Hoher Blutzucker: Wenn der Blutzuckerspiegel steigt

Hoher Blutzucker: Wenn der Blutzuckerspiegel steigt

17 Min. Lesezeit Aktualisiert am 16. Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
Ein hoher Blutzucker beginnt dort, wo der Nüchternwert über 99 mg/dl (5,5 mmol/l) liegt: 100 bis 125 mg/dl gelten als Vorstufe des Typ-2-Diabetes, ab 126 mg/dl spricht man von Diabetes. Typische Anzeichen sind enormer Durst, Müdigkeit, Heißhunger und langsame Wundheilung. Senken lässt sich der Wert mit unverarbeiteten Lebensmitteln, Eiweiß zum Frühstück, regelmäßiger moderater Bewegung und ausreichend Wasser; Zimt, Kurkuma, Algen und Bittergurke unterstützen zusätzlich.

Herausforderung: Blutzuckerspiegel!



 

Für Personen die an Prädiabetes, Diabetes, metabolischem Syndrom oder einer anderen Form von “Insulinresistenz” leiden, aber auch für Personen ohne Vorerkrankungen, kann die Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels eine Herausforderung sein.

In diesem Ratgeber erfahren Leser mehr über den Blutzuckerspiegel und Maßnahmen, die ihnen helfen können, einen gesunden Wert zu erhalten.

Wie funktioniert der Blutzuckerkreislauf?

Werden einfache Kohlenhydrate aufgenommen, ob als Zucker oder als Stärke, gelangen diese fast augenblicklich über den Darm in den Blutkreislauf. Innerhalb von Sekunden steigt der Blutzuckerspiegel an. Um dem Anstieg des Zuckers entgegenzuwirken und zu regulieren, gibt der Körper Insulin frei.

Insulin ist der Schlüssel, der die Zellen „entriegelt“ und den Zucker reinlässt. Wenn der Zucker in die Zellen eintritt, sinkt die Menge an Zucker im Blut und der Körper befindet sich im Gleichgewicht.

Wie kann es nun zu einem erhöhten Blutzuckerwert kommen?

Der Blutzuckerspiegel wird erhöht, wenn vermehrt Glukose zu sich genommen wird. Glukose ist Zucker, welcher durch den Verzehr vieler verschiedener kohlenhydrathaltiger Nahrungsmittel aufgenommen wird. Neben den Nahrungsmitteln und dem darin vorkommenden Zucker können auch noch andere Faktoren den Blutzuckerspiegel stark beeinflussen:

  • Stress kann zum Beispiel den Cortisolspiegel erhöhen, was die Insulinverwendung stark beeinflusst.
  • Der Zeitpunkt, an dem die Mahlzeit eingenommen wird, beeinflusst ebenfalls wie der Körper mit dem Blutzucker umgeht.
  • Frauen in der Schwangerschaft können einen erhöhten Blutzuckerspiegel feststellen.
  • Menschen, bei denen eine Insulinresistenz/Diabetes bereits in der Familie vorgekommen ist, können ebenfalls betroffen sein.

Wie hoch darf der Blutzuckerspiegel sein?

Zuallererst, was ist überhaupt “normaler” Blutzucker?

Was als “normaler” Blutzucker beschrieben wird, hängt von der Vorgeschichte des Patienten ab, z.B. ob jemand bereits Diabetes hat oder hatte. Zusätzlich spielt auch der Zeitpunkt der letzten Nahrungsaufnahme eine wichtige Rolle.

  • Wenn man allgemein gesund ist (kein Diabetes) und die letzten acht Stunden nichts gegessen hat, sollte der Blutzucker zwischen 70 und 99 mg/dL liegen.
  • Wenn man allgemein gesund ist (kein Diabetes) und in den zwei Stunden vor der Messung etwas gegessen hat, sollte der Blutzucker unter 140 mg/dL liegen.
  • Ist der Blutzuckerspiegel unter 50 mg/dL, spricht man von Unterzuckerung (Hypoglykämie).

Wann wird der Blutzucker gemessen?

Generell gilt, dass die Messung des Blutzuckers am Morgen auf nüchternen Magen vorgenommen wird und dabei der Zuckergehalt in Milligramm pro Dl (mg/dl) Blut gemessen wird. Eine weitere mögliche Einheit die Konzentration der Glukose im Blut anzugeben, ist Millimol pro Liter (mmol/l).

Blutzucker messen

Wann spricht man von einem erhöhten Blutzucker?

Bei einer Ernährung mit zu viel einfachem Zucker setzt der Körper mehr und mehr Insulin frei. Schließlich werden die zellularen Schlösser von der Überbeanspruchung abgenutzt. Wie ein Schlüssel, der seine Zähne verloren hat, verliert Insulin seine Fähigkeit, die Zellentür mühelos zu öffnen. Die Zellen werden taub für die Wirkung von Insulin.

Infolgedessen setzt der Körper mehr und mehr Insulin frei, um seinen Blutzuckerspiegel in Schach zu halten. Schließlich führt dieser Zyklus zu einem gefährlichen Zustand, der Insulinresistenz genannt wird.

  • Ist der Blutzuckerspiegel zwischen 100 mg/dL und 125 mg/dL im nüchternen Zustand, leidet man bereits an einem Vorstadium des Typ-2-Diabetes.
  • Liegt ein Blutzuckerspiegel von mehr als 126 mg/dL im nüchternen Zustand vor, spricht man von Diabetes.
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Blutzuckerwerte auf einen Blick: mg/dl, mmol/l und HbA1c

Je nach Land und Labor wird der Blutzucker in mg/dl oder in mmol/l angegeben. Umrechnen lässt sich beides leicht: mg/dl geteilt durch 18 ergibt mmol/l. Die Tabelle fasst die in diesem Ratgeber genannten Grenzwerte in beiden Einheiten zusammen.

MessungEinordnungmg/dlmmol/l
Nüchtern (acht Stunden nichts gegessen)Normal70 bis 993,9 bis 5,5
NüchternVorstufe des Typ-2-Diabetes100 bis 1255,6 bis 6,9
NüchternDiabetesab 126ab 7,0
Zwei Stunden nach dem EssenNormalunter 140unter 7,8
JederzeitUnterzuckerung (Hypoglykämie)unter 50unter 2,8

Neben der Einzelmessung gibt es den Langzeitwert HbA1c. Er zeigt, wie viel Zucker sich über einen längeren Zeitraum an den roten Blutfarbstoff angelagert hat, und ist deshalb unabhängig von Tageszeit und letzter Mahlzeit. Ein HbA1c von 6,5 % oder mehr gilt nach Empfehlung führender Diabetes-Organisationen und der Weltgesundheitsorganisation als Grenzwert für die Diagnose Diabetes (Kowall & Rathmann, 2013).

Hoher Blutzucker am Morgen: das Dawn-Phänomen

Viele Menschen messen ausgerechnet morgens nüchtern die höchsten Werte, obwohl sie nachts nichts gegessen haben. Dahinter steckt das sogenannte Dawn-Phänomen (Morgendämmerungs-Phänomen): In den frühen Morgenstunden steigt der Blutzucker vom nächtlichen Tiefpunkt bis zum Frühstück an, weil der Körper sich hormonell auf den Tag vorbereitet.

Wie groß dieser Effekt ist, zeigt eine Untersuchung mit 248 Menschen mit Typ-2-Diabetes, die kein Insulin spritzten: Bei der Hälfte der Teilnehmenden stieg der Blutzucker vom nächtlichen Tiefpunkt bis vor dem Frühstück um mehr als 16 mg/dl. Dieser morgendliche Anstieg erhöhte den Langzeitwert HbA1c um rund 0,4 Prozentpunkte und ließ sich durch keines der gängigen Diabetes-Medikamente in Tablettenform ganz ausschalten (Monnier et al., 2013).

Wer morgens wiederholt hohe Werte misst, sollte zusätzlich zwei Stunden nach dem Abendessen und vor dem Schlafengehen messen. So lässt sich erkennen, ob der Wert erst in der Nacht ansteigt oder schon am Abend hoch ist. Bewegung am Abend, etwa ein Spaziergang nach dem Essen, nutzt den weiter unten beschriebenen Effekt, dass arbeitende Muskeln Glukose aus dem Blut aufnehmen.

Was sind die Folgen eines erhöhten Blutzuckerspiegels?

Personen die prädiabetisch sind und über einen längeren Zeitraum an einem erhöhten Blutzuckerspiegel leiden, laufen Gefahr als Folgeerkrankung Diabetes zu entwickeln.

 



 

Nicht nur für Menschen bei denen bereits ein erhöhtes Risiko für Diabetes oder Herzkomplikationen festgestellt wurde, ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel gefährlich. Generell kann ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel zu einigen Symptomen führen.

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann folgende Symptome hervorrufen:

  • Müdigkeit und geringes Energieniveau
  • Gewichtszunahme
  • Heißhunger
  • enormer Durst
  • Stimmungsschwankungen und Nervosität
  • sehr langsame Wundheilung
  • häufige Infektionen
  • schwere Atmung
  • Kopfschmerzen

Menschen mit erhöhten Blutzuckerwerten, die bereits eine Vorgeschichte wie Insulinresistenz (die Wurzel von Diabetes) vorweisen, können an weiteren Symptomen erkranken:

  • Fettablagerungen am Bauchumfang
  • erhöhten Blutdruck
  • gestörten Cholesterinspiegel
  • Unfruchtbarkeit
  • verminderte Libido
  • Depressionen
  • Demenz
  • Krebs

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Welche Nährstoffe unterstützen den Blutzucker zusätzlich?

R-Alpha-Liponsäure ist eine schwefelhaltige Fettsäure und ein starkes Antioxidans, das der Körper auch selbst bildet. In einer Auswertung von 24 kontrollierten Studien senkte Alpha-Liponsäure bei Menschen mit Stoffwechselerkrankungen den Nüchternblutzucker, den Insulinspiegel, die Insulinresistenz (HOMA-IR) und den Langzeitwert HbA1c; zusätzlich gingen Triglyzeride und LDL-Cholesterin zurück (Akbari et al., 2018). Deshalb steckt die reine R-Form im Diabetiker-Sorglos-Paket, kombiniert mit L-Arginin für eine bessere Durchblutung.

Magnesium ist an der Regulierung des Blutzuckers beteiligt. Eine Auswertung von 18 Studien zeigte: Bei Menschen mit Diabetes senkte Magnesium den Nüchternblutzucker, bei Menschen mit hohem Diabetes-Risiko verbesserte es den Blutzucker zwei Stunden nach einem Zuckerbelastungstest (Veronese et al., 2016). Eine zweite Auswertung fand, dass sich Nüchternblutzucker und Insulinresistenz vor allem dann verbesserten, wenn Magnesium mindestens vier Monate lang eingenommen wurde (Simental-Mendía et al., 2016). Eine besonders gut verwertbare Form ist Magnesiumcitrat.

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Hoher Blutzuckerspiegel und jetzt?

Es gibt einige wirksame Lebensmittel, die zu sich genommen werden können, aber auch Maßnahmen, die man selbst unternehmen kann, um den Blutzuckerspiegel zu senken.

1.   Welche Lebensmittel senken den Blutzucker?

  • Zimt

Was fast jeder von uns zu Hause hat und eine positive Wirkung auf Blutzucker aufweist, ist Zimt.

Klinische Studien haben gezeigt, dass durch die Einnahme von Zimt die Produktion von GLUT4, einem Molekül, welches den Zucker aus dem Blutplasma transportiert, gesteigert wird.

Dadurch nimmt auch die Intensität von Insulin zu und der Blutzucker wird infolgedessen, gesenkt. Zusätzlich, wird durch die Einnahme von Zimt das Hungergefühl gemindert und eine schnelle Sättigung eingeleitet. Das bedeutet, dass kleinere Mengen an Essen konsumiert werden, was sich wiederum positiv auf den Blutzucker auswirkt.

  • Kurkuma

Studien an Tieren haben gezeigt, dass sich die Einnahme von Kurkuma positiv auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel auswirken kann. Grund dafür ist, dass Kurkuma die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöht, wodurch der Blutzucker wieder besser von den Zellen aufgenommen wird.

Eine Studie im Jahr 2012, welche in Diabetes Care, publiziert wurde, befasste sich ebenfalls mit der Wirkung von Kurkuma auf die Entwicklung von Diabetes. Die an Diabetesvorstufen erkrankten Probanden wurden in zwei Testgruppen unterteilt. Täglich wurden ihnen jeweils sechs Tabletten verabreicht, wobei eine Gruppe ausschließlich Kurkuma-Kapseln bekam und die zweite Gruppe Placebo. Am Ende der Studie konnte festgestellt werden, dass die Probanden die Kurkuma-Tabletten bekommen hatten, seltener vollständiges Diabetes entwickelten.

  • Algen

Das in Algen enthaltene Jod ist bekannt dafür eine Rolle bei der Aufrechterhaltung der Insulinsensitivität zu spielen.

Bei der oralen Verabreichung von Jod Supplementierung an Tiere, haben Studien gezeigt, dass der  Glukosespiegel dadurch gesenkt wurde. In einer anderen Studie die an Menschen durchgeführt wurde, konnte festgestellt werden, dass der Cholesterinspiegel von stark übergewichtigen Frauen, durch die Einnahme von Algen-Kapseln, ebenfalls positiv beeinflusst werden konnte.

Zudem können Produkte die Algen enthalten, wie zum Beispiel Spirulina- oder Chlorella-Kapseln, bei der Reduzierung des Körpergewichts, der Fettmaße und der Verringerung der Nahrungsaufnahme, helfen.

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2. Was tun gegen Heißhunger?

Um den Blutzucker zu senken ist es wichtig auf eine gesunde Ernährung um zu steigen. Dabei geht es nicht darum Kohlenhydrate oder Zucker vollständig aus dem Ernährungsplan zu streichen, aber eine gesunde Balance zwischen Kohlenhydraten, gesunden Fetten und Proteinen zu finden. Gerade die Aufnahme von Proteinen, Ballaststoffen und gesunden Fetten können zur Stabilisierung des Blutzuckers beitragen.

  • Auf unverarbeitete Lebensmittel zurückgreifen!

Unverarbeitete Lebensmittel sind voller Fasern, Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und Phytochemikalien, die einen positiven Effekt auf die menschliche Gesundheit und Gewichtsregulierung haben.

Sie benötigen viel mehr Zeit um verdaut zu werden, als verarbeitete Lebensmittel. Deshalb heben sie den Blutzucker nur langsam an, was den Stoffwechsel ausgleicht und eine stetige und gleichmäßige Energieversorgung gewährleistet. Vollwertige Lebensmittel liefern die richtigen Informationen und stimulieren die richtigen Gene in unserem Körper.

Heute kommen 60 Prozent unserer Kalorien aus Lebensmitteln, die von unseren Vorfahren nicht einmal als Nahrung erkannt werden würden. Der Großteil dieser Produkte - Schokolade, Chips, zuckerhaltige Getränke, raffinierte Öle und Kuchen - sind einfache Kohlenhydrate.

Wird dem nicht Einhalt geboten, zahlt unser Körper den Preis dafür. Das Ergebnis ist eine zweidimensionale Epidemie von Fettleibigkeit (engl. Obesity) und Diabetes in unserem Land, die unter Fachleuten inzwischen unter dem Begriff Diabesity zusammengefasst wird.

  • Flüssige Kalorien und künstliche Süßstoffe vermeiden.

Limonaden sind voll von Chemikalien und Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt. Verarbeitete Fruchtsaftgetränke werden in Zucker ertränkt.

Stattdessen lieber Wasser und grünen Tee trinken. Grüner Tee enthält pflanzliche Substanzen, die viel besser für die Gesundheit sind. Wichtig ist auch, nicht in die Diät-Drink-Falle zu tappen. Die künstlichen Süßstoffe in Diät-Drinks täuschen dem Körper vor, Zucker einzunehmen, was im Körper die gleiche Insulinproduktion bewirkt, wie bei der Einnahme von gewöhnlichem Zucker.

  • Zum Frühstück hochwertige Proteine!

Idealerweise nehmen Betroffene bei jeder Mahlzeit hochwertige Proteine zu sich, aber wenn man sich auf eine Mahlzeit festlegen muss, dann sollte man das Frühstück wählen. Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von gesunden Proteinen, wie Eiern, Nüssen, Samen, Nussbutter oder Protein-Shakes gleich am Anfang des Tages dabei hilft, den Heißhunger zu reduzieren, Kalorien zu verbrennen und so Gewicht zu verlieren.

3. Wie können regelmäßige Bewegung und Sport helfen?

Wahrscheinlich ist bereits bekannt, dass Bewegung und Sport unterschiedlichste positive Einflüsse auf die Gesundheit haben können, und dasselbe gilt bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel.

Sport begünstigt die Muskel-Zellen, vermehrt Glukose aufzunehmen, wodurch der Blutzuckerspiegel gesenkt wird. Dies passiert, da der Körper mit Energie versorgt werden muss und Glukose für Gewebereparaturen verwendet wird. Zusätzlich helfen sportliche Aktivitäten, welche über einen längeren Zeitraum absolviert werden, die Zellen empfindlicher für Insulin zu machen. Dies kann Insulin-Resistenzen vorbeugen.

Warum kein intensiver Sport bei sehr hohem Blutzucker?

