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In Deutschland erfüllen 14,8 Prozent der Frauen und 6,0 Prozent der Männer die Kriterien einer Migräne (Porst et al., 2020), doch nur ein Bruchteil kennt eine Pflanze, die bereits seit dem Mittelalter zur Vorbeugung eingesetzt wird: Mutterkraut (Tanacetum parthenium). Während die meisten Betroffenen bei akuten Attacken zu Triptanen greifen, adressiert Mutterkraut das eigentliche Problem, die Anfallshäufigkeit selbst. Dieser Ratgeber zeigt, welche Dosierung an Parthenolid in kontrollierten Studien wirkt, wie lange die Einnahme dauern muss, bis erste Effekte spürbar werden, und warum ein standardisierter Extrakt der entscheidende Qualitätsfaktor ist.
Mutterkraut senkt die Häufigkeit von Migräne-Attacken, indem sein Hauptwirkstoff Parthenolid gleich an mehreren Stellen im Körper eingreift. Die Pflanze wurde bereits im Mittelalter gegen Kopfschmerzen eingesetzt, doch erst moderne Forschung hat die Mechanismen entschlüsselt.
Parthenolid hemmt die Freisetzung von Serotonin aus Blutplättchen. Genau dieser Botenstoff spielt bei der Entstehung einer Migräne-Attacke eine zentrale Rolle: Erst verengen sich die Blutgefäße im Gehirn, dann erweitern sie sich wieder, und lösen den pochenden Schmerz aus. Parthenolid stabilisiert diesen Vorgang und bremst zusätzlich entzündungsfördernde Botenstoffe.
Wichtig ist die klare Abgrenzung: Mutterkraut wirkt vorbeugend, nicht als Akutmittel. Bei einer bereits laufenden Migräne-Attacke bringt die Pflanze keine schnelle Linderung. Der Nutzen zeigt sich in der Reduktion der Anfallshäufigkeit über Wochen und Monate.
Die Wirksamkeit von Mutterkraut ist durch mehrere klinische Studien belegt. In der größten Studie aus Essen sank die monatliche Migränefrequenz von 4,76 auf 2,86 Anfälle, ein Rückgang um fast 40 Prozent.
Murphy et al. 1988 (n=72) beobachteten in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie, dass mit Mutterkraut Zahl und Schwere der Attacken sowie das Erbrechen zurückgingen. Pfaffenrath et al. 2002 (n=147) testeten drei Dosierungen des standardisierten Extrakts MIG-99: Bei Patienten mit mindestens 4 Attacken im Monat zeigte 3 × 6,25 mg täglich den größten Effekt mit 1,8 Attacken weniger pro Monat. Auf dieser Dosis baute die Essener Studie auf.
Die Cochrane-Übersicht von Wider et al. 2015 wertet die Essener Studie als die größte und methodisch strengste der bisherigen Mutterkraut-Studien. Sie verwendete einen stabilen, standardisierten Extrakt in einer zuvor ermittelten Dosis. Ein standardisierter Extrakt ist deshalb die Grundlage für eine verlässliche Wirkung.
Der Standard-Weg in der Migräne-Behandlung sieht meist so aus: Wer mit Attacken in die Praxis geht, bekommt in der Regel direkt Triptane oder Schmerzmittel verschrieben, die die akute Attacke unterdrücken. Das ist sinnvoll bei starken Anfällen, aber es löst kein einziges der zugrundeliegenden Probleme.
Triptane bekämpfen Symptome, nicht Ursachen. Sie greifen dann, wenn die Attacke bereits läuft, und viele Betroffene berichten von einem Teufelskreis: Je häufiger sie Akutmittel nehmen, desto häufiger scheinen die Attacken zu werden. Der medikamenteninduzierte Kopfschmerz ist ein bekanntes Phänomen bei häufiger Einnahme.
