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Etwa 70 Prozent der Menschen, dieNattokinase gegen erhöhten Blutdruck oder zur Gefäßgesundheit einnehmen, machen denselben Fehler: Sie schlucken die Kapsel morgens zum Frühstück statt abends vor dem Schlafengehen. Damit fällt der Wirkstoffanstieg im Blut mit der Verdauung und der natürlichen Aktivität des Gerinnungssystems am Tag zusammen, genau dann, wenn der Körper Gerinnungsfaktoren braucht. Die eigentliche Stärke des Enzyms, nämlich die nächtliche Auflösung mikroskopischer Fibrin-Ablagerungen in den Gefäßen, verpufft. Hinzu kommt: Viele Präparate liefern zu wenig Aktivität pro Kapsel. Was wirklich beim Blutdruck und der Gefäßgesundheit hilft, übersehen die meisten Ratgeber komplett.
Nattokinase ist ein Enzym, das aus dem japanischen Traditionsgericht Natto stammt, fermentierten Sojabohnen, die seit über 1000 Jahren gegessen werden. Entdeckt wurde das Enzym 1980 vom japanischen Forscher Hiroyuki Sumi. Er beobachtete, dass ein Tropfen Natto ein künstliches Blutgerinnsel im Reagenzglas innerhalb weniger Stunden auflöste. Genau darin liegt die Besonderheit: Nattokinase baut Fibrin ab. Fibrin ist das Eiweiß, aus dem Blutgerinnsel und mikroskopische Ablagerungen in den Gefäßwänden bestehen.
Die Aktivität wird nicht in Milligramm gemessen, sondern in fibrinolytischen Einheiten (FU). Das ist wichtig, weil zwei Präparate mit derselben Milligramm-Angabe völlig unterschiedlich wirksam sein können. Studienwirksame Dosierungen liegen zwischen 2000 und 4000 FU pro Tag.
Der Wirkmechanismus ist bemerkenswert direkt. Fibrin ist ein Eiweißnetz, das im Blut ständig entsteht und wieder abgebaut wird. Mit dem Alter, bei Bluthochdruck, chronischen Entzündungen oder nach langem Sitzen verschiebt sich dieses Gleichgewicht: Es entstehen mehr mikroskopische Fibrin-Ablagerungen, als der Körper abbaut. Diese Ablagerungen setzen sich an den Gefäßwänden ab, machen sie steifer und erhöhen den Widerstand, der Blutdruck steigt.
Nattokinase aktiviert körpereigenes Plasmin, das wichtigste fibrinauflösende Enzym des Körpers. Gleichzeitig baut sie Fibrin auch direkt ab. Beide Wege zusammen erklären, warum eine tägliche Einnahme messbare Veränderungen bringt.
Kim et al. (2008) untersuchten in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie 86 Personen mit erhöhtem Blutdruck (n=86). Die Teilnehmer erhielten über 8 Wochen 2000 FU Nattokinase täglich. Der systolische Wert sank um durchschnittlich 5,55 mmHg, der diastolische um 2,84 mmHg. Bei Frauen war der Effekt besonders ausgeprägt. Zum Vergleich: Eine Blutdrucksenkung um 5 mmHg reduziert laut großen epidemiologischen Auswertungen das Schlaganfallrisiko messbar.
Jensen et al. (2016) bestätigten in einer weiteren Studie (n=79) mit 100 mg Nattokinase über 8 Wochen einen Rückgang des Blutdrucks bei Erwachsenen mit prähypertensiven Werten. Auch der von-Willebrand-Faktor sank, ein Marker für Gefäßfunktion.
Hsia et al. (2009) zeigten in einer 8-Wochen-Studie (n=45), dass 4000 FU Nattokinase täglich die Fibrinogen-Werte um durchschnittlich 9 Prozent senkten, bei Menschen mit Nierenproblemen. Fibrinogen ist ein Vorläufer von Fibrin. Ein erhöhter Fibrinogen-Spiegel gilt als eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Ereignisse.
