Was ist Astaxanthin? Welche Wirkung ist zu erwarten?

Was ist Astaxanthin? Welche Wirkung ist zu erwarten?

23 Min. Lesezeit Aktualisiert am 29. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Astaxanthin ist ein roter Farbstoff aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis und eines der stärksten natürlichen Antioxidantien. In Studien am Menschen verbesserte es die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut (Zhou et al., 2021), senkte Marker für oxidativen Stress und verbesserte die Blutfette. Eine Wirkung auf die Schilddrüse ist beim Menschen bisher nicht untersucht, Jod enthält Astaxanthin nicht. Als sicher für Erwachsene gelten 8 mg täglich aus Nahrungsergänzungsmitteln (EFSA, 2020).

Was ist Astaxanthin?

Bei Astaxanthin handelt es sich um ein wirkungsvolles, natürliches Carotinoid, das in einigen Mikroalgen und Meerestieren zu finden ist. Die Substanz wird auch als „Königin der Carotinoide“ bezeichnet und ist als eines der wirkungsvollsten Antioxidantien bekannt.

Welche Wirkung hat Astaxanthin?

Die Wissenschaft sucht seit Jahrzehnten nach natürlichen Stoffen, die Gelenke, Haut, Gedächtnis und Energie im Alter unterstützen.

Ein Nährstoff, der dabei immer wieder auffällt, ist Astaxanthin.  

Astaxanthin zählt zu den wirkungsvollsten natürlichen Antioxidantien. Bis 2019 wurde es bereits in 87 Studien am Menschen eingesetzt (Brendler & Williamson, 2019), und mit jeder weiteren Studie wächst das Interesse, vor allem für gesundes Altern. 

Diese Vorteile bietet Astaxanthin:

  • Starke Abwehrkräfte: Astaxanthin fungiert auf natürliche Weise als Radikalfänger und unterstützt das Immunsystem.
  • Herzgesundheit: Das starke Carotinoid unterstützt die Gesundheit der Arterien und verbessert Blutfettwerte wie HDL-Cholesterin und Triglyzeride.
  • scharfer Verstand: Astaxanthin schützt die Zellen und das Nervensystem vor Schäden, welche durch oxidativen Stress verursacht werden.
  • Energie & Leistung: Astaxanthin schützt Muskelzellen vor Oxidation. Sportler können von einer gesteigerten Leistungsfähigkeit und Ausdauer profitieren.
  • strahlende Haut: Astaxanthin schützt die Haut von innen vor UV-bedingtem oxidativem Stress und verbessert Feuchtigkeit und Elastizität.
  • starke Gelenke: Astaxanthin kann Beschwerden bei entzündlichen Gelenkerkrankungen lindern.
  • bessere Sehkraft: Astaxanthin unterstützt die Augen, zum Beispiel bei trockenen und müden Augen.

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Der Nr. 1 Radikalfänger - Astaxanthin gegen oxidativen Stress

Jahrelang suchten Forscher nach einem Gegenmittel für altersbedingte gesundheitliche Probleme wie Schwierigkeiten mit dem Herz, Probleme mit den Gelenken, dem Nachlassen der Sehkraft und Schwankungen des Blutzuckerspiegels. An vielen dieser Probleme ist sogenannter „oxidativer Stress“ beteiligt, der den körperlichen Abbau im Alter beschleunigt.

Was ist oxidativer Stress?

Oxidativer Stress im Körper hört nie auf, solange freie Radikale (aggressive Sauerstoffverbindungen) gesunde Zellen in Mitleidenschaft ziehen. Unglücklicherweise sind diese Radikale im Körper gefangen, wo sie gesunde Zellen beschädigen und Zellenergie verschwenden. Tatsächlich beschädigen sie sogar die DNA selbst, beschleunigen den Alterungsprozess und erhöhen das Risiko für schwerwiegende gesundheitliche Probleme. 

Wichtig ist zu beachten, dass unser Immunsystem selbst vor oxidativem Stress geschützt werden muss, um unseren Körper optimal schützen zu können. Es ist sogar so, dass unsere Immunzellen in genau dem Moment vor freien Radikalen und oxidativem Stress geschützt werden müssen, in dem sie uns vor Angriffen bewahren. Antikörper, Makrophagen, Wächterzellen, Moleküle zur Kommunikation – sie alle benötigen antioxidativen Schutz. Ohne diesen wird das Immunsystem anfällig für Angriffe freier Radikale und wird dadurch träge, abgelenkt und ineffektiv.

