Was hilft bei Polyneuropathie?

Was hilft bei Polyneuropathie?

18 Min. Lesezeit Aktualisiert am 29. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Die häufigsten Ursachen einer Polyneuropathie sind in westlichen Ländern Diabetes, zu viel Alkohol, Chemotherapie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – bei 20 bis 30 % der Betroffenen bleibt die Ursache unklar (Hanewinckel et al., 2016). Auch ein Vitamin-B12-Mangel, etwa nach jahrelanger Einnahme von Metformin, kann die Nerven schädigen (Bell, 2022). Am besten untersucht ist Alpha-Liponsäure: 600 mg täglich senkten Brennen, Stechen und Taubheit bei diabetischer Polyneuropathie in fünf Wochen um 51 %, unter Placebo um 32 % (Ziegler et al., 2006).

Was ist Polyneuropathie?

Der Fachbegriff Polyneuropathie, kurz PNP, beschreibt Nervenerkrankungen, die sich außerhalb der Gehirn- und Rückenmarksregionen, also dem zentralen Nervensystem, befinden. Hierbei beeinträchtigt dieses Krankheitsbild je nach Ursache und Stadium mehrere Nerven. Die feinen Stränge sind neben der sensibilisierten Wahrnehmung von Berührungen, Wärme, Kälte oder Schmerz ebenso für das Steuern der Muskelbewegungen zuständig. Im Gegensatz dazu regulieren die vegetativen Nervenfasern die überlebenswichtigen Funktionen unseres Organismus sowie die Weite der Blutgefäße. Sind diese in ihrer Funktion oder Ausprägung eingeschränkt, leiden Polyneuropathie Betroffene unter variablen Symptomen, deren Auftreten und Ursachen individueller Natur sind. Insgesamt hat etwa 1 % der Bevölkerung eine Polyneuropathie, bei älteren Menschen sind es bis zu 7 % (Hanewinckel et al., 2016).

Welche Formen von Polyneuropathie gibt es?

Die periphere versus autonome Ausprägung der Polyneuropathie

Derzeit unterscheiden Ärzte zwei Formen der Polyneuropathien, die periphere und autonome Ausprägung. Erstere betrifft die Nerven, die die Bewegungen unserer Gliedmaßen steuern. Insbesondere Diabetiker sind von dieser Variante betroffen. Zu Beginn werden die sensiblen Nerven der Hände oder der Füße geschädigt, da sie sich abseits der Körpermitte befinden. Hier stellen sich Alltagseinschränkungen wie Schmerzen, ein Taubheitsgefühl oder ein Kribbeln ein, dessen Ursachen im Anfangsstadium der Polyneuropathien häufig nicht ausreichend beachtet werden.

Die autonome Form der Polyneuropathie betrifft das vegetative Nervensystem. Dieses reguliert etwa den Herzschlag oder die Verdauung eigenmächtig. Dabei kann die autonome Polyneuropathie jedes Organ schädigen, was von den bereits befallenen Nervensträngen abhängig ist. 

Symptome der beiden Ausprägungen von Polyneuropathie

1. Periphere Polyneuropathie

Polyneuropathien, die die Nervenstränge des Bewegungsapparates beeinflussen, lassen sich insbesondere durch die für sie typischen Taubheitsgefühle und ein Kribbeln in den Gliedmaßen feststellen. Hier bilden sich brennende oder stechende Schmerzherde, die insbesondere im Ruhezustand oder nachts auftreten. Betroffene berichten zudem von Muskelkrämpfen oder Störungen der Koordination, die sich beim Gehen oder Treppensteigen äußern. Die von der Erkrankung beeinflussten Bereiche werden gegenüber Reizen weniger empfindlich, wobei ebenso das Gegenteil, eine Überempfindlichkeit der Nerven, auftreten kann. Diese äußert sich in den unterschiedlichsten Lebenslagen und reicht von einer massiven Verminderung des Tastsinns bis zu einer stark erhöhten Empfindlichkeit bei kleinsten Berührungen. 