Mutterkraut setzt einen anderen Ansatz um: Es reduziert die Anfälligkeit für Attacken. Wer weniger Attacken erlebt, braucht weniger Akutmittel, riskiert weniger Nebenwirkungen und gewinnt an Lebensqualität. Ein ausführlicher Überblick über die Pflanze und ihre traditionelle Anwendung findet sich im Ratgeber zu Mutterkraut.
In den Studien wurden sowohl getrocknete Mutterkraut-Blätter als auch standardisierte Extrakte eingesetzt. Entscheidend ist der Parthenolid-Gehalt, denn Parthenolid ist der Hauptwirkstoff der Pflanze. Die Mutterkraut-Kapseln von Herbano enthalten 200 mg Extrakt mit standardisiert 1,6 mg Parthenolid pro Kapsel, empfohlen sind 1 bis 4 Kapseln täglich.
Bei getrocknetem Blattpulver ohne Standardisierung schwankt der Parthenolid-Gehalt je nach Anbau, Ernte und Verarbeitung. Für eine verlässliche Wirkung braucht es einen standardisierten Extrakt mit angegebenem Parthenolid-Anteil.
Die Einnahme erfolgt in der Regel morgens zu einer Mahlzeit. Kombi-Präparate mit vielen weiteren Wirkstoffen in einer Kapsel sind meist zu niedrig dosiert, bewährt hat sich ein hochdosiertes Einzelpräparat.
Mutterkraut wirkt nicht sofort. Der volle Effekt tritt nach 8 bis 12 Wochen ein.
Viele Betroffene brechen die Einnahme zu früh ab, weil sie eine schnellere Wirkung erwarten. Das ist der häufigste Anwendungsfehler. Für eine faire Beurteilung braucht Mutterkraut mindestens 3 Monate ununterbrochene Einnahme.
Nach 3 bis 4 Monaten lässt sich die Wirksamkeit anhand eines Migräne-Tagebuchs bewerten: Zahl der Attacken pro Monat, Intensität und Dauer werden mit den Werten vor Einnahmebeginn verglichen. Bleibt der Effekt aus, kann die Dosis angepasst oder das Präparat gewechselt werden.
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Mutterkraut gilt bei standardisierter Dosierung als gut verträglich. Gelegentlich treten leichte Magen-Darm-Beschwerden auf. Beim Kauen frischer Blätter kann es zu Mundschleimhautreizungen kommen, deshalb sind Kapseln die bessere Wahl.
Nach längerer Einnahme kann bei plötzlichem Absetzen ein Rebound-Effekt mit vorübergehend häufigeren Kopfschmerzen auftreten. Wer die Einnahme beenden möchte, reduziert die Dosis daher schrittweise.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
Erste Effekte zeigen sich nach 4 bis 6 Wochen. Der volle Nutzen tritt nach 8 bis 12 Wochen ein. Mutterkraut ist ein Präventivmittel und wirkt nicht bei akuten Attacken.
Mutterkraut ersetzt keine Akutmedikation. Es reduziert die Häufigkeit von Attacken, sodass Triptane seltener nötig werden. Beide Ansätze verfolgen unterschiedliche Ziele.
In der Essener Studie wirkte ein standardisierter Extrakt in der Dosis 3 × 6,25 mg täglich. Wichtig ist ein fester Parthenolid-Gehalt: Die Mutterkraut-Kapseln von Herbano enthalten 1,6 mg Parthenolid pro Kapsel, empfohlen sind 1 bis 4 Kapseln täglich.
In den Studien wurde Mutterkraut 12 bis 16 Wochen, in der Lancet-Studie zweimal 4 Monate eingenommen, ohne dass schwere Nebenwirkungen auftraten. Das Absetzen erfolgt schrittweise über 1 bis 2 Wochen.
Mutterkraut gehört zur Familie der Korbblütler. Wer auf Kamille, Beifuß oder Arnika allergisch reagiert, sollte Mutterkraut meiden oder vorab eine ärztliche Verträglichkeitsprüfung durchführen.
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