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Aktualisiert am: 26. Juli 2026
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Etwa 60 bis 70 Prozent der Menschen mit chronischem Tinnitus machen denselben kleinen Fehler: Sie versuchen, das Ohrgeräusch aktiv wegzuhören, indem sie in völliger Stille darauf lauschen. Genau das verstärkt das Signal. Das Gehirn lernt in der Ruhe, dass dieses Rauschen wichtig ist, und schaltet die Aufmerksamkeit dauerhaft darauf. Die entspannende Wirkung von Ruhe verpufft, weil das Nervensystem in Alarmbereitschaft bleibt. Welche Form der akustischen Umgebung tatsächlich hilft und welche Nährstoffe die Regeneration im Hörsystem unterstützen, übersehen die meisten Ratgeber komplett.
Ein Tinnitus ist kein Geräusch von außen. Es ist ein Signal, das im Hörsystem selbst entsteht, meist im Innenohr, oft aber auch in der Hörbahn oder in bestimmten Regionen des Gehirns. Die winzigen Haarzellen im Innenohr wandeln normalerweise Schallwellen in Nervensignale um. Werden sie geschädigt oder überfordert, senden sie fehlerhafte Signale. Das Gehirn interpretiert diese als Ton: als Piepen, Rauschen, Summen oder Klingeln.
Nach Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga sind in Deutschland etwa 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen betroffen, davon rund 3 Millionen mit chronischem, belastendem Tinnitus. Frauen und Männer sind ähnlich häufig betroffen, mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit deutlich zu.
Ein akuter Tinnitus dauert bis zu drei Monate und verschwindet in vielen Fällen von selbst. Rund 80 Prozent der akuten Ohrgeräusche klingen innerhalb weniger Wochen ab, wenn die Ursache erkannt und behandelt wird. Bleibt das Geräusch länger als drei Monate bestehen, gilt es als chronisch. Dann geht es meist nicht mehr darum, den Tinnitus zu beseitigen, sondern die Belastung durch das Geräusch zu reduzieren.
Ein Tinnitus hat selten nur eine Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen: eine belastete Hörbahn, eine gestresste Halswirbelsäule, eine gereizte Kiefermuskulatur und ein Nervensystem, das nicht mehr in den Ruhemodus findet. Wer nur die eine offensichtliche Ursache sucht, übersieht die tatsächliche Kombination.
Die häufigste Ursache für einen chronischen Tinnitus ist ein Hörschaden, oft unbemerkt. Schon bei einem leichten Hörverlust in bestimmten Frequenzbereichen versucht das Gehirn, die fehlende Information zu ergänzen. Es dreht die Verstärkung in der Hörbahn hoch, und genau dann entsteht das Geräusch, das der Betroffene wahrnimmt. Eine Untersuchung von Schaette und McAlpine (2011, n=15) zeigte, dass auch Menschen mit scheinbar normalem Hörtest oft eine sogenannte verborgene Hörschädigung aufweisen.
Stress ist selten die alleinige Ursache, aber fast immer der Faktor, der einen bestehenden Tinnitus lauter macht. Cortisol (das wichtigste Stresshormon des Körpers) und Adrenalin verändern die Durchblutung im Innenohr und erhöhen die Aktivität in den Hörzentren. Wer dauerhaft angespannt ist, hört sein Ohrgeräusch stärker. Eine Meta-Analyse von Mazurek et al. (2019, n=1.245) zeigte einen direkten Zusammenhang zwischen wahrgenommener Stressbelastung und Tinnitus-Lautstärke.
Ein oft unterschätzter Auslöser: die obere Halswirbelsäule und der Kiefer. Verspannungen der Kaumuskulatur, nächtliches Zähneknirschen oder eine Fehlstellung des Kiefergelenks können ein Ohrgeräusch auslösen oder verstärken. In etwa 25 bis 30 Prozent der Fälle lässt sich der Tinnitus durch gezielten Druck auf bestimmte Kiefer- oder Nackenmuskeln in Lautstärke oder Tonhöhe verändern. Genau diese somatosensorischen Tinnitusformen reagieren besonders gut auf Physiotherapie.
Das Innenohr gehört zu den am schlechtesten durchbluteten Regionen des Körpers. Eine kleine Störung der Mikrozirkulation kann bereits ausreichen, um die empfindlichen Haarzellen aus dem Takt zu bringen. Bluthochdruck, Rauchen und ein gestörter Fettstoffwechsel gelten deshalb als Risikofaktoren.
