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Aktualisiert am: 23. September 2026
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Kurz beantwortet
Ubiquinol und Ubiquinon sind 2 Zustände desselben Coenzym Q10, und der Körper wandelt beide ständig ineinander um. In direkten Vergleichen erreichte Ubiquinol bei gleicher Dosis teils höhere Blutspiegel, teils war der Unterschied statistisch nicht gesichert; mindestens so viel macht die Zubereitung aus: in Öl gelöst und zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen. Die großen Wirkstudien zu Herzschwäche, Muskelbeschwerden unter Statinen, Migräne und Blutdruck liefen überwiegend mit Ubiquinon in Dosen von 100 bis 300 mg pro Tag. Für die Wahl zählen 3 Angaben: die Form, die Zubereitung und ob die Tagesmenge zum eigenen Ziel und zur Studienlage passt.
Evidenz-Check · Herbano Gesundheitsredaktion · Stand der Prüfung: 2026-09-23
Diese Seite ist für alle, die Coenzym Q10 kaufen wollen und nicht wissen, ob sich Ubiquinol gegenüber dem klassischen Ubiquinon lohnt, wie viel Milligramm pro Tag sinnvoll sind und für wen die Studien überhaupt etwas zeigen. Sie beantwortet 1 Frage: Ubiquinol oder Ubiquinon, welche Dosis, für wen? Dafür vergleicht sie 2 Formen und 2 Darreichungen nach 6 festen Kriterien, ordnet die wichtigsten Studien mit Evidenzstufe ein und prüft die häufigsten Werbeaussagen. Was Coenzym Q10 im Stoffwechsel leistet, steht bereits an anderer Stelle und wird hier nur so weit erklärt, wie es für die Kaufentscheidung nötig ist.
Coenzym Q10 ist ein fettlöslicher Stoff, den der Körper selbst bildet. Coenzym Q10 sitzt in den Mitochondrien (den Kraftwerken der Zelle) und reicht dort Elektronen weiter, damit aus Nährstoffen Energie entsteht. Für diese Aufgabe wechselt das Molekül ständig zwischen 2 Zuständen. Ubiquinon ist der oxidierte Zustand (ohne die 2 zusätzlichen Elektronen), Ubiquinol der reduzierte Zustand (mit 2 zusätzlichen Elektronen beladen).
Ubiquinol heißt in der Werbung oft „aktive Form“. Für die Energiegewinnung braucht die Zelle beide Zustände im Wechsel, Ubiquinol und Ubiquinon. Der Körper besitzt Enzyme, die Ubiquinon in Ubiquinol umwandeln und Ubiquinol wieder in Ubiquinon.
Wie gut diese Umwandlung funktioniert, zeigt eine Studie mit 21 gesunden Erwachsenen von 65 bis 74 Jahren. Q10 erschien bei diesen Teilnehmern im Blut überwiegend als Ubiquinol, egal ob sie Ubiquinon oder Ubiquinol geschluckt hatten. Die verbreitete Aussage, der Körper könne Ubiquinon ab einem bestimmten Alter nicht mehr umwandeln, stützt diese Studie nicht.
Der praktische Unterschied zwischen Ubiquinol und Ubiquinon liegt in der Stabilität. Ubiquinol reagiert leicht mit Sauerstoff und wird dabei wieder zu Ubiquinon. Ubiquinol steckt deshalb fast immer in luftdichten Softgel-Kapseln (weichen, verschweißten Kapseln mit flüssigem Inhalt) und ist dort in Öl gelöst. Ubiquinon ist als Rohstoff stabil und wird sowohl als Softgel-Kapsel als auch als Pulverkapsel angeboten.
Q10 ist ein großes, fettlösliches Molekül und löst sich in Wasser praktisch nicht. Aus dem Dünndarm gelangt Q10 zusammen mit Nahrungsfetten über die Lymphe ins Blut. Die Zubereitung entscheidet deshalb mit darüber, wie hoch die Bioverfügbarkeit ist (der Anteil der geschluckten Menge, der im Blutkreislauf erscheint).
