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Aktualisiert am: 22. September 2026
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Kurz beantwortet
R-Alpha-Liponsäure ist die Form, die der Körper selbst bildet und nutzt; die übliche Alpha-Liponsäure ist ein Gemisch aus 50 % R-Form und 50 % S-Form (Racemat). 600 mg Racemat enthalten deshalb 300 mg R-Form. Die großen Studien zu Nervenbeschwerden bei Diabetes wurden fast alle mit 600 mg Racemat pro Tag gemacht; für die reine R-Form gibt es Studien zur Aufnahme ins Blut, aber erst wenige eigene Wirkstudien. Für die Wahl zählen 3 Angaben: welche Form in der Kapsel steckt, wie viel R-Form pro Tag zusammenkommt und ob das eigene Ziel zur Studienlage passt.
Evidenz-Check · Herbano Gesundheitsredaktion · Stand der Prüfung: 2026-09-22
Diese Seite ist für alle, die Alpha-Liponsäure kaufen wollen und nicht wissen, ob sich die R-Form lohnt, wie sich die Milligramm-Angaben der Formen vergleichen lassen und welche Dosis zu welchem Ziel passt. Sie beantwortet 1 Frage: Welche Form, welche Dosis, für welches Ziel? Dafür vergleicht sie die 3 Formen im Handel nach 6 festen Kriterien, ordnet die wichtigsten Studien mit Evidenzstufe ein und prüft die häufigsten Werbeaussagen. Wie Alpha-Liponsäure im Stoffwechsel arbeitet, steht bereits an anderer Stelle und wird hier nicht wiederholt.
Alpha-Liponsäure gibt es als Molekül in 2 spiegelbildlichen Varianten, vergleichbar mit der linken und der rechten Hand. Die R-Form ist die Variante, die der Körper selbst herstellt. Sie sitzt in den Mitochondrien (den Kraftwerken der Zelle) und hilft dort Enzymen, aus Nährstoffen Energie zu gewinnen. Die S-Form kommt in der Natur nicht vor. Sie entsteht, wenn Alpha-Liponsäure chemisch hergestellt wird.
Bei der üblichen Herstellung fallen beide Varianten zu gleichen Teilen an. Dieses Gemisch heißt Racemat. Steht auf einem Etikett nur „Alpha-Liponsäure“ oder „Thioctsäure“, ist in aller Regel das Racemat gemeint: 50 % R-Form, 50 % S-Form. Für reine R-Alpha-Liponsäure werden die beiden Varianten in einem zusätzlichen Schritt getrennt. Das macht den Rohstoff teurer.
Die dritte Form im Handel ist Na-R-ALA. Dabei ist die R-Form an Natrium gebunden und wird zum Salz. Der Grund ist praktisch: Reine R-Alpha-Liponsäure ist empfindlich gegen Wärme und Feuchtigkeit, das Salz löst sich in Wasser und gilt als stabiler. Die 3 Formen unterscheiden sich darin, wie viel R-Liponsäure pro Milligramm enthalten ist und wie gut sie im Blut ankommt.
Die Milligramm-Angaben der Formen lassen sich nicht direkt vergleichen. Die Rechnung ist aber einfach: Racemat geteilt durch 2 ergibt den R-Anteil. 600 mg Racemat enthalten 300 mg R-Form, 1200 mg enthalten 600 mg, 1800 mg enthalten 900 mg. Umgekehrt liefern 300 mg reine R-Form so viel R-Anteil wie 600 mg Racemat, und 400 mg reine R-Form so viel wie 800 mg Racemat.
Dass diese Rechnung auch im Blut aufgeht, zeigt eine Vergleichsstudie: 600 mg reine R-Form und 1200 mg Racemat führten zur gleichen Menge R-Liponsäure im Blut. Die Rechnung gilt für die Aufnahme. Ob die halbe Menge auch bei Beschwerden dasselbe leistet, ist plausibel, wurde aber nicht in einer eigenen Wirkstudie geprüft. Das ist der ehrliche Stand.