Ginkgo biloba ist das am besten untersuchte pflanzliche Mittel bei Tinnitus, und gleichzeitig das am meisten missverstandene. Die Studienlage ist gemischt, aber nicht widersprüchlich, wenn man genau hinsieht: Der Extrakt wirkt bei bestimmten Formen des Tinnitus und bei bestimmten Personengruppen deutlich besser als bei anderen.
Der standardisierte Spezialextrakt EGb 761 verbessert die Mikrozirkulation im Innenohr und schützt Nervenzellen vor oxidativem Stress. In einer Studie von von Boetticher (2011, n=1.294) zeigte sich bei Betroffenen mit begleitenden Durchblutungssymptomen, etwa Schwindel, Konzentrationsproblemen oder leichten kognitiven Einschränkungen, eine deutliche Reduktion der Tinnitus-Belastung nach 12 Wochen.
Wichtig ist die richtige Anwendung: 240 mg standardisierter Ginkgo-Extrakt pro Tag, mindestens 8 bis 12 Wochen lang. Kürzere Anwendungen oder niedrigere Dosierungen liefern in Studien keine überzeugenden Ergebnisse. Ein Cochrane-Review von Sereda et al. (2022, n=1.543) fand für die Gesamtgruppe keinen klaren Effekt, was die individuelle Wirksamkeit bei bestimmten Untergruppen aber nicht ausschließt.
Ginkgo ist deshalb kein Mittel für jeden Tinnitus, aber eine sinnvolle Option für Menschen mit vaskulärer Komponente, bei chronischem Tinnitus mit begleitenden Durchblutungssymptomen und in Kombination mit weiteren Maßnahmen. Wer Blutverdünner einnimmt oder eine Operation plant, muss die Einnahme vorab ärztlich abklären.
Magnesium schützt die Haarzellen im Innenohr vor Übererregung. Es blockiert bestimmte Kanäle in den Nervenzellen und reduziert die Freisetzung von Glutamat, jenem Botenstoff, der bei Lärmschäden das Innenohr überflutet. Bei einem akuten Hörsturz wird Magnesium in vielen Kliniken deshalb bereits ergänzend eingesetzt.
Attias et al. (2004, n=300) zeigten, dass eine Magnesium-Supplementierung das Risiko für einen Hörschaden bei Lärmbelastung signifikant senkt. Sinnvoll sind 300 bis 400 mg pro Tag, idealerweise als Magnesiumcitrat, das gut verfügbar ist. Magnesiumoxid hat eine Bioverfügbarkeit (wie viel davon der Körper tatsächlich aufnehmen kann) von nur rund 4 Prozent und ist bei diesem Anwendungsfall deutlich schwächer.
Ein Vitamin-B12-Mangel gehört zu den unterschätzten Ursachen bei chronischem Tinnitus. B12 ist entscheidend für die Myelinschicht, die den Hörnerv schützt und die Signalübertragung stabilisiert. Bei Betroffenen über 50 Jahren, bei veganer Ernährung oder bei regelmäßiger Einnahme von Magensäureblockern sinkt der Spiegel oft unbemerkt.
Shemesh et al. (1993, n=113) fanden bei 47 Prozent der Tinnitus-Patienten einen B12-Mangel. Nach dreimonatiger Substitution (das Ersetzen eines fehlenden Stoffes) besserte sich das Ohrgeräusch bei einem Teil der Betroffenen spürbar. Wichtig: erst den Spiegel messen lassen, dann gezielt ergänzen.
Zink ist im Innenohr in besonders hoher Konzentration vorhanden und beteiligt sich an Reparaturprozessen der Haarzellen. Bei nachgewiesenem Zinkmangel, vor allem bei älteren Menschen, kann eine Ergänzung von 15 bis 25 mg pro Tag über einige Wochen helfen. Ohne Mangel bringt eine Ergänzung dagegen keinen zusätzlichen Nutzen.
Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes im Innenohr. Coenzym Q10 unterstützt die Energieproduktion in den Mitochondrien (die Kraftwerke der Zellen) der Haarzellen, Khan et al. (2007, n=20) zeigten bei Patienten mit niedrigem Q10-Spiegel eine Verbesserung der Tinnitus-Belastung nach 16 Wochen Supplementierung.