Moderate Bewegung senkt den Blutzucker, weil die arbeitenden Muskeln Glukose aufnehmen. Sehr intensive Belastung kann den Wert dagegen kurzfristig nach oben treiben. Das zeigte eine Untersuchung mit acht Menschen mit Typ-1-Diabetes: Nach einer kurzen, sehr anstrengenden Belastung (80 % der maximalen Sauerstoffaufnahme) sank der Blutzucker nicht, sondern stieg. Lag der Wert vor dem Training bei durchschnittlich 149 mg/dl, kletterte er in den zwei Stunden danach auf 229 mg/dl. Selbst bei einem normalen Ausgangswert von 86 mg/dl stieg er nach der Belastung auf 127 mg/dl (Mitchell et al., 1988). Bei intensivem Training kann sich die Blutzuckereinstellung also vorübergehend verschlechtern statt verbessern.

Wer mit einem bereits hohen Wert startet, setzt deshalb besser auf eine moderate Belastung – zügiges Gehen, lockeres Radfahren oder Schwimmen – statt auf Sprints oder schweres Krafttraining. Sinnvoll ist, vor und nach dem Training zu messen, um die eigene Reaktion kennenzulernen. Wer Insulin spritzt oder Diabetes-Medikamente nimmt, bespricht die Belastung am besten mit der Ärztin oder dem Arzt.

Blutzucker und Trinken: Warum Wasser wichtig ist

Wie viel jemand trinkt, hängt offenbar auch mit dem Blutzucker zusammen. In einer französischen Studie wurden 3.615 Erwachsene mit normalem Nüchternblutzucker neun Jahre lang begleitet. Wer täglich einen halben bis einen Liter Wasser trank, hatte ein um rund ein Drittel niedrigeres Risiko, in dieser Zeit erhöhte Blutzuckerwerte (Nüchternwert ab 6,1 mmol/l, also rund 110 mg/dl) zu entwickeln, als Menschen, die weniger als einen halben Liter tranken (Roussel et al., 2011). Als Erklärung nennen die Forschenden das Hormon Vasopressin, das bei geringer Trinkmenge vermehrt ausgeschüttet wird und mit dem Diabetesrisiko in Verbindung steht.

Dazu passt der Rat aus diesem Ratgeber: statt Limonaden, Fruchtsaftgetränken und Diät-Drinks lieber Wasser und grünen Tee trinken. Wasser liefert weder Zucker noch Süßstoffe und löst damit auch keine Insulinausschüttung aus.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

Häufige Fragen

Zuerst messen, und zwar morgens nüchtern. Liegt der Wert wiederholt über 99 mg/dl, helfen eine Ernährung aus unverarbeiteten Lebensmitteln mit Eiweiß zum Frühstück, der Verzicht auf Limonaden und Diät-Drinks, regelmäßige moderate Bewegung und ausreichend Wasser. Zimt, Kurkuma, Algen und Bittergurke unterstützen den Blutzucker zusätzlich auf natürliche Weise.

Nüchtern gelten 70 bis 99 mg/dl (3,9 bis 5,5 mmol/l) als normal. Werte zwischen 100 und 125 mg/dl zeigen eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes an, ab 126 mg/dl nüchtern spricht man von Diabetes. Zwei Stunden nach dem Essen sollte der Wert unter 140 mg/dl liegen.

Die häufigste Ursache ist eine Ernährung mit vielen einfachen Kohlenhydraten und Zucker, auf die der Körper immer mehr Insulin ausschütten muss, bis die Zellen taub für das Hormon werden. Dazu kommen Stress über das Hormon Cortisol, der Zeitpunkt der Mahlzeiten, eine Schwangerschaft und eine familiäre Veranlagung. Auch morgens kann der Wert durch das Dawn-Phänomen erhöht sein.

Stress erhöht den Cortisolspiegel, und Cortisol beeinflusst stark, wie der Körper Insulin verwendet. Der Blutzucker kann dadurch steigen. Hilfreich sind Bewegung, die Stress abbaut und gleichzeitig Glukose in die Muskeln bringt, sowie regelmäßige Mahlzeiten mit Eiweiß, Ballaststoffen und gesunden Fetten.

Wenn der Nüchternwert wiederholt bei 100 mg/dl oder darüber liegt, spätestens aber ab 126 mg/dl, sowie bei Anzeichen wie enormem Durst, häufigen Infektionen, sehr langsamer Wundheilung oder schwerer Atmung. Dann sollten die Werte ärztlich abgeklärt werden, am besten zusammen mit dem Langzeitwert HbA1c.

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