Für die Praxis heißt das: Die Dosis der großen Studien zu Nervenbeschwerden, 600 mg Racemat pro Tag, entspricht 300 mg R-Form. Höhere Dosen brachten in den Studien keine zusätzliche Linderung. Für die reine R-Form selbst sind 600 mg pro Tag über 24 Wochen untersucht. Bei Na-R-ALA zählt nicht das Gewicht des Salzes, sondern die Angabe, wie viel R-Alpha-Liponsäure darin enthalten ist.
Kurz-Check vor dem Kauf in 3 Schritten: die Form auf dem Etikett lesen (R-Alpha-Liponsäure oder nur Alpha-Liponsäure), die Milligramm pro Kapsel und die Kapseln pro Tag notieren, daraus die R-Form pro Tag berechnen.
Alpha-Liponsäure wird nach dem Schlucken schnell aufgenommen. Ein großer Teil wird beim ersten Durchgang durch die Leber verstoffwechselt, deshalb kommen nur rund 30 % der geschluckten Menge im Blutkreislauf an. Das gilt für alle Formen und ist kein Qualitätsmangel, sondern eine Eigenschaft des Stoffs.
Nahrung im Magen bremst die Aufnahme zusätzlich. Die Fachinformationen der zugelassenen Arzneimittel empfehlen deshalb die Einnahme auf nüchternen Magen, etwa 30 Minuten vor einer Mahlzeit, mit reichlich Wasser. Diese Regel ist auch für Nahrungsergänzungen sinnvoll.
Reine R-Alpha-Liponsäure stellt höhere Ansprüche an die Lagerung als das Racemat. Sie zieht Feuchtigkeit an und kann bei Wärme verklumpen. Eine gut verschlossene Dose, ein kühler und trockener Platz und das Trockenmittel in der Packung sind deshalb keine Nebensache. Das Natriumsalz umgeht dieses Problem auf chemischem Weg und erreichte in 1 kleinen Studie höhere Blutspiegel, dort allerdings in Wasser gelöst getrunken und ohne dass eine Wirkung auf Beschwerden gemessen wurde.
Am umfangreichsten untersucht ist Alpha-Liponsäure bei Nervenbeschwerden durch Diabetes. In Deutschland ist sie in der Dosis von 600 mg als Arzneimittel gegen Missempfindungen bei diabetischer Polyneuropathie zugelassen. Die Studien zeigen eine Linderung von Kribbeln, Brennen und Taubheit über einige Wochen, am deutlichsten als Infusion. Über 6 Monate und länger wird das Bild schwächer: Cochrane findet nach 6 Monaten wahrscheinlich wenig oder keinen Effekt auf die Beschwerden, und die 4-Jahres-Studie verfehlte ihr Hauptziel.
Beim Blutzucker widersprechen sich die Auswertungen. Eine findet leicht niedrigere Nüchternwerte und einen etwas niedrigeren Langzeitwert, eine andere bei Übergewichtigen keinen Effekt. Beim Gewicht ist der Effekt messbar, aber klein: gut 1 kg mehr als mit Placebo.
Für gesunde Menschen, die Alpha-Liponsäure als Antioxidans (Schutz vor aggressiven Sauerstoffverbindungen) nehmen, gibt es Messwerte aus dem Labor, etwa weniger Marker für oxidativen Stress, aber keine Studien, die weniger Erkrankungen zeigen. Wer aus diesem Grund kauft, sollte das wissen.
Fast alle diese Studien wurden mit dem Racemat gemacht. Für die reine R-Form spricht, dass sie die körpereigene Variante ist, bei halber Menge dieselbe R-Aufnahme liefert und in der Vergleichsstudie magenfreundlicher war. Eigene große Wirkstudien zu Nervenbeschwerden stehen für sie noch aus.
Ein sauber deklariertes Produkt nennt die Form beim Namen. „R-Alpha-Liponsäure“ oder „R-(+)-Alpha-Liponsäure“ steht für die reine R-Form. Fehlt bei Na-R-ALA die Angabe der enthaltenen R-Alpha-Liponsäure, lässt sich der R-Anteil nur schätzen.
Die zweite Angabe ist die Menge pro Kapsel und pro Tag. Erst daraus ergibt sich, ob die Tagesmenge zu den untersuchten Dosen passt. Ein Hinweis zur Einnahme auf nüchternen Magen und zur kühlen, trockenen Lagerung zeigt, dass der Hersteller die Eigenheiten des Stoffs kennt.