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Wer gerade einen frischen Tinnitus erlebt, will vor allem eines: sofort etwas tun. Und genau in diesen ersten Tagen liegen die größten Chancen, aber auch die häufigsten Fehler.
Ein akut aufgetretener Tinnitus, besonders in Kombination mit plötzlichem Hörverlust, gehört umgehend zum HNO-Arzt. Die ersten 24 bis 72 Stunden sind entscheidend. In vielen Fällen wird eine Cortison-Therapie eingesetzt, deren Erfolg mit jedem Tag Verzögerung sinkt. Ein Hörsturz ist kein Notfall wie ein Herzinfarkt, aber ein dringlicher Anlass, spätestens am nächsten Werktag einen Termin zu bekommen.
Der häufigste Selbsthilfe-Fehler: sich in völlige Stille zurückzuziehen, um das Geräusch besser zu ertragen. Genau das verstärkt den Effekt. Das Gehirn passt seine Verstärkung an die vorhandene Lautstärke an, bei absoluter Stille wird das eigene Ohrgeräusch immer präsenter. Sinnvoller ist eine dezente Hintergrundakustik: leise Musik, ein Zimmerbrunnen, weißes oder rosa Rauschen. Nicht laut, nur präsent genug, um die Aufmerksamkeit vom Tinnitus zu lösen.
Nicht jeder Ratschlag im Netz ist evidenzbasiert. Reines Ausprobieren ohne Konzept, teure Sauerstoff-Kammern ohne klare Indikation, magnetische Ohrpflaster oder radikale Diäten haben in Studien keine überzeugenden Effekte gezeigt. Wer über Wochen von einer Wunder-Methode zur nächsten springt, verliert Energie und Vertrauen, beides braucht das Nervensystem, um sich zu beruhigen.
Rund um Tinnitus kursieren dutzende Hausmittel, von warmen Umschlägen über Zwiebelsaft bis zu speziellen Atemtechniken. Manche haben eine plausible Grundlage, andere sind reine Volksmeinung.
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und autogenes Training zeigen in Studien eine konsistente Wirkung auf die wahrgenommene Tinnitus-Belastung. Nicht das Geräusch verschwindet, aber die Kopplung zwischen Geräusch und emotionaler Belastung lockert sich. Cima et al. (2012, n=492) zeigten in einer randomisierten Studie einen klaren Vorteil eines strukturierten Selbsthilfe-Programms gegenüber alleiniger Standardbehandlung.
Regelmäßige moderate Bewegung, 30 bis 45 Minuten, drei- bis fünfmal pro Woche, verbessert die Durchblutung, senkt den Cortisolspiegel und stabilisiert den Schlaf. Alle drei Faktoren wirken direkt auf den Tinnitus. Ausdauersport wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen ist meist sinnvoller als hochintensive Belastung, die kurzfristig den Blutdruck stark ansteigen lässt.
Bei somatosensorischem Tinnitus helfen gezielte Übungen für die Kiefer- und Nackenmuskulatur. Sanfte Kieferöffnungsübungen, das bewusste Lösen der Zunge vom Gaumen, kleine Nackendehnungen mehrmals täglich, nichts Spektakuläres, aber wirkungsvoll, wenn die Muskulatur ein Auslöser ist. Ein erfahrener Physiotherapeut kann den entscheidenden Unterschied machen.
Homöopathische Globuli, Bachblüten, magnetische Feldbehandlungen zu Hause, Ohrkerzen: In kontrollierten Studien zeigen sie keinen Effekt, der über einen Placebo-Effekt hinausgeht. Das schließt nicht aus, dass einzelne Betroffene subjektive Erleichterung empfinden, als Basis einer Behandlungsstrategie taugen sie aber nicht.
Wenn ein Hörverlust hinter dem Tinnitus steckt, und das ist häufig der Fall, führt oft kein Weg an technischer Unterstützung vorbei. Und genau hier liegt der wichtigste Denkfehler: Ein Hörgerät ist bei Tinnitus nicht nur eine Hörhilfe, sondern eine Tinnitus-Therapie.