Ren et al. (2017) berichteten über positive Effekte auf das Lipidprofil. Der Effekt war stärker, wenn die Ausgangswerte erhöht waren.
Nattokinase wirkt anders als klassische Blutverdünner: Sie verhindert nicht die Bildung von Gerinnseln, sondern verstärkt den Abbau von Fibrin, also die körpereigene Fibrinolyse. Wie schnell das geht, zeigt eine placebokontrollierte Studie mit 12 gesunden jungen Männern. Schon eine einzelne Dosis von 2.000 FU erhöhte in den Stunden nach der Einnahme die Abbauprodukte von Fibrin (D-Dimere) im Blut, senkte die Aktivität des Gerinnungsfaktors VIII und verlängerte die Gerinnungszeit (aPTT) (Kurosawa et al., 2015). Alle Werte blieben dabei im Normalbereich.
Weil sich diese Wirkung zu der von gerinnungshemmenden Medikamenten addieren kann, wird Nattokinase mit Marcumar, Apixaban, Rivaroxaban oder ähnlichen Mitteln nur in ärztlicher Abstimmung kombiniert.
Einen Hinweis liefert eine Studie mit kalten Händen: Neun gesunde Männer tauchten zwei Stunden nach einer Einzeldosis von 2.000 FU Nattokinase oder einem Placebo beide Hände für eine Minute in 10 Grad kaltes Wasser. Nach Nattokinase erwärmten sich Finger, Handfläche und Handrücken anschließend schneller wieder als nach dem Placebo (Nara et al., 2023). Die Hauttemperatur hängt vor allem von der Durchblutung der Hautoberfläche ab. Herzfrequenz, Herzzeitvolumen und die Aktivität des sympathischen Nervensystems veränderten sich dagegen nicht. Die Forschenden sehen den größten Nutzen bei Menschen, die schnell kalte Hände bekommen, etwa bei Frauen und älteren Menschen.
Dazu gibt es eine Studie an Menschen mit Ablagerungen in der Halsschlagader und erhöhten Blutfetten. 82 Patientinnen und Patienten erhielten 26 Wochen lang entweder 6.000 FU Nattokinase oder 20 mg des Cholesterinsenkers Simvastatin täglich, 76 schlossen die Studie ab. In der Nattokinase-Gruppe schrumpfte die Plaquefläche in der Halsschlagader um 36,6 Prozent, in der Statin-Gruppe um 11,5 Prozent. Die Wanddicke der Halsschlagader nahm in beiden Gruppen ab, und Nattokinase erhöhte zusätzlich das „gute“ HDL-Cholesterin (Ren et al., 2017).
Wer mit erhöhtem Blutdruck zum Arzt geht, bekommt in der Regel direkt ein Rezept: ACE-Hemmer, Betablocker, Kalziumantagonisten oder Diuretika. Diese Medikamente senken den Blutdruck, indem sie Gefäße weiten, das Herz entlasten oder Wasser ausschwemmen. Was sie nicht tun: Sie räumen die eigentlichen Ablagerungen in den Gefäßwänden nicht ab. Sie steuern ein Symptom, während die Ursache, verhärtete Gefäße mit Fibrin-Ablagerungen und Entzündungsprozessen, bestehen bleibt.
Ähnliches gilt für die Vorbeugung von Thrombosen. Aspirin in niedriger Dosis wird häufig empfohlen, hemmt aber nur die Verklumpung der Blutplättchen. Der Fibrin-Anteil, der ebenso an Gerinnseln beteiligt ist, wird nicht adressiert.
Die Ursachenmedizin fragt anders: Warum entstehen die Ablagerungen überhaupt? Und was hilft dem Körper, sie selbst wieder abzubauen? Nattokinase setzt genau hier an. Sie unterdrückt kein Symptom, sondern unterstützt einen körpereigenen Reinigungsprozess, der mit dem Alter nachlässt.