Hier einige Beispiele, wie sich oxidativer Stress auf Körper und Gesundheit negativ auswirken kann:

  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • faltige, trockene Haut, Altersflecken
  • verschwommenes Sehen, insbesondere in der Nacht
  • verstopfte und verhärtete Arterien
  • Gedächtnis- und Konzentrationsverlust
  • vermindertes Energieniveau 

Astaxanthin entfaltet im menschlichen Körper immunstärkende Wirkung: In einer Studie mit jungen, gesunden Frauen steigerte es nach acht Wochen die Aktivität der natürlichen Killerzellen und erhöhte die Zahl der T- und B-Zellen, zwei wichtiger Gruppen weißer Blutkörperchen (Park et al., 2010). Astaxanthin schützt darüber hinaus menschliche Lymphozyten und Neutrophile vor oxidativem Stress, der durch die Aktivität bestimmter weißer Blutkörperchen entsteht, ohne jedoch deren Wirkung einzuschränken.

Wer sich vor schädlichen freien Radikalen schützen möchte, hat mit Astaxanthin eines der wirkungsvollsten natürlichen Antioxidantien an der Hand.

Astaxanthin als natürlicher Sonnenschutz

Astaxanthin wird als der König der Carotinoide genannt. Beispielsweise ernähren sich auch Krill und Lachs von Astaxanthin-reichen Algen. Dadurch sind sie in der Lage sich vor der brennenden Sonne zu schützen. 

Das starke Antioxidans schützt den Körper vor freien Radikalen, die in den Körperzellen erheblichen Schaden anrichten würden. Dadurch bewahrt es uns auch vor den durch UV-Strahlen ausgelösten oxidativen Stress. Studien zufolge schützt Astaxanthin die Haut und wirkt sogar als natürliches Anti-Aging Mittel. Die Hautfeuchtigkeit und Elastizität werden verbessert und die Bildung von feinen Falten vermindert (Zhou et al., 2021). Außerdem kann der Farbstoff die durch ultraviolette Strahlung der Sonne verursachte Schäden verringern.

Astaxanthin wirkt als innerer Sonnenschutz bzw. erhöht den Eigenschutz. Auf Hawaii wird der Stoff schon länger in der Unterstützung gegen Sonnenbrand verwendet und schützt beispielsweise die Ironman Triathlon Läufer vor der sengenden Hitze.

Natürliches Astaxanthin wirkt bis zu 550 Mal stärker als Vitamin E

In Labortests, die messen, wie gut ein Stoff freie Radikale unschädlich macht, zeigte sich, dass Astaxanthin 

  • rund 550 Mal stärker als Vitamin E einen besonders instabilen und destruktiven Typ freier Radikaler namens Singulett-Sauerstoff abfängt und
  • mehr als 100 Mal stärker als Vitamin E die Fette in den Zellmembranen vor Oxidation schützt (Yamashita, 2021). 

Andere Antioxidantien wie Coenzym Q10 und Vitamin C ergänzen Astaxanthin gut: Vitamin C wirkt vor allem im wässrigen Teil der Zelle, Astaxanthin in der fettreichen Zellmembran.

Singulett-Sauerstoff wird mit tödlicher Cholesterin-Oxidation in den Arterien, DNA-Schäden und Beschädigungen der Haut, der Augen und anderer Körpergewebe in Verbindung gebracht. Tatsächlich hängen seine destruktiven Effekte offenbar mit einer ganzen Palette an altersbedingten Gesundheitsproblemen zusammen. 

Wie sich herausstellt, versetzt seine molekulare Zusammensetzung Astaxanthin in die Lage, die Blut-Gehirn- und ebenso die Blut-Netzhaut-Schranke zu überschreiten, was vielen anderen Antioxidantien nicht gelingt. Viele Antioxidantien können weder Gehirn noch Augen schützen, weil sie zu den Zellen, die Schutz benötigen, nicht vordringen können.

Astaxanthin kann das.

Das bedeutet: Astaxanthin, der Nährstoff aus den Algen, kann freie Radikale und Singulett-Sauerstoff in Gehirn, Augen und Gelenken sowie im zentralen Nervensystem abfangen.

Astaxanthin gegen Entzündungen

Entzündungen sind ein wichtiger Bestandteil der Immunantwort des Körpers. Chronische Entzündungen tragen jedoch zur Ausbildung von Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen bei.