Fehlt dem Gehirn ein bestimmter Frequenzbereich, dreht es die interne Verstärkung hoch, und produziert genau in diesem Bereich das Geräusch. Bekommt es die fehlenden Frequenzen zurück, sinkt die Verstärkung. Der Tinnitus wird leiser oder tritt zeitweise in den Hintergrund. Bei rund 60 Prozent der Betroffenen mit begleitendem Hörverlust reduziert eine gute Hörgeräteanpassung die Tinnitus-Belastung deutlich.
Noiser sind Geräte, die ein sanftes Rauschen ins Ohr geben. Sie überdecken den Tinnitus nicht vollständig, sondern liefern ein neutrales Signal, das das Gehirn ablenkt. In Kombination mit einer Tinnitus-Retraining-Therapie helfen sie dabei, die emotionale Bewertung des Geräusches umzulernen.
Die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) kombiniert Beratung, akustische Anreicherung und psychologische Begleitung. Ziel ist nicht, das Geräusch zu beseitigen, sondern es aus der bewussten Wahrnehmung zu lösen. Der Prozess dauert in der Regel 12 bis 18 Monate. Studien wie die von Bauer et al. (2017, n=150) zeigen, dass die TRT bei chronischem, belastendem Tinnitus zu den wirksamsten Behandlungsansätzen gehört.
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hat die stärkste Evidenzlage von allen Tinnitus-Therapien. Sie verändert nicht das Geräusch, sondern die Reaktion darauf. Fuller et al. (2020, Cochrane-Review, n=2.116) zeigten eine deutliche Reduktion der Tinnitus-Belastung nach 8 bis 12 Wochen KVT, mit anhaltender Wirkung über Monate.
Wer heute eine Tinnitus-Sprechstunde besucht, hört einen Satz oft: „Es gibt kein zugelassenes Medikament, das den Tinnitus direkt beseitigt." Das ist keine Bequemlichkeit, das ist die ehrliche Studienlage.
Bei einem akuten Hörsturz mit begleitendem Tinnitus wird häufig Cortison eingesetzt, entweder oral oder direkt ins Mittelohr injiziert. Die Wirkung auf das Hören ist gut belegt, für den Tinnitus selbst ist die Datenlage weniger klar. Trotzdem gilt: Die Kombination Hörsturz und Tinnitus rechtfertigt eine schnelle Behandlung.
Früher wurden bei akutem Tinnitus routinemäßig Infusionen gegeben, um die Durchblutung im Innenohr zu verbessern. Aktuelle Leitlinien sehen dafür keine klare Evidenz mehr. Bei einer vaskulären Komponente kann ein Behandlungsversuch sinnvoll sein, die Erwartungen sollten aber realistisch bleiben.
Antidepressiva und Beruhigungsmittel werden manchmal verordnet, wenn ein Tinnitus mit Depression oder Angststörungen einhergeht. Sie behandeln die begleitende Belastung, nicht das Geräusch selbst. Bei chronischem Tinnitus ohne psychische Begleitsymptome bringen sie keinen zusätzlichen Nutzen und haben Nebenwirkungen, die eine sorgfältige Abwägung erfordern.
Der Standard-Tipp „nehmen Sie ein Beruhigungsmittel, dann wird es leiser" löst nichts, er verschiebt das Problem nur. Ursachenmedizin bei Tinnitus heißt: Hörschaden erkennen, Halswirbelsäule mitbehandeln, Stress reduzieren, Nährstoffe optimieren und das Nervensystem aus dem Alarmmodus holen.
Nicht jedes Ohrgeräusch ist ein Notfall, aber bestimmte Konstellationen brauchen zwingend eine Abklärung.
Bei diesen Zeichen gilt: nicht abwarten, sondern innerhalb von 24 bis 72 Stunden einen HNO-Termin organisieren. Ein pulsierender Tinnitus kann auf ein Gefäßproblem hinweisen und muss durch bildgebende Diagnostik geklärt werden. Ein einseitiger Tinnitus mit Schwindel gehört zu den Konstellationen, bei denen seltene, aber wichtige Ursachen ausgeschlossen werden müssen.
Zur Basisabklärung gehören ein ausführliches Gespräch zur Krankengeschichte, ein Hörtest über den gesamten Frequenzbereich, eine Mittelohrfunktions-Prüfung, gegebenenfalls eine Untersuchung der Halswirbelsäule und des Kiefergelenks sowie Blutwerte zu Schilddrüse, Vitamin B12 und Eisen. Bei Verdacht auf eine zentrale Ursache kommt bildgebende Diagnostik dazu.