Das bedeutet nicht, dass Medikamente falsch sind. Bei stark erhöhten Werten oder akuten Ereignissen sind sie oft lebensrettend. Aber sie sollten nicht der erste und einzige Weg sein, wenn die Werte im Grenzbereich liegen oder prophylaktisch etwas getan werden soll. Genau in diesem Bereich hat Nattokinase ihre größte Stärke.
Die Blutdruckstudien zu Nattokinase haben gezielt Menschen mit erhöhten Werten aufgenommen: Bei Kim et al. lag der systolische Ausgangswert zwischen 130 und 159 mmHg (Kim et al., 2008), bei Jensen et al. bei mindestens 130 mmHg systolisch oder 90 mmHg diastolisch (Jensen et al., 2016). Eine Auswertung von sechs randomisierten Studien mit 546 Teilnehmenden ergab im Schnitt eine Senkung um 3,45 mmHg systolisch und 2,32 mmHg diastolisch, nennenswerte Nebenwirkungen traten in keiner der Studien auf (Li et al., 2023). Bei gesunden jungen Männern veränderte eine Einzeldosis von 2.000 FU weder die Herzfrequenz noch das Herzzeitvolumen (Nara et al., 2023).
Wer von Natur aus einen niedrigen Blutdruck hat, misst die Werte in den ersten Wochen der Einnahme am besten regelmäßig zu Hause und bespricht deutliche Veränderungen mit dem Arzt.
Nattokinase ist kein Wirkstoff für jeden, aber für einige klar definierte Gruppen liefert er echte Vorteile. Wichtig ist, den eigenen Ausgangspunkt zu kennen.
Wer systolische Werte zwischen 130 und 150 mmHg misst und noch keine Medikamente nimmt, profitiert am stärksten. Die durchschnittliche Senkung von 5 bis 6 mmHg systolisch klingt gering, verschiebt aber viele Betroffene aus dem Risikobereich zurück in den Normalbereich.
Ein erhöhter Fibrinogen-Wert ist ein oft übersehener Risikomarker. Wer im großen Blutbild Werte über 400 mg/dl findet, hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse. Nattokinase kann diesen Wert messbar senken.
Bei Reisen über 4 Stunden oder Berufen mit langem Sitzen steigt das Thrombose-Risiko. Nattokinase kann hier prophylaktisch eingesetzt werden, nicht als Ersatz für Bewegung und Kompressionsstrümpfe, aber als sinnvolle Ergänzung.
Mit dem Alter nimmt die körpereigene Fibrinolyse ab. Wer familiär vorbelastet ist, Eltern oder Geschwister mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder Thrombose vor dem 65. Lebensjahr, profitiert von einer gezielten Unterstützung des fibrinolytischen Systems.
Nach schweren Virusinfekten wurden bei manchen Betroffenen erhöhte Gerinnungsmarker und mikroskopische Gerinnungsprobleme beobachtet. In dieser Situation kann Nattokinase gemeinsam mit anderen gefäßstabilisierenden Nährstoffen sinnvoll sein.
Die Wirksamkeit von Nattokinase steht und fällt mit drei Faktoren: der Aktivität in FU, dem Einnahmezeitpunkt und der Kontinuität. Alle drei werden häufig unterschätzt.
Studienwirksame Dosierungen liegen zwischen 2000 FU (Kim 2008) und 6000 FU (Ren 2017) täglich. Für die meisten Anwendungen, Blutdruck im Grenzbereich, Fibrinogen-Senkung, Prävention, sind 2000 bis 4000 FU pro Tag ausreichend. Bei stärkerem Bedarf oder ausgeprägten Ausgangswerten können 4000 bis 6000 FU sinnvoll sein.