2. Autonome Polyneuropathie

Autonome Polyneuropathien und deren Symptome werden hauptsächlich von den betroffenen Organen als Ursache der Leiden beeinflusst. Einer Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems folgt so beispielsweise ein erhöhter Herzschlag, während der Blutdruck im bewegten Zustand rasch absinkt. Hieraus resultiert ein Schwindelgefühl, das das Alltagsleben stark beeinträchtigen kann. Weitere Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Übelkeit oder Erbrechen sowie Schluckstörungen oder ein Völlegefühl sind bei dieser Form der Polyneuropathie keine Seltenheit, wenn die Nerven des Magen-Darm-Traktes betroffen sind. Sind die Harn- und Geschlechtsorgane betroffen, besteht außerdem ein erhöhtes Risiko, inkontinent zu werden. Dies liegt daran, dass die Blasenfüllung unbemerkt bleibt und unkontrolliert ausgeschieden wird. Gleichsam führen manche Wissenschaftler eine eintretende Impotenz auf autonome Polyneuropathien zurück. Außerdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass die autonome Ausprägung der Polyneuropathien den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringt. Dies äußert sich durch Schweißausbrüche oder eine innere Unruhe, die klassische Symptome einer Unterzuckerung darstellen. Die entsprechenden Beschwerden sollten in jedem Fall ernst genommen werden, da ihre rechtzeitige Behandlung lebenswichtig sein kann.

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Polyneuropathie: Welche Ursachen gibt es?

Eine Polyneuropathie ist keine eigenständige Krankheit, sondern meist die Folge einer anderen Erkrankung oder einer Schädigung von außen. In westlichen Ländern stehen vier Auslöser an der Spitze: Diabetes, zu viel Alkohol, Chemotherapie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Hanewinckel et al., 2016). Die wichtigsten Ursachen im Überblick:

  • Diabetes: Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker ist der häufigste Auslöser. Rund die Hälfte aller Menschen mit Diabetes entwickelt eine Polyneuropathie (Rolim et al., 2019).
  • Alkohol: Unter Menschen, die über lange Zeit zu viel Alkohol trinken, hat fast jeder Zweite (46,3 %) eine nachweisbare Polyneuropathie. Entscheidend ist die Menge Alkohol, die über das ganze Leben zusammenkommt (Julian et al., 2019).
  • Vitamin-B12-Mangel: Fehlt Vitamin B12, leiden die Nerven. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen und Menschen, die über Jahre Metformin oder Magensäureblocker einnehmen (Bell, 2022).
  • Chemotherapie und andere Medikamente: Im ersten Monat nach einer Chemotherapie haben 68 % der Behandelten Nervenbeschwerden, nach sechs Monaten noch 30 % (Seretny et al., 2014).
  • Weitere Auslöser: eine Schilddrüsenunterfunktion, eine eingeschränkte Nierenfunktion, Autoimmun- und Entzündungskrankheiten, Infektionen, Giftstoffe wie Schwermetalle oder Lösungsmittel sowie erbliche Formen.

Bei 20 bis 30 % der Betroffenen findet sich trotz gründlicher Untersuchung keine Ursache (Hanewinckel et al., 2016). Ärzte sprechen dann von einer idiopathischen Polyneuropathie. Weil viele Auslöser behandelbar sind, gehören Kribbeln, Brennen oder Taubheit in Händen und Füßen immer ärztlich abgeklärt.

Diabetische Polyneuropathie

Die diabetische Polyneuropathie gilt als die häufigste Form dieses Krankheitsbildes und betrifft etwa die Hälfte aller Diabetiker (Rolim et al., 2019). Hierbei spielt es keine Rolle, ob diese an der Typ-1- oder an der Typ-2-Ausprägung leiden. Die Erkrankung teilen wir in die autonome und sensomotorische Variante ein, deren Symptome meist schleichend eintreten. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt oder zerstört in diesem Krankheitsfall insbesondere feine Blutgefäße. 

Ursachen für diabetische Polyneuropathie

Als Ursache für die Nervenschädigungen im Rahmen der diabetischen Polyneuropathie wird ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert angesehen. Nach wie vor bestehen jedoch unterschiedliche Erklärungsansätze, die sich mit dessen detaillierten Auswirkungen auf die Nerven beschäftigen. So gehen die meisten Mediziner davon aus, dass die erhöhte Anzahl an Zuckermolekülen mit den körpereigenen Proteinen reagiert. Die daraus resultierenden Komplexe greifen die Nerven an, was eine unwiderrufliche Schädigung zur Folge hat. Außerdem finden sich bei einem schlecht eingestellten Diabetes zu viele Entzündungsbotenstoffe im Blut, die den Zellstoffwechsel und somit die Nervenfunktionen negativ beeinflussen.