Studien zeigen: Astaxanthin setzt wichtige Entzündungsmarker herab

Und verlangsamt so die Bildung von Entzündungen bzw. die Produktion schmerzauslösender Enzyme. In einer Studie mit 42 jungen Frauen, die acht Wochen lang täglich 2 mg oder 8 mg Astaxanthin oder ein Scheinpräparat einnahmen, lag der C-reaktive-Protein-Spiegel (CRP-Spiegel) nach acht Wochen in der 2-mg-Gruppe niedriger (Park et al., 2010). CRP ist ein wichtiger Entzündungsmarker im Körper – ein hoher CRP-Spiegel beeinträchtigt die Herzgesundheit.

Als Antioxidans dämpft Astaxanthin nicht nur Entzündungen im Körper, es stärkt auch die Immunabwehr. In derselben randomisierten, kontrollierten Studie stellten die Wissenschaftler 2010 fest, dass Astaxanthin die Immunantwort stärkt sowie oxidativen Stress senkt. Schon nach vier Wochen sank ein bestimmter Marker, der DNA-Schäden anzeigt, die das Risiko für Krankheiten im weiteren Lebensverlauf erhöhen.

Wie schützt Astaxanthin das Herz?

Antioxidantien werden selten mit Cholesterin-Management in Verbindung gebracht. Dabei ist das einer der größten Vorzüge von Astaxanthin.

So hat eine Studie beispielsweise herausgefunden, dass der LDL-Spiegel (LDL ist die Bezeichnung für „schlechtes Cholesterin”) bei übergewichtigen Personen nach nur 12 Wochen Astaxanthin-Einnahme signifikant niedriger lag (Choi et al., 2011). Eine andere Studie mit 61 Erwachsenen hat gezeigt, dass Astaxanthin HDL („gutes Cholesterin“) anhebt und Triglyceride senkt (Yoshida et al., 2010). Astaxanthin unterstützt auch die Gesundheit der Arterien. Studien deuten darauf hin, dass es dazu beiträgt, die Oxidation von LDL-Cholesterin zu verhindern, wodurch keine Klumpen gebildet werden können, die die Arterien verstopfen. Dieses „Durchputzen“ der Arterien sorgt außerdem für eine bessere Blutzirkulation. 

Herzerkrankungen sind die Haupt-Todesursache und weltweit ein großes Problem.  Für das Entstehen dieser Krankheiten sind viele verschiedene Ursachen verantwortlich, allerdings stehen oxidativer Stress und Entzündungen ganz oben auf der Liste.

Gemäß einer Auswertung verschiedener Studien 2009 durch australische Forscher wurde Astaxanthin in mindestens acht klinischen Studien mit über 180 Menschen untersucht. Dabei sanken Marker für Entzündungen und oxidativen Stress, die Fließeigenschaften des Blutes verbesserten sich und es traten keine Nebenwirkungen auf (Fassett & Coombes, 2009). Eine weitere Auswertung wurde in der Fachzeitschrift „Marine Drugs“ veröffentlicht. Die Forscher sehen darin einen vielversprechenden Wirkstoff gegen Atherosklerose (Fassett & Coombes, 2011). Dabei handelt es sich um die Ablagerungen von Fett und Cholesterin in den Arterien.

Selbstverständlich ist eine gesunde Ernährung mit ausreichend Astaxanthin nur ein Schlüssel zum Erfolg. Genauso wichtig ist es, den Stresspegel zu senken, auf ausreichend Bewegung zu achten und den Anteil von industriell verarbeiteten Lebensmitteln stark zu reduzieren. Das hält das Herz fit.

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Die Wirkung von Astaxanthin für ein gutes Gedächtnis

Astaxanthin gilt als das „gehirnfreundlichste“ Antioxidans. Damit ist es interessant für alle, die ihre geistige Leistungsfähigkeit auch im Alter erhalten möchten.

Wissenschaftlern ist längst bekannt, dass oxidativer Stress in Gehirnzellen zu Gedächtnisverlust und kognitiven Problemen führen kann. Das hängt damit zusammen, dass 30 % der Gehirnmasse für oxidative Schäden besonders anfällig sind.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson. Diese Krankheiten zeichnen sich durch einen fortschreitenden Verlust an Neuronen im Gehirn aus und führen zu Symptomen wie Gedächtnisverlust, Verwirrung, Zittern, Unruhe und Ängsten.