Die Zutatenliste sollte kurz sein: der Wirkstoff und die Kapselhülle, bei Bedarf ein Trennmittel. Zusätze wie Farbstoffe oder Süßungsmittel haben in einem solchen Produkt keine Funktion. Der Preis pro Kapsel sagt wenig; vergleichbar wird er erst als Preis pro 100 mg R-Form.
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Evidenzstufen: stark = mehrere hochwertige Humanstudien oder systematische Reviews · gemischt = Humanstudien mit widersprüchlichen oder methodisch begrenzten Ergebnissen · begrenzt = kleine Studien, Mechanismus, Tier- oder Zellmodelle.
Nach Einzeldosen von 50 bis 600 mg racemischer Alpha-Liponsäure erreichte die R-Form bei gesunden Probanden etwa 40 bis 50 % höhere Spitzenwerte im Blut als die S-Form; die Aufnahme war rasch (Spitzenwert nach 0,5 bis 1 Stunde), die Halbwertszeit lag bei rund 0,5 Stunden.
Beleg: Breithaupt-Grögler K, Niebch G et al. (1999) · Eur J Pharm Sci · PMID 10072479 · Studientyp: Klinische Studie (Pharmakokinetik) begrenzt
Einschränkung: Gesunde Probanden und Einzeldosen; gemessen wurden Blutspiegel, keine Wirkung auf Beschwerden.
Bei 20 Menschen mit fortschreitender Multipler Sklerose führten 600 mg reine R-Liponsäure pro Tag zur gleichen Aufnahme von R-Liponsäure ins Blut wie 1200 mg Racemat, und unter der R-Form wurden weniger Magen-Darm-Nebenwirkungen gemeldet (31 gegenüber 60 Meldungen).
Beleg: Cameron M, Taylor C et al. (2020) · J Clin Pharmacol · PMID 32212340 · Studientyp: RCT begrenzt
Einschränkung: Nur 20 Teilnehmer, je 7 bis 10 Tage Einnahme; der Unterschied im Gesamtwert der Magen-Darm-Skala verfehlte die statistische Sicherheit knapp (P = 0,069).
Racemische Alpha-Liponsäure wird nach dem Schlucken rasch und fast vollständig aufgenommen, wegen des starken Abbaus in der Leber liegt die Bioverfügbarkeit (der Anteil, der im Blutkreislauf ankommt) aber nur bei etwa 30 %; bei 9 Gesunden reicherte sich der Stoff bei 600 mg täglich über 4 Tage nicht an.
Beleg: Teichert J, Hermann R et al. (2003) · J Clin Pharmacol · PMID 14551180 · Studientyp: Klinische Studie (Pharmakokinetik) begrenzt
Einschränkung: 9 gesunde Probanden, 4 Tage; die 30 % stammen aus früheren Arbeiten, die der Abstract zusammenfasst.
Als Natriumsalz in Wasser gelöst erreichte R-Liponsäure bei 12 gesunden Erwachsenen nach 600 mg deutlich höhere Spitzenwerte und eine größere Gesamtaufnahme als reine R-Liponsäure oder Racemat; die Autoren beschreiben die reine R-Form als relativ instabil, weil sie zur Polymerisation (Verklumpen der Moleküle) neigt.
Beleg: Carlson DA, Smith AR et al. (2007) · Altern Med Rev · PMID 18069903 · Studientyp: Klinische Studie (Pharmakokinetik) begrenzt
Einschränkung: 12 Probanden, vorgelöst getrunken statt als Kapsel; gemessen wurden nur Blutspiegel, keine Beschwerden.
In der SYDNEY-2-Studie mit 181 Diabetikern sanken die Nervenbeschwerden in den Füßen (Stechen, Brennen, Kribbeln, Taubheit) nach 5 Wochen mit 600 mg Racemat täglich um 51 % gegenüber 32 % unter Placebo; 1200 und 1800 mg wirkten nicht stärker, verursachten aber dosisabhängig mehr Übelkeit, Erbrechen und Schwindel.
