Hilft Propolis gegen Nagelpilz? Was die Studien wirklich zeigen

Hilft Propolis gegen Nagelpilz? Was die Studien wirklich zeigen

12 Min. Lesezeit Aktualisiert am 29. September 2026

Hilft Propolis gegen Nagelpilz? Was die Studien wirklich zeigen

Das Wichtigste in Kürze
Propolis, das Schutzharz der Honigbienen, hemmt im Labor die typischen Nagelpilz-Erreger und löst sogar ihre Biofilme auf. In einer ersten Patientenstudie aus Brasilien heilte der Nagelpilz bei 56 Prozent der Behandelten vollständig ab, nachdem sie einen Propolis-Extrakt direkt auf den Nagel aufgetragen hatten. Weil ein Nagel nur langsam nachwächst, braucht die Anwendung Geduld über mehrere Monate. Propolis, Zink und Silizium stärken zusätzlich die körpereigene Abwehr.

Etwa vier von hundert Erwachsenen haben Nagelpilz an den Zehen, im Alter sind es deutlich mehr. Viele behandeln monatelang ohne dauerhaften Erfolg. Propolis wird deshalb seit einigen Jahren als natürliche Alternative untersucht. Eine brasilianische Forschungsgruppe hat das Bienenharz dabei nicht nur im Reagenzglas getestet, sondern auch an Menschen mit Nagelpilz, und die Ergebnisse sind ermutigend.

Warum Nagelpilz so hartnäckig ist

Nagelpilz, medizinisch Onychomykose, entsteht meist durch Fadenpilze der Gattung Trichophyton. Seltener stecken Hefepilze wie Candida oder Schimmelpilze wie Fusarium dahinter. Die Erreger dringen vom Nagelrand aus unter die Nagelplatte vor und ernähren sich dort vom Keratin, dem Hauptbaustoff des Nagels. Der Nagel verfärbt sich gelblich bis bräunlich, wird dick, brüchig und löst sich an der Spitze.

Zwei Dinge machen die Behandlung so langwierig. Erstens sitzt der Pilz unter einer harten Hornschicht, die viele Wirkstoffe kaum durchdringen. Zweitens bilden die Erreger sogenannte Biofilme: dichte, schleimige Schutzschichten, in denen sie gegen Wirkstoffe deutlich widerstandsfähiger sind als einzelne Pilzzellen. Hinzu kommt, dass ein Zehennagel sich erst nach neun bis zwölf Monaten vollständig erneuert hat. Erst dann ist sichtbar, ob der neue Nagel gesund nachwächst.

Feuchte Wärme im Schuh → Pilz dringt am Nagelrand ein → Biofilm unter der Nagelplatte → Nagel wird dick und brüchig. Deshalb braucht jede Behandlung Zeit und Geduld

Laut einer großen Übersichtsarbeit mit 108 Studien haben rund 4 Prozent der Allgemeinbevölkerung einen durch Fadenpilze verursachten Nagelpilz an den Zehen (Gupta et al., 2024). Bei älteren Menschen ist das Risiko fast fünfmal so hoch, bei Menschen mit Diabetes knapp dreimal so hoch. Einen Überblick über Ursachen, Symptome und alle Behandlungswege bietet der Ratgeber zu Nagelpilz am Zehennagel.

Was Propolis ist und warum es gegen Pilze wirkt

Propolis, auch Bienenharz oder Kittharz genannt, sammeln Honigbienen von den Knospen und der Rinde von Pappeln, Birken und anderen Bäumen. Damit dichten sie Ritzen im Stock ab und halten ihn frei von Bakterien und Pilzen, die sich im warmen, feuchten Stock sonst ungehindert ausbreiten würden.

Diese Schutzwirkung verdankt Propolis einer Vielzahl von Pflanzenstoffen, vor allem Flavonoiden und Phenolsäuren. Eine Übersichtsarbeit fasst zusammen, wie Propolis gegen Krankheitserreger vorgeht: Es erschwert ihnen das Eindringen in Körperzellen, bremst ihre Vermehrung und stört ihre Energiegewinnung. Gleichzeitig stärkt es die angeborene Immunabwehr des Körpers (Zulhendri et al., 2021).

