Parthenolid verbesserte in einer Studie von 2026 depressionsähnliches Verhalten und schützte Nervenzellen im vorderen Stirnhirn (Hui et al. 2026). Für eine spürbare Wirkung ist wie bei Migräne die regelmäßige Einnahme über mehrere Wochen wichtig.
Mutterkraut beruhigt, ohne müde zu machen. Im Tierversuch wirkte der Extrakt angstlösend, die Bewegungsaktivität der Tiere blieb dabei aber unverändert (Cárdenas et al. 2017). Die Einnahme ist deshalb auch morgens zum Frühstück gut möglich.
Parthenolid hemmt die Freisetzung von Serotonin aus den Blutplättchen, die bei der Entstehung eines Migräne-Anfalls eine Rolle spielt. Im Laborversuch blockierte Mutterkraut-Extrakt zudem die Serotonin-Rezeptoren 5-HT2A und 5-HT2B und die Ausschüttung von Serotonin aus Nervenzellen (Mittra et al. 2000). Dafür muss der Wirkstoff gut erhalten sein, abgebautes Pulver verlor diese Wirkung weitgehend.
Ja. Eine Laborstudie zeigte angstlösende und antidepressive Effekte eines Mutterkraut-Extrakts (Cárdenas et al. 2017), eine weitere Studie eine Verbesserung depressionsähnlichen Verhaltens durch Parthenolid (Hui et al. 2026). In einer kleinen Studie mit zwölf Migräne-Betroffenen besserten sich neben den Attacken auch Wohlbefinden, Gedächtnis und Ängstlichkeit (Shrivastava et al. 2006).
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