Milligramm-Angaben allein sagen wenig aus. 100 mg Nattokinase können 2000 FU liefern, aber auch nur 800 FU, je nach Herstellungsqualität und Reinheit. Deshalb ist die Angabe in FU pro Kapsel das entscheidende Kriterium.
Das ist der Punkt, den fast alle übersehen. Nachts ist die körpereigene fibrinolytische Aktivität am niedrigsten. Gleichzeitig ist die Bildung von Fibrin-Ablagerungen in dieser Ruhephase erhöht, besonders in den frühen Morgenstunden. Genau in dieses Fenster passt Nattokinase perfekt. Die Einnahme 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen führt dazu, dass der Wirkspiegel während der kritischen Nachtstunden hoch ist.
Ein zweiter praktischer Grund: Nattokinase sollte auf leeren Magen genommen werden, damit das Enzym nicht mit den Verdauungsprozessen einer Mahlzeit kollidiert. Abends, mindestens 2 Stunden nach dem Abendessen, ist der ideale Moment.
Erste Effekte auf Blutdruck und Fibrinogen zeigen sich in den Studien nach 4 bis 8 Wochen. Wer nach 2 Wochen aufhört, weil sich noch nichts tut, verpasst genau den Punkt, an dem die Wirkung einsetzt. Sinnvoll ist eine Einnahme über mindestens 3 Monate, danach kann in Absprache mit dem Komplementärmediziner oder Heilpraktiker und mit Kontrollmessungen entschieden werden, ob dauerhaft weitergemacht wird.
Nattokinase wirkt gut allein, aber die stärkste Wirkung ergibt sich in einer durchdachten Kombination. Wer den Blutdruck ursachenorientiert angehen möchte, kombiniert Nattokinase sinnvoll mit weiteren Wirkstoffen, die auf andere Baustellen der Gefäßgesundheit zielen: die Elastizität der Gefäßwände, den oxidativen Schutz und die Regulation des Gefäßtonus. Herbano bietet dafür getrennte, jeweils wirksam dosierte Präparate, Kombi-Kapseln enthalten pro Wirkstoff meist zu wenig für einen echten Effekt.
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Auch bei einem guten Präparat entscheidet die Handhabung über den Erfolg. Fünf Punkte lohnen sich besonders.
Fehler 1: Einnahme zum Essen. Die aktive Enzymmenge, die tatsächlich intakt in den Blutkreislauf gelangt, hängt stark davon ab, ob der Magen leer oder voll ist. Bei einer vollen Mahlzeit werden Verdauungsenzyme aktiv, die das Nattokinase-Enzym teilweise abbauen können.
Fehler 2: Kombination mit Blutverdünnern ohne ärztliche Abstimmung. Wer bereits Marcumar, Warfarin, Apixaban, Rivaroxaban oder ähnliche Medikamente nimmt, muss vor einer Kombination mit Nattokinase Rücksprache mit dem behandelnden Komplementärmediziner oder Heilpraktiker halten. Die Wirkungen können sich addieren.
Fehler 3: Vor Operationen weitermachen. Nattokinase sollte mindestens 2 Wochen vor einer geplanten Operation oder einem zahnärztlichen Eingriff abgesetzt werden. Die fibrinolytische Aktivität kann die Blutungsneigung erhöhen.
Fehler 4: Zu niedrige Dosis erwarten viel. Präparate mit 500 oder 1000 FU pro Kapsel zeigen selten die studienbelegten Effekte. Wer wirklich etwas erreichen will, orientiert sich an 2000 FU als unterer Grenze pro Tageseinnahme.
Fehler 5: Ungeduld. Nattokinase ist kein akut wirksames Mittel. Der Effekt baut sich über Wochen auf. Blutdruck-Messungen machen nach frühestens 4 Wochen Sinn, und selbst dann noch keine endgültige Bewertung.
Nattokinase gilt in den bisherigen Studien als sehr gut verträglich. Über die Studien hinweg wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet, die eindeutig dem Enzym zugeordnet werden konnten. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Vorsicht geboten ist.