Doch woher kommt der dauerhaft erhöhte Blutzucker überhaupt? Beim Typ-2-Diabetes — und damit bei über 90 Prozent aller Diabetiker — spielt neben Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel vor allem die Ernährung eine große Rolle. Die diabetische Polyneuropathie ist deshalb oft keine schicksalhafte Erkrankung, sondern die letzte Stufe einer Kette, die Jahre vorher auf dem Teller beginnt.

Das Problem ist dabei selten der Zucker, den man sieht. Es ist der versteckte Zucker, der in fast jedem verarbeiteten Lebensmittel steckt. Weißmehlprodukte wie Brötchen, Toast, helle Nudeln oder Pizza bestehen aus Stärke — und Stärke ist nichts anderes als eine Kette aus Zuckermolekülen, die der Körper binnen Minuten zerlegt. Ein helles Brötchen treibt den Blutzucker deshalb ähnlich stark nach oben wie purer Haushaltszucker. Säfte und Smoothies gelten als gesund, liefern aber den Fruchtzucker eines halben Dutzends Früchte in einem einzigen Glas — ohne die Ballaststoffe, die die Aufnahme bremsen würden. Ein Glas Orangensaft enthält ungefähr so viel Zucker wie ein Glas Limonade. Und Fertigprodukte sind die größte Falle von allen: In Soßen, Dressings, Fruchtjoghurts, Müslimischungen und Aufstrichen versteckt die Industrie Zucker unter Namen wie Glukosesirup, Fruktose-Glukose-Sirup, Maltodextrin oder Dextrose.

So summiert sich Tag für Tag eine Zuckerlast, gegen die die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin ausschütten muss. Irgendwann reagieren die Zellen nicht mehr richtig auf das Signal — die Insulinresistenz ist da, der Blutzucker bleibt dauerhaft erhöht, der Typ-2-Diabetes ist diagnostiziert. Und ab diesem Punkt läuft genau der oben beschriebene Mechanismus: Die überschüssigen Zuckermoleküle verbinden sich mit körpereigenen Eiweißen, die entstandenen Komplexe greifen die feinen Nervenfasern und ihre versorgenden Blutgefäße an. Die diabetische Polyneuropathie ist damit am Ende nichts anderes als sichtbar gewordener Zuckerschaden an den Nerven.

Die gute Nachricht: Diese Kette lässt sich an ihrer Wurzel durchbrechen — nicht in der Apotheke, sondern beim Einkaufen. Wer den versteckten Zucker konsequent streicht, nimmt der Erkrankung den Treibstoff: Vollkorn statt Weißmehl, Wasser oder die ganze Frucht statt Saft, selbst gekocht statt fertig gekauft, und beim Einkauf ein Blick auf die Zutatenliste. Wie sich der Blutzucker gezielt regulieren lässt, zeigt der eigene Ratgeber dazu — und welche Nährstoffe die bereits gereizten Nerven schützen, steht weiter unten in diesem Artikel.

Die Diagnose von Polyneuropathie

Zu Beginn der Diagnosestellung steht ein klärendes Arztgespräch mit dem betroffenen Patienten und dessen Angehörigen. Der Mediziner erkundigt sich hierbei nach bis dato bestehenden Symptomen einer Polyneuropathie sowie deren Verlauf und mögliche Ursachen. Außerdem erfragt dieser bekannte Krankheiten und deren Medikation. Dies hält wichtige Anhaltspunkte für die anschließende Behandlung bereit.

Aufgrund der schier unendlichen Anzahl an Polyneuropathieauslösern geht mit einem Anfangsverdacht stets eine gewissenhafte klinische Untersuchung samt ausführlicher Messung der Blutwerte einher. Gezielte Funktionsüberprüfungen helfen dabei, den Verdacht auf eine diabetische Polyneuropathie zu bestätigen oder auszuschließen. Liegt eine schwere oder seltene Ausprägung des Krankheitsbildes vor, erfolgen neben der Blutuntersuchung eine Lumbalpunktion und eine Biopsie. Gentests haben sich in komplexen Fällen ebenfalls bewährt. Die auf verschiedenen Testwegen erhaltenen Ergebnisse helfen abschließend dabei, die eigentliche Ursache für die Nervenschädigung zu finden. Nur so ist eine dauerhaft erfolgreiche Behandlung in puncto Polyneuropathien möglich. 