Beleg: Ziegler D, Ametov A et al. (2006) · Diabetes Care · PMID 17065669 · Studientyp: RCT gemischt
Einschränkung: Nur 5 Wochen Behandlung, 43 bis 47 Teilnehmer je Gruppe.
Eine Auswertung von 10 kontrollierten Studien mit 1.242 Patienten fand unter Alpha-Liponsäure zum Einnehmen eine Besserung der Missempfindungen (Gesamt-Symptom-Wert) mit dosisabhängigem Trend und eine höhere Zufriedenheit der Patienten, aber keinen Vorteil bei Schmerzskala, Vibrationsempfinden und Nervenleitgeschwindigkeit.
Beleg: Hsieh RY, Huang IC et al. (2023) · Nutrients · PMID 37630823 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Der Vorteil betrifft empfundene Beschwerden, nicht die messbare Nervenfunktion; Dosen von 600 bis 1800 mg wurden zusammen ausgewertet.
Die Cochrane-Auswertung von 3 Studien mit 816 Teilnehmern und mindestens 6 Monaten Behandlung kommt zu dem Schluss, dass Alpha-Liponsäure nach 6 Monaten wahrscheinlich wenig oder keinen Effekt auf die Nervenbeschwerden hat und dass Behandlungsabbrüche wegen Nebenwirkungen nicht häufiger waren als unter Placebo.
Beleg: Baicus C, Purcarea A et al. (2024) · Cochrane Database Syst Rev · PMID 38205823 · Studientyp: Systematisches Review gemischt
Einschränkung: Alle 3 Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko durch ausgeschiedene Teilnehmer; der Symptomwert nach 6 Monaten stammt aus 1 Studie mit 330 Personen.
In der NATHAN-1-Studie erhielten 460 Diabetiker mit leichter bis mittlerer Polyneuropathie 4 Jahre lang 600 mg Racemat täglich oder Placebo: Der kombinierte Hauptendpunkt unterschied sich nicht, einzelne Werte für Nervenausfälle und Muskelschwäche entwickelten sich unter Alpha-Liponsäure günstiger, schwere unerwünschte Ereignisse waren mit 38,1 % gegenüber 28,0 % häufiger.
Beleg: Ziegler D, Low PA et al. (2011) · Diabetes Care · PMID 21775755 · Studientyp: RCT gemischt
Einschränkung: Der Hauptendpunkt wurde verfehlt, auch weil sich die Placebo-Gruppe in 4 Jahren kaum verschlechterte; die günstigen Befunde sind Nebenendpunkte.
Als Infusion verbesserten 600 mg Alpha-Liponsäure täglich über 3 Wochen in 4 Studien mit 1.258 Diabetikern die Nervenbeschwerden um 24,1 % stärker als Placebo; 52,7 % der Behandelten sprachen an, unter Placebo 36,9 %, bei gleich häufigen Nebenwirkungen.
Beleg: Ziegler D, Nowak H et al. (2004) · Diabet Med · PMID 14984445 · Studientyp: Meta-Analyse stark
Einschränkung: Gilt nur für Infusionen in die Vene, nicht für Kapseln; die Studien stammen aus der Datenbank des Herstellers und liefen 3 Wochen.
Eine Auswertung kontrollierter Studien fand unter Alpha-Liponsäure einen etwas niedrigeren Nüchternblutzucker (minus 6,57 mg/dl) und Langzeitwert HbA1c (minus 0,35 Prozentpunkte) sowie niedrigere Entzündungsmarker, aber keinen Effekt auf Insulin und Insulinresistenz.
Beleg: Rahimlou M, Asadi M et al. (2019) · Clin Nutr ESPEN · PMID 31221283 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: 16 der eingeschlossenen Studien hatten eine schwache Qualität, nur 19 eine gute; die Teilnehmergruppen waren sehr unterschiedlich.
Bei übergewichtigen und adipösen Erwachsenen fand eine Auswertung von 2025 keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen Alpha-Liponsäure und Blutfetten, Insulinresistenz oder Nüchternblutzucker.
Beleg: Luo Y, Zhang J et al. (2025) · BMJ Open · PMID 40180416 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Betrifft Übergewichtige ohne zwingend bestehenden Diabetes; die Autoren halten längere Studien, höhere Dosen und besser verfügbare Zubereitungen für nötig.