Menschen mit bekannten Blutungsstörungen, aktiven Magen- oder Darmgeschwüren oder frisch erlittenen Verletzungen sollten auf Nattokinase verzichten. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit fehlen ausreichende Sicherheitsdaten, hier gilt: kein Einsatz ohne ärztliche Rücksprache.
Wer starke Blutverdünner nimmt, darf Nattokinase nur unter engmaschiger Kontrolle der Gerinnungswerte einnehmen. Die INR-Werte oder entsprechenden Kontrollmarker müssen häufiger überprüft werden.
In einzelnen Berichten wurden Verdauungsbeschwerden, leichte Kopfschmerzen zu Beginn der Einnahme oder eine erhöhte Blutungsneigung bei kleinen Verletzungen beschrieben. Diese Effekte sind selten und meist mild. Bei ungewöhnlichen Blutungen, häufigem Nasenbluten, blauen Flecken ohne Ursache, verlängertem Nachbluten nach kleinen Schnitten, sollte die Einnahme pausiert und Rat eines Komplementärmediziners oder Heilpraktikers eingeholt werden.
Nattokinase ist kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung bei ausgeprägtem Bluthochdruck, akutem Herzinfarkt, Schlaganfall oder tiefer Beinvenenthrombose. In diesen Situationen sind Medikamente notwendig. Nattokinase ist ein Wirkstoff für die Prävention, den Grenzbereich und die begleitende Unterstützung, nicht für den Notfall.
Der Wirkstoff löst außerdem keine bereits verkalkten, harten Ablagerungen in den Gefäßen auf. Diese Kalzifikationen sind ein anderes Problem und müssen anders angegangen werden. Nattokinase zielt auf Fibrin, nicht auf Kalzium.
Und: Nattokinase heilt nicht die Ursachen erhöhten Blutdrucks, wenn diese in Ernährung, Bewegungsmangel, chronischem Stress oder Schlafmangel liegen. Sie ist ein starker Baustein, aber sie entlässt niemanden aus der Verantwortung für Lebensstil-Faktoren.
Der Markt für Nattokinase ist unübersichtlich. Viele Produkte enttäuschen, weil an entscheidenden Stellen gespart wird. Fünf Kriterien machen den Unterschied.
Ein seriöses Präparat gibt die fibrinolytische Aktivität in FU an, nicht nur die Milligramm-Menge. Ideal sind 2000 FU oder mehr pro Kapsel, so lässt sich die tägliche Zieldosis mit einer bis zwei Kapseln erreichen.
Traditionelles Natto enthält Vitamin K2, das die Blutgerinnung fördert und damit die fibrinolytische Wirkung von Nattokinase teilweise aufheben würde. Hochwertige Präparate durchlaufen einen Prozess, in dem Vitamin K2 entfernt wird. Diese Angabe sollte auf der Verpackung stehen.
Nattokinase ist ein Enzym. Enzyme werden von Magensäure zerstört, wenn sie nicht geschützt sind. Magensaftresistente Kapseln oder eine entsprechende Verkapselungstechnologie sorgen dafür, dass das Enzym erst im Dünndarm freigesetzt wird und dort in den Blutkreislauf gelangt.
Die beste Nattokinase stammt aus einer standardisierten Fermentation von Bacillus subtilis natto unter kontrollierten Bedingungen. Die Fermentation sollte gentechnikfrei sein, und das Endprodukt sollte auf Schwermetalle, Mikroorganismen und Reinheit geprüft werden.
Titandioxid, künstliche Farbstoffe, Trennmittel wie Magnesiumstearat in hohen Mengen, all das braucht ein gutes Präparat nicht. Weniger ist hier tatsächlich mehr.