Zur Blutuntersuchung gehört auch der Vitamin-B12-Wert. Bei Menschen, die Metformin einnehmen, sollte er regelmäßig kontrolliert werden: In einer großen Langzeitstudie hatten nach 13 Jahren 20,3 % der Metformin-Gruppe niedrige oder grenzwertig niedrige B12-Werte, in der Placebo-Gruppe 15,6 % (Aroda et al., 2016).

Nährstoffe bei Polyneuropathie: Warum die R-Form der Alpha-Liponsäure

Kein Nährstoff ist bei Polyneuropathie so gut untersucht wie Alpha-Liponsäure. In Kliniken wird sie seit Jahrzehnten als Infusion eingesetzt: 600 mg direkt in die Vene, über mehrere Wochen — so wurden die großen Studienprogramme ALADIN und SYDNEY gefahren, auf denen die heutige Behandlung der diabetischen Polyneuropathie aufbaut.

Alpha-Liponsäure ist nicht gleich Alpha-Liponsäure. Viele Produkte enthalten ein 50:50-Gemisch aus zwei Spiegelbild-Formen — der R-Form und der S-Form. Die R-Form ist die Form, die der Körper selbst bildet und in den Kraftwerken der Zellen verwendet. Sie gilt als die natürliche und aktivere der beiden Formen (Brufani & Figliola, 2014), die S-Form entsteht erst bei der chemischen Herstellung. Deshalb setzt Herbano auf die reine R-Form. Ein Blick auf das Etikett lohnt sich — steht dort nur „Alpha-Liponsäure" ohne das R, ist es meist das Gemisch.

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Der zweite Baustein ist L-Carnitin. Während die R-Alpha-Liponsäure die Nerven vor oxidativem Stress schützt, versorgt L-Carnitin die Nervenzellen mit Energie: Es transportiert Fettsäuren in die Mitochondrien, wo daraus Zellenergie entsteht. Eine Cochrane-Auswertung untersuchte die Acetyl-Form von L-Carnitin gezielt bei diabetischer Nervenschädigung: In drei Studien mit 540 Teilnehmenden senkte sie die Schmerzen stärker als ein Scheinmittel (Rolim et al., 2019). Schutz plus Energie — genau diese Kombination bündelt das Polyneuropathie Paket von Herbano: R-Alpha-Liponsäure und L-Carnitin, aufeinander abgestimmt, laborgeprüft und mit 10 Prozent Rabatt gegenüber dem Einzelkauf — in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ein Wort an alle, die bereits Insulin spritzen (Typ-2-Diabetes): Wer Insulin braucht, hat die Phase hinter sich, in der Ernährung allein den Blutzucker halten konnte — und genau dann läuft die Uhr für die Nerven. Je länger erhöhte Zuckerspiegel auf die feinen Nervenfasern einwirken, desto weiter schreitet der Schaden fort, oft unbemerkt. Spätestens ab diesem Punkt gehört ein Nerven-Schutz wie dieses Paket zur täglichen Routine — nicht anstelle der Insulin-Therapie, sondern als Schutzschild daneben. Wichtig zu wissen: Alpha-Liponsäure kann die Insulinempfindlichkeit verbessern. In einer Studie mit 74 Menschen mit Typ-2-Diabetes nahm die insulinabhängige Zuckeraufnahme nach vier Wochen um 27 % stärker zu als unter Placebo (Jacob et al., 1999). Der Blutzucker kann also zusätzlich sinken. In den ersten Wochen deshalb engmaschiger messen und die Insulindosis gemeinsam mit dem Arzt anpassen.

Welche Vitamine helfen bei Polyneuropathie?

Für die Nerven sind vor allem die B-Vitamine wichtig. Ein Mangel an Vitamin B12 kann eine Polyneuropathie auslösen oder eine bestehende diabetische Polyneuropathie verschlimmern. Besonders häufig betroffen sind Menschen, die seit mehr als fünf Jahren Metformin einnehmen, Magensäureblocker brauchen oder älter sind (Bell, 2022). Ist ein Mangel nachgewiesen, lässt er sich mit Vitamin B12 zum Einnehmen oder als Spritze ausgleichen.