Davon unabhängig erlaubt die Fähigkeit von Astaxanthin, die Blut-Gehirn-Schranke zu durchdringen, es ihm, die Gehirnzellen direkt zu schützen. Eine Studie in der Fachzeitschrift Brain Research hat die potenziellen Vorteile, die Astaxanthin für die Hirngesundheit mit sich bringt, unterstrichen: In Nervenzellen im Labor schützte es die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, vor Schäden durch aggressive Sauerstoffverbindungen (Liu et al., 2009).

Die schützende Wirkung von Astaxanthin auf das Gehirn rührt wahrscheinlich daher, dass der oxidative Stresspegel gesenkt und Entzündungen gemindert werden.

Viele Antioxidantien sind dafür bekannt, dass sie die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern. Das ist nicht weiter überraschend. Immerhin wirkt sich verminderter oxidativer Stress auf fast alle Körperbereiche positiv aus und steigert die Funktionalität. Astaxanthin bildet dabei keine Ausnahme. Die Ergebnisse einer randomisierten, kontrollierten Studie mit 96 Probanden, die über Vergesslichkeit im Alter klagten, wurden 2012 veröffentlicht. Nach 12 Wochen mit 12 mg Astaxanthin täglich schnitten die Teilnehmenden in Gedächtnis- und Reaktionstests besser ab, und das ohne Nebenwirkungen (Katagiri et al., 2012).

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Astaxanthin fördert die Energie, Ausdauer und Mobilität

Eine Studie des Johns Hopkins Center on Aging and Health mit 687 älteren Frauen hat eine klare Verbindung zwischen Carotinoiden, der Stoffgruppe, zu der auch Astaxanthin gehört, und körperlicher Leistungsfähigkeit aufgezeigt: Wer mehr Carotinoide im Blut hatte, ging schneller und verlor über drei Jahre weniger an Gehtempo (Alipanah et al., 2009).

Das hat wiederum damit zu tun, dass oxidativer Stress und Entzündungen muskuläre Probleme, Ermüdungserscheinungen und Schwächen hervorrufen, während Astaxanthin vor den dafür mitverantwortlichen oxidativen Schäden schützt. Studien zeigen, dass Astaxanthin auch helfen kann, die Ausdauer zu steigern.

Aus diesem Grund ist Astaxanthin mittlerweile bei Sportlern populär, denn es verhilft dazu, dass körperliches Training leichter und angenehmer wird. 

Egal, ob das Workout auf das nächste Level soll oder ein extra Energieschub gebraucht wird – eine Extradose Astaxanthin kann helfen. Studien lassen vermuten, dass Astaxanthin auf vielerlei Weise die Leistungsfähigkeit steigern kann.

Eine weitere Studie im „International Journal of Sports Medicine“ berichtete, dass Astaxanthin die Leistungsfähigkeit von Wettkampfradfahrern steigerte: Nach 28 Tagen mit 4 mg täglich fuhren sie ein 20-km-Zeitfahren im Schnitt 121 Sekunden schneller und mit 20 Watt mehr Leistung, die Placebogruppe verbesserte sich nicht nennenswert (Earnest et al., 2011).

Außerdem kann Astaxanthin die Gesundheit der Gelenke fördern, was sich ebenfalls positiv auf Mobilität und sportliche Leistungsfähigkeit auswirken kann. In einer Studie mit 60 Menschen mit rheumatoider Arthritis senkten 20 mg Astaxanthin täglich über acht Wochen die Krankheitsaktivität, die Einschränkungen im Alltag und die Entzündungswerte BSG und CRP deutlicher als ein Scheinpräparat (Grigorian et al., 2025).

Astaxanthin – natürlicher Hautschutz von innen

Die meisten verlassen sich auf Lotionen, um das jugendliche Aussehen ihrer Haut zu bewahren. Ein wichtiger Teil des Schutzes kommt aber von innen.

Schäden, die durch freie Radikale verursacht werden, gehören zu den größten Bedrohungen für die Haut. Die Auswirkungen sind zwar von außen zu sehen, Astaxanthin aber hilft dabei, die Haut von innen zu schützen.

Dabei bleibt es nicht beim Schutz allein: Astaxanthin verbessert messbar die Hautqualität. In einer Auswertung von neun kontrollierten Studien am Menschen steigerte die Einnahme von Astaxanthin die Feuchtigkeit und die Elastizität der Haut deutlicher als ein Scheinpräparat (Zhou et al., 2021). Das sorgt für eine straffere, jugendlicher aussehende Haut.