Ein Vergleich von 7 Präparaten mit jeweils 100 mg Q10 bei 14 jungen Gesunden zeigt, wie groß der Einfluss der Zubereitung ist. Die Blutspiegel unterschieden sich deutlich, obwohl überall dieselbe Menge enthalten war. Die 2 am stärksten aufgenommenen Präparate waren Softgel-Kapseln mit in Öl gelöstem Q10, 1 mit Ubiquinon und 1 mit Ubiquinol. Schon eine ältere Vergleichsstudie fand die höchste Aufnahme bei einer Softgel-Kapsel mit Q10 in Sojaöl und eine niedrigere bei einer Hartkapsel mit trockenem Pulver. Nicht jede Studie findet so klare Unterschiede: In einer Untersuchung mit 60 mg unterschieden sich kristallines Q10 und ölige Zubereitungen bei den meisten Messwerten nicht gesichert.
Für die Frage Ubiquinol oder Ubiquinon gibt es 3 direkte Vergleiche bei gleicher Dosis. Bei 12 Gesunden stieg der Blutspiegel nach 4 Wochen mit 200 mg täglich unter Ubiquinol auf 4,3 µg/ml und unter Ubiquinon auf 2,5 µg/ml. Bei 10 älteren Männern hob nur Ubiquinol den Spiegel statistisch gesichert an. Bei 21 Erwachsenen von 65 bis 74 Jahren war die Aufnahme aus der Ubiquinol-Kapsel 1,7-mal so hoch, der Unterschied war aber statistisch nicht gesichert. Ubiquinol hat also in einem Teil der Studien einen Vorsprung bei der Aufnahme; ob daraus mehr Wirkung folgt, wurde nicht untersucht.
Für die Praxis folgt daraus: Q10 gehört zu einer Mahlzeit, die Fett enthält, zum Beispiel zum Frühstück mit Ei, Käse oder Nüssen oder zum Mittagessen. Der Blutspiegel baut sich über etwa 2 Wochen auf und bleibt dann auf einem Plateau. Menschen reagieren auf dasselbe Q10-Präparat sehr unterschiedlich; in der Studie mit 10 älteren Männern sprachen 6 stärker auf Ubiquinol an und 2 stärker auf Ubiquinon.
Die Nahrung liefert nur wenige Milligramm Q10 pro Tag, vor allem aus Fleisch, Fisch, Nüssen und einigen Ölen. Die große Studie zu Herzschwäche gab 3-mal täglich 100 mg. Beim Blutdruck zeigte sich der größte Effekt bei etwa 100 bis 200 mg Q10 pro Tag, höhere Dosen senkten den Blutdruck nicht stärker. Die Auswertungen zu Muskelbeschwerden unter Statinen umfassen 100 bis 600 mg pro Tag, ohne dass sich eine bestimmte Dosis als nötig herausgestellt hätte.
Für Ubiquinol selbst liegen Daten zu 90 bis 300 mg pro Tag vor. In der Sicherheitsstudie stiegen die Blutspiegel mit der Dosis, aber nicht im gleichen Verhältnis: Die dreifache Menge Ubiquinol führt nicht zum dreifachen Blutspiegel. Größere Tagesmengen auf 2 oder 3 Mahlzeiten zu verteilen, entspricht dem Vorgehen der großen Herzstudie.
Eine feste Umrechnung zwischen Ubiquinol und Ubiquinon gibt es nicht. Die Faustregel aus der Werbung, 100 mg Ubiquinol entsprächen 200 mg Ubiquinon oder mehr, passt grob zu den Blutspiegeln aus 1 der 3 direkten Vergleiche. Eine Wirkstudie, die eine niedrigere Dosis Ubiquinol gegen eine höhere Dosis Ubiquinon an Beschwerden oder Krankheitsverläufen geprüft hätte, gibt es bisher nicht.
Eine gesetzliche Höchstmenge für Q10 gibt es in der EU nicht. In Deutschland hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 2014 Nahrungsergänzungen mit 100 mg Q10 pro Tag per Allgemeinverfügung zugelassen, verbunden mit dem Hinweis, dass Schwangere, Stillende und Jugendliche sie nicht verzehren sollten. Eine Übersichtsarbeit zur Sicherheit nennt 1200 mg pro Tag als beobachtete sichere Menge aus klinischen Studien. Für Ubiquinol wurden 300 mg pro Tag über 4 Wochen ohne auffällige Befunde geprüft; zu höheren Tagesmengen und längerer Einnahme gibt es weniger Daten.
Am weitesten reicht die Studienlage bei Herzschwäche. In der Q-SYMBIO-Studie mit 420 Patienten traten unter 3-mal täglich 100 mg Q10 über 2 Jahre weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse auf (15 % gegenüber 26 %), und weniger Patienten starben (10 % gegenüber 18 %). Cochrane sieht darin Belege von mäßiger Sicherheit, hält die Gesamtlage aber noch nicht für überzeugend genug. In der schwedischen KiSel-10-Studie sank die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit bei 70- bis 88-Jährigen unter Selen plus Q10; welchen Anteil Q10 daran hatte, lässt sich nicht trennen.
Bei Statinen ist ein Teil gesichert und ein Teil offen. Gesichert ist, dass Statine den Q10-Spiegel im Blut senken. Offen ist, ob zusätzliches Q10 die Muskelbeschwerden lindert: Eine Auswertung von 2020 findet keinen Nutzen, eine von 2025 eine kleine Linderung. Ein zeitlich begrenzter Versuch mit Q10 ist bei Muskelbeschwerden unter Statinen vertretbar; das Statin wird nicht ohne Rücksprache abgesetzt.
Bei Migräne sank in 4 Studien die Zahl der Attacken um 1,87 pro Monat, Stärke und Dauer blieben unverändert. Beim Blutdruck zeigt sich ein kleiner Effekt vor allem bei Menschen mit Diabetes oder Fettstoffwechselstörung, bei Bluthochdruck ohne Begleiterkrankung findet Cochrane keinen gesicherten Effekt.
Fast alle diese Wirkstudien liefen mit dem klassischen Ubiquinon. Für Ubiquinol gibt es Studien zu Blutspiegeln und Sicherheit sowie kleinere Studien zu Laborwerten, aber keine große Studie mit Endpunkten wie Klinikaufenthalten oder Sterblichkeit. Dass Ubiquinol dasselbe leistet, ist plausibel, weil beide Formen im Blut als dasselbe Q10 ankommen; geprüft wurde es nicht. Für gesunde Menschen ohne Beschwerden zeigt keine der Studien, dass Q10 Krankheiten vorbeugt, und die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat Gesundheitsaussagen zu Q10 für die Allgemeinbevölkerung 2010 als nicht belegt eingestuft.
Ein sauber deklariertes Produkt nennt die Form beim Namen: „Ubiquinol“ oder „Ubiquinon“ (auch „Ubichinon“ geschrieben). Steht nur „Coenzym Q10“ auf dem Etikett, ist in aller Regel Ubiquinon enthalten. Bei Ubiquinol lohnt ein Blick auf den Rohstoff: Wird er genannt, lässt sich nachvollziehen, ob die Sicherheits- und Aufnahmestudien mit genau diesem Material gemacht wurden.
Die zweite Angabe ist die Menge pro Kapsel und pro Tag. Erst aus Milligramm pro Kapsel und Kapseln pro Tag ergibt sich, ob die Tagesmenge zu den untersuchten 100 bis 300 mg passt. Eine Verzehrempfehlung, die die Einnahme zu den Mahlzeiten vorsieht und größere Tagesmengen auf mehrere Mahlzeiten verteilt, zeigt, dass der Hersteller die Eigenheiten des Stoffs kennt.
Die dritte Angabe ist die Zubereitung. Bei einer Softgel-Kapsel steht das Trägeröl in der Zutatenliste, zum Beispiel Raps-, Sonnenblumen- oder Olivenöl. Emulgatoren wie Lecithin dienen dazu, Q10 im Öl fein zu verteilen; stammt das Lecithin aus Soja, nennt die Allergenkennzeichnung das. Die Hülle einer Softgel-Kapsel besteht aus Gelatine oder aus pflanzlichen Stoffen wie Stärke und Carrageen, die Zutatenliste gibt darüber Auskunft. Bei einer Pulverkapsel ist der Hinweis auf die Einnahme mit einer fetthaltigen Mahlzeit besonders wichtig.
Hilfreich sind außerdem Hinweise für Schwangere, Stillende und Jugendliche unter 18 Jahren sowie zur Rücksprache bei Gerinnungshemmern; fehlen solche Hinweise auf einem Etikett, gelten sie trotzdem. Der Preis pro Kapsel sagt wenig; vergleichbar wird der Preis erst pro 100 mg Q10. Ubiquinol-Kapseln sind meist dunkel eingefärbt, weil der Inhalt vor Licht und Sauerstoff geschützt werden soll; Süßungsmittel oder Aromen haben in einem Q10-Präparat dagegen keine Funktion.
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Evidenzstufen: stark = mehrere hochwertige Humanstudien oder systematische Reviews · gemischt = Humanstudien mit widersprüchlichen oder methodisch begrenzten Ergebnissen · begrenzt = kleine Studien, Mechanismus, Tier- oder Zellmodelle.
Bei 12 gesunden Freiwilligen stieg der Q10-Spiegel im Blut nach 4 Wochen mit 200 mg Ubiquinon täglich von 0,9 auf 2,5 µg/ml und nach 4 Wochen mit 200 mg Ubiquinol täglich von 0,9 auf 4,3 µg/ml; beide Präparate waren Softgel-Kapseln mit identischen Hilfsstoffen.
Beleg: Langsjoen PH, Langsjoen AM (2014) · Clin Pharmacol Drug Dev · PMID 27128225 · Studientyp: Klinische Studie (Blutspiegel-Vergleich, ohne Zufallszuteilung) begrenzt
Einschränkung: Nur 12 Teilnehmer, feste Reihenfolge (erst Ubiquinon, dann Ubiquinol) ohne Zufallszuteilung; gemessen wurden Blutspiegel, keine Wirkung auf Beschwerden.
Bei 10 älteren Männern erhöhten 200 mg Ubiquinol täglich zu einer Hauptmahlzeit über 2 Wochen das gesamte Q10 im Blut von 1,3 auf 3,4 µmol/l, während 200 mg Ubiquinon den Spiegel nicht statistisch gesichert anhoben; 6 der 10 Teilnehmer sprachen stärker auf Ubiquinol an, 2 stärker auf Ubiquinon, und die Marker für oxidativen Stress änderten sich unter keiner der beiden Formen.
Beleg: Zhang Y, Liu J et al. (2018) · Food Funct · PMID 30302465 · Studientyp: RCT begrenzt
Einschränkung: Nur 10 Teilnehmer und 2 Wochen je Phase; in den Blutzellen änderte sich der Q10-Gehalt unter keiner Form.
Bei 21 gesunden Erwachsenen von 65 bis 74 Jahren war die Aufnahme aus einer Einzeldosis von 100 mg als Ubiquinol-Kapsel 1,7-mal so hoch wie aus einer Ubiquinon-Kapsel, der Unterschied war aber statistisch nicht gesichert (P = 0,129); unabhängig von der geschluckten Form erschien Q10 im Blut überwiegend als Ubiquinol.
Beleg: Pravst I, Rodríguez Aguilera JC et al. (2020) · Nutrients · PMID 32188111 · Studientyp: RCT begrenzt
Einschränkung: Einzeldosis mit 48 Stunden Messung; Hauptziel der Studie war ein wasserlöslicher Q10-Sirup, der 2,4-mal so gut aufgenommen wurde wie die Ubiquinon-Kapsel.
Im Vergleich von 7 Präparaten mit je 100 mg Q10 bei 14 jungen Gesunden unterschied sich die Aufnahme über 48 Stunden deutlich; die 2 am stärksten aufgenommenen Präparate waren Softgel-Kapseln, 1 mit Ubiquinon und 1 mit Ubiquinol, und neben den Trägerstoffen beeinflusste die individuelle Veranlagung das Ergebnis.
Beleg: López-Lluch G, Del Pozo-Cruz J et al. (2019) · Nutrition · PMID 30153575 · Studientyp: Klinische Studie (Pharmakokinetik, doppelblind, Crossover) begrenzt
Einschränkung: 14 junge Teilnehmer und Einzeldosen; gemessen wurden Blutspiegel, keine Wirkung auf Beschwerden.
In einer Sicherheitsstudie mit einem Marken-Rohstoff zeigten gesunde Freiwillige nach 90, 150 oder 300 mg Ubiquinol täglich über 4 Wochen keine klinisch bedeutsamen Veränderungen bei Laborwerten, Vitalzeichen oder EKG; die Blutspiegel stiegen mit der Dosis, aber nicht im gleichen Verhältnis, und hatten nach 14 Tagen nahezu ein Plateau erreicht.
Beleg: Hosoe K, Kitano M et al. (2007) · Regul Toxicol Pharmacol · PMID 16919858 · Studientyp: Klinische Studie (Sicherheit und Pharmakokinetik) begrenzt
Einschränkung: Einfach verblindet, gesunde Freiwillige, 4 Wochen; die Studie wurde mit dem Rohstoff eines Herstellers gemacht, und Tagesmengen über 300 mg wurden nicht geprüft.
In der Q-SYMBIO-Studie erhielten 420 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Herzschwäche 2 Jahre lang 3-mal täglich 100 mg Q10 oder Placebo zusätzlich zur Standardbehandlung: Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse traten bei 15 % gegenüber 26 % auf, die Gesamtsterblichkeit lag bei 10 % gegenüber 18 %; nach 16 Wochen zeigte sich bei Belastbarkeit und Herzmarkern noch kein Unterschied.
Beleg: Mortensen SA, Rosenfeldt F et al. (2014) · JACC Heart Fail · PMID 25282031 · Studientyp: RCT gemischt
Einschränkung: 1 Studie mit 420 Teilnehmern; verwendet wurde klassisches Q10 (Ubiquinon), nicht Ubiquinol, und alle Teilnehmer erhielten weiter ihre Herzmedikamente.
Die Cochrane-Auswertung von 11 Studien mit 1.573 Teilnehmern sieht mit mäßiger Sicherheit, dass Q10 bei Herzschwäche die Gesamtsterblichkeit (1 Studie, 420 Teilnehmer) und Klinikaufenthalte wegen Herzschwäche (2 Studien, 1.061 Teilnehmer) wahrscheinlich senkt, kommt aber zu dem Schluss, dass es derzeit keine überzeugenden Belege für oder gegen den Einsatz gibt.
Beleg: Al Saadi T, Assaf Y et al. (2021) · Cochrane Database Syst Rev · PMID 35608922 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Alle Studien hatten ein unklares oder hohes Verzerrungsrisiko; Lebensqualität wurde in keiner Studie mit einer geprüften Skala gemessen.
In der schwedischen KiSel-10-Studie erhielten 443 Menschen von 70 bis 88 Jahren Selen und Q10 kombiniert oder Placebo: Nach 5,2 Jahren Beobachtung lag die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit bei 5,9 % gegenüber 12,6 %.
Beleg: Alehagen U, Johansson P et al. (2013) · Int J Cardiol · PMID 22626835 · Studientyp: RCT gemischt
Einschränkung: Geprüft wurde die Kombination mit Selen in einer Bevölkerung mit niedriger Selenversorgung; der Anteil von Q10 allein lässt sich nicht ableiten, und verwendet wurde klassisches Q10.
Eine Auswertung von 7 kontrollierten Studien mit 321 Patienten fand keinen Nutzen von Q10 bei Muskelschmerzen unter Statinen (gewichtete mittlere Differenz minus 0,42, nicht gesichert), und Q10 erhöhte nicht den Anteil der Patienten, die ihr Statin weiter einnahmen; nur 2 der 8 gesichteten Studien zeigten eine Linderung.
Beleg: Kennedy C, Köller Y et al. (2020) · Atherosclerosis · PMID 32179207 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Kleine Einzelstudien mit 37 bis 76 Teilnehmern.
Eine Auswertung von 2025 mit 7 kontrollierten Studien und 389 Patienten fand unter 100 bis 600 mg Q10 pro Tag über 30 bis 90 Tage eine gesicherte, kleine Linderung der Muskelschmerzen unter Statinen (gewichtete mittlere Differenz minus 0,96); 4 Studien zeigten eine Linderung, 3 keine Veränderung.
Beleg: Kovacic S, Habicht SD et al. (2025) · J Nutr Sci · PMID 41158831 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Kleine, kurze Studien mit 35 bis 76 Teilnehmern; die Autoren halten mehr Forschung für nötig, bevor Empfehlungen möglich sind.
In 4 kontrollierten Studien mit 221 Teilnehmern senkte Q10 die Zahl der Migräne-Attacken um 1,87 pro Monat, hatte aber keinen gesicherten Effekt auf Stärke und Dauer der Attacken.
Beleg: Parohan M, Sarraf P et al. (2020) · Nutr Neurosci · PMID 30727862 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Nur 4 Studien mit zusammen 221 Teilnehmern; bei Stärke und Dauer wichen die Einzelergebnisse stark voneinander ab.
Die Cochrane-Auswertung zu Bluthochdruck ohne erkennbare Ursache konnte nur 2 Studien mit 50 Teilnehmern zusammenfassen: Q10 veränderte den oberen Blutdruckwert um minus 3,68 mmHg und den unteren um minus 2,03 mmHg, beides statistisch nicht gesichert; die Autoren sehen keinen klinisch bedeutsamen Effekt.
Beleg: Ho MJ, Li EC et al. (2016) · Cochrane Database Syst Rev · PMID 26935713 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Sehr kleine Datenbasis; 1 weitere Studie wurde wegen hohen Verzerrungsrisikos nicht mitgerechnet.
Eine Auswertung von 26 Studien mit 1.831 Teilnehmern fand bei Menschen mit Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen unter Q10 einen um 4,77 mmHg niedrigeren oberen Blutdruckwert; der Zusammenhang mit der Dosis war U-förmig, mit dem größten Effekt bei etwa 100 bis 200 mg pro Tag.
Beleg: Zhao D, Liang Y et al. (2022) · Adv Nutr · PMID 36130103 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Die Sicherheit der Belege wurde für den oberen Wert als mäßig, für den unteren Wert als niedrig eingestuft; stärker war der Effekt bei Diabetes, Fettstoffwechselstörung und einer Dauer über 12 Wochen.
Eine Auswertung von 3 kontrollierten Studien mit 149 Männern unter Q10 und 147 unter Placebo fand bei unerfülltem Kinderwunsch eine höhere Spermienkonzentration und Spermienbeweglichkeit, aber keine höhere Schwangerschaftsrate; Daten zu Geburten lieferte keine der Studien.
Beleg: Lafuente R, González-Comadrán M et al. (2013) · J Assist Reprod Genet · PMID 23912751 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt
Einschränkung: Nur 3 Studien; gemessen wurden vor allem Laborwerte des Spermas, nicht das eigentliche Ziel Schwangerschaft und Geburt.
Bei 24 Patienten mit stabiler Warfarin-Dauerbehandlung veränderten 100 mg Q10 täglich über 4 Wochen weder den Gerinnungswert INR noch die benötigte Warfarin-Dosis (36,5 mg pro Woche unter Q10 gegenüber 36,0 mg unter Placebo); Anlass der Studie waren Fallberichte über eine abgeschwächte Warfarin-Wirkung unter Q10.
Beleg: Engelsen J, Nielsen JD et al. (2003) · Ugeskr Laeger · PMID 12772396 · Studientyp: RCT begrenzt
Einschränkung: Nur 24 Teilnehmer, 100 mg und 4 Wochen; höhere Dosen, Ubiquinol und das in Deutschland übliche Phenprocoumon wurden nicht geprüft.
Eine Übersichtsarbeit zur Sicherheit von Q10 kommt auf Grundlage von Tier- und Humandaten zu dem Schluss, dass Q10 keine schweren unerwünschten Wirkungen auslöst; sie leitet eine vertretbare tägliche Aufnahme von 12 mg pro kg Körpergewicht ab (720 mg pro Tag bei 60 kg) und nennt 1200 mg pro Tag als beobachtete sichere Menge aus klinischen Studien.
Beleg: Hidaka T, Fujii K et al. (2008) · Biofactors · PMID 19096117 · Studientyp: Übersichtsarbeit gemischt
Einschränkung: Erzählende Übersicht ohne systematische Suche; die Werte beziehen sich auf Q10 allgemein und sagen nichts über Wechselwirkungen mit Medikamenten.
In einer Begleitauswertung einer Brustkrebs-Therapiestudie mit 1.134 Patientinnen gab es Hinweise, dass die Einnahme von Antioxidantien (Vitamin A, C, E, Carotinoide, Coenzym Q10) vor und während der Chemotherapie mit mehr Rückfällen verbunden war (Hazard Ratio 1,41; P = 0,06); für die einzelnen Antioxidantien war der Zusammenhang schwächer.
Beleg: Ambrosone CB, Zirpoli GR et al. (2020) · J Clin Oncol · PMID 31855498 · Studientyp: Beobachtungsstudie begrenzt
Einschränkung: Beobachtung auf Basis von Fragebögen, statistisch nicht gesichert; Q10 wurde nicht getrennt von den anderen Antioxidantien ausgewertet.
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Zusammensetzung Ubiquinol 100mg:
Canola-Öl, Diglyceryl Monooleat, Kaneka QHS Ubiquinol (aktives Coenzym Q10), Bienenwachs, Sojalecithin (GMO frei), Kapselhülle (Maisstärke, Glycerin, Carragen, Caramel, Dinatriumphosphat)
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Verzehrempfehlung Ubiquinol 100mg: Zur Nahrungsergänzung zwei- bis viermal täglich 1 Kapsel mit viel Wasser einnehmen, vorzugsweise zu den Mahlzeiten. Normalerweise dauert es etwa drei Wochen bis zu drei Monaten, bis Sie die positiven Auswirkungen bemerken. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.
Die Angaben stammen unverändert vom Etikett im Shop. Wir bewerten das eigene Produkt nach denselben Kriterien wie alle anderen.
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Coenzym Q10 gilt in Studien als gut verträglich; gelegentlich treten Übelkeit, Sodbrennen, Magenbeschwerden oder Durchfall auf, vereinzelt Hautausschlag. Q10 ähnelt chemisch dem Vitamin K, und Fallberichte beschreiben eine abgeschwächte Wirkung von Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ (Warfarin, Phenprocoumon). Wer solche Mittel nimmt, beginnt Q10 nur nach Rücksprache mit der behandelnden Fachperson und lässt den Gerinnungswert INR nach Beginn, nach jeder Dosisänderung und nach dem Absetzen kontrollieren. Q10 kann den Blutdruck um einige mmHg senken und bei Diabetes den Blutzucker leicht senken; zusammen mit Blutdruck- oder Blutzuckersenkern werden die Werte anfangs häufiger gemessen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Personen, die Gerinnungshemmer oder Blutdrucksenker nehmen, vor Tagesdosen über 100 mg fachlichen Rat einzuholen. Während einer Chemotherapie oder Bestrahlung gehört die Entscheidung über Q10 und andere Antioxidantien zum onkologischen Behandlungsteam, weil eine Beobachtungsstudie Hinweise auf mehr Rückfälle unter Antioxidantien fand. Für Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren fehlen Untersuchungen; die Einnahme erfolgt hier nur nach fachlicher Abklärung. Alle diese Hinweise gelten für Ubiquinol und Ubiquinon gleichermaßen. Bei Herzschwäche ersetzt Q10 keine Medikamente; ansprechbar sind neben der behandelnden Praxis auch eine Komplementärmedizinerin oder ein Heilpraktiker, die die gesamte Medikation kennen.
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Ubiquinol erreichte in 2 von 3 direkten Vergleichen bei gleicher Dosis höhere Q10-Spiegel im Blut als Ubiquinon, im dritten Vergleich war der Unterschied statistisch nicht gesichert. Der Körper wandelt beide Formen ineinander um, und im Blut erscheint Q10 überwiegend als Ubiquinol, egal welche Form geschluckt wurde. Die großen Wirkstudien, etwa zu Herzschwäche, liefen mit Ubiquinon; ob der höhere Blutspiegel unter Ubiquinol mehr bewirkt, wurde nicht geprüft.
Die Studien zu Q10 arbeiten meist mit 100 bis 300 mg pro Tag. Die große Studie zu Herzschwäche gab 3-mal täglich 100 mg, beim Blutdruck zeigte sich der größte Effekt bei etwa 100 bis 200 mg pro Tag. Für Ubiquinol wurden bis 300 mg pro Tag über 4 Wochen ohne auffällige Befunde geprüft. Wer Gerinnungshemmer oder Blutdrucksenker nimmt, klärt Tagesmengen über 100 mg vorher mit der behandelnden Fachperson.
Statine senken den Q10-Spiegel im Blut, das ist gut belegt. Ob zusätzliches Q10 Muskelbeschwerden unter Statinen lindert, ist offen: Eine Auswertung von 2020 mit 321 Patienten fand keinen Nutzen, eine von 2025 mit 389 Patienten eine kleine Linderung der Schmerzen. Ein Versuch über 1 bis 3 Monate ist vertretbar; das Statin wird deswegen nicht ohne Rücksprache abgesetzt.
Empfehlenswert ist ein Q10-Präparat, das die Form ausdrücklich nennt (Ubiquinol oder Ubiquinon), die Milligramm pro Kapsel angibt und das Q10 in Öl gelöst als Softgel-Kapsel enthält. Im Vergleich von 7 Präparaten mit je 100 mg wurden 2 solche Softgel-Kapseln am stärksten aufgenommen, 1 mit Ubiquinon und 1 mit Ubiquinol. Dazu gehört eine Verzehrempfehlung zur Mahlzeit und eine Tagesmenge, die zu den untersuchten 100 bis 300 mg passt.
Eine feste Altersgrenze für Ubiquinol gibt es nicht. In 1 Studie mit 10 älteren Männern hob nur Ubiquinol den Q10-Spiegel gesichert an; in einer anderen Studie mit 21 Erwachsenen von 65 bis 74 Jahren war der Vorsprung von Ubiquinol statistisch nicht gesichert, und Q10 erschien auch nach Ubiquinon überwiegend als Ubiquinol im Blut. Die Aussage, ab 40 könne der Körper Ubiquinon nicht mehr umwandeln, ist nicht belegt.
Für Q10 zählt weniger die Tageszeit als die Mahlzeit: Q10 ist fettlöslich und wird zusammen mit Nahrungsfett aufgenommen. Sinnvoll ist die Einnahme zu einer Mahlzeit, die Fett enthält, also zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Tagesmengen über 100 mg lassen sich auf 2 oder 3 Mahlzeiten verteilen, so wie es die große Herzstudie gemacht hat. Ein direkter Vergleich von morgendlicher und abendlicher Einnahme liegt nicht vor.
Q10 und Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (Warfarin, Phenprocoumon, bekannt als Marcumar) gehören nur nach Rücksprache mit der behandelnden Fachperson zusammen. Q10 ähnelt chemisch dem Vitamin K, und Fallberichte beschreiben eine abgeschwächte Wirkung von Warfarin. In 1 kleinen Studie mit 24 Patienten veränderten 100 mg Q10 täglich über 4 Wochen den Gerinnungswert INR nicht; höhere Dosen und Phenprocoumon wurden nicht geprüft. Sinnvoll ist eine zusätzliche INR-Kontrolle nach Beginn und nach dem Absetzen von Q10.
Quellen sind ausschließlich in PubMed gelistete Studien. Jede Aussage wurde gegen den Abstract der zitierten Arbeit geprüft; Studientyp und Evidenzstufe sind so angegeben, wie die Arbeit sie hergibt. Wo die Datenlage keine sichere Antwort erlaubt, steht das so. Die vollständigen Regeln stehen im Herbano Evidence Standard.
Transparenzhinweis
Herbano verkauft selbst ein Produkt zu diesem Thema. Diese Seite hat deshalb einen wirtschaftlichen Interessenkonflikt. Unser Anspruch ist, die Studienlage trotzdem nach denselben Kriterien zu bewerten, auch wenn ein Ergebnis keinen Vorteil für ein Herbano-Produkt ergibt.
Langsjoen PH, Langsjoen AM (2014). Comparison study of plasma coenzyme Q10 levels in healthy subjects supplemented with ubiquinol versus ubiquinone. Clin Pharmacol Drug Dev. doi:10.1002/cpdd.73
Zhang Y, Liu J et al. (2018). Ubiquinol is superior to ubiquinone to enhance Coenzyme Q10 status in older men. Food Funct. doi:10.1039/c8fo00971f
Pravst I, Rodríguez Aguilera JC et al. (2020). Comparative Bioavailability of Different Coenzyme Q10 Formulations in Healthy Elderly Individuals. Nutrients. doi:10.3390/nu12030784
López-Lluch G, Del Pozo-Cruz J et al. (2019). Bioavailability of coenzyme Q10 supplements depends on carrier lipids and solubilization. Nutrition. doi:10.1016/j.nut.2018.05.020
Hosoe K, Kitano M et al. (2007). Study on safety and bioavailability of ubiquinol (Kaneka QH) after single and 4-week multiple oral administration to healthy volunteers. Regul Toxicol Pharmacol. doi:10.1016/j.yrtph.2006.07.001
Mortensen SA, Rosenfeldt F et al. (2014). The effect of coenzyme Q10 on morbidity and mortality in chronic heart failure: results from Q-SYMBIO: a randomized double-blind trial. JACC Heart Fail. doi:10.1016/j.jchf.2014.06.008
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