In 10 placebokontrollierten Studien nahmen Teilnehmer unter Alpha-Liponsäure im Mittel 1,27 kg mehr ab als unter Placebo, der Body-Mass-Index sank um 0,43 Punkte stärker; die Dosis hatte keinen erkennbaren Einfluss auf das Ergebnis.
Beleg: Kucukgoncu S, Zhou E et al. (2017) · Obes Rev · PMID 28295905 · Studientyp: Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Kleiner, kurzfristiger Effekt; zum langfristigen Nutzen fehlen Daten.
Mit 600 mg reiner R-Liponsäure täglich über 24 Wochen sank bei 81 übergewichtigen Erwachsenen der Body-Mass-Index um 0,8 Punkte stärker als unter Placebo, und Marker für oxidativen Stress gingen zurück; die erhöhten Blutfette (Triglyzeride), das eigentliche Hauptziel der Studie, sanken nicht.
Beleg: Bobe G, Michels AJ et al. (2020) · J Nutr · PMID 32692358 · Studientyp: RCT gemischt
Einschränkung: Das Hauptziel wurde verfehlt; die stärkere Gewichtsabnahme bei Frauen und stark Übergewichtigen stammt aus Untergruppen.
In 71 placebokontrollierten Studien mit 4.749 Teilnehmern war Alpha-Liponsäure nicht mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse verbunden, auch nicht in Untergruppen mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nervenerkrankungen oder Schwangerschaft.
Beleg: Fogacci F, Rizzo M et al. (2020) · Antioxidants (Basel) · PMID 33086555 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse stark
Einschränkung: Seltene Ereignisse wie das Insulin-Autoimmun-Syndrom lassen sich mit Studien dieser Größe nicht erfassen.
Beim Insulin-Autoimmun-Syndrom (der Körper bildet Antikörper gegen das eigene Insulin und unterzuckert) zeigt die Auswertung von 68 genetisch untersuchten Fällen ein klares Muster: Bei Menschen europäischer Herkunft war Liponsäure der häufige Auslöser, verbunden mit dem Erbmerkmal HLA-DRB1*0403, bei Ostasiaten war es meist ein Schilddrüsenmittel.
Beleg: Yao D, Jiang J et al. (2024) · Diabetes Metab Syndr Obes · PMID 39309309 · Studientyp: Übersichtsarbeit begrenzt
Einschränkung: Beruht auf Einzelfallberichten; wie häufig das Syndrom unter Alpha-Liponsäure auftritt, lässt sich daraus nicht ableiten.
Bei 52 Patienten mit diabetischer Nervenschädigung hemmte Alpha-Liponsäure über 12 Wochen das Verklumpen der Blutplättchen im Labortest deutlich stärker als Placebo und senkte Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyzeride gegenüber dem Ausgangswert.
Beleg: Pingali U, Sravanasandya P et al. (2024) · J Postgrad Med · PMID 39641383 · Studientyp: RCT begrenzt
Einschränkung: Kleine Studie mit Laborwerten als Ziel; ob daraus ein Blutungsrisiko oder ein Schutz für Gefäße folgt, wurde nicht untersucht.
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Zusammensetzung R-Alpha Liponsäure:
R-Alpha Liponsäure, Hydroxypropylmethylcellulose (Kapselhülle)
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Verzehrempfehlung R-Alpha Liponsäure: Zur Nahrungsergänzung täglich bis zu 3 Kapseln über den Tag verteilt mit viel Wasser einnehmen, vorzugsweise eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Bei diesen Mahlzeiten sollten Milchprodukte vermieden werden, um die Wirksamkeit der R-Alpha Liponsäure nicht zu schwächen. Hinweis: R-Alpha Liponsäure zieht Feuchtigkeit sehr stark an.
Die Angaben stammen unverändert vom Etikett im Shop. Wir bewerten das eigene Produkt nach denselben Kriterien wie alle anderen.