Studien zeigen, dass Astaxanthin das allgemeine Erscheinungsbild der Haut verbessert und sich womöglich zur Behandlung bestimmter Hauterkrankungen eignet.

Offene Studien, in denen Astaxanthin eingenommen und zusätzlich auf die Haut aufgetragen wurde, deuten ebenfalls auf einen Schutz vor Hautalterung hin (Zhou et al., 2021).

Zusätzlich schützt Astaxanthin vor UV-induzierten Hautschäden und verhilft gesunden Menschen zu gesunder Haut. Das ist das Ergebnis einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie mit gesunden Probanden.

Wie wirkt Astaxanthin bei Arthrose?

Ein wichtiger Schlüssel für lebenslanges Wohlbefinden liegt darin, die Knorpel gesund zu halten. Dazu gehört, oxidativen Stress im Knorpel-Kollagen zu verringern. Sonst führen die permanenten Attacken freier Radikaler dazu, dass sich das Gewebe abbaut, was zu quälenden Gelenkschmerzen führen kann. Schmerzen und Versteifungen gelten oft als unvermeidliche Bestandteile des Alterns. Astaxanthin kann hier unterstützen.

Denn Astaxanthin ist ein besonders starker Schutz gegen freie Radikale. Eine Studie der University of Memphis hat ergeben, dass Astaxanthin selbst nach anstrengendem körperlichem Training eine lindernde Wirkung hat.

Eine weitere Studie im „Journal of the American College of Nutrition“ berichtet über Schmerzverminderung und größere Mobilität bei Menschen mit Gelenksschmerzen nach einer Einnahmezeit von Astaxanthin von nur acht Wochen.

Astaxanthin schützt die Augen

Augenerkrankungen wie Makuladegeneration und Katarakte (grauer Star) treten häufig mit zunehmendem Alter auf. Diese Störungen gehen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome einher, angefangen mit verschwommenem Sehen bis hin zum völligen Verlust der Sehkraft.

UV-Licht und oxidativer Stress können das Sehvermögen entscheidend beeinflussen. Studien zeigen allerdings, dass Astaxanthin helfen kann, die Augen vor Schäden zu bewahren.

Im Gegensatz zu anderen Antioxidantien (z.B. Vitamin C und Beta-Carotin) kann natürliches Astaxanthin die Blut-Netzhaut-Schranke überwinden und schützt sämtliche Zellen in allen Bereichen des Auges.

Natürliches Astaxanthin verbessert die Akkommodation der Linse, schützt den Sehnerv vor Schäden, verbessert die Blutzirkulation in der Netzhaut (Retina) und schützt das Auge vor UV-Schäden.

Zur Erinnerung: Astaxanthin kann die Blut-Netzhaut-Schranke überwinden und hat damit einen positiven Einfluss auf die Augengesundheit. Es gehört zu den Carotinoiden, die dafür bekannt sind, die Augen wirksam zu schützen, und ergänzt Lutein, das sich in der Netzhautmitte einlagert.

Wissenschaftler untersuchten 60 Menschen mittleren und höheren Alters mit leichten bis mittelschweren trockenen Augen, die einen Monat lang zweimal täglich 6 mg Astaxanthin einnahmen. Danach hatten sie weniger Beschwerden, der Tränenfilm hielt länger und die Lidranddrüsen arbeiteten besser (Tian et al., 2021). Bei Schulkindern mit viel Bildschirmzeit linderten 4 mg täglich über zwölf Wochen die Beschwerden müder, überanstrengter Augen (Hecht et al., 2025).

Senkt Astaxanthin den Augeninnendruck?

Das ist bisher nicht belegt. In der Studie mit trockenen Augen blieb der Augeninnendruck unverändert (Tian et al., 2021). Beim grünen Star kann Astaxanthin aber auf anderem Weg wichtig sein: In einem Mausmodell schützte es die Nervenzellen der Netzhaut, die bei dieser Erkrankung zugrunde gehen (Kikuchi et al., 2020). Ein erhöhter Augeninnendruck sollte regelmäßig kontrolliert und gezielt behandelt werden.

In welcher Form ist Astaxanthin erhältlich?