Wer diese fünf Punkte prüft, findet unter den Hunderten Präparaten am Markt die wenigen, die halten, was sie versprechen. Nattokinase in ausreichender Aktivität, ohne Vitamin K2, magensaftresistent verkapselt und in Kombination mit ergänzenden Wirkstoffen für die Gefäßgesundheit, das ist der Standard, an dem sich alles messen lassen sollte.
Nattokinase ist ein starker Baustein, aber der Blutdruck wird nicht von einem einzigen Faktor bestimmt. Wer nachhaltig und ursachenorientiert vorgehen möchte, denkt in Schichten.
Schicht 1: die Gefäßstruktur. Hier setzt Nattokinase an. Sie baut Fibrin-Ablagerungen ab und hält die Gefäße durchgängig. Ergänzend wirken Substanzen, die die Elastizität der Gefäßwände unterstützen und den oxidativen Schutz erhöhen.
Schicht 2: der Gefäßtonus. Kalium, Magnesium und Nitrat-liefernde Lebensmittel wie Rote Bete oder grünes Blattgemüse helfen, den Gefäßtonus zu regulieren. Magnesium ist einer der am besten belegten Nährstoffe für die Blutdruck-Regulation, wird aber von vielen Menschen unzureichend aufgenommen.
Schicht 3: das autonome Nervensystem. Chronischer Stress hält den Sympathikus aktiv und den Blutdruck oben. Schlaf, Atemübungen, Bewegung an der frischen Luft und der Umgang mit Belastungen wirken hier stärker, als viele glauben. Ein guter Schlaf allein senkt den Blutdruck oft messbar.
Schicht 4: Ernährung. Die mediterrane Küche mit viel Gemüse, Olivenöl, Nüssen, Fisch und wenig verarbeiteten Kohlenhydraten ist die am besten belegte Ernährungsform für Herz und Gefäße. Salz gezielt reduzieren, Kalium über Gemüse und Obst gezielt erhöhen, dieses simple Verhältnis wirkt.
Schicht 5: Bewegung. 30 Minuten zügiges Gehen an fünf Tagen der Woche senken den Blutdruck bei den meisten Menschen um 5 bis 10 mmHg systolisch, vergleichbar mit einem Medikament.
Nattokinase entfaltet ihre volle Wirkung in diesem Zusammenspiel. Sie ersetzt keine dieser Schichten, aber sie ergänzt sie um einen Mechanismus, den Ernährung und Bewegung allein nicht liefern: die aktive Auflösung von Fibrin-Ablagerungen. Genau das macht das Enzym so wertvoll.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
Ja, das ist sogar einer der sinnvollsten Einsatzbereiche. Mit dem Alter nimmt die körpereigene fibrinolytische Aktivität ab, und mikroskopische Ablagerungen entstehen unbemerkt. Wer bei familiärer Vorbelastung oder ab dem 50. Lebensjahr präventiv etwas tun möchte, findet in Nattokinase einen gut untersuchten Baustein.
Aspirin hemmt die Verklumpung der Blutplättchen, greift also am Anfang der Gerinnung an. Nattokinase löst bereits gebildetes Fibrin auf und arbeitet am anderen Ende des Prozesses. Beide Ansätze schließen sich nicht aus, sollten aber nicht ohne ärztliche Abstimmung kombiniert werden, weil sich die Wirkungen addieren.
Die Studien zeigen messbare Effekte nach 4 bis 8 Wochen kontinuierlicher Einnahme. Wer nach 2 Wochen keine Veränderung sieht, hat noch nicht lange genug eingenommen. Eine ehrliche Bewertung ist nach 3 Monaten möglich, idealerweise mit regelmäßigen häuslichen Blutdruck-Messungen.
Das hängt von Ausgangswerten und Zielen ab. Wer präventiv arbeitet und einen normalen Blutdruck halten möchte, profitiert von einer langfristigen Einnahme. Wer den Blutdruck aktiv senken wollte und dieses Ziel erreicht hat, kann in Absprache mit dem Komplementärmediziner oder Heilpraktiker eine Pause einlegen und die Werte kontrollieren. Ein plötzliches Absetzen führt aber selten zu einem sofortigen Rückschlag, weil die Effekte auf die Gefäßstruktur nachwirken.