Bei einer Polyneuropathie durch Alkohol sprechen die bisherigen Daten ebenfalls für B-Vitamine, vor allem für Kombinationen mit Vitamin B1 (Thiamin) (Julian et al., 2019). Alpha-Liponsäure und alle acht B-Vitamine vereint das Nervenschmerz-Linderung-Paket von Herbano.

Ernährung und wichtige Nährstoffe bei Polyneuropathie

In puncto Ernährung ist zu Beginn essenziell, potenzielle Mängel auszugleichen. Liegt nachweislich ein Mangel an bestimmten Nährstoffen wie Vitamin B12, Folsäure oder Vitamin B1 vor, muss die tägliche Nährstoffzufuhr angepasst werden. Dies gelingt durch eine Umstellung der Essgewohnheiten, über zertifizierte Nahrungsergänzungsmittel oder durch die Verabreichung angepasster Injektionen. 

So gründen die therapeutischen Ansätze zur Symptomlinderung der Polyneuropathie derzeit vermehrt in:

  • einem gezielten Einsatz von Nährstoffen, etwa Vitamin D, Magnesium, R-Alpha-Liponsäure oder B-Vitaminen für eine gesteigerte Leistung der Nerven
  • einer gesunden Ernährung in Verbindung mit sportlicher Aktivität
  • individuell abgestimmten medikamentösen Behandlungen, unterstützt durch physiotherapeutische Maßnahmen

Ist Alkohol die Ursache der Polyneuropathie, sind der konsequente Verzicht auf Alkohol und der Ausgleich der B-Vitamine die wichtigsten Schritte.

Was tun bei Polyneuropathie? Weitere ganzheitliche Maßnahmen

Bei den angeborenen Formen der Polyneuropathie steht meist die nachhaltige Linderung der Symptome im Fokus. Liegt eine spezifische erbliche Erkrankung vor, etwa die akute intermittierende Porphyrie, kommen individuell auf den Patienten abgestimmte Medikamente zum Einsatz.

Bei der erworbenen Polyneuropathie, zu der die diabetische Polyneuropathie zählt, ist eine exakte Einstellung des Blutzuckerwertes entscheidend. Diese verhindert das Fortschreiten der Erkrankung und lindert somit möglicherweise später auftretende Polyneuropathie Symptome. Zusätzlich hilft es, zu lernen, die Werte auf lange Sicht stabil zu halten. Das nötige Wissen vermitteln spezielle von der Krankenkasse geförderte Schulungen oder Fachliteratur. 

Neben der bewährten Behandlung mit R-Alpha-Liponsäure wird auch die Hochtontherapie eingesetzt, bei der an den Füßen und am Oberkörper angebrachte Elektroden sehr hohe Tonfrequenzen durch den Körper leiten, um die Symptome der Polyneuropathie zu lindern.

Diabetiker sollten auch einer gründlichen Fußpflege in jedem Fall ein besonderes Augenmerk schenken, um das Entzünden kleiner Verletzungen zu verhindern. Zugleich zeigen unterstützende Maßnahmen wie die Bewegungstherapie, die Anpassung des Lebenswandels und eine Ernährungsumstellung bei der Behandlung von polyneuropathischen Erkrankungen gute Erfolge. Erstere fördert die gestörte Motorik, reduziert Durchblutungsstörungen und trägt dazu bei, die individuelle Mobilität möglichst lange zu erhalten. Diese Form der therapeutischen Unterstützung lässt sich in Krankengymnastik, Gleichstrombehandlungen oder Massagen einteilen. Die Behandlung mit Wechsel- oder Bewegungsbädern ist ebenso wie das Verfahren der Wärmeanwendung möglich.

Bei Polyneuropathie bewährt

Körper und Geist im Einklang bei Polyneuropathie

Ein wesentlicher Faktor, der die Ausprägung der Polyneuropathie maßgeblich beeinflusst, wird trotz aller Behandlungsoptionen häufig außer Acht gelassen: die Psyche des Betroffenen. Da diese Erkrankung der Nerven vor allem bei fortschreitender Ausprägung den Alltag stark einschränkt, gilt es, individuell angepasste Maßnahmen zur Symptomlinderung zu ergreifen. Ausgedehnte Spaziergänge an der frischen Luft tun gut und helfen, den körpereigenen Vitamin-D-Speicher aufzufüllen.