Die Abklärung ist keine Schikane, sie ist die Grundlage, um eine sinnvolle Behandlungsstrategie überhaupt aufsetzen zu können. Wer über Wochen Selbsthilfe versucht, ohne die eigentliche Ursache zu kennen, verliert oft die Zeit, in der eine gezielte Therapie am besten wirkt.
Ein chronischer Tinnitus ist selten eine einzelne Ursache, er ist ein Zusammenspiel aus Hörsystem, Halswirbelsäule, Stress und Durchblutung. Wer nur eine Maßnahme sucht, findet keine Lösung.
Der erste konkrete Schritt: ärztliche Abklärung bei einem HNO-Arzt, ergänzt durch Blutwerte zu Vitamin B12, Eisen und Schilddrüse. Der zweite Schritt: das Nervensystem entlasten, 7 bis 8 Stunden Schlaf, zwei kurze Entspannungspausen täglich, moderate Bewegung dreimal pro Woche. Der dritte Schritt: gezielte Nährstoffunterstützung mit standardisiertem Ginkgo-Extrakt (240 mg täglich, mindestens 12 Wochen) und Magnesiumcitrat (300 bis 400 mg täglich), ergänzt bei nachgewiesenem Mangel durch Vitamin B12 und Zink.
Genau hier setzt eine sinnvolle Kombination aus Ginkgo-Extrakt, Magnesiumcitrat und einem hochwertigen B-Komplex an, als konkreter, ergänzender Baustein neben Schlaf, Bewegung und Stressreduktion, der die Regeneration im Hörsystem unterstützt und Betroffenen den ersten spürbaren Unterschied im Alltag ermöglicht.
Bei einem akuten Tinnitus ist die Chance auf vollständige Rückbildung hoch, rund 80 Prozent klingen innerhalb weniger Wochen ab. Bei einem chronischen Tinnitus ist ein vollständiges Verschwinden seltener, aber die wahrgenommene Belastung lässt sich in vielen Fällen deutlich reduzieren.
Standardisierter Ginkgo-Extrakt zeigt in Studien frühestens nach 8 Wochen einen messbaren Effekt, meist erst nach 12 Wochen. Wer nach zwei Wochen keinen Unterschied bemerkt, sollte nicht sofort aufgeben, die Wirkung baut sich langsam auf.
Ein alleiniger, beidseitiger Tinnitus ist praktisch nie ein Zeichen für einen Schlaganfall. Alarmierend sind Kombinationen: einseitiges plötzliches Ohrgeräusch mit einseitigem Hörverlust, begleitendem Schwindel oder neurologischen Ausfällen. Dann gilt: sofort ärztliche Hilfe suchen.
Die Evidenz ist gemischt. Bei manchen Betroffenen verstärkt Koffein das Geräusch, bei anderen zeigt sich kein Effekt. Sinnvoll ist ein zweiwöchiger Testverzicht, bessert sich der Tinnitus, war Koffein ein Faktor. Bleibt alles gleich, spielt es keine Rolle.
Nicht dauerhaft. Wer den ganzen Tag Ohrstöpsel trägt, sensibilisiert das Gehör und macht den Tinnitus meist lauter. In lauter Umgebung, Konzert, Baustelle, laute Maschinen, sind sie sinnvoll und schützen vor weiterem Hörschaden. Zu Hause in ruhigen Räumen gehören sie nicht ins Ohr.
Nein, kein einzelner Nährstoff heilt einen Tinnitus. Magnesium kann die Empfindlichkeit der Haarzellen reduzieren und ist besonders sinnvoll bei bekanntem Mangel oder nach Lärmbelastung. Es ist ein Baustein, keine Wunderlösung.
Abends sinkt die Umgebungslautstärke, die Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf innere Signale, und die Erschöpfung des Tages senkt die Toleranzschwelle. Eine leise Hintergrundakustik im Schlafzimmer und eine kurze Entspannungsroutine vor dem Zubettgehen entlasten deutlich.
Schaette R, McAlpine D (2011). Tinnitus with a normal audiogram: physiological evidence for hidden hearing loss and computational model. Journal of Neuroscience, 31(38):13452-13457.
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