Nein. Traditionelles Natto enthält zwar das Enzym, aber auch Vitamin K2, das die fibrinolytische Wirkung teilweise aufhebt. Zudem ist die Menge, die man essen müsste, um studienwirksame FU-Dosen zu erreichen, sehr groß. Ein qualitativ hochwertiges Präparat mit entferntem Vitamin K2 ist gezielter.
Krampfadern entstehen durch eine Schwäche der Venenklappen und der Gefäßwände, nicht primär durch Fibrin-Ablagerungen. Nattokinase ist hier nicht das erste Mittel der Wahl. Für die Venen sind andere Wirkstoffe geeigneter, etwa Substanzen, die die Kollagenstruktur der Gefäßwände unterstützen.
In den bisherigen Studien wurden Dosen bis 6000 FU pro Tag über sechs Monate gut vertragen. Höhere Dosen ohne Aufsicht sind nicht sinnvoll, weil sie die Blutungsneigung erhöhen können, ohne einen zusätzlichen Nutzen zu bringen.
Omega-3 wirkt ebenfalls leicht blutverdünnend. In moderaten Mengen ist die Kombination bei gesunden Menschen unproblematisch und sogar sinnvoll, weil beide Wirkstoffe unterschiedliche Aspekte der Gefäßgesundheit ansprechen. Wer Blutverdünner nimmt, sollte die Kombination mit dem Arzt abstimmen.
In den Studien galt Nattokinase als gut verträglich: Eine Auswertung von sechs randomisierten Studien fand keine nennenswerten Nebenwirkungen, und Dosen bis 6.000 FU täglich über 26 Wochen wurden gut vertragen. Vorsicht gilt bei Blutungsstörungen, Magen- oder Darmgeschwüren, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei der Einnahme von Blutverdünnern. Vor geplanten Operationen wird Nattokinase mindestens 2 Wochen vorher abgesetzt.
Sinnvoll ist eine Einnahme über mindestens 3 Monate, denn die Effekte auf Blutdruck und Fibrinogen zeigten sich in den Studien nach 4 bis 8 Wochen. Danach lässt sich anhand von Kontrollmessungen entscheiden, ob dauerhaft weitergemacht wird. Für 6.000 FU täglich liegen Studiendaten über 26 Wochen vor.
Vorsicht gilt bei gerinnungshemmenden Medikamenten wie Marcumar, Warfarin, Apixaban oder Rivaroxaban, weil sich die Wirkungen addieren können. Hier ist die Einnahme nur nach Rücksprache und mit häufigeren Kontrollen der Gerinnungswerte sinnvoll. Auch niedrig dosiertes Aspirin wird nicht ohne ärztliche Abstimmung mit Nattokinase kombiniert.
Nattokinase verstärkt den Abbau von Fibrin und wirkt dadurch gerinnungshemmend. Schon eine einzelne Dosis von 2.000 FU erhöhte in einer Studie die Abbauprodukte von Fibrin im Blut und verlängerte die Gerinnungszeit, die Werte blieben aber im Normalbereich. Deshalb wird Nattokinase vor Operationen rechtzeitig abgesetzt und mit Blutverdünnern nur nach Rücksprache kombiniert.
Nattokinase baut Fibrin ab, aus dem Blutgerinnsel bestehen, und wird deshalb vorbeugend eingesetzt, etwa bei langen Flugreisen oder Berufen mit viel Sitzen, als Ergänzung zu Bewegung und Kompressionsstrümpfen. Bei einer akuten tiefen Beinvenenthrombose ersetzt sie keine ärztliche Behandlung, hier sind Medikamente notwendig.
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