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Ein Bein, das plötzlich dicker ist als am Vortag. Eine Sehne, die warm wird. Ein Pferd, das auf hartem Boden kürzer tritt oder nach einem Tritt auf der Weide lahm geht. Für Pferdebesitzer beginnt dann oft eine lange Zeit: Boxenruhe, Schritt führen, warten, ob es besser wird.
In vielen Ställen steht für genau diese Momente eine kleine braune Flasche in der Stallapotheke: DMSO. In Pferdegruppen mit vielen tausend Mitgliedern gehört es seit Jahren zu den meistbesprochenen Mitteln für Beine und Sehnen – und die Erfahrung dort lautet immer gleich: nie pur, sondern 50 : 50, am liebsten mit Magnesium.
Die Sehnen- & Bein-Kur macht aus diesem Stall-Rezept ein fertiges Set – mit genauer Menge pro Bein und einer klaren Kurdauer von zwei Wochen.
Sehnen, Fesselträger und Bänder liegen am Pferdebein dicht unter der Haut, umgeben von wenig Muskulatur. Was dort hineingelangt, hat einen kurzen Weg zum gereizten Gewebe.
Genau deshalb wird DMSO im Stall vor allem an den Beinen eingesetzt: an der Sehne, am Fesselgelenk, an Gallen und an Stellen nach einem Tritt oder Schlag. Die Mischung wird aufgetragen, zieht ein und nimmt das Magnesium mit dorthin, wo das Bein warm, dick oder empfindlich ist.
DMSO – ausgeschrieben Dimethylsulfoxid – ist eine klare, leicht ölige Flüssigkeit mit einem charakteristischen Eigengeruch. In der Sehnen- & Bein-Kur steckt DMSO in pharmazeutischer Qualität mit 99,9 % Reinheit nach Europäischem Arzneibuch (Ph. Eur.), abgefüllt in Braunglasflaschen mit Pipette. Diese Reinheit ist keine Nebensache: DMSO nimmt mit, was in ihm gelöst ist – auch Verunreinigungen. Wer es auf das Pferdebein aufträgt, will deshalb genau wissen, was in der Flasche ist.
Bekannt ist DMSO seit den 1960er-Jahren. Damals wurde in der Forschung beschrieben, wie leicht die Substanz Haut und Gewebe durchdringt und wie sie dabei andere Stoffe mitnimmt. Die grundlegende Übersicht zur Pharmakologie von DMSO stammt von Jacob und Herschler (1986): Sie fassen zusammen, dass DMSO biologische Membranen schnell passiert, als Trägerstoff für andere Substanzen dient und selbst entzündungsdämpfende Eigenschaften besitzt.
Genau diese drei Eigenschaften erklären, warum DMSO in Ställen seit Jahrzehnten seinen festen Platz hat. Pferdebesitzer setzen es dort ein, wo Beine dick werden, Sehnen warm sind oder ein Tritt eine Schwellung hinterlassen hat – und sie setzen es fast nie allein ein, sondern als Träger für einen zweiten Wirkstoff.
In Pferdegruppen wird DMSO deshalb gern als „Taxi“ beschrieben: Es fährt durch die Haut, und was in ihm gelöst ist, fährt mit. In der Naturheilkunde spricht man vom „Türöffner“ oder „Kanalöffner“, der festgefahrene Transportvorgänge im Gewebe wieder in Gang bringen soll.
Die dermatologische Fachliteratur beschreibt DMSO als einen der wirksamsten bekannten Stoffe, um die Hautbarriere zu überwinden. Karim und Kollegen (2023) haben in einer Übersichtsarbeit zusammengetragen, wofür DMSO auf der Haut untersucht wurde – von der besseren Aufnahme anderer Wirkstoffe bis zu entzündlichen Hautzuständen. Sie beschreiben DMSO als Lösungsmittel, das ausgewählte Herausforderungen an der Haut lösen kann.
Für die Anwendung am Pferd heißt das: Die Mischung bleibt nicht auf dem Fell oder in der obersten Hautschicht liegen. Sie zieht ein und nimmt das Magnesium mit in das Gewebe darunter – dorthin, wo am Pferdebein Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln liegen.
Weil DMSO alles mitnimmt, was mit ihm in Berührung kommt, gehört auf die behandelte Stelle nichts anderes – keine Salbe, kein Insektenspray, kein Fellglanzspray. Gemischt wird ausschließlich im Glas oder in Edelstahl, nie in Kunststoff.
Magnesium ist das Mineral, das Muskeln und Gewebe entspannen lässt. Vereinfacht gesagt: Damit sich ein Muskel zusammenziehen kann, braucht er Calcium. Damit er wieder loslassen kann, braucht er Magnesium. Bei Pferden mit verspannter Muskulatur, nach harter Arbeit oder langem Stehen ist genau dieses Loslassen gefragt.
Das Magnesium-Öl im Set besteht aus Magnesiumchlorid in Wasser – einer gesättigten Lösung, die sich auf der Haut ölig anfühlt, daher der Name. Über die Haut aufgetragen, wird Magnesium dort angeboten, wo es gebraucht wird, ohne den Umweg über das Futter und den Verdauungstrakt.
Dass Magnesium über die Haut aufgenommen werden kann, haben Kass und Kollegen (2017) in einer Pilotstudie untersucht: Nach regelmäßiger Anwendung einer Magnesium-Creme auf der Haut stiegen die Magnesiumwerte im Blut der Teilnehmer an. Allein bleibt Magnesium-Öl eher in den oberen Hautschichten – mit DMSO als Träger gelangt es weiter.
Deshalb ersetzt das Magnesium-Öl in der Sehnen- & Bein-Kur das Wasser, mit dem DMSO sonst verdünnt wird. Die Verdünnung ist damit kein bloßes Streckmittel, sondern selbst ein Wirkstoff – das ist die Logik hinter dem Stall-Rezept „50 : 50 mit Magnesium“.
Magnesium ist an Hunderten von Vorgängen im Körper beteiligt. Für Pferde mit beanspruchten Beinen ist eine Rolle besonders wichtig: Magnesium sorgt dafür, dass Muskeln und Gewebe nach einer Anspannung wieder loslassen können. Fehlt es, bleibt die Muskulatur häufiger angespannt – spürbar als harte Stränge, kurze Tritte und ein Pferd, das sich nur zögerlich lösen lässt.
Am Bein selbst gibt es wenig Muskulatur, aber viele Sehnen und Bänder, die von der Muskulatur am Oberarm und am Oberschenkel bewegt werden. Ist diese Muskulatur verspannt, steigt die Last auf Sehnen und Fesselträger. Die Magnesium-Komponente im Set setzt deshalb nicht nur an der warmen Stelle an, sondern unterstützt das Gewebe darum herum beim Loslassen.
Über das Futter wird Magnesium im Darm aufgenommen und im ganzen Körper verteilt. Über die Haut aufgetragen, wird es gezielt dort angeboten, wo es gerade gebraucht wird – und mit DMSO als Träger gelangt es weiter ins Gewebe als mit einem Magnesium-Spray allein.
Für Pferde, die zusätzlich über das Futter mit Magnesium versorgt werden, ist die äußerliche Anwendung kein Widerspruch: Die Mischung wirkt örtlich am Bein und ersetzt die Fütterung nicht.
Pures DMSO auf großer Fläche reizt die Haut. Pferde reagieren darauf mit Unruhe, und manche lassen sich danach nicht mehr einreiben. In den Erfahrungsgruppen hat sich deshalb ein klarer Standard durchgesetzt: 50 : 50 – nie pur. Diese Mischung ist stark genug, um tief einzuziehen, und mild genug, um zwei Wochen lang zweimal täglich aufgetragen zu werden.
Bei sehr empfindlicher Haut, bei Füchsen und Schimmeln mit dünner Haut oder an Stellen mit wenig Fell kann die Mischung zusätzlich mit etwas Wasser verdünnt werden. Wichtiger als eine stärkere Mischung ist die Regelmäßigkeit: morgens und abends, über die volle Kurdauer.
Fertige DMSO-Magnesium-Mischungen gibt es im Pferdebedarf in verschiedenen Verhältnissen. Das Set hat zwei Vorteile: Die Mischung entsteht immer frisch in genau der Menge, die gebraucht wird, und das Verhältnis lässt sich an das Pferd anpassen.
So berichten es Reiter und Pferdebesitzer aus den Erfahrungsgruppen:
Sehnen und Bänder – gereizte Sehnen, Fesselträger, warme Stellen entlang der Beugesehne. Die meistgenannte Rückmeldung: „Nach 2 Wochen keine Lahmheit mehr.“
Dicke Beine und Gallen – angelaufene Beine nach dem Stehen in der Box, weiche Schwellungen am Fesselgelenk.
Prellungen und Tritte – nach einem Schlag auf der Weide, nach einem Anschlagen beim Springen.
Überbeine und knöcherne Stellen, die warm und druckempfindlich sind.
Beanspruchte Beine nach dem Training, nach langen Ausritten oder hartem Boden.
Gereizte Sehne und Fesselträger. Das Bein ist entlang der Beugesehne warm, beim Abtasten empfindlich, das Pferd tritt auf hartem Boden kürzer. Die Mischung wird von oberhalb der warmen Stelle bis unter das Fesselgelenk entlang des Sehnenverlaufs eingearbeitet – nicht nur punktuell, sondern über die ganze Länge, die sich warm anfühlt. In den Erfahrungsberichten ist das die häufigste Anwendung überhaupt, und hier stammt auch die Rückmeldung „Nach 2 Wochen keine Lahmheit mehr“.
Dicke Beine nach dem Stehen. Viele Pferde laufen nach einer Nacht in der Box an den Hinterbeinen an, die Schwellung geht bei Bewegung zurück, kommt aber immer wieder. Hier wird die Mischung großflächig vom Röhrbein bis zur Fessel aufgetragen, am besten morgens vor der Bewegung und abends nach dem Einstallen.
Gallen. Weiche, mit Flüssigkeit gefüllte Polster am Fesselgelenk, die vor allem bei beanspruchten Sportpferden auftreten. Die Mischung wird rund um das Fesselgelenk eingearbeitet, mit besonderem Augenmerk auf die weichen Stellen.
Prellungen und Tritte. Ein Schlag auf der Weide, ein Anschlagen am Sprung, eine Schwellung, die über Nacht entstanden ist. Die Mischung wird auf und rund um die geschwollene Stelle aufgetragen, sobald die Haut geschlossen ist – auf offene Stellen gehört sie nicht.
Überbeine und knöcherne Stellen. Harte Auftreibungen am Röhrbein, die in der Entstehungsphase warm und druckempfindlich sind. Aufgetragen wird gezielt auf die Auftreibung und den Bereich darum.
Nach dem Training. Nach langen Ausritten, Turniertagen oder Arbeit auf hartem Boden tragen viele Pferdebesitzer die Mischung abends auf die beanspruchten Beine auf – als Teil der Beinpflege nach der Belastung.
Die Menge ist bewusst konkret berechnet, damit die Kur nicht nach der Hälfte der Zeit leer ist. Beim Großpferd zwischen 400 und 650 kg reichen 10 ml Mischung pro Bein und Anwendung: genug, um die Sehne über ihre ganze Länge zu benetzen, ohne dass etwas abtropft.
Zweimal täglich an einem Bein sind das 20 ml Mischung pro Tag – 10 ml DMSO und 10 ml Magnesium-Öl. Über 14 Tage ergibt das 140 ml DMSO und 140 ml Magnesium-Öl. Werden zwei Beine behandelt, verdoppelt sich die Menge auf 280 ml je Komponente.
Das Set enthält 300 ml DMSO und 300 ml Magnesium-Öl. Damit reicht es für die volle 2-Wochen-Kur an zwei Beinen mit einer kleinen Reserve – oder für gut vier Wochen an einem Bein. Bei Ponys reicht es entsprechend länger, bei Kaltblütern etwas kürzer.
Wer nach der Kur einzelne Stellen weiter pflegen möchte, etwa nach dem Training, nutzt die Reserve für gelegentliche Anwendungen.
In den Erfahrungsberichten aus dem Stall zeigt sich ein klares Muster: Die meisten Pferdebesitzer wenden die Mischung zwei Wochen lang zweimal täglich an – und genau in diesem Zeitraum berichten sie von dünneren Beinen und einem Pferd, das wieder klar tritt. Die Sehnen- & Bein-Kur ist auf genau diese zwei Wochen berechnet.
300 ml DMSO + 300 ml Magnesium-Öl = 600 ml fertige Mischung. Bei 10 ml pro Bein und Anwendung, zweimal täglich, sind das 14 Tage für zwei Beine (zum Beispiel beide Vorderbeine) – oder gut 4 Wochen für ein Bein.
Geruch: DMSO riecht nach Knoblauch. Der Geruch entsteht im Körper des Pferdes und ist ein bis zwei Tage im Atem wahrnehmbar – für Stallnachbarn gut zu wissen, schädlich ist er nicht.
Kristalle: Reines DMSO wird unter 18,5 °C fest. Im kalten Stall ist das normal und ein Zeichen von Reinheit. Die Flasche einfach in warmes Wasser stellen.
Nur Glas oder Edelstahl: DMSO löst Kunststoff an. Gemischt wird deshalb im Glas, nicht im Plastikbecher.
1. Vorbereiten: Ein kleines Glas- oder Edelstahlgefäß bereitstellen, Handschuhe anziehen. Das Bein sauber und trocken bürsten, ohne Shampoo oder Pflegemittel.
2. Mischen: Für ein Bein beim Großpferd 5 ml DMSO und 5 ml Magnesium-Öl ins Gefäß geben (Pony 3 + 3 ml, Kaltblut 6 + 6 ml). Kurz schwenken – die Mischung ist sofort fertig.
3. Auftragen: Die Mischung mit der Hand gegen den Haarstrich in das Fell einarbeiten, bis die Haut erreicht ist – entlang der Sehne, rund um das Fesselgelenk oder auf die geschwollene Stelle.
4. Einziehen lassen: Keine Bandage und keinen Gamaschenverband direkt darüber. Nach dem Einziehen kann das Pferd normal bewegt werden.
5. Wiederholen: Zweimal täglich, 14 Tage lang. Wer zwei Beine behandelt, mischt jeweils die doppelte Menge.
6. Beobachten: Ist das Bein nach den zwei Wochen dünner und tritt das Pferd klar, ist die Kur abgeschlossen. Bleibt eine Stelle heiß oder dick oder wird die Lahmheit stärker, gehört das Bein in die Hand von Tierarzt oder Tierheilpraktiker.
DMSO pur auftragen. Der häufigste Fehler überhaupt. Pures DMSO brennt auf der Haut, das Pferd wird unruhig und lässt sich beim nächsten Mal nicht mehr einreiben. Deshalb immer 50 : 50 mischen.
Im Plastikbecher mischen. DMSO löst Kunststoff an. Was sich aus dem Becher löst, landet mit im Gewebe. Gemischt wird immer im Glas oder in Edelstahl.
Bandage direkt darüber. Unter einem Verband staut sich die Mischung, die Haut kann gereizt werden. Die Mischung erst einziehen lassen, eine Bandage – wenn überhaupt – erst später und nie direkt auf die frisch behandelte Stelle.
Andere Salben auf dieselbe Stelle. Kühlgel, Arnikasalbe oder Insektenspray auf derselben Stelle werden vom DMSO mitgenommen. Deshalb an der behandelten Stelle nichts anderes auftragen.
Zu früh aufhören. Viele Pferdebesitzer hören auf, sobald das Bein am dritten oder vierten Tag dünner aussieht. Die Erfahrungen aus dem Stall zeigen: Die volle Kurdauer von zwei Wochen ist entscheidend, damit das Bein dünn bleibt.
Zu wenig Mischung. Ein paar Tropfen auf die warmste Stelle reichen nicht. Die Mischung wird über die ganze betroffene Länge eingearbeitet – beim Großpferd 10 ml pro Bein.
Die Sehnen- & Bein-Kur passt sich in den normalen Stallalltag ein. Morgens nach dem Putzen wird das Bein behandelt, bevor das Pferd auf die Weide oder in die Bewegung geht. Abends nach dem Einstallen folgt die zweite Anwendung, damit die Mischung über Nacht wirken kann.
Wird das Bein zusätzlich gekühlt, etwa mit kaltem Wasser nach dem Training, kommt die Mischung erst danach auf das trockene Bein. Bewegung im Schritt und kontrolliertes Führen ergänzen die Kur, wenn das Pferd aus einer Ruhephase kommt.
Hilfreich ist ein kleiner Kur-Kalender am Spind: 14 Tage, morgens und abends abhaken. So geht keine Anwendung verloren, und auch Reitbeteiligungen oder Stallpersonal wissen, wann das Bein behandelt wurde und wie viel Mischung noch da ist.
Nach den zwei Wochen lohnt sich ein genauer Blick: Ist das Bein kühl und dünn, tritt das Pferd auf hartem Boden wieder klar? Dann ist die Kur abgeschlossen, und die Reserve im Set bleibt für die nächste Beinsache in der Stallapotheke.
„Riecht mein Pferd danach?“ Ja – DMSO hinterlässt einen Knoblauchgeruch im Atem, der ein bis zwei Tage anhält. Er entsteht im Körper und zeigt, dass das DMSO aufgenommen wurde.
„Was, wenn mein Pferd es nicht mag?“ Manche Pferde reagieren beim ersten Auftragen mit Kribbeln oder Unruhe. Dann die Mischung stärker verdünnen und an einer kleinen Stelle beginnen – die meisten Pferde gewöhnen sich nach wenigen Anwendungen daran.
„Kann ich das auch vorbeugend nehmen?“ Viele Pferdebesitzer haben die Mischung nach harter Arbeit, langen Ausritten oder einem Tag auf hartem Boden in der Stallapotheke. Die Kur ist auf die zwei Wochen ausgelegt, in denen ein Bein wieder dünn und klar werden soll.
„Ersetzt das den Tierarzt?“ Bei starker Lahmheit, Fieber, offener Verletzung oder einem heißen, sehr dicken Bein steht die Abklärung durch Tierarzt oder Tierheilpraktiker an erster Stelle. Die Sehnen- & Bein-Kur ist das bewährte Stall-Rezept für die alltäglichen Beinsachen.
Temperatur: DMSO wird unter 18,5 °C fest. Im Winterstall ist eine erstarrte Flasche deshalb normal – sie wird in warmes Wasser gestellt und ist nach wenigen Minuten wieder flüssig. Nicht auf die Heizung stellen und nicht in die Mikrowelle.
Licht und Verschluss: Beide Flaschen nach dem Gebrauch fest verschließen und lichtgeschützt aufbewahren, am besten im Spind oder in der Stallapotheke statt auf der Fensterbank.
Gefäße: Zum Mischen ein eigenes kleines Glas mit Deckel verwenden, das nur für die Mischung genutzt wird. Kunststoffbecher, Plastikspritzen und Plastikschalen sind tabu – DMSO löst Kunststoff an und würde dessen Bestandteile mit ins Gewebe nehmen.
Handschuhe: DMSO geht auch durch die menschliche Haut. Beim Mischen und Einarbeiten deshalb immer Handschuhe tragen, am besten Nitril.
Kinder und Hunde: Die Flaschen außerhalb der Reichweite von Kindern und Stallhunden aufbewahren.
Die Sehnen- & Bein-Kur ist das bewährte Stall-Rezept als fertiges Set: DMSO 99,9 % als Trägerstoff und Magnesium-Öl als zweiter Wirkstoff, gemischt 50 : 50, nie pur. Mit fester Menge pro Bein und einer Kurdauer von zwei Wochen entfällt das Rätselraten – 600 ml Mischung reichen für eine 2-Wochen-Kur an zwei Beinen.
Anwendung:
Nur zur äußerlichen Anwendung am Pferd. Mischanleitung (50 : 50, Stall-Standard): 1. In einem Glas- oder Edelstahlgefäß mischen – kein Plastik. 2. Gleiche Teile DMSO und Magnesium-Öl: 5 ml + 5 ml = 10 ml Mischung = eine Anwendung an einem Bein beim Großpferd (Pony bis 300 kg: 3 ml + 3 ml · Kaltblut über 650 kg: 6 ml + 6 ml). 3. Für einen Tag an zwei Beinen beim Großpferd: 20 ml DMSO + 20 ml Magnesium-Öl. 4. Kurz schwenken, die Mischung ist sofort fertig. Anwendung: 2× täglich, morgens und abends, 14 Tage lang. Bein sauber und trocken, ohne andere Salben, Gele oder Sprays an derselben Stelle (DMSO würde sie mit ins Gewebe nehmen). Mit Handschuhen dünn auftragen und mit der Hand gegen den Haarstrich ins Fell einarbeiten, bis die Haut erreicht ist. Einziehen lassen, keine Bandage und keinen Gamaschenverband direkt darüber. Vor der ersten Anwendung an einer kleinen Stelle testen und 24 Stunden beobachten.
Nur zur äußerlichen Anwendung. Kühl, trocken und außerhalb der Reichweite von Kindern lagern.
Hinweise & mögliche Nebenwirkungen:
Zusammensetzung:
Das Paket enthält 2 eigenständige Präparate. Zusammensetzung und Mengenangaben je Präparat:
Zusammensetzung DMSO Tropfen:
100 % Dimethylsulfoxid (DMSO) in höchster Pharmaqualität (99,9 % Reinheit)
Zusammensetzung Magnesium Öl Spray:
Magnesiumöl mit 31% Magnesiumchlorid
Mengenangaben pro 100 ml:
Pures DMSO reizt die Haut. Im Stall hat sich 50 : 50 durchgesetzt – stark genug, um ins Gewebe zu gelangen, mild genug für die tägliche Anwendung über zwei Wochen.
Wasser verdünnt nur. Magnesium-Öl verdünnt und bringt das Mineral der Muskelentspannung mit – das das DMSO als Träger ins Gewebe nimmt.
600 ml Mischung reichen bei 10 ml pro Bein und zweimal täglicher Anwendung 14 Tage für zwei Beine – oder gut 4 Wochen für ein Bein.
Unter 18,5 °C kristallisiert reines DMSO – im kalten Stall normal. Die Flasche in warmes Wasser stellen, dann wird es wieder flüssig.
Ja – nach dem Einziehen kann normal gearbeitet werden. Bei Turnieren gelten die Regeln des Verbands.
DMSO nimmt mit, was in ihm gelöst ist – auch Verunreinigungen. Deshalb steckt im Set DMSO mit 99,9 % Reinheit nach Europäischem Arzneibuch, abgefüllt in Braunglas.
Besser nicht. Gemischt wird frisch in der Menge, die gerade gebraucht wird – für einen Tag an zwei Beinen beim Großpferd 20 ml DMSO + 20 ml Magnesium-Öl, verschlossen im Glas.
Quellen (in englischer Sprache):
Jacob, S. W., & Herschler, R. (1986). Pharmacology of DMSO. Cryobiology, 23(1), 14–27. https://doi.org/10.1016/0011-2240(86)90014-3
Karim, M., Boikess, R. S., Schwartz, R. A., & Cohen, P. J. (2023). Dimethyl sulfoxide (DMSO): a solvent that may solve selected cutaneous clinical challenges. Archives of Dermatological Research, 315(6), 1465–1472. https://doi.org/10.1007/s00403-022-02494-1
Kass, L., Rosanoff, A., Tanner, A., Sullivan, K., McAuley, W., & Plesset, M. (2017). Effect of transdermal magnesium cream on serum and urinary magnesium levels in humans: A pilot study. PLoS One, 12(4), e0174817. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0174817
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