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Alpha-Liponsäure kann den Blutzucker senken und die Wirkung von Insulin und blutzuckersenkenden Tabletten verstärken. Wer solche Medikamente nimmt, stimmt die Einnahme vorher mit der Fachperson ab, die sie verordnet hat, und kontrolliert den Blutzucker anfangs häufiger. In seltenen Fällen löst Alpha-Liponsäure bei erblich veranlagten Menschen ein Insulin-Autoimmun-Syndrom aus: Der Körper bildet Antikörper gegen das eigene Insulin, es kommt zu Unterzuckerungen mit Schwitzen, Zittern, Heißhunger oder Benommenheit. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hält diesen Zusammenhang für wahrscheinlich, eine sichere Dosisgrenze lässt sich nach ihrer Einschätzung nicht angeben. Treten solche Zeichen auf, wird das Präparat abgesetzt und die Ursache fachlich geklärt. Alpha-Liponsäure bindet Mineralstoffe; Eisen-, Magnesium- oder Zinkpräparate sowie Milchprodukte werden deshalb zeitlich versetzt eingenommen. Bei Schilddrüsenbehandlung, während einer Chemotherapie, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern gehört die Entscheidung in fachliche Hände, zum Beispiel zu einer Komplementärmedizinerin oder einem Heilpraktiker, die die gesamte Medikation kennen.
Beide liefern R-Liponsäure, die Variante, die der Körper selbst nutzt. Die normale Alpha-Liponsäure ist ein Gemisch aus 50 % R-Form und 50 % S-Form und wurde in fast allen Wirkstudien verwendet. Die reine R-Form bringt bei halber Menge dieselbe R-Aufnahme und war in einer Vergleichsstudie magenfreundlicher; eigene große Wirkstudien zu Nervenbeschwerden gibt es für sie noch nicht.
600 mg normale Alpha-Liponsäure enthalten 300 mg R-Form. 400 mg reine R-Alpha-Liponsäure liefern also so viel R-Anteil wie 800 mg des Gemischs. Die Faustregel lautet: Milligramm des Gemischs geteilt durch 2 ergibt die Milligramm R-Form.
R-ALA und S-ALA sind spiegelbildliche Varianten desselben Moleküls. Die R-Form bildet der Körper selbst und nutzt sie in den Mitochondrien als Helfer von Enzymen. Die S-Form entsteht nur bei der chemischen Herstellung. Nach Einnahme des Gemischs erreicht die R-Form im Blut 40 bis 50 % höhere Spitzenwerte als die S-Form.
Die Studien zu Nervenbeschwerden bei Diabetes arbeiten mit 600 mg des Gemischs pro Tag, das entspricht 300 mg R-Form. 1200 und 1800 mg linderten die Beschwerden nicht stärker, führten aber häufiger zu Übelkeit und Schwindel. Nervenschmerzen gehören fachlich abgeklärt, besonders bei Diabetes.
Nüchtern, etwa 30 Minuten vor einer Mahlzeit und mit reichlich Wasser. Nahrung im Magen bremst die Aufnahme, und der Stoff wird ohnehin schnell abgebaut: Der Spitzenwert im Blut ist nach 30 bis 60 Minuten erreicht. Bei empfindlichem Magen kann die Tagesmenge auf 2 Einnahmen verteilt werden.
Bei Missempfindungen durch diabetische Nervenschädigung ist Alpha-Liponsäure in Deutschland als Arzneimittel zugelassen, die Linderung ist über einige Wochen belegt. Beim Blutzucker selbst sind die Ergebnisse widersprüchlich. Weil Alpha-Liponsäure die Wirkung blutzuckersenkender Medikamente verstärken kann, gehört die Einnahme mit der behandelnden Fachperson abgestimmt.
Auf 3 Angaben: die Form (R-Alpha-Liponsäure, Gemisch oder Natriumsalz), die Milligramm pro Kapsel und die vorgesehene Tagesmenge. Daraus lässt sich die R-Form pro Tag berechnen und mit der Studiendosis von 300 mg R-Anteil vergleichen. Eine kurze Zutatenliste und Hinweise zu nüchterner Einnahme und trockener Lagerung sprechen für ein sorgfältig gemachtes Produkt.