Patienten profitieren außerdem von einer regelmäßigen sportlichen Aktivität, die an die persönlichen Vorlieben angepasst wird. Schwimmen, Walking oder moderates Muskeltraining gelten in dieser Hinsicht als beliebt, da sie den Körper verhältnismäßig wenig belasten. Zusätzlich hebt regelmäßige Bewegung die Stimmung. In einem Verein oder mit den Liebsten ausgeübt festigt ein sportives Hobby das Selbstbewusstsein und vermittelt den Aspekt der Normalität. Dass eine aktive Freizeitgestaltung Spaß macht, gesund hält und Antriebslosigkeit vermindert, versteht sich von selbst. 

Der Austausch mit anderen Erkrankten stellt eine weitere Option der psychischen Entlastung dar. Vor allem spezialisierte Foren im Netz oder das direkte Sprechen über die Krankheit in Selbsthilfegruppen eignen sich hierfür. Diese Angebote nehmen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Angehörige dankbar an.

Zudem kann es sinnvoll sein, Fachliteratur zum Thema zu lesen und die darin erfahrenen Tipps in der Praxis umzusetzen. Der hierdurch inspirierte Tatendrang schenkt neue Energien und vermittelt die wichtige Perspektive auf eine schmerzfreie Zukunft. 

In puncto Polyneuropathie Therapie ist also nicht nur eine fachkundige Behandlung durch einen erfahrenen Mediziner zwingend erforderlich, sondern auch die lösungsorientierte Beschäftigung mit der lange unsichtbaren Krankheit.

 


Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

Häufige Fragen

Zuerst die Ursache ärztlich abklären lassen, denn viele Auslöser wie Diabetes, Alkohol oder ein Vitamin-B12-Mangel sind behandelbar. Bei Diabetes ist ein gut eingestellter Blutzucker entscheidend. Dazu kommen Bewegung, sorgfältige Fußpflege und Nährstoffe wie Alpha-Liponsäure, die in Studien Brennen, Stechen und Taubheit gelindert hat.

Am wichtigsten ist der Verzicht auf Alkohol, weil er die Nerven direkt schädigen kann. Bei diabetischer Polyneuropathie sollten außerdem Weißmehlprodukte, Säfte, Süßigkeiten und Fertigprodukte mit verstecktem Zucker möglichst selten auf dem Teller landen, weil sie den Blutzucker stark ansteigen lassen.

Vor allem die B-Vitamine: Ein Vitamin-B12-Mangel kann eine Polyneuropathie auslösen oder verschlimmern, bei Alkohol als Ursache ist Vitamin B1 wichtig. Ob ein Mangel vorliegt, zeigt eine Blutuntersuchung. Zusätzlich ist Alpha-Liponsäure der am besten untersuchte Nährstoff bei diabetischer Polyneuropathie.

Die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark werden geschädigt, meist durch eine andere Erkrankung. Bei Diabetes greift der dauerhaft erhöhte Blutzucker die feinen Nervenfasern und die kleinen Blutgefäße an, die sie versorgen. Alkohol, Chemotherapie oder ein Mangel an Vitamin B12 können die Nerven ebenfalls schädigen.

Ja. Am bekanntesten ist die Chemotherapie: Im ersten Monat danach haben rund 68 % der Behandelten Nervenbeschwerden, nach sechs Monaten noch etwa 30 %. Auch die jahrelange Einnahme von Metformin kann über einen Vitamin-B12-Mangel die Nerven belasten, deshalb sollte der B12-Wert dann regelmäßig kontrolliert werden.

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Kommentare

2 Kommentar(e)
Alexander F.
Jan 15, 2019 11:40
Hallo zusammen, mir hat der Artikel sehr geholfen. Ich leide an diabetischer Polyneuropathie und habe häufig ein Taubheitsgefühl in den Beinen. Nun habe ich die Therapie mit R-Alpha Liponsäure begonnen und die wirkt sich sehr positiv aus.
Nina
Jun 19, 2018 08:55
Toller Artikel!
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