Wichtig ist, dass das Präparat natürliches Astaxanthin enthält, das aus Mikroalgen gewonnen wurde, und kein synthetisches Astaxanthin. Denn synthetisch hergestelltes Astaxanthin ist chemisch anders aufgebaut als natürliches Astaxanthin. Die Studien am Menschen, die keine Sicherheitsbedenken fanden, wurden mit natürlichem Astaxanthin gemacht, für synthetisches gibt es kaum Sicherheitsstudien (Brendler & Williamson, 2019).

Astaxanthin ist außerdem in einigen anderen Ergänzungspräparaten enthalten, beispielsweise in Krillöl und einigen Omega-3-Präparaten.
Diese Formeln bieten den Vorteil, dass das Astaxanthin für den Körper besser verfügbar ist, da sich die Bioverfügbarkeit in Verbindung mit Fetten erhöht.

Unterschied zwischen natürlichem und synthetischem Astaxanthin

Die Blutregenalge produziert von allen Organismen die höchste Konzentration Astaxanthin. Diese Grünalge ist in Frischwasser rund um den Globus zu finden. In Frischwasserbecken können sich die Begebenheiten jedoch innerhalb kürzester Zeit ändern. Trocknet ein Becken aus, sinkt der Nährstoffgehalt und die UV-Strahlung wird größer. Als Reaktion darauf beginnt die Alge Astaxanthin zu produzieren. Dabei bildet sie so viel Astaxanthin, dass die gesamte Zelle am Ende strahlend rot leuchtet. Die wirkungsvollen antioxidativen Eigenschaften des Astaxanthins schützen den empfindlichen Zellapparat der Alge, sodass diese selbst in rauen Bedingungen überleben kann. Selbst wenn das Wasser in einem Becken vollständig verdunstet, sichert Astaxanthin der Alge ein Überleben für mehrere Monate oder gar Jahre. Anders ausgedrückt hat die Evolution dafür gesorgt, dass wir mit der Blutregenalge eine ideale Astaxanthinquelle zur Verfügung haben.

Die Natur lässt sich nicht leicht imitieren
Allerdings ist es äußerst schwierig, die Blutregenalge in der Menge zu kultivieren, um genügend Astaxanthin für nutrazeutische Ergänzungspräparate zu produzieren. Es handelt sich dabei um einen sehr aufwändigen technischen Prozess. In der Vergangenheit haben Studien mehr und mehr die gesundheitlichen Vorteile von natürlichem Astaxanthin bestätigt. Dadurch erfreuen sich entsprechende Präparate zunehmender Beliebtheit. Das hat einige Hersteller veranlasst, Astaxanthin für ihre Produkte synthetisch herzustellen. Diese synthetischen Alternativen werden manchmal als „naturidentisch“ o.ä. ausgewiesen.  Allerdings bestehen wichtige molekulare Unterschiede zwischen natürlichem Astaxanthin produziert von Algen und künstlichen Präparaten, die chemisch aus Petrochemikalien synthetisiert werden.

Wichtige molekulare Unterschiede: Veresterung
Auch wenn synthetisches Astaxanthin als „naturidentisch“ deklariert wird, unterscheidet es sich ganz erheblich von natürlichem Astaxanthin. Natürliches Astaxanthin ist zu 95 Prozent verestert. Das bedeutet, dass die natürlichen Fettsäuren an einem oder beiden Enden des Moleküls haften. Synthetisches Astaxanthin ist dagegen vollständig unverestert.

Wie wirkt Astaxanthin auf die Schilddrüse?

Eine direkte Wirkung von Astaxanthin auf die Schilddrüse ist beim Menschen bisher nicht untersucht. Es gibt keine Studie, die nach der Einnahme die Schilddrüsenwerte TSH, T3 und T4 oder die Schilddrüsen-Antikörper gemessen hat. Die einzige Untersuchung zu Schilddrüsenhormonen stammt von Zebrafisch-Larven: Dort milderte Astaxanthin Störungen der Schilddrüsenhormone ab, die der Weichmacher Dibutylphthalat ausgelöst hatte (Yu et al., 2026).

Jod enthält Astaxanthin nicht. Das Molekül besteht nur aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff (PubChem). Es liefert der Schilddrüse also weder zusätzliches Jod, noch bremst es sie über Jod aus.

Wer wegen einer Unterfunktion oder Hashimoto L-Thyroxin einnimmt, nimmt das Hormon wie gewohnt morgens nüchtern und Astaxanthin mit Abstand vor einer späteren Mahlzeit. Bei einer Schilddrüsenerkrankung ist es sinnvoll, die Einnahme vorher mit dem behandelnden Komplementärmediziner oder Heilpraktiker abzusprechen.

Wie wird Astaxanthin richtig dosiert?

Die häufigste Frage lautet: „Wie viel Astaxanthin sollte ich einnehmen?“

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält 8 mg Astaxanthin täglich aus Nahrungsergänzungsmitteln für Erwachsene für sicher, zusätzlich zu dem Astaxanthin aus Fisch und Meeresfrüchten (EFSA, 2020). In Studien am Menschen wurden auch 12 mg und mehr täglich ohne Sicherheitsbedenken eingesetzt (Brendler & Williamson, 2019). Die Astaxanthin Kapseln von Herbano enthalten 4 mg natürliches Astaxanthin je Kapsel, die Verzehrempfehlung liegt bei zweimal täglich einer Kapsel, also 8 mg am Tag.

Wann sollte man Astaxanthin einnehmen?

Am besten morgens und abends je eine Kapsel mit reichlich Wasser, jeweils eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit. Da Astaxanthin fettlöslich ist, unterstützt etwas Fett in der folgenden Mahlzeit, etwa aus Öl, Nüssen oder Fisch, die Aufnahme. Geduld lohnt sich: In den Studien wurde Astaxanthin meist vier bis zwölf Wochen lang eingenommen, bevor sich Effekte zeigten.

Hat Astaxanthin Nebenwirkungen?

Die in Lebensmitteln enthaltene Menge Astaxanthin kann unbedenklich verzehrt werden und verursacht im Allgemeinen keine Nebenwirkungen.

Auch als Nahrungsergänzung gilt natürliches Astaxanthin als gut verträglich: Eine Auswertung von 87 Studien am Menschen fand keine Sicherheitsbedenken, auch nicht in den 35 Studien mit 12 mg oder mehr pro Tag (Brendler & Williamson, 2019). Hinweise, dass Astaxanthin krebserregend oder gesundheitsschädlich ist, ergaben sich daraus nicht. Selten und vor allem bei hohen Dosierungen können auftreten:

  • leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchgrummeln oder weicher Stuhl
  • eine harmlose Färbung von Haut oder Stuhl durch den roten Farbstoff

Diese Nebenwirkungen treten meist nur bei der Einnahme hoher Dosen auf.

Wer unerwünschte Nebenwirkungen bemerkt, sollte die Dosis reduzieren oder die Einnahme abbrechen. Wer an Gerinnungsstörungen leidet oder blutverdünnende Medikamente einnimmt, spricht die Einnahme vorher mit dem behandelnden Komplementärmediziner oder Heilpraktiker ab.

Außerdem liegen gegenwärtig nur wenig bis gar keine Studien zur sicheren Einnahme von Astaxanthin in Schwangerschaft und Stillzeit vor. In Schwangerschaft und Stillzeit ist es daher sicherer, auf die Einnahme von Astaxanthinpräparaten zu verzichten und den Bedarf mit entsprechenden Lebensmitteln zu decken. Für Kinder und Jugendliche sind 8 mg aus Nahrungsergänzungsmitteln nicht gedacht, denn bei ihnen wird die als sicher geltende Tagesmenge damit erreicht oder überschritten (EFSA, 2020).

Die Geschichte von Astaxanthin

Ungeachtet dessen, dass Astaxanthin mit einer ganzen Reihe gesundheitlicher Vorteile in Verbindung gebracht wird, steht es erst seit etwa einem Jahrzehnt im Fokus der Wissenschaft.

Astaxanthin ist das Pigment, das Meeresfrüchten wie Hummer, Garnelen und Krabben den charakteristischen rötlichen Farbton verleiht. Das gleiche gilt für frisch gefangenen Lachs. Auch hier sorgt Astaxanthin für die typische Färbung. Wilder Lachs nimmt dieses Carotinoid natürlich mit seiner Nahrung bestehend aus Garnelen und kleinen Fischen auf. Zuchtlachs fehlt dieses wichtige Carotinoid, da das Futter für die Fische hauptsächlich aus Fischmehl und -öl besteht. Daher die gräuliche Färbung der Tiere.

Um die attraktive rötliche Färbung von Wildlachs zu imitieren, mischten Zuchtbetriebe dem Futter synthetisches Astaxanthin bei. Das einzige Problem dabei? Sie deklarierten es nicht. Dank eines Gerichtsverfahrens im Jahre 2003 sind Lebensmittelhändler nun verpflichtet, ihre Kunden zu informieren, wenn Lachs künstliche Farbstoffe beigefügt wurde.

Synthetisches Astaxanthin verfügt wahrscheinlich nicht über dieselben gesundheitlichen Vorteile. Daher lohnt es sich, stets auf Wildlachs zurückzugreifen und Zuchtlachs bzw. künstlich eingefärbten Lachs zu meiden. Nicht nur enthält Wildlachs mehr von diesem wichtigen Carotinoid, er ist auch weniger schadstoffbelastet und deshalb besser zum Verzehr geeignet.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

Häufige Fragen

Für Erwachsene gelten 8 mg Astaxanthin täglich aus Nahrungsergänzungsmitteln als sicher. Das entspricht zwei Kapseln der Herbano Astaxanthin Kapseln mit je 4 mg. In Studien am Menschen wurden auch 12 mg und mehr täglich ohne Sicherheitsbedenken eingesetzt.

Am besten morgens und abends je eine Kapsel mit reichlich Wasser, jeweils eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit. Weil Astaxanthin fettlöslich ist, hilft etwas Fett in der Mahlzeit bei der Aufnahme. Wichtiger als die Uhrzeit ist die regelmäßige Einnahme über mehrere Wochen.

In Schwangerschaft und Stillzeit, weil dazu kaum Studien vorliegen, und bei Kindern und Jugendlichen. Wer an Gerinnungsstörungen leidet oder blutverdünnende Medikamente nimmt, spricht die Einnahme vorher mit dem Komplementärmediziner oder Heilpraktiker ab.

Nein. Astaxanthin ist ein Carotinoid und besteht nur aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Es enthält kein Jod und beeinflusst die Jodversorgung der Schilddrüse daher nicht.

Studien zu Astaxanthin bei Hashimoto oder einer Unterfunktion gibt es bisher nicht, eine Wirkung auf die Schilddrüsenwerte ist beim Menschen nicht untersucht. Da Astaxanthin kein Jod enthält und in 87 Studien am Menschen keine Sicherheitsbedenken zeigte, spricht nichts Bekanntes dagegen. L-Thyroxin wird weiter wie gewohnt nüchtern genommen, und die Einnahme wird am besten mit dem behandelnden Therapeuten abgestimmt.

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Kommentare

5 Kommentar(e)
Bettina
Jan 17, 2019 15:16
Ich nehme regelmäßig Astaxanthin und fühle mich dabei sehr wohl. Was die Wirkung auf Sonnenbrand betrifft kann ich leider nicht beurteilen. Da gehe ich lieber auf Nummer Sicher und creme mich gut ein. Aber ansonsten kann ich die positive Wirkung von Astaxanthin nur bestätigen. Ich bin lange nicht mehr so oft krank oder erkältet, wie ich es früher war. Es muss wirklich ein sehr starkes Antioxidans sein. Ich glaube, dass man damit vielen Beschwerden vorbeugen kann.
Barbara W.
Feb 06, 2018 19:04
Astaxanthin ist seit etwa 1 Jahr mein Begleiter. Ich nehme es sehr regelmäßig. Wie es scheint reduziert sich auch die Sonnenbrandgefahr. Ich bin eigentlich sehr nachlässig mit eincremen, was letztes Jahr wohl kein Problem war, ich hatte lediglich an den Schultern einmal einen Sonnenbrand. Danach aber keine Schmerzen und es wurde dann richtig schön braun! Ich bin also sehr zufrieden mit Astaxanthin und kann es nur weiterempfehlen.
Julian Gh.
Apr 11, 2017 17:21
Endlich mal ein Artikel der ausreichend Studien zu Astaxanthin bietet. Ich persönlich bin ja immer etwas kritisch, wenn man nicht sofort eine Wirkung merkt (wie bei Medikamenten) und werde dann sehr ungedulidg und ungläubig. Ich habe die Astaxanthin einnahme schon vor sehr langer Zeit begonnen.
Robert
Mär 28, 2017 14:43
Klingt sehr spannend das Astaxanthin. Ich nehme jetzt OPC. Aber vieleicht teste ich das mal!
anonym
Mär 28, 2017 14:41
Astaxanthin ist mein täglicher Begleiter. Eine Aufklärung darüber finde ich sehr gut. Es gibt soviel Antioxidantien aber das hier finde ich besonders!
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