5G-Netz: tödlich oder doch harmlos?

Veröffentlicht am: Mai 24, 2024
Dr. med. Wolfgang Bachmann
Dr. med. Wolfgang Bachmann

Allgemeinmediziner

Die Netzausweitung des neusten und schnellsten Mobilfunknetzes 5G schreitet immer weiter voran. Mittlerweile ist es in fast jeder größeren Stadt in Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich 5G zu empfangen. Doch wie sieht es hier mit den Auswirkungen auf unsere Gesundheit aus?

Inhalt

Was ist 5G?

Wie gefährlich ist 5G wirklich?

9 Tipps wie Sie sich vor 5G schützen

Fazit

Was ist 5G?

5G bedeutet so viel wie „fünfte Generation der Hochfrequenzstrahlung“. Dank dieses Netzes soll die drahtlose Kommunikation schneller als je zuvor erfolgen. Diese Frequenzsysteme sind Sender, die Signale an unsere Smartphones und andere drahtlosen Geräte übertragen.

➤ Die Übertragung mit 5G soll bis zu 100 Mal schneller stattfinden als mit dem jetzigen 4G.

Der Umstieg auf das 5G-Netz soll eine bessere Internetabdeckung, einen geringeren Strom- beziehungsweise Batterieverbrauch und vor allem schnellere Internetverbindungen gewährleisten. Die Möglichkeiten, die das System bietet, wie beispielsweise das Herunter- oder Hochladen von Daten mit einem Gigabit pro Sekunde, könnten zum Beispiel für das Militär und der medizinischen Forschung von Vorteil sein, die vom Zugang zu einer solchen extrem hohen Gigabit-Konnektivität profitieren könnten.

Das Ziel, alle städtischen Gebiete, Eisenbahnen und Hauptverkehrsstraßen mit ununterbrochener drahtloser Kommunikation der fünften Generation zu versorgen, kann nur durch die Schaffung eines sehr dichten Netzes von Antennen und Sendern erreicht werden. Mit anderen Worten, die Zahl der Basisstationen mit höheren Frequenzen und anderer Geräte wird erheblich zunehmen.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die sich mit dem Thema der Mobilfunkstrahlung, die von den Smartphones und anderen drahtlosen Geräten im Allgemeinen ausgeht, auseinandersetzen. Doch was ist der Forschungsstand in Bezug auf 5G und wie wirkt es sich auf unsere Gesundheit aus? 

5G schnell

Wie gefährlich ist 5G wirklich?

Während manche Wissenschaftler im Allgemeinen davon ausgehen, dass solche Funkwellen wie 5G keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, hat sich die Forschung bisher nicht mit einer ständigen Strahlenbelastung befasst, die 5G mit sich bringen würde. Einige Studien behandeln jedoch die negativen Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Von welchen gesundheitsschädlichen Folgen kann man nun ausgehen?

Es besteht die Annahme, dass die Belastung durch 5G (und allgemein Hochfrequenzübertragungen) ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung bestimmter Tumorarten mit sich bringt. Das sollen einige Tierstudien, die mit Ratten durchgeführt wurden, verdeutlichen.

In zwei Studien, die 2018 in den USA durchgeführt wurden, konnte man feststellen, dass eine Belastung mit 2G und 3G mit Herztumoren bei männlichen Ratten in Verbindung steht.

Eine italienische Studie zeigt die Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit der Strahlenbelastung auf. Forscher berichten hier von einer Zunahme von Herz- und Hirntumoren bei Ratten. Allerdings wurden bei dieser Studie sogar niedrigere Bestrahlungswerte, als die des 5G herangezogen.

➤ Hierzu sollte erwähnt werden, dass es strenge Vorschriften gibt, die die maximale Menge an Hochfrequenzen festlegen, denen die Bürger ausgesetzt sein dürfen.

Zu einem erhöhten Krebsrisiko können weitere gesundheitliche Risiken von elektromagnetischer Strahlung (EMS) zurückgeführt werden:

  • Lern- und Gedächtnisstörungen
  • Neurologische Beschwerden
  • Oxidativer Stress durch Zunahme von freien Radikalen
  • Genschäden
  • Unfruchtbarkeit
  • Depression
  • Alzheimer

Es ist sicher, dass mit der Ausweitung der 5G-Abdeckung auch die Anzahl der drahtlosen Geräte zunehmen wird. Das bedeutet, wir sind dann einer erheblich höheren Strahlenbelastung ausgesetzt als bisher.

5G Netz

9 Tipps wie Sie sich vor 5G schützen

1. Identifizieren Sie EMS-Geräte

Ihre drahtlosen Geräte sind Hauptsender von EMS. Um sich vor derartiger Strahlung zu schützen, sollten Sie diese Geräte identifizieren und die Belastung durch diese reduzieren. Geräte, die erhöhte EMS ausstrahlen sind folgende:

  • Smartphones, Notebooks, Tablets
  • Schnurlose Telefone
  • WLAN-Router
  • Mikrowellen
  • Mit Bluetooth ausgestattete Geräte wie zum Beispiel: drahtlose Mäuse oder Tastaturen
  • Babyfone

Lassen Sie Ihre Kinder keine Smartphones oder andere drahtlosen Geräte nutzen. Denn Kinder sind durch ihre dünneren Schädel und Knochen und wegen ihres sich noch entwickelnden Immunsystem noch mehr von Strahlung gefährdet als Erwachsene.

2. Schalten Sie Ihren WLAN-Router aus, wenn Sie kein WLAN brauchen

Vor allem nachts können Sie Ihr WLAN ausschalten, da Sie es wahrscheinlich nicht benötigen werden. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, können Sie über kabelgebundene Verbindungen einen Zugang zum Internet herstellen. Eine weitere Alternative für eine Internetverbindung wären USB-Ethernet-Adapter.

3. Vermeiden Sie drahtlose Ladegeräte

Heutzutage findet man immer mehr kabellose Ladegeräte für Smartphones. Leider bringen auch diese Nachteile mit sich. Zum einen erhöhen sie die Strahlenbelastung in Ihrem Zuhause massiv, zum anderen ist es weniger energieeffizient als das Laden via Kabel.

4. Schalten Sie nachts den Strom aus

Wenn Sie nachts den Strom in Ihrem Schlafzimmer ausschalten, verringert sich Ihre Strahlenbelastung.

5. Suchen Sie Alternativen zu Ihrer Mikrowelle

Ihr Essen können Sie auch mit anderen Geräten als der Mikrowelle aufwärmen. Wenn Sie keine Lust auf Pfanne oder Topf haben, können Sie beispielsweise auf Dampfgarer oder Halogenöfen zurückgreifen.

6. Vermeiden Sie es Ihr Handy direkt am Körper zu tragen

Sie sollten auch nicht mit Ihrem Smartphone schlafen gehen. Es kann nämlich nicht nur zu einer erhöhten Strahlenbelastung kommen, sondern auch die Melatoninproduktion hemmen.

7. Achten Sie auf Ihre Magnesiumaufnahme

Die Auswirkungen von EMS können durch einen Magnesiummangel verschlimmert werden. Da viele Menschen einen Magnesiummangel haben, ist es wichtig, dass Sie Ihre Magnesiumzufuhr im Auge behalten und wenn nötig Magnesium supplementieren.

8. Molekularer Wasserstoff

Das medizinische Interesse an molekularem Wasserstoff wächst kontinuierlich. Früher dachte man, Wasserstoff habe keine besondere Wirkung auf den Körper. Immer mehr Studien beweisen nun das Gegenteil. Molekularer Wasserstoff wirkt antioxidativ und entzündungshemmend und kann Schäden, die durch EMS entstehen, stark abschwächen.

9. Gewürze

Bestimmte Gewürze, die sogenannte Phenole enthalten, haben eine gewisse Schutzwirkung gegen EMS-Schäden gezeigt. Reich an Phenolen sind zum Beispiel Zimt, Nelken, Ingwer, Rosmarin und Kurkuma.

Fazit

Die Tatsache, dass hohe Strahlungswerte für unsere Gesundheit nicht ganz ungefährlich sind, ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Ob aber 5G noch schädlicher ist als 3G oder 4G ist nicht erforscht. Viele Forscher sind dementsprechend der Ansicht, dass mehr Untersuchungen zu den potenziellen negativen biologischen Auswirkungen von 5G erforderlich sind. Insbesondere unter Berücksichtigung des Auftretens einiger schwerer Krankheiten. Außerdem wäre es notwendig, Forscher aus verschiedenen Fachgebieten wie zum Beispiel Mediziner, Physiker oder Ingenieure zusammenzubringen, damit die Auswirkungen von 5G noch weiter untersucht werden können.

Langzeitstudien sind notwendig, um genau festzulegen, ob 5G nun ein noch höheres Risiko für die Gesundheit darstellt. Denn unter realistischen Bedingungen (z.B. mit der Entfernung von den Funkbasisstationen und einer ununterbrochenen Strahlenexposition) gibt es keine Erkenntnisse, ob die Strahlenbelastung einen noch größeren Nachteil für die Gesundheit darstellt oder nicht.

 

Quellen (in englischer Sprache):

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Hardell, L., & Carlberg, M. (2020). Health risks from radiofrequency radiation, including 5G, should be assessed by experts with no conflicts of interestOncology letters20(4), 15. doi:10.3892/ol.2020.11876

Kostoff, R. N., Heroux, P., Aschner, M., & Tsatsakis, A. (2020). Adverse health effects of 5G mobile networking technology under real-life conditions. Toxicology letters323, 35–40. doi:10.1016/j.toxlet.2020.01.020

Simkó, M., & Mattsson, M. O. (2019). 5G Wireless Communication and Health Effects-A Pragmatic Review Based on Available Studies Regarding 6 to 100 GHzInternational journal of environmental research and public health16(18), 3406. doi:10.3390/ijerph16183406

Chiaraviglio, Luca & Fiore, Marco & Rossi, Edouard. (2019). 5G Technology: Which Risks From the Health Perspective?.

Cindy L. Russell. (2018). 5 G wireless telecommunications expansion: Public health and environmental implications. Environmental Research, 165, 484-495. doi:10.1016/j.envres.2018.01.016.

Dr. Joseph Mercola: Top 19 Tips to Reduce Your EMF Exposure