Das kleine 1x1 der Darmsanierung: Eine Expertin klärt auf

Veröffentlicht am: April 23, 2021

Wie eng ein gesunder Darm mit unserem gesamten Wohlbefinden verknüpft ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung von Basting et al. (2026, Sci Rep): Biomarker einer gestörten Darmbarriere gingen bei hospitalisierten COVID-19-Patienten mit deutlich erhöhten Entzündungswerten einher und ließen sogar Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf zu. Umso ernster sollte man Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Verstopfung oder Übelkeit nehmen – Beschwerden, die bei vielen Menschen leider keine Seltenheit mehr sind. Kein Wunder, denn in unserer alltäglichen Ernährung sind ungesunde Fette, übermäßiger Zucker oder stark verarbeitete Lebensmittel Standard. Aber nicht nur, was wir essen, spielt für unsere Darmgesundheit eine erhebliche Rolle, sondern auch wie wir essen: Oft wird schnell und nebenher gegessen.

Das Resultat ist oftmals eine gestörte Darmflora, in welcher das Gleichgewicht der Mikroorganismen gestört ist und der geschädigte Darm seine eigentliche Tätigkeit kaum mehr ausüben kann.

Passend zu unserem Darmsanierungspaket, haben wir mit Naturheilpraktikerin und Expertin Adriane Jacoby über den Ablauf einer Darmsanierung gesprochen und welche wichtigen Aspekte beachtet werden müssen.  Naturheilpraktikerin Adriane Jacoby

Adriane Jacoby ist Heilpraktikerin und betreibt seit 2013 ihre Naturheilpraxis in Langenargen. Ihre Begeisterung für ganzheitliche Medizin hat sie zur Naturheilkunde und damit zum großen Feld der modernen Komplementärmedizin gebracht, innerhalb welchem sie ihre Behandlung fein und individuell auf ihre Patienten anpasst. Dabei nimmt Adriane Jacoby die Menschen gerne bei der Hand und behandelt mit natürlichen Wirkstoffen, um die Grundordnung von Körper, Geist und Seele wieder herzustellen.

Frau Jacoby, Darmprobleme kommen leider immer häufiger vor. Wer ist Ihrer Erfahrung nach besonders davon betroffen? 

Im Grunde können alle Altersklassen betroffen sein. In meiner Praxis behandle ich die unterschiedlichsten Formen. 

Können Sie uns ein wenig mehr über die Ursachen von Darmproblemen erzählen? 

Ein großer Faktor ist unsere Ernährung, die leider oft sehr einseitig ist. Es werden zu viele tierische Produkte verzehrt, und es wird meist schnell und hektisch gegessen. Dabei wird schlecht gekaut und somit die Nahrung suboptimal zerkleinert. Das bedeutet, dass die Nahrung nicht ausreichend für den weiteren Verdauungsprozess vorbereitet wird. Stress fährt zudem die Verdauungs-Tätigkeit runter.

Welche Art von Darmproblemen treten am häufigsten auf und wie sehr beeinflussen sie den Alltag von Betroffenen?

Viele meiner Patienten leiden an Durchfall, aber auch eine stark eingeschränkte Entleerung, also Verstopfungen, ist oft der Fall.

Die Betroffenen fühlen sich unwohl, träge oder sind auch gestresst, denn gerade Durchfall kann schlagartig auftreten.

Was passiert, wenn Darmprobleme nicht behandelt werden und wieso ist es so enorm wichtig, seine Darmflora ins Gleichgewicht zu bringen? 

Auf Dauer werden Nährstoffe nicht mehr optimal resorbiert (aufgenommen) und es kann zu Mangelerscheinungen kommen. Des Weiteren können Schleimhautveränderungen auftreten. 

Die Darmgesundheit ist immens wichtig, denn sie ist es auch für ein allgemeines Wohlbefinden essenziell. Außerdem können durch eine starke Darmflora ernste Erkrankungen präventiv abgewehrt werden.

Wie kann eine Darmsanierung durchgeführt werden? 

Bei einer Darmsanierung ist es nicht nur wichtig den Darm isoliert zu betrachten, sondern alle Verdauungsbeteiligten Organe. Dazu gehören die Zähne (kauen), der Magen, die Leber und Galle, Bauchspeicheldrüse, Dünn- und Dickdarm. Ich bin eher pragmatisch und möchte eine Darmsanierung unkompliziert und effektiv durchführen. Zudem macht es manchmal Sinn, in der Praxis vor Beginn ein Blutbild zu erstellen. 

Welche natürlichen Behandlungsmöglichkeiten bzw. Nahrungsergänzungsmittel können bei einer Darmsanierung angewendet werden? 

Zunächst ist es wichtig, die Nahrung gut zu kauen, damit unsere Verdauungssäfte entlastet werden. Basenpulver oder basische Mineralien in Kapselform sorgen dafür, dass im Magen der Säuregehalt nicht überwiegt bzw. Ausgeglichen wird. 

Damit die Leber genügend Gallensäuren produzieren kann, ist es wichtig ein Lebermittel wie beispielsweise Artischocke Mariendistel einzunehmen. Die Leber entgiftet frei gewordene Toxine und sorgt mit der Gallensäure unter anderem für eine gute Fettverdauung. 

Darmreinigungskapseln eignen sich perfekt, um im Darm „aufzuräumen“ damit eine spätere Besiedelung mit hochwertigen Probiotika des Darmes überhaupt Sinn ergibt.

➤Jetzt Darmsanierungspaket bestellen!

Was sollte man bei einer Darmsanierung unbedingt beachten? Haben Sie irgendwelche Tipps?

Toll wäre, wenn man möglichst auf Fleisch und Milchprodukte verzichten kann. Übermäßiger Kaffee- und Nikotinkonsum sollte in dieser Zeit bitte unbedingt reduziert bzw. Am besten eingestellt werden. Was auch wichtig ist, sind gute pflanzliche Fette anstelle von tierischem Fett zu konsumieren und natürlich tut viel Schlaf gut. Abends kann auch noch ein schöner Lavendel-Leberwickel angewendet werden.

In welcher Reihenfolge sollte man bei einer Darmsanierung vorgehen? Wie sieht der Darmsanierungs-Plan aus?

Zuallererst sollte der Körper entsäuert und das Bakterienmilieu mithilfe von Basenpulver oder Kapseln reguliert werden. Dazu wird am besten morgens und abends jeweils 1 TL im warmen Wasser aufgelöst und getrunken. Sollte das Basenmittel beim Ein oder Anderen abführend wirken, dann könnte hier alternativ auch auf Gerstengraspulver zurückgegriffen werden. Dieses sollte gleich dosiert, wie das Basenpulver eingenommen werden. 

Der zweite Schritt wäre dann die vollständige Darmreinigung. Dazu können Darmreinigungskapseln eingenommen werden. 

Anschließend sollte die Leber und auch die Bauchspeicheldrüse gestärkt werden. Das ist wichtig, damit genügend Verdauungssäfte produziert werden können und sich so mit dem Nahrungsbrei durchmischen. So kommt dieser nämlich gut vorbereitet im zu sanierenden Darm an. Zur Stärkung der Leber eignen sich Mariendistel-Artischocken Kapseln und um die Bauchspeicheldrüse zu unterstützen, bieten sich Produkte mit Bittergurke optimalerweise an. 

Nach 14 Tagen ist diese Vorbereitung im Sinne von Entgiftung, Milieusanierung und Organstärkung abgeschlossen und der Darm kann mit wertvollen Probiotika besiedelt werden. Das bedeutet, dass nach 14 Tagen zusätzlich Probiotika eingenommen werden sollten und so dauert die Darmsanierung zwischen 4 und 6 Wochen. 

Für eine genaue Anleitung lesen Sie sich am besten den Darmsanierung-Ernährungsplan durch.

Darmsanierung Schritt für Schritt: Ablauf und Reihenfolge einer natürlichen Darmreinigung

Welche Fehler passieren am häufigsten während einer Darmsanierung — und wie lassen sie sich vermeiden?

Der häufigste Fehler ist, dass Betroffene zu ungeduldig sind. Viele erwarten nach 1 bis 2 Wochen eine spürbare Veränderung und brechen ab, wenn nichts passiert. Eine Darmsanierung braucht in der Regel 8 bis 12 Wochen, oft länger. Der Darm hat eine Schleimhaut, die sich nicht innerhalb weniger Tage regeneriert. Wer nach 3 Wochen aufgibt, hat den eigentlichen Wirkzeitraum gar nicht erreicht.

Ein zweiter typischer Fehler ist die falsche Reihenfolge. Manche starten direkt mit hochdosierten Probiotika (das sind Präparate mit lebenden Darmbakterien), obwohl der Darm gar nicht darauf vorbereitet ist. Wenn die Darmschleimhaut gereizt ist oder eine Fehlbesiedelung vorliegt, können die zugeführten Bakterien nicht anwachsen. Sinnvoller ist der stufenweise Aufbau: zuerst entlasten und reinigen, dann die Schleimhaut aufbauen und erst danach gezielt neue Bakterienkulturen ergänzen.

Ein dritter Punkt, den ich immer wieder sehe: Die Ernährung wird während der Sanierung nicht angepasst. Wer weiter täglich Zucker, Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel zuführt, arbeitet gegen jede Maßnahme. Der Darm bekommt widersprüchliche Signale. Ballaststoffe aus Gemüse, Leinsamen oder Akazienfaser sind hier zentral, weil sie den guten Bakterien als Nahrung dienen.

Auch die Begleitstoffe werden oft unterschätzt. L-Glutamin unterstützt die Regeneration der Darmschleimhaut, Zink ist an der Barrierefunktion beteiligt und ein B-Komplex hilft, wenn die Vitaminaufnahme im Darm eingeschränkt war. Wer diese Bausteine weglässt, verlängert den Prozess unnötig.

Und zuletzt: viele Betroffene machen die Sanierung allein, ohne vorher zu prüfen, was im Darm überhaupt los ist. Ein Stuhltest vor Beginn zeigt, ob eine Fehlbesiedelung, eine Pilzbelastung oder eine geschwächte Schleimhaut vorliegt. Ohne diese Information ist jede Sanierung ein Blindflug. Meine Empfehlung: lieber einmal richