Welcher Boswelliasäure-Gehalt, welche Dosis, wofür belegt?

Weihrauch vergleichen: Boswelliasäuren, Dosis, Studienlage

34 Min. Lesezeit Aktualisiert am 21. September 2026

Weihrauch-Kapseln: welcher Boswelliasäure-Gehalt, welche Dosis, wofür belegt?

Kurz beantwortet

Weihrauch-Kapseln lassen sich an 3 Angaben vergleichen. Das sind die Pflanzenart (Boswellia serrata, Indischer Weihrauch), die Extraktmenge pro Tag und der Gehalt an Boswelliasäuren (den kennzeichnenden Harzsäuren des Weihrauchs) in Prozent. 65 % bedeutet: 500 mg Extrakt enthalten 325 mg Boswelliasäuren. Studien mit klassischen Extrakten nutzten je nach Erkrankung 900 bis 3600 mg pro Tag, Spezialextrakte mit angereichertem AKBA (einer einzelnen Boswelliasäure) 100 bis 250 mg. Am ehesten belegt ist weniger Schmerz und Steifigkeit bei Kniearthrose (Gelenkverschleiß im Knie) nach etwa 4 Wochen, bei gemischter Studienqualität. Für chronische Darmentzündungen und Asthma gibt es nur kleine, teils negative Studien. Eine fetthaltige Mahlzeit erhöht die Aufnahme der Boswelliasäuren um ein Mehrfaches.

Evidenz-Check · Herbano Gesundheitsredaktion · Stand der Prüfung: 2026-09-22

Diese Seite ist für alle, die Weihrauch-Kapseln kaufen wollen und nicht wissen, was eine Angabe wie „65 % Boswelliasäuren“ bedeutet, wie viel Extrakt pro Tag zu den Studien passt und wofür Weihrauch überhaupt untersucht ist. Sie beantwortet 1 Frage: welcher Boswelliasäure-Gehalt, welche Dosis, wofür belegt? Dafür vergleicht sie 4 Arten von Weihrauch-Produkten nach 6 festen Kriterien, ordnet die wichtigsten Studien mit Evidenzstufe ein und prüft die häufigsten Werbeaussagen. Die Geschichte des Weihrauchs und seine traditionelle Verwendung stehen an anderer Stelle und werden hier nicht wiederholt.

Welche Wahl für welches Ziel

ZielPassende Wahl
Schmerz und Steifigkeit bei Kniearthrose (Gelenkverschleiß im Knie) begleitend lindernStandardisierter Boswellia-serrata-Extrakt mit ausgewiesenem Gehalt an Boswelliasäuren, über mindestens 4 Wochen und begleitend zu Bewegung und laufender Behandlung, Mehrere Auswertungen kontrollierter Studien finden weniger Schmerz und Steifigkeit als unter Placebo (Scheinpräparat); die Studien sind klein und von gemischter Qualität.
Bei Kniearthrose mit möglichst wenig Substanz auskommenAKBA-angereicherte Spezialextrakte wie 5-Loxin oder Aflapin wurden mit 100 bis 250 mg pro Tag eigens untersucht, Die Studien dazu umfassen 60 bis 80 Personen und betreffen nur die Kniearthrose; Daten zu Darm oder Atemwegen gibt es für diese Extrakte nicht.
Zwei Weihrauch-Produkte miteinander vergleichenAuf Boswelliasäuren pro Tag umrechnen: Milligramm Extrakt pro Kapsel mal Prozentwert mal Kapseln pro Tag, 500 mg Extrakt mit 65 % liefern 325 mg Boswelliasäuren, 3 Kapseln pro Tag also 975 mg; ohne Prozentangabe ist ein Produkt nicht vergleichbar.
Die Aufnahme der Boswelliasäuren verbessernKapseln zu einer Mahlzeit einnehmen, die Fett enthält, und die Tagesmenge auf 2 bis 3 Mahlzeiten verteilen, In einer Studie an gesunden Männern stiegen die Blutspiegel mehrerer Boswelliasäuren mit einer fettreichen Mahlzeit um ein Mehrfaches gegenüber der Einnahme auf nüchternen Magen.
Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn (2 chronische Entzündungen des Darms)Keine Weihrauch-Form ersetzt die verordnete Behandlung; ein ergänzender Versuch gehört vorher mit der behandelnden Fachperson besprochen, Kleine ältere Studien fielen günstig aus, die größte kontrollierte Studie mit 2400 mg Extrakt pro Tag über 52 Wochen fand bei Morbus Crohn keinen Vorteil gegenüber Placebo.
AsthmaWeihrauch ist kein Ersatz für Asthma-Medikamente; die Datenlage besteht aus 1 kleinen Studie von 1998, 80 Personen, 6 Wochen, eine Harzzubereitung mit 3-mal täglich 300 mg; eine Bestätigung durch größere Studien fehlt.
Weihrauch als Duft, zum Räuchern oder als ätherisches ÖlRäucherharz und Weihrauchöl sind für Duft und Raum gedacht; die Zufuhr von Boswelliasäuren lässt sich damit nicht berechnen, Boswelliasäuren sind große, schwer flüchtige Moleküle; klinische Studien zur Einnahme von Öl oder Räucherharz bei Arthrose, Darm oder Asthma liegen nicht vor.
Gerinnungshemmer, mehrere Dauermedikamente, Schwangerschaft, Stillzeit oder eine chronische EntzündungskrankheitVor der Einnahme Rücksprache mit der behandelnden Fachperson, Weihrauch-Extrakte hemmten im Labor mehrere Enzyme, die Medikamente abbauen; wie stark sich das beim Menschen auswirkt, ist nicht untersucht.

Der Vergleich nach den Herbano-Kriterien

KriteriumStandardisierter Boswellia-serrata-Extrakt (65 % Boswelliasäuren)AKBA-angereicherte Spezialextrakte (z. B. 5-Loxin, Aflapin)Weihrauch-Harzpulver ohne StandardisierungWeihrauchöl / Räucherharz
Standardisierung (Boswelliasäuren in %, AKBA-Anteil)Extrakt aus dem Harz, eingestellt (standardisiert) auf 65 % Boswelliasäuren als Summe aller Einzelsäuren; der Anteil von AKBA (Acetyl-11-Keto-Beta-Boswelliasäure, eine einzelne dieser Säuren) wird bei Summen-Extrakten oft nicht eigens ausgewiesenEingestellt auf 1 einzelne Säure: 5-Loxin auf 30 % AKBA, Aflapin auf 20 % AKBA plus einen Anteil des nicht flüchtigen Harzöls; der Gesamtgehalt an Boswelliasäuren wird meist nicht genanntGemahlenes Harz ohne eingestellten Gehalt; die Menge an Boswelliasäuren schwankt mit Art, Herkunft und Ernte und bleibt ohne Analyse unbekanntÄtherisches Öl ist ein Destillat der flüchtigen Duftstoffe; Boswelliasäuren sind schwer flüchtig und werden auf Ölen in der Regel nicht ausgewiesen
Extraktmenge und Boswelliasäuren pro TagRechnung: Extraktmenge mal Prozentwert. 1500 mg Extrakt mit 65 % ergeben 975 mg Boswelliasäuren pro Tag; Studien mit klassischen Extrakten nutzten je nach Erkrankung 900 bis 3600 mg Extrakt pro Tag100 bis 250 mg Extrakt pro Tag in den Studien, das entspricht rechnerisch 20 bis 75 mg AKBA; die Summe aller Boswelliasäuren ist deutlich kleiner als bei einem Summen-ExtraktÄltere Studien nutzten Harzzubereitungen mit 900 bis 1050 mg pro Tag; ohne Gehaltsangabe lässt sich die Tagesmenge an Boswelliasäuren nicht berechnenKeine Dosisangaben aus Studien zur Einnahme; eine Rechnung auf Boswelliasäuren ist nicht möglich
Pflanzenart (Boswellia serrata, sacra, carterii)Boswellia serrata (Indischer Weihrauch), die Art, mit der fast alle klinischen Studien gemacht wurdenEbenfalls Boswellia serrataJe nach Produkt Boswellia serrata, sacra oder carterii; das Muster der Säuren unterscheidet sich je Art, und in einer Marktanalyse passte es bei einzelnen Produkten nicht zur angegebenen ArtHäufig Boswellia sacra oder carterii (arabischer und afrikanischer Weihrauch); klinische Studien zur Einnahme gibt es für diese Arten kaum
Studienlage je Ziel (Kniearthrose, Darmentzündung, Asthma)Kniearthrose: mehrere Auswertungen zeigen weniger Schmerz und Steifigkeit, bei gemischter Studienqualität. Darm: kleine Studien, dazu 1 größere Studie bei Morbus Crohn ohne Vorteil. Asthma: 1 kleine Studie von 1998 mit einer HarzzubereitungNur Kniearthrose: mehrere kleine placebokontrollierte Studien über 30 bis 180 Tage mit 100 bis 250 mg pro Tag; keine Daten zu Darm oder AsthmaÄltere Studien aus Indien zu Colitis und Asthma nutzten Harzzubereitungen; weil der Gehalt nicht eingestellt war, lassen sich die Ergebnisse schwer auf heutige Pulver übertragenKeine klinischen Studien zur Einnahme bei diesen 3 Zielen
Aufnahme, Verträglichkeit und WechselwirkungenAufnahme auf nüchternen Magen gering, mit fettreicher Mahlzeit um ein Mehrfaches höher; in Studien gut vertragen, gelegentlich leichte Magen-Darm-Beschwerden; Laborhinweise auf Wechselwirkungen mit MedikamentenAKBA allein wird schwach aufgenommen, Aflapin enthält deshalb zusätzlich Harzöl; in den Studien gut vertragen; für Wechselwirkungen gilt dasselbe wie für andere Weihrauch-ExtrakteGleiche Säuren wie im Extrakt, aber mehr Harzmasse pro Dosis; auch hier hilft Fett in der Mahlzeit; Wechselwirkungen wie beim ExtraktÄtherisches Öl kann Haut und Schleimhäute reizen; die Einnahme ist nicht untersucht; Räucherharz ist nicht zum Verzehr bestimmt
Transparenz der DeklarationGut prüfbar, wenn Art, Pflanzenteil (Harz), Extraktmenge und Prozent Boswelliasäuren auf dem Etikett stehen; AKBA-Wert und Analysemethode sind zusätzliche Angaben, die bei vielen Summen-Extrakten fehlenMarkenname und AKBA-Prozent sind klar benannt, der Gesamtgehalt meist nicht; in einer Marktanalyse gaben 2 Produkte ihre AKBA-Anreicherung gar nicht anMeist nur Milligramm Harz pro Kapsel; Art und Gehalt bleiben oft offenArt und Herkunft sind meist genannt, Boswelliasäuren nicht; ein Vergleich mit Kapseln ist über das Etikett nicht möglich

Was 65 % Boswelliasäuren bedeuten und wie sich die Tagesmenge berechnet

Weihrauch ist das getrocknete Harz von Bäumen der Gattung Boswellia. Für Kapseln wird das Harz meist mit einem Lösungsmittel ausgezogen und getrocknet, so entsteht ein Extrakt. Die Boswelliasäuren sind die Stoffgruppe, an der Forschung und Hersteller die Qualität festmachen.

Kleiner Granitmörser mit zerstoßenem Weihrauch-Harz, daneben beiges Extraktpulver und 3 Kapseln auf hellem Speckstein
➤ Im Weihrauch-Harz kommen mindestens 6 Boswelliasäuren in größerer Menge vor, darunter Beta-Boswelliasäure, KBA (11-Keto-Beta-Boswelliasäure) und AKBA.

Eine Angabe wie „65 % Boswelliasäuren“ beschreibt die Summe aller Boswelliasäuren im Extrakt. 500 mg Extrakt mit 65 % enthalten 325 mg Boswelliasäuren. 3 Kapseln mit je 500 mg Extrakt und 65 % ergeben pro Tag 1500 mg Extrakt und 975 mg Boswelliasäuren. Die Rechnung für die Boswelliasäuren pro Tag lautet: Milligramm Extrakt mal Prozentwert mal Kapseln pro Tag.

Spezialextrakte wie 5-Loxin oder Aflapin werden auf 1 einzelne Säure eingestellt, das AKBA, mit 30 % oder 20 %, und in viel kleineren Mengen von 100 bis 250 mg pro Tag eingesetzt. Ein Summen-Extrakt und ein AKBA-Spezialextrakt lassen sich nicht über die Milligramm vergleichen, sondern nur über die Frage, mit welcher Art Extrakt welche Studie gemacht wurde.

Unverarbeitetes Harzpulver enthält dieselben Säuren, aber in wechselnder und meist nicht angegebener Menge. Ätherisches Weihrauchöl besteht aus den flüchtigen Duftstoffen des Harzes. Boswelliasäuren sind große, schwer flüchtige Moleküle und werden auf Ölen in der Regel nicht ausgewiesen.

AKBA, KBA und Beta-Boswelliasäure: welche Säure im Blut ankommt

AKBA gilt in der Werbung oft als die entscheidende Boswelliasäure, weil AKBA und KBA in Zellversuchen das Enzym 5-Lipoxygenase hemmen, das an Entzündungen beteiligt ist. Die AKBA-angereicherten Spezialextrakte beruhen auf dieser Beobachtung aus Zellversuchen.

Beiges Weihrauch-Extraktpulver auf weißem Porzellanspatel neben einer durchscheinenden Harzträne auf Milchglas

Messungen am Menschen zeigen, dass AKBA und KBA nach dem Schlucken nur sehr niedrige Blutspiegel erreichen, weit unter den Konzentrationen, die im Labor wirken. Für Beta-Boswelliasäure, die in der Werbung kaum vorkommt, wurden 100-fach höhere Blutspiegel gemessen als für AKBA und KBA. Eine Übersichtsarbeit von 2011 hält den Wirkweg über AKBA wegen der niedrigen Blutspiegel für fraglich und nennt andere Angriffspunkte, an denen Beta-Boswelliasäure ansetzt.

Aus den Blutspiegel-Messungen folgt für die Kaufentscheidung kein Sieger, sondern eine Einordnung. Ein Summen-Extrakt mit hohem Gesamtgehalt liefert viel von den Säuren, die im Blut tatsächlich in größerer Menge gemessen werden. AKBA-Spezialextrakte haben eigene kleine Studien bei Kniearthrose mit günstigem Ergebnis. Ob ein Summen-Extrakt oder ein AKBA-Spezialextrakt bei gleicher Erkrankung mehr leistet, hat bisher keine Studie im direkten Vergleich geprüft.

Zubereitungen mit Mizellen oder Lecithin steigern die Blutspiegel der Boswelliasäuren deutlich. In der bisher einzigen Studie, die danach auch die Entzündungshemmung an Blutproben prüfte, wirkte die Mizellen-Zubereitung trotz vielfach höherer Blutspiegel nicht stärker als ein unveränderter Trockenextrakt. Höhere Blutspiegel von Boswelliasäuren sind noch kein Beleg für mehr Wirkung.

Einnahme mit Fett: warum die Mahlzeit über die Aufnahme entscheidet

Boswelliasäuren lösen sich in Fett, aber kaum in Wasser. Auf nüchternen Magen gelangt von den Boswelliasäuren nur ein kleiner Teil ins Blut. In einer Studie nahmen gesunde Männer 786 mg Weihrauch-Extrakt einmal nüchtern und einmal zu einer fettreichen Mahlzeit ein. Mit der fettreichen Mahlzeit lagen die Blutspiegel von Beta-Boswelliasäure, KBA und AKBA um ein Mehrfaches höher als nüchtern, und 2 weitere Boswelliasäuren waren überhaupt erst mit Mahlzeit messbar.

Zwei Weihrauch-Kapseln auf einem Schälchen im Vordergrund, dahinter gießt eine Hand Olivenöl über einen Tomatensalat

Für die Praxis genügt eine normale Mahlzeit, die Fett enthält: ein Frühstück mit Ei, Käse, Joghurt oder Nüssen, ein Mittagessen mit Öl, ein Abendessen mit Fisch oder Avocado. Ein Glas Wasser und ein trockenes Brötchen liefern zu wenig Fett für die Aufnahme der Boswelliasäuren. Die Tagesmenge an Weihrauch-Kapseln lässt sich auf 2 bis 3 Mahlzeiten verteilen, das ist auch für den Magen angenehmer.

Bei der Dauer der Einnahme von Weihrauch zählt Geduld. Einzelne kleine Studien mit AKBA-Spezialextrakten berichten erste Besserungen schon nach 5 bis 7 Tagen. Bleibt nach 8 bis 12 Wochen jede Besserung aus, spricht wenig dafür, die Einnahme von Weihrauch-Kapseln fortzusetzen.

➤ Die Auswertung von 7 Arthrose-Studien empfiehlt eine Einnahme von Weihrauch-Extrakt über mindestens 4 Wochen.

Wofür die Studienlage reicht und wofür nicht

Am umfangreichsten untersucht ist Weihrauch bei Kniearthrose. Mehrere Auswertungen kontrollierter Studien finden bei Kniearthrose unter Weihrauch-Extrakt weniger Schmerz, weniger Steifigkeit und eine bessere Funktion als unter Placebo. Die einzelnen Arthrose-Studien mit Weihrauch sind klein, meist unter 100 Teilnehmer, dauern selten länger als 3 bis 6 Monate und nutzen sehr unterschiedliche Extrakte. 1 Auswertung von 2024 fand für Weihrauch bei Kniearthrose in der Gesamtrechnung keinen gesicherten Effekt und erst im Vergleich gegen Placebo einen Vorteil. Ein Schutz des Knorpels oder ein Nutzen über Jahre ist für Weihrauch nicht belegt.

Bei chronischen Darmentzündungen ist das Bild uneinheitlich. Ältere Studien aus Indien mit Weihrauch-Harz bei Colitis ulcerosa und 1 deutsche Studie mit Weihrauch-Extrakt bei aktivem Morbus Crohn fielen günstig aus, hatten aber keine Placebo-Gruppe. Bei der kollagenen Colitis (einer Form von chronischem wässrigem Durchfall) war der Vorteil von Weihrauch-Extrakt in 1 Studie mit 31 Patienten nur in einer von 2 Auswertungen gesichert. Die größte placebokontrollierte Studie prüfte bei Morbus Crohn über 52 Wochen, ob Weihrauch-Extrakt die Ruhephase erhält, und fand keinen Unterschied zu Placebo.

Für Weihrauch bei Asthma gibt es 1 kleine Studie von 1998, für rheumatoide Arthritis (entzündliches Gelenkrheuma) 1 kleine Studie ohne Unterschied zu Placebo. Aussagen zu Weihrauch und Krebs stützen sich auf Versuche an Zellen und Tieren; klinische Belege für einen Nutzen bei Patienten fehlen.

In Deutschland ist kein Weihrauch-Präparat als pflanzliches Arzneimittel zugelassen. Das indische Präparat H15 kann auf ärztliche Verordnung im Einzelfall über Apotheken importiert werden. Weihrauch-Kapseln im Handel sind Nahrungsergänzungsmittel und damit Lebensmittel. Nahrungsergänzungsmittel dürfen nicht mit der Linderung von Krankheiten beworben werden, und über die beantragte Gesundheitsaussage zu Weihrauch und Gelenken hat die EU bisher nicht entschieden.

Woran sich ein gutes Präparat auf dem Etikett erkennen lässt

Ein sauber deklariertes Weihrauch-Produkt nennt 4 Dinge: die Pflanzenart mit botanischem Namen (Boswellia serrata), den Pflanzenteil (Harz), die Extraktmenge pro Kapsel in Milligramm und den Gehalt an Boswelliasäuren in Prozent. In einer Laboruntersuchung von 17 meistverkauften Weihrauch-Produkten nannten nur 5 alle diese Angaben. 10 der 17 untersuchten Weihrauch-Produkte nannten gar keinen Gehalt an Boswelliasäuren, und 41 % entsprachen im Labor nicht ihrer Deklaration.

Pinzette hält eine goldgelbe Weihrauch-Harzträne über einem Porzellanschälchen mit hellen Kapseln auf einem Ahornbrett

Aus den Angaben auf dem Etikett lässt sich die Tagesmenge berechnen und mit den Studien abgleichen. Klassische Extrakte wurden je nach Erkrankung mit 900 bis 3600 mg pro Tag untersucht. Steht auf einem Etikett nur „Weihrauch 400 mg“ ohne Hinweis auf Extrakt und Prozentwert, handelt es sich oft um gemahlenes Harz, dessen Gehalt offen bleibt.

Zusätzliche Angaben erhöhen die Aussagekraft: der Anteil von AKBA und KBA, die Analysemethode und ein Prüfbericht eines unabhängigen Labors. Summen-Extrakte weisen den AKBA-Anteil häufig nicht aus. Ein fehlender AKBA-Wert ist kein Mangel des Extrakts, er begrenzt aber den Vergleich mit AKBA-Spezialextrakten. AKBA-Spezialextrakte nennen meist nicht, wie viel Boswelliasäuren sie insgesamt enthalten.

Zur Einnahme nennen viele Etiketten nur die Zahl der Kapseln und reichlich Wasser. Unabhängig vom Etikett lohnt es sich nach der Studienlage, Weihrauch-Kapseln zu einer Mahlzeit mit Fett zu nehmen. Die Zutatenliste von Weihrauch-Kapseln sollte kurz sein: Extrakt, Kapselhülle, bei Bedarf ein Trennmittel. Der Preis pro Kapsel sagt bei Weihrauch wenig; vergleichbar wird er erst als Preis pro 100 mg Boswelliasäuren.

 

Was die Studien zeigen

Evidenzstufen: stark = mehrere hochwertige Humanstudien oder systematische Reviews · gemischt = Humanstudien mit widersprüchlichen oder methodisch begrenzten Ergebnissen · begrenzt = kleine Studien, Mechanismus, Tier- oder Zellmodelle.

Eine Auswertung von 7 kontrollierten Studien mit 545 Arthrose-Patienten fand unter Weihrauch und Weihrauch-Extrakt weniger Schmerz (minus 8,33 Punkte auf der Schmerzskala VAS), weniger Steifigkeit (minus 10,04 Punkte im WOMAC-Fragebogen für Gelenkbeschwerden) und eine bessere Gelenkfunktion als in den Vergleichsgruppen; die Autoren empfehlen eine Einnahme über mindestens 4 Wochen.

Beleg: Yu G, Xiang W et al. (2020) · BMC Complement Med Ther · PMID 32680575 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt

Einschränkung: Nur 7 kleine Studien mit unterschiedlichen Extrakten und Dosen; die Autoren selbst formulieren vorsichtig, Weihrauch könne eine wirksame Option sein.

In einer Auswertung von 11 kontrollierten Studien mit 1.009 Teilnehmern zu Curcumin und Weihrauch bei Kniearthrose linderten Weihrauch-Zubereitungen Schmerzen stärker als Placebo und verbesserten die Funktion, ohne mehr Nebenwirkungen; die Studienqualität war insgesamt niedrig, und keine Studie verglich Weihrauch mit zugelassenen Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen).

Beleg: Bannuru RR, Osani MC et al. (2018) · Semin Arthritis Rheum · PMID 29622343 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt

Einschränkung: Die meisten Studien hatten weniger als 100 Teilnehmer; die Autoren halten die Datenlage für zu klein für eine Behandlungsempfehlung.

Eine Auswertung von 13 Studien zu Weihrauch-Extrakten bei Kniearthrose (850 Patienten mit WOMAC-Werten, 1.185 mit Schmerzskala) fand in der Gesamtrechnung wegen der großen Unterschiede zwischen den Studien keinen gesicherten Effekt (p = 0,0865 für WOMAC, p = 0,3966 für die Schmerzskala); erst die Untergruppe der Vergleiche gegen Placebo zeigte niedrigere WOMAC-Werte unter Weihrauch.

Beleg: Dalmonte T, Andreani G et al. (2024) · Phytother Res · PMID 39314013 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt

Einschränkung: Der günstige Befund stammt aus einer nachträglichen Untergruppen-Rechnung; die Autoren verlangen weitere hochwertige Studien.

In 9 kontrollierten Studien mit 712 Teilnehmern senkten Weihrauch-Extrakte den Schmerzwert auf der VAS-Skala um 10,71 Punkte stärker als die Vergleichsbehandlung; in der Untergruppen-Rechnung fiel die Senkung mit dem Spezialextrakt Aflapin größer aus als mit anderen Extrakten (minus 16,09 gegenüber minus 4,68 Punkte), was nach Ansicht der Autoren durch direkte Vergleichsstudien bestätigt werden muss.

Beleg: Dubey V, Kheni D et al. (2024) · Explore (NY) · PMID 38365549 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt

Einschränkung: Der Unterschied zwischen den Extrakten ist ein indirekter Vergleich über verschiedene Studien hinweg, kein direkter Vergleich in 1 Studie.

Eine Übersicht über 69 Studien zu 20 Nahrungsergänzungen bei Arthrose zählt Boswellia-serrata-Extrakt zu den 7 Mitteln mit großem Effekt auf den Schmerz in der kurzen Frist; für kein einziges Mittel fand sich ein klinisch bedeutsamer Effekt auf Schmerz in der langen Frist.

Beleg: Liu X, Machado GC et al. (2018) · Br J Sports Med · PMID 29018060 · Studientyp: Systematisches Review mit Meta-Analyse gemischt

Einschränkung: Die großen Effekte beruhen auf wenigen Studien mit wenigen Teilnehmern; die Verlässlichkeit der Belege reichte von sehr niedrig bis hoch.

In einer placebokontrollierten Studie mit 75 Kniearthrose-Patienten besserten 100 mg und 250 mg des Spezialextrakts 5-Loxin (30 % AKBA) täglich über 90 Tage Schmerz und Gelenkfunktion deutlich; mit 250 mg war die Besserung schon nach 7 Tagen messbar.

Beleg: Sengupta K, Alluri KV et al. (2008) · Arthritis Res Ther · PMID 18667054 · Studientyp: RCT begrenzt

Einschränkung: Nur 25 Personen je Gruppe, 70 schlossen die Studie ab; untersucht wurde 1 einzelnes Markenprodukt.

In einer Crossover-Studie (jede Person erhält nacheinander beide Behandlungen) mit 30 Kniearthrose-Patienten berichteten die Teilnehmer nach 8 Wochen Weihrauch-Extrakt über weniger Knieschmerz, bessere Beugung und längere Gehstrecken als unter Placebo; im Röntgenbild änderte sich nichts, als Nebenwirkung traten leichte Magen-Darm-Beschwerden auf.

Beleg: Kimmatkar N, Thawani V et al. (2003) · Phytomedicine · PMID 12622457 · Studientyp: RCT begrenzt

Einschränkung: 30 Teilnehmer und 8 Wochen je Phase; die Zusammenfassung nennt weder Dosis noch Zahlenwerte der Besserung.

Bei Morbus Crohn in Ruhephase hielt ein Weihrauch-Extrakt (3-mal täglich 2 Kapseln zu je 400 mg) über 52 Wochen die Beschwerdefreiheit nicht häufiger aufrecht als Placebo (59,9 % gegenüber 55,3 %, P = 0,85); die Studie in 22 deutschen Zentren wurde deshalb vorzeitig beendet, die Verträglichkeit entsprach der von Placebo.

Beleg: Holtmeier W, Zeuzem S et al. (2011) · Inflamm Bowel Dis · PMID 20848527 · Studientyp: RCT gemischt

Einschränkung: Von 108 geplanten Patienten wurden 82 zugeteilt und 66 ausgewertet; geprüft wurde der Erhalt der Ruhephase, nicht die Behandlung eines Schubs.

Bei aktivem Morbus Crohn sank der Krankheitsaktivitäts-Wert CDAI unter dem Weihrauch-Extrakt H15 im Mittel um 90 Punkte und unter dem Standardmittel Mesalazin um 53 Punkte; H15 erwies sich damit als nicht unterlegen, ein Vorteil gegenüber Mesalazin war statistisch nicht nachweisbar.

Beleg: Gerhardt H, Seifert F et al. (2001) · Z Gastroenterol · PMID 11215357 · Studientyp: RCT begrenzt

Einschränkung: 102 Patienten zugeteilt, ausgewertet wurden 44 unter H15 und 39 unter Mesalazin; es gab keine Placebo-Gruppe.

Bei Colitis ulcerosa vom Grad II und III gingen nach 6 Wochen mit einer Harzzubereitung aus Indischem Weihrauch (3-mal täglich 350 mg) 82 % der Behandelten in Remission (beschwerdefreie Phase), unter dem Vergleichsmittel Sulfasalazin 75 %.

Beleg: Gupta I, Parihar A et al. (1997) · Eur J Med Res · PMID 9049593 · Studientyp: Klinische Studie begrenzt

Einschränkung: Die Zusammenfassung nennt weder die Zahl der Teilnehmer noch eine zufällige Zuteilung oder Verblindung; eine Placebo-Gruppe fehlte.

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie besserte sich das Asthma bei 70 % von 40 Patienten, die 6 Wochen lang 3-mal täglich 300 mg einer Harzzubereitung aus Indischem Weihrauch erhielten, gegenüber 27 % von 40 Patienten unter Milchzucker als Placebo.

Beleg: Gupta I, Gupta V et al. (1998) · Eur J Med Res · PMID 9810030 · Studientyp: RCT begrenzt

Einschränkung: Einzelne kleine Studie über 6 Wochen mit einem weit gefassten Maß für Besserung; eine Bestätigung durch größere Studien fehlt bis heute.

Bei rheumatoider Arthritis (entzündlichem Gelenkrheuma) zeigte der Extrakt H15 mit 3600 mg pro Tag zusätzlich zur laufenden Behandlung nach 12 Wochen bei 37 ausgewerteten Patienten in keinem Messwert einen Unterschied zu Placebo.

Beleg: Sander O, Herborn G et al. (1998) · Z Rheumatol · PMID 9566100 · Studientyp: RCT begrenzt

Einschränkung: Von 78 Patienten aus 4 Zentren konnten nur die 37 eines Zentrums im Detail ausgewertet werden; die Autoren halten größere Studien für nötig.

Gesunde Männer nahmen 786 mg Weihrauch-Trockenextrakt einmal nüchtern und einmal zu einer fettreichen Mahlzeit ein: Mit der Mahlzeit stiegen Gesamtaufnahme und Spitzenwerte von Beta-Boswelliasäure, KBA und AKBA im Blut um ein Mehrfaches, und 2 weitere Boswelliasäuren waren überhaupt nur mit Mahlzeit nachweisbar.

Beleg: Sterk V, Büchele B et al. (2004) · Planta Med · PMID 15643550 · Studientyp: Klinische Studie (Pharmakokinetik, randomisierter Crossover) begrenzt

Einschränkung: Einzeldosis bei gesunden Männern; gemessen wurden Blutspiegel, keine Wirkung auf Beschwerden.

Eine Übersichtsarbeit zur Pharmakokinetik (dem Weg eines Stoffs durch den Körper) hält fest, dass AKBA und KBA nach dem Schlucken nur sehr niedrige Blutspiegel erreichen, weit unter den im Labor wirksamen Konzentrationen, während für Beta-Boswelliasäure 100-fach höhere Blutspiegel gemessen wurden; die Autoren halten deshalb den lange angenommenen Wirkweg über AKBA und KBA für fraglich.

Beleg: Abdel-Tawab M, Werz O et al. (2011) · Clin Pharmacokinet · PMID 21553931 · Studientyp: Übersichtsarbeit begrenzt

Einschränkung: Erzählende Übersicht ohne eigene Patientendaten; welche Säure beim Menschen die Wirkung trägt, ist damit nicht entschieden.

Bei 20 gesunden Freiwilligen erhöhte eine Mizellen-Zubereitung (Extrakt in winzigen, wasserlöslichen Tröpfchen) von 800 mg Weihrauch-Extrakt die Aufnahme der gemessenen Säuren ins Blut auf 1.720 bis 4.291 % des Werts eines unveränderten Trockenextrakts; im anschließenden Entzündungstest an den Blutproben wirkte sie trotzdem nicht stärker, und nur der unveränderte Extrakt senkte neben TNF-alpha auch die Botenstoffe IL-1-beta und IL-6.

Beleg: Schmiech M, Abdel-Kahaar E et al. (2024) · Phytomedicine · PMID 39033725 · Studientyp: Klinische Studie (Pharmakokinetik) begrenzt

Einschränkung: Einzeldosis bei Gesunden; die Entzündungshemmung wurde an Blutproben im Labor gemessen, nicht an Beschwerden.

Eine Laboranalyse von 17 meistverkauften Weihrauch-Nahrungsergänzungen aus Europa und den USA fand nur bei 5 Produkten alle nötigen Angaben (Art, Pflanzenteil, Gehalt an Boswelliasäuren); 10 Produkte nannten keinen Gehalt, 41 % entsprachen nicht ihrer Deklaration, und 1 Produkt enthielt keine der 6 kennzeichnenden Boswelliasäuren.

Beleg: Meins J, Artaria C et al. (2016) · Planta Med · PMID 27054914 · Studientyp: Laboranalyse (Marktuntersuchung) begrenzt

Einschränkung: Stichprobe von 2016 mit 17 Produkten; über heutige Produkte sagt sie nichts Direktes, wohl aber über den Wert vollständiger Angaben.

Im Labor hemmten Harz-Extrakte aus Boswellia carteri, frereana, sacra und serrata gleich stark und nicht selektiv die 6 Enzyme CYP 1A2, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6 und 3A4, über die der Körper viele Medikamente abbaut; die Boswelliasäuren selbst waren dabei nicht der wichtigste hemmende Bestandteil.

Beleg: Frank A, Unger M (2006) · J Chromatogr A · PMID 16364338 · Studientyp: Laborstudie (in vitro) begrenzt

Einschränkung: Versuch mit Enzymen im Reagenzglas; ob bei üblicher Einnahme beim Menschen Wechselwirkungen entstehen, wurde nicht geprüft.

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Marketing gegen Studienlage

BehauptungUrteilWarum
„Weihrauch hilft bei Arthrose."teilweise belegtMehrere Auswertungen finden bei Kniearthrose weniger Schmerz und Steifigkeit als unter Placebo, 1 Auswertung in der Gesamtrechnung aber keinen gesicherten Effekt; die Studien sind klein, kurz und von gemischter Qualität, ein Nutzen über viele Monate ist nicht gezeigt.
„Je mehr AKBA, desto stärker die Wirkung."teilweise belegtAKBA-Spezialextrakte schnitten in 1 Untergruppen-Rechnung stärker ab, das ist aber ein indirekter Vergleich; AKBA erreicht im Blut nur sehr niedrige Spiegel, und eine Studie, die einen AKBA-Extrakt direkt mit einem 65-%-Extrakt in üblicher Dosis vergleicht, liegt nicht vor.
„Weihrauch wirkt wie ein Schmerzmittel, nur ohne Nebenwirkungen."nicht belegtKeine der ausgewerteten Studien verglich Weihrauch mit zugelassenen entzündungshemmenden Schmerzmitteln; die Verträglichkeit war in den Studien gut, leichte Magen-Darm-Beschwerden kamen aber vor.
„Weihrauch bringt chronische Darmentzündungen zur Ruhe."nicht belegtKleine ältere Studien ohne Placebo-Gruppe fielen günstig aus, die größte placebokontrollierte Studie bei Morbus Crohn fand über 52 Wochen keinen Vorteil und wurde vorzeitig beendet.
„Mizellen-Weihrauch wirkt um ein Vielfaches stärker als normaler Extrakt."teilweise belegtBelegt sind vielfach höhere Blutspiegel bei 20 Gesunden; im Entzündungstest derselben Studie wirkte die Mizellen-Zubereitung nicht stärker als der unveränderte Trockenextrakt, Studien zu Beschwerden fehlen.
„Weihrauch hilft gegen Krebs."nicht belegtDazu gibt es Versuche an Zellkulturen und Tieren, aber keine klinischen Studien, die einen Nutzen für Patienten zeigen; eine Krebsbehandlung wird durch Weihrauch nicht ersetzt.
„Weihrauchöl zum Einnehmen leistet dasselbe wie Weihrauch-Extrakt."nicht belegtDie klinischen Studien wurden mit Extrakten und Zubereitungen aus dem Harz gemacht; zum Einnehmen von ätherischem Öl bei Arthrose, Darm oder Asthma liegen keine klinischen Studien vor.

So schneidet das Herbano-Produkt nach denselben Kriterien ab

Weihrauch Extrakt Kapseln, 65% Boswellia Säure - Hochdosiert - Echtes indisches Boswellia Serrata - laborgeprüft

Zusammensetzung der Weihrauch Kapseln:

Weihrauch Extrakt (Boswellia Serrata, enthält 65 % Boswelliensäure), Hydroxypropylmethylcellulose (Kapselhülle)

 

Mengenangaben pro Kapsel:

Weihrauch Extrakt (Boswellia Serrata)
500 mg
- davon Boswelliensäuren 325 mg

 

Verzehrempfehlung der Weihrauch Kapseln: Zur Nahrungsergänzung 3 Kapseln über den Tag verteilt mit viel Wasser einnehmen. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Kühl, trocken und lichtgeschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren.

Die Angaben stammen unverändert vom Etikett im Shop. Wir bewerten das eigene Produkt nach denselben Kriterien wie alle anderen.

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Wann nicht auf eigene Faust

Weihrauch-Extrakt wurde in den Studien gut vertragen; am häufigsten sind leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen oder Durchfall, selten allergische Reaktionen. Im Labor hemmen Weihrauch-Extrakte mehrere Enzyme, die Medikamente abbauen, und beeinflussen ein Transporteiweiß im Darm (P-Glykoprotein). Wer Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon oder Warfarin, Mittel nach einer Organtransplantation, Krebsmedikamente oder mehrere Dauermedikamente nimmt, klärt die Einnahme deshalb vorher mit der Fachperson, die diese Mittel verordnet hat. Bei Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Asthma oder Gelenkrheuma werden verordnete Medikamente nicht eigenmächtig abgesetzt oder reduziert, auch nicht bei gefühlter Besserung. Für Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder fehlen Sicherheitsdaten, die Entscheidung gehört in fachliche Hände, zum Beispiel zu einer Komplementärmedizinerin oder einem Heilpraktiker, die die gesamte Medikation kennen. Anhaltende oder zunehmende Gelenkschmerzen, Blut im Stuhl oder Atemnot gehören fachlich abgeklärt. Ätherisches Weihrauchöl und Räucherharz sind nicht zum Einnehmen bestimmt.

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Häufige Fragen

Welche Weihrauch-Kapseln sind empfehlenswert?

Empfehlenswert sind Weihrauch-Kapseln, die Boswellia serrata als Art, das Harz als Pflanzenteil, die Extraktmenge pro Kapsel und den Gehalt an Boswelliasäuren in Prozent nennen. Mit diesen 4 Angaben lässt sich die Tagesmenge berechnen und mit den Studien vergleichen. Extrakte mit 65 % Boswelliasäuren und AKBA-Spezialextrakte sind 2 verschiedene Wege mit jeweils eigenen Studien; Harzpulver ohne Gehaltsangabe und Weihrauchöl lassen sich nicht auf Boswelliasäuren umrechnen.

Wie viel Boswelliasäure am Tag?

Eine amtliche Empfehlung für Boswelliasäuren gibt es nicht. Studien mit klassischen Weihrauch-Extrakten nutzten je nach Erkrankung 900 bis 3600 mg Extrakt pro Tag, verteilt auf 2 bis 3 Einnahmen. 1500 mg eines Extrakts mit 65 % liefern 975 mg Boswelliasäuren pro Tag. AKBA-Spezialextrakte wurden mit 100 bis 250 mg pro Tag untersucht und sind über die Milligramm nicht mit Summen-Extrakten vergleichbar.

Hilft Weihrauch bei Arthrose?

Bei Kniearthrose finden mehrere Auswertungen kontrollierter Studien unter Weihrauch-Extrakt weniger Schmerz und Steifigkeit als unter Placebo, empfohlen wird eine Einnahme über mindestens 4 Wochen. Die Studien sind klein und von gemischter Qualität, 1 Auswertung fand in der Gesamtrechnung keinen gesicherten Effekt. Ein Nutzen über viele Monate oder ein Schutz des Knorpels ist nicht belegt. Weihrauch-Kapseln sind Nahrungsergänzungsmittel und ersetzen keine Arthrose-Behandlung.

Was bedeutet 65 % Boswelliasäuren?

65 % Boswelliasäuren bedeutet, dass 65 von 100 mg des Extrakts aus Boswelliasäuren bestehen, den kennzeichnenden Harzsäuren des Weihrauchs. 500 mg Extrakt enthalten dann 325 mg Boswelliasäuren. Der Wert beschreibt die Summe aller Boswelliasäuren und sagt nichts darüber, wie viel AKBA oder KBA im Einzelnen enthalten ist.

Weihrauch mit Fett einnehmen?

Ja, Weihrauch-Kapseln gehören zu einer Mahlzeit, die Fett enthält. In einer Studie an gesunden Männern lagen die Blutspiegel mehrerer Boswelliasäuren mit einer fettreichen Mahlzeit um ein Mehrfaches höher als nach Einnahme auf nüchternen Magen. Die Tagesmenge lässt sich dafür auf 2 bis 3 Mahlzeiten verteilen.

Wie lange dauert es, bis Weihrauch wirkt?

Die Auswertung der Arthrose-Studien empfiehlt eine Einnahme von Weihrauch-Extrakt über mindestens 4 Wochen. Kleine Studien mit AKBA-Spezialextrakten berichten erste Besserungen schon nach 5 bis 7 Tagen, die meisten Studien liefen 4 bis 12 Wochen. Zeigt sich nach 8 bis 12 Wochen keine Besserung, spricht wenig für eine Fortsetzung.

Ist Weihrauch in Deutschland als Arzneimittel zugelassen?

Nein, in Deutschland ist kein Weihrauch-Präparat als pflanzliches Arzneimittel zugelassen. Das indische Präparat H15 kann im Einzelfall auf ärztliche Verordnung über eine Apotheke importiert werden. Weihrauch-Kapseln im freien Handel sind Nahrungsergänzungsmittel, für die kein Wirksamkeitsnachweis verlangt wird; umso wichtiger sind vollständige Angaben zu Art, Extraktmenge und Boswelliasäure-Gehalt.

So wurde geprüft

Quellen sind ausschließlich in PubMed gelistete Studien. Jede Aussage wurde gegen den Abstract der zitierten Arbeit geprüft; Studientyp und Evidenzstufe sind so angegeben, wie die Arbeit sie hergibt. Wo die Datenlage keine sichere Antwort erlaubt, steht das so. Die vollständigen Regeln stehen im Herbano Evidence Standard.

Transparenzhinweis

Herbano verkauft selbst ein Produkt zu diesem Thema. Diese Seite hat deshalb einen wirtschaftlichen Interessenkonflikt. Unser Anspruch ist, die Studienlage trotzdem nach denselben Kriterien zu bewerten, auch wenn ein Ergebnis keinen Vorteil für ein Herbano-Produkt ergibt.

Quellen (in englischer Sprache)

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Wichtiger Hinweis

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