5G-Netz: tödlich oder doch harmlos?

5G-Netz: tödlich oder doch harmlos?

17 Min. Lesezeit Aktualisiert am 29. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
5G ist die fünfte Mobilfunkgeneration und nutzt bisher vor allem Frequenzen um 700 Megahertz, 2 und 3,6 Gigahertz, also Bereiche, die dem bisherigen Mobilfunk ähneln. Nach Einschätzung des Bundesamts für Strahlenschutz gibt es innerhalb der gültigen Grenzwerte keine bestätigten Belege für eine schädigende Wirkung (BfS, 2026), und eine Übersichtsarbeit im Auftrag der WHO fand bei Handynutzern kein erhöhtes Risiko für Hirntumoren (Karipidis et al., 2024). Tödlich ist 5G damit nicht. Offene Fragen gibt es zu künftigen, sehr hohen Frequenzen und zur langen, intensiven Handynutzung. Wer vorsorglich weniger abbekommen möchte, telefoniert mit Headset und lädt das Handy nachts außerhalb des Schlafzimmers.

Die Netzausweitung des neusten und schnellsten Mobilfunknetzes 5G schreitet immer weiter voran. Mittlerweile ist es in fast jeder größeren Stadt in Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich, 5G zu empfangen. Doch wie sieht es hier mit den Auswirkungen auf unsere Gesundheit aus?

Was ist 5G?

5G steht für die „fünfte Generation“ des Mobilfunks, die seit 2020 eingeführt wird (BfS, 2026). Dank dieses Netzes soll die drahtlose Kommunikation schneller als je zuvor erfolgen. Ortsfeste Sendeanlagen, die sogenannten Basisstationen, übertragen die Signale an unsere Smartphones und andere drahtlose Geräte.

Der Umstieg auf das 5G-Netz soll eine bessere Internetabdeckung, einen geringeren Strom- beziehungsweise Batterieverbrauch und vor allem schnellere Internetverbindungen gewährleisten. Die Möglichkeiten, die das System bietet, wie beispielsweise das Herunter- oder Hochladen von Daten mit einem Gigabit pro Sekunde, könnten zum Beispiel für das Militär und die medizinische Forschung von Vorteil sein, die vom Zugang zu einer solchen extrem hohen Gigabit-Konnektivität profitieren könnten.

Das Ziel, alle städtischen Gebiete, Eisenbahnen und Hauptverkehrsstraßen mit ununterbrochener drahtloser Kommunikation der fünften Generation zu versorgen, kann nur durch die Schaffung eines sehr dichten Netzes von Antennen und Sendern erreicht werden. Mit anderen Worten, die Zahl der Basisstationen mit höheren Frequenzen und anderer Geräte wird erheblich zunehmen. Dazu gehören sogenannte Kleinzellen, die zwar mit geringerer Leistung senden, aber näher an Orten betrieben werden, an denen sich Menschen aufhalten (BfS, 2026).

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die sich mit dem Thema der Mobilfunkstrahlung, die von den Smartphones und anderen drahtlosen Geräten im Allgemeinen ausgeht, auseinandersetzen. Doch was ist der Forschungsstand in Bezug auf 5G und wie wirkt es sich auf unsere Gesundheit aus? 

Frau sitzt entspannt mit dem Smartphone auf dem Sofa in einer hellen, modernen Stadtwohnung

Wie unterscheidet sich 5G von 4G und WLAN?

Technisch ist 5G in vielen Punkten mit den bisherigen Mobilfunkstandards vergleichbar. In Deutschland nutzt es Frequenzbereiche, in denen bereits Mobilfunk betrieben wird (2-Gigahertz-Band), die für vergleichbare Nutzungen vergeben sind (3,6-Gigahertz-Band) oder die solchen Bändern benachbart sind (700-Megahertz-Band). Die Erkenntnisse aus der bisherigen Mobilfunkforschung lassen sich deshalb zu einem großen Teil auf 5G übertragen (BfS, 2026).

Neu sind vor allem zwei Dinge. Erstens bündeln 5G-Antennen aus vielen einzelnen Elementen die Strahlung gezielt in Richtung des Geräts (Beamforming). Weil dadurch weniger Leistung ungerichtet in die Umgebung abgegeben wird, kann die Belastung sogar sinken; gleichzeitig wachsen aber die übertragenen Datenmengen. Zweitens soll 5G künftig auch sehr hohe Frequenzen nutzen, etwa 26, 40 oder bis zu 86 Gigahertz. Diese dringen nur sehr wenig in den Körper ein und wirken vor allem auf Haut und Augen, nicht auf innere Organe. Weil es für diesen Bereich bislang nur wenige Untersuchungen gibt, sieht das Bundesamt für Strahlenschutz hier noch Forschungsbedarf (BfS, 2026).

WLAN funkt im 2,4-Gigahertz-Band sowie um 5 und 6 Gigahertz, also in einem ähnlichen Bereich wie 5G. Die zulässige Strahlungsleistung eines WLAN-Geräts liegt im 2,4-Gigahertz-Band bei höchstens 100 Milliwatt. Im Alltag liegt die Belastung durch WLAN, Bluetooth und ähnliche Funktechniken in der Regel weit unterhalb der empfohlenen Höchstwerte (BfS).

5G und Beschwerden: Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Elektrosensibilität

Manche Menschen führen Beschwerden auf Funkfelder in ihrer Umgebung zurück und bezeichnen sich als elektrosensibel. Als typische Beschwerden nennt das Bundesamt für Strahlenschutz Kopf- und Gliederschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindelgefühle, Konzentrationsschwächen und Antriebslosigkeit (BfS). Die Beschwerden können stark sein. Ob die Felder sie auslösen, wurde in Blindversuchen geprüft: Dabei wissen die Teilnehmenden nicht, ob gerade ein echtes Feld eingeschaltet ist.

Eine Übersichtsarbeit im Auftrag der WHO mit 41 Studien und 2.874 Teilnehmenden fand, dass hochfrequente Felder am Kopf oder am ganzen Körper weder Kopfschmerzen noch Schlafstörungen nennenswert verstärkten; die Teilnehmenden konnten auch nicht besser als zufällig erkennen, ob ein Feld eingeschaltet war (Bosch-Capblanch et al., 2024). Schon zuvor hatten 46 solche Studien mit 1.175 Betroffenen keinen belastbaren Hinweis geliefert, dass die Felder die Beschwerden auslösen; die Erwartung, dass ein Feld schadet, konnte akute Beschwerden dagegen sehr wohl hervorrufen (Nocebo-Effekt) (Rubin et al., 2010).

Wer schlecht schläft, sollte deshalb auch andere Ursachen in den Blick nehmen, etwa Stress oder unregelmäßige Schlafzeiten. Das Handy nachts außerhalb des Schlafzimmers zu laden, schafft Abstand zur Feldquelle und nimmt zugleich eine Ablenkung aus dem Bett. Für das Einschlafen gibt es einen offiziell anerkannten Nährstoff: Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen, wenn kurz vor dem Schlafengehen 1 mg eingenommen wird (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Im Durchschlaf Paket ist Melatonin mit GABA kombiniert, erst zum Einschlafen, dann für eine ruhige Nacht.

Wie gefährlich ist 5G wirklich?

Das Bundesamt für Strahlenschutz geht nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand nicht von negativen gesundheitlichen Auswirkungen durch 5G aus, sieht aber noch offene Fragen (BfS, 2026). Nachgewiesen ist bei hochfrequenten Feldern vor allem eine Wirkung: Bei hoher Intensität erwärmen sie Körpergewebe. Davor schützen die Grenzwerte (BfS, 2023).

Von welchen gesundheitsschädlichen Folgen kann man nun ausgehen?

Es besteht die Annahme, dass die Belastung durch 5G (und allgemein Hochfrequenzübertragungen) ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung bestimmter Tumorarten mit sich bringt. Das sollen einige Tierstudien, die mit Ratten durchgeführt wurden, verdeutlichen.

In zwei Studien, die 2018 in den USA durchgeführt wurden, konnte man feststellen, dass eine Belastung mit 2G und 3G mit Herztumoren bei männlichen Ratten in Verbindung steht.

Im US-amerikanischen National Toxicology Program (NTP) wurden Ratten zwei Jahre lang am ganzen Körper mit 1,5 bis 6 Watt pro Kilogramm bestrahlt, mit Signalen, wie sie 2G- und 3G-Handys nutzen. Männliche Tiere entwickelten häufiger bösartige Schwannome am Herzen („klare Hinweise“) und bösartige Gliome im Gehirn („einige Hinweise“). Die höhere Belastung lag viermal über der maximalen Belastung eines Menschen, und Menschen werden anders als die Tiere nur örtlich bestrahlt. Das NTP weist außerdem darauf hin, dass die sehr hohen Frequenzen, die 5G künftig nutzen soll, vor allem in der Haut aufgenommen werden und nicht bis zu Herz oder Gehirn vordringen (NTP, 2018).

Eine italienische Studie des Ramazzini-Instituts setzte 2.448 Ratten vom Mutterleib bis zu ihrem natürlichen Tod 19 Stunden täglich am ganzen Körper den Feldern einer 1,8-Gigahertz-Sendeanlage aus, mit bis zu 50 Volt pro Meter. Bei der höchsten Feldstärke traten bei männlichen Ratten statistisch signifikant häufiger Schwannome am Herzen auf; bösartige Hirntumoren bei weiblichen Ratten nahmen ebenfalls zu, allerdings nicht statistisch signifikant (Falcioni et al., 2018). Ergebnisse aus Tierversuchen lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen; beide Studien nutzten zudem Signale älterer Mobilfunkstandards.

Was Studien am Menschen zeigen

Im Jahr 2011 stufte die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) hochfrequente elektromagnetische Felder als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) ein (Baan et al., 2011). Das bedeutet: Es gibt begrenzte Hinweise, vor allem aus Beobachtungsstudien zu Gliomen und Tumoren des Hörnervs bei Handynutzern, nachgewiesen ist eine krebserregende Wirkung damit nicht. In dieselbe Gruppe gehören fast 300 Stoffe, darunter auch saures Gemüse (BfS, 2024).

Seither ist die Datenlage deutlich gewachsen. Eine Übersichtsarbeit im Auftrag der WHO mit 63 Studien aus 22 Ländern fand bei Handynutzern kein erhöhtes Risiko für Gliome (relatives Risiko 1,01), Meningeome, Tumoren des Hörnervs oder Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen, auch nicht bei längerer Nutzung (Karipidis et al., 2024). Für die hohen Frequenzen über 6 Gigahertz, die 5G künftig nutzen soll, werteten australische Strahlenschützer 107 Laborstudien und 31 Bevölkerungsstudien zu Radarstrahlung aus. Die Laborbefunde wurden meist nicht unabhängig bestätigt, und die Bevölkerungsstudien zeigten kaum Hinweise auf Krebs oder andere Erkrankungen. Die Autoren fanden keinen bestätigten Beleg dafür, dass schwache Felder in diesem Bereich die Gesundheit gefährden (Karipidis et al., 2021). Eine weitere Übersicht mit 94 Labor- und Tierstudien kam zu dem Schluss, dass die vorhandenen Daten für eine abschließende Sicherheitsbewertung noch nicht ausreichen, und fordert mehr Forschung zur örtlichen Erwärmung von Haut und Augen (Simkó & Mattsson, 2019).

Es ist sicher, dass mit der Ausweitung der 5G-Abdeckung auch die Anzahl der drahtlosen Geräte zunehmen wird. Ob die persönliche Strahlenbelastung dadurch steigt, ist offen, weil gezielt sendende Antennen sie auch senken können.

Mit dem Ausbau von 5G werden mehr Sendeanlagen gebraucht. Das Bundesamt für Strahlenschutz geht davon aus, dass die Bandbreite möglicher Belastungen dadurch zunimmt, und vergibt Forschungsvorhaben zu den neuen Frequenzbereichen. Unabhängig von 5G bestehen noch Unsicherheiten zu Langzeitwirkungen intensiver Handynutzung, weil sich Krebserkrankungen über 20 bis 30 Jahre entwickeln, und auch bei Wirkungen auf Kinder sind noch nicht alle Fragen abschließend beantwortet (BfS, 2026).

Grafik: Funkwellen einer Sendeantenne erreichen ein Smartphone und ein Wohnhaus

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5G-Mast und Antenne auf dem Dach: Wie weit strahlen sie, und ist das schädlich?

Mobilfunknetze sind in Funkzellen eingeteilt. Je nach Standort versorgt eine Basisstation einen Bereich von weniger als hundert Metern bis zu mehreren Kilometern. Anlagen in Gebäuden senden mit deutlich unter einem Watt, kleine Stationen an Hauswänden oder Straßenlaternen mit wenigen Watt und Anlagen auf Hausdächern oder freistehenden Masten mit mehreren zehn Watt. Sind an einem Standort mehrere Anlagen installiert, kann die gesamte Sendeleistung über 100 Watt steigen (BfS, 2026).

Für die eigene Belastung ist die Antenne auf dem Dach meist weniger entscheidend als das eigene Handy: Dessen Felder beim Telefonieren sind im Allgemeinen sehr viel stärker als die von Mobilfunkbasisstationen (BfS, 2024). Für Sendeanlagen gelten Grenzwerte, die sich auf die Summe aller Anlagen an einem Standort beziehen und bei maximaler Auslastung eingehalten werden müssen. In Deutschland prüft das die Bundesnetzagentur, bevor sie eine Standortbescheinigung erteilt. Bei Einhaltung der Grenzwerte sind nach Einschätzung des Bundesamts für Strahlenschutz keine nachteiligen Wirkungen zu erwarten (BfS, 2024).

Welche Grenzwerte gelten für 5G in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

In Deutschland legt die 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung (26. BImSchV) die Grenzwerte für ortsfeste Sendeanlagen fest. Sie beruhen auf Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) und der Strahlenschutzkommission und sind frequenzabhängig, weil der Körper Felder je nach Frequenz unterschiedlich stark aufnimmt. Für 5G gelten folgende Grenzwerte für die elektrische Feldstärke (BfS, 2024):

  • um 700 Megahertz: 37 Volt pro Meter
  • um 2.000 Megahertz: 61 Volt pro Meter
  • um 3.600 Megahertz: 61 Volt pro Meter

Handys fallen nicht unter diese Verordnung. Für sie gilt im Rahmen der Produktsicherheit ein SAR-Wert von höchstens 2 Watt pro Kilogramm, gemittelt über 10 Gramm Gewebe im Kopf oder im Körperrumpf (BfS, 2024).

In Österreich gelten auf Grundlage der ÖVE-Richtlinie R 23-1 und der EU-Ratsempfehlung 1999/519/EG ebenfalls die von WHO und ICNIRP empfohlenen Grenzwerte, die einen 50-fachen Sicherheitsfaktor enthalten; ihre Einhaltung prüft die Fernmeldebehörde (BMWKMS). Die Schweiz regelt den Schutz in der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV): Mobilfunkanlagen müssen die Immissionsgrenzwerte überall einhalten, wo sich Menschen aufhalten können, und größere Anlagen zusätzlich einen vorsorglichen Anlagegrenzwert an sogenannten Orten mit empfindlicher Nutzung (BAFU, 2025).

Schutz vor 5G: So lässt sich die persönliche Belastung senken

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand reichen die Grenzwerte aus, um vor den nachgewiesenen Gesundheitsrisiken zu schützen. Wer vorsorglich weniger abbekommen möchte, hat trotzdem einfache Möglichkeiten, ohne auf die Vorteile eines Handys zu verzichten (BfS, 2024).

1. Die eigenen Funkquellen kennen

Die eigenen drahtlosen Geräte sind im Alltag die wichtigsten Quellen hochfrequenter Felder. Wer die Belastung verringern möchte, sollte diese Geräte kennen. Dazu gehören:

  • Smartphones, Notebooks, Tablets
  • Schnurlose Telefone
  • WLAN-Router
  • Mikrowellen
  • Mit Bluetooth ausgestattete Geräte wie zum Beispiel: drahtlose Mäuse oder Tastaturen
  • Babyfone

Ob Kinder empfindlicher auf Funkfelder reagieren, ist noch nicht abschließend geklärt (BfS, 2026). Bei ihnen lohnt Vorsorge deshalb besonders: kurze Telefonate, ein Headset und das Babyfon nicht direkt am Kinderbett. Die bisher größte Studie zu Kindern und Jugendlichen, MOBI-Kids mit Daten aus 14 Ländern, fand allerdings kein erhöhtes Risiko für Hirntumoren durch die Handynutzung (BfS).

2. Den WLAN-Router ausschalten, wenn kein WLAN gebraucht wird

Vor allem nachts lässt sich das WLAN ausschalten, da es dann meist nicht benötigt wird. Viele Router lassen sich so einstellen, dass sie sich bei Nichtbenutzung oder nachts automatisch abschalten (BfS, 2023). Wer auf Nummer sicher gehen will, kann über kabelgebundene Verbindungen einen Zugang zum Internet herstellen. Eine weitere Alternative für eine Internetverbindung wären USB-Ethernet-Adapter.

3. Mit Headset telefonieren und auf guten Empfang achten

Die Stärke der Felder nimmt mit dem Abstand zur Antenne schnell ab. Ein Headset oder die Freisprechfunktion vergrößert den Abstand zwischen Kopf und Handy stark; auch eine Textnachricht statt eines Anrufs hält das Gerät vom Kopf fern. Bei schlechtem Empfang, etwa im Auto ohne Außenantenne, muss das Handy mit höherer Leistung senden. Wer die Wahl hat, telefoniert deshalb bei gutem Empfang, hält Telefonate kurz und achtet beim Kauf auf einen niedrigen SAR-Wert (BfS, 2024).

4. Das Schlafzimmer entlasten

Weil man im Schlafzimmer viele Stunden verbringt, lohnt sich dort Abstand zu Feldquellen. Es genügt, Geräte, die gerade nicht gebraucht werden, ganz auszuschalten oder vom Netz zu nehmen. Netzbetriebene Radiowecker gehören nicht direkt neben das Kopfteil des Bettes (BfS, 2023).

5. Das Handy nicht direkt am Körper tragen

Wird das Handy dicht am Körper getragen, sollte der Mindestabstand eingehalten werden, den der Hersteller in der Gebrauchsanweisung nennt. Bei kleinerem Abstand können höhere SAR-Werte auftreten (BfS, 2024). Auch zum Schlafen gehört das Smartphone nicht ins Bett: Wer es nachts im Nebenraum lädt und einen normalen Wecker nutzt, hat Abstand zur Feldquelle und weniger Ablenkung beim Einschlafen.

6. Abschirmprodukte sparen, Geräte lieber abschalten

Im Handel gibt es viele Produkte, die vor 5G oder „Elektrosmog“ schützen sollen, etwa Abschirmmatten, Baldachine für das Bett, Aufkleber, spezielle Wandfarben oder Anhänger. Aus Sicht des Bundesamts für Strahlenschutz sind sie für den Gesundheitsschutz unnötig oder ungeeignet. Manche verschlechtern sogar den Empfang, sodass das Handy mit höherer Leistung sendet (BfS, 2025). Wirksamer und kostenlos sind Abstand und das Abschalten von Geräten, die gerade nicht gebraucht werden.

7. Auf eine gute Magnesiumversorgung achten

Unabhängig vom Thema Funk lohnt ein Blick auf die Magnesiumversorgung. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Da viele Menschen einen Magnesiummangel haben, ist es sinnvoll, die eigene Magnesiumzufuhr im Auge zu behalten und wenn nötig Magnesium zu ergänzen.

8. Gewürze und Pflanzenstoffe in die Küche holen

Bestimmte Gewürze enthalten sogenannte Phenole, sekundäre Pflanzenstoffe, die in der Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Reich an Phenolen sind zum Beispiel Zimt, Nelken, Ingwer, Rosmarin und Kurkuma. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit vielen solchen Pflanzenstoffen ist die Grundlage für die Gesundheit; es geht dabei nicht um einen Schutzschild gegen Funkfelder, sondern um eine gute Versorgung.

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Häufige Fragen

Nach heutigem Kenntnisstand nicht, solange die Grenzwerte eingehalten werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht innerhalb der Grenzwerte keine bestätigten Belege für eine schädigende Wirkung, und eine Übersichtsarbeit im Auftrag der WHO fand bei Handynutzern kein erhöhtes Hirntumorrisiko. Offene Fragen gibt es noch zu den künftigen sehr hohen Frequenzen und zu Langzeitwirkungen intensiver Handynutzung.

Nein, dafür gibt es keinerlei Belege. Die einzige nachgewiesene Wirkung hochfrequenter Felder ist die Erwärmung von Gewebe bei hoher Intensität, und davor schützen die Grenzwerte. Die bisher genutzten 5G-Frequenzen ähneln denen von 4G.

Sendeanlagen müssen die Grenzwerte in der Summe aller Anlagen am Standort und bei voller Auslastung einhalten; dann erwartet das Bundesamt für Strahlenschutz keine nachteiligen Wirkungen. Für die eigene Belastung zählt meist das eigene Handy mehr, denn seine Felder beim Telefonieren sind in der Regel viel stärker als die einer Basisstation.

In Blindversuchen haben hochfrequente Felder Kopfschmerzen und Schlafstörungen nicht nennenswert verstärkt, und die Teilnehmenden konnten nicht erkennen, ob ein Feld eingeschaltet war. Die Beschwerden sind trotzdem echt; die Erwartung, dass ein Feld schadet, kann sie auslösen. Bei anhaltenden Kopfschmerzen lohnt es sich, auch andere Ursachen wie Stress oder Schlafmangel abklären zu lassen.

Ob Kinder empfindlicher auf Funkfelder reagieren, ist noch nicht abschließend geklärt, deshalb rät das Bundesamt für Strahlenschutz gerade bei ihnen zu Vorsorge. Die bisher größte Studie zu Kindern und Jugendlichen, MOBI-Kids, fand kein erhöhtes Hirntumorrisiko durch die Handynutzung. Kurze Telefonate, ein Headset und kein Handy im Kinderbett sind einfache Schritte.

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