Quellen sind ausschließlich in PubMed gelistete Studien. Jede Aussage wurde gegen den Abstract der zitierten Arbeit geprüft; Studientyp und Evidenzstufe sind so angegeben, wie die Arbeit sie hergibt. Wo die Datenlage keine sichere Antwort erlaubt, steht das so. Die vollständigen Regeln stehen im Herbano Evidence Standard.
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Breithaupt-Grögler K, Niebch G et al. (1999). Dose-proportionality of oral thioctic acid, coincidence of assessments via pooled plasma and individual data. Eur J Pharm Sci. doi:10.1016/s0928-0987(98)00061-x
Cameron M, Taylor C et al. (2020). Gastrointestinal Tolerability and Absorption of R- Versus R,S-Lipoic Acid in Progressive Multiple Sclerosis: A Randomized Crossover Trial. J Clin Pharmacol. doi:10.1002/jcph.1605
Teichert J, Hermann R et al. (2003). Plasma kinetics, metabolism, and urinary excretion of alpha-lipoic acid following oral administration in healthy volunteers. J Clin Pharmacol. doi:10.1177/0091270003258654
Carlson DA, Smith AR et al. (2007). The plasma pharmacokinetics of R-(+)-lipoic acid administered as sodium R-(+)-lipoate to healthy human subjects. Altern Med Rev. PMID: 18069903
Ziegler D, Ametov A et al. (2006). Oral treatment with alpha-lipoic acid improves symptomatic diabetic polyneuropathy: the SYDNEY 2 trial. Diabetes Care. doi:10.2337/dc06-1216
Hsieh RY, Huang IC et al. (2023). Effects of Oral Alpha-Lipoic Acid Treatment on Diabetic Polyneuropathy: A Meta-Analysis and Systematic Review. Nutrients. doi:10.3390/nu15163634
Baicus C, Purcarea A et al. (2024). Alpha-lipoic acid for diabetic peripheral neuropathy. Cochrane Database Syst Rev. doi:10.1002/14651858.CD012967.pub2
Ziegler D, Low PA et al. (2011). Efficacy and safety of antioxidant treatment with α-lipoic acid over 4 years in diabetic polyneuropathy: the NATHAN 1 trial. Diabetes Care. doi:10.2337/dc11-0503
Ziegler D, Nowak H et al. (2004). Treatment of symptomatic diabetic polyneuropathy with the antioxidant alpha-lipoic acid: a meta-analysis. Diabet Med. doi:10.1111/j.1464-5491.2004.01109.x
Rahimlou M, Asadi M et al. (2019). Alpha-lipoic acid (ALA) supplementation effect on glycemic and inflammatory biomarkers: A Systematic Review and meta- analysis. Clin Nutr ESPEN. doi:10.1016/j.clnesp.2019.03.015
Luo Y, Zhang J et al. (2025). Alpha-lipoic acid on intermediate disease markers in overweight or obese adults: a systematic review and meta-analysis. BMJ Open. doi:10.1136/bmjopen-2024-088363
Kucukgoncu S, Zhou E et al. (2017). Alpha-lipoic acid (ALA) as a supplementation for weight loss: results from a meta-analysis of randomized controlled trials. Obes Rev. doi:10.1111/obr.12528
Bobe G, Michels AJ et al. (2020). A Randomized Controlled Trial of Long-Term (R)-α-Lipoic Acid Supplementation Promotes Weight Loss in Overweight or Obese Adults without Altering Baseline Elevated Plasma Triglyceride Concentrations. J Nutr. doi:10.1093/jn/nxaa203
Fogacci F, Rizzo M et al. (2020). Safety Evaluation of α-Lipoic Acid Supplementation: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Placebo-Controlled Clinical Studies. Antioxidants (Basel). doi:10.3390/antiox9101011
Yao D, Jiang J et al. (2024). HLA Alleles Associate with Insulin Autoimmune Syndrome. Diabetes Metab Syndr Obes. doi:10.2147/DMSO.S456466
Pingali U, Sravanasandya P et al. (2024). A randomized, double-blind, placebo controlled study to evaluate the effect of alpha-lipoic acid on inhibition of ADP-and collagen-induced platelet aggregation ex vivo in diabetic neuropathy patients on gabapentin or pregabalin. J Postgrad Med. doi:10.4103/jpgm.jpgm_310_24
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