Was die Studien zu Propolis und Nagelpilz zeigen

Laborstudien: Propolis hemmt alle wichtigen Erreger

Eine Forschungsgruppe der Staatlichen Universität Maringá in Brasilien untersucht Propolis seit fast zwanzig Jahren gezielt gegen Nagelpilz. Schon 2006 testete sie einen Extrakt an 67 Hefepilzen, die aus Nagelpilz-Befunden stammten. Der Extrakt hemmte das Wachstum aller getesteten Stämme (Oliveira et al., 2006). Spätere Arbeiten zeigten, dass Propolis auch die Biofilme von Fusarium-Arten angreift, die als besonders schwer behandelbar gelten (Galletti et al., 2017).

Erste Patientendaten: gut die Hälfte vollständig geheilt

2018 ging die Gruppe den Schritt vom Labor zum Menschen. Sie prüfte zunächst an Zellkulturen, ob ein alkoholischer Propolis-Extrakt Zellen schädigt, und fand keine giftige Wirkung. Dann zeigte sie, dass der Extrakt die Nagelplatte durchdringen kann, also genau dorthin gelangt, wo der Pilz sitzt. Anschließend trugen Menschen mit Nagelpilz den Extrakt auf die betroffenen Nägel auf und wurden sechs Monate lang begleitet. Bei 56 Prozent der Behandelten war die Infektion am Ende im Labor und äußerlich vollständig abgeheilt. Der Extrakt wirkte auch gegen Trichophyton-Stämme, die auf herkömmliche Pilzmittel schlecht ansprechen (Veiga et al., 2018a).

Im selben Jahr beschrieb dieselbe Gruppe drei ältere Menschen, die gut auf die Behandlung ansprachen (Veiga et al., 2018b).

➤ Bei 56 Prozent der Behandelten heilte der Nagelpilz vollständig ab.

Wie belastbar ist das?

Die Ergebnisse sind vielversprechend, die Zahl der untersuchten Menschen ist aber noch klein. Eine systematische Übersichtsarbeit zu natürlichen Behandlungen bei Nagelpilz fand zwei klinische Arbeiten zu Propolis-Extrakt und wertet die Belege als erste, vorläufige Hinweise.

➤ Um natürliche Mittel wie Propolis, Teebaumöl oder Nadelbaumharz fest zu empfehlen, braucht es größere kontrollierte Studien (Nickles et al., 2022).

So wird Propolis bei Nagelpilz angewendet

In den Studien wurde ein alkoholischer Propolis-Extrakt, also eine Propolis-Tinktur, direkt auf den befallenen Nagel aufgetragen. Für die Anwendung zu Hause haben sich einige Grundsätze bewährt:

  • Nagel vorbereiten: Verdickte Nagelteile vorsichtig abfeilen, damit die Tinktur besser eindringt. Feile danach nicht für gesunde Nägel verwenden.
  • Regelmäßig auftragen: Die Tinktur täglich auf den ganzen Nagel und den Nagelrand geben und kurz trocknen lassen.
  • Durchhalten: Bis der Nagel komplett gesund nachgewachsen ist, vergehen an den Zehen neun bis zwölf Monate.
  • Verträglichkeit testen: Propolis kann eine Kontaktallergie auslösen, besonders bei einer bekannten Allergie gegen Perubalsam oder Pappelknospen (de Groot, 2013). Vor der ersten Anwendung deshalb eine kleine Menge in der Armbeuge testen.
➤ Ein Zehennagel braucht neun bis zwölf Monate, bis er komplett gesund nachgewachsen ist.

Rötet sich die Haut um den Nagel, juckt oder schwillt sie an, wird die Anwendung beendet.

Der Erfolg zeigt sich am nachwachsenden Nagel
Nicht die ersten Wochen entscheiden, sondern die Monate danach

Die Abwehr stärken: Propolis, Zink und Silizium

Ob sich ein Nagelpilz festsetzt, hängt auch von der eigenen Abwehr ab. Das zeigt sich daran, dass ältere Menschen und Menschen mit Diabetes deutlich häufiger betroffen sind. Neben der Anwendung am Nagel lohnt es sich deshalb, den Körper gezielt zu versorgen.

BIO Propolis Kapseln liefern die Pflanzenstoffe des Bienenharzes, die laut Studienlage die angeborene Immunabwehr stärken. Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zur Erhaltung normaler Haut und Nägel bei. Silizium ist ein Baustein von Haaren und Nägeln und unterstützt einen festen Nagel, der den befallenen Teil nach und nach herauswachsen lässt.

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Was im Alltag zusätzlich hilft

Pilze lieben es warm und feucht. Wer ihnen diese Bedingungen nimmt, erleichtert jede Behandlung. Füße nach dem Duschen gründlich abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Socken aus Baumwolle oder Wolle täglich wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen. Schuhe abwechselnd tragen, damit sie vollständig trocknen. In Schwimmbad, Sauna und Umkleide Badeschuhe tragen, und Handtücher sowie Nagelscheren nicht mit anderen teilen.

Wann Nagelpilz fachlich abgeklärt werden sollte

Nicht jeder verfärbte oder verdickte Nagel ist ein Pilz. Auch Druckstellen, Schuppenflechte oder Verletzungen sehen ähnlich aus. Eine Nagelprobe im Labor schafft Klarheit. Besonders wichtig ist die Abklärung bei Diabetes, bei Durchblutungsstörungen an den Füßen und bei einem geschwächten Immunsystem, weil sich hier aus kleinen Hautverletzungen schneller Entzündungen entwickeln können.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

Häufige Fragen

In einer Patientenstudie aus Brasilien heilte der Nagelpilz bei 56 Prozent der Behandelten nach sechs Monaten Anwendung vollständig ab. Laborstudien zeigen, dass Propolis die typischen Erreger hemmt. Größere kontrollierte Studien stehen noch aus.

In der Studie wurden die Teilnehmenden sechs Monate lang begleitet. Bis ein Zehennagel vollständig gesund nachgewachsen ist, dauert es neun bis zwölf Monate, so lange sollte die Anwendung durchgehalten werden.

Untersucht wurde ein alkoholischer Extrakt, also eine Tinktur, die direkt auf den Nagel aufgetragen wird. Kapseln setzen im Körper an: Sie unterstützen das Immunsystem und ergänzen so die Anwendung am Nagel.

Ja, Propolis gehört zu den bekannten Auslösern einer Kontaktallergie, vor allem bei einer Allergie gegen Perubalsam oder Pappelknospen. Ein Test an einer kleinen Hautstelle vor der ersten Anwendung zeigt, ob es vertragen wird.

In der Forschung wird Propolis ausdrücklich als ergänzende Behandlung diskutiert. Wer bereits ein Pilzmittel für den Nagel verwendet, stimmt die Kombination am besten mit der behandelnden Fachperson ab.

  1. [1]
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  2. [2]
    Veiga, F. F. Et al. (2018b). Propolis for the Treatment of Onychomycosis. Indian Journal of Dermatology, 63(6), 515-517. doi:10.4103/ijd.IJD_365_17
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  4. [4]
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  5. [5]
    Nickles, M. A., Lio, P. A. & Mervak, J. E. (2022) Complementary and Alternative Therapies for Onychomycosis: A Systematic Review of the Clinical Evidence. Skin Appendage Disorders, 8(4), 269-279. doi:10.1159/000521703. https://doi.org/10.1159/000521703
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  7. [7]
    Zulhendri, F. Et al. (2021) Antiviral, Antibacterial, Antifungal, and Antiparasitic Properties of Propolis: A Review. Foods, 10(6), 1360. doi:10.3390/foods10061360. https://doi.org/10.3390/foods10061360
  8. [8]
    de Groot, A. C. (2013) Propolis: a review of properties, applications, chemical composition, contact allergy, and other adverse effects. Dermatitis, 24(6), 263-282. doi:10.1097/DER.0000000000000011. https://doi.org/10.1097/DER.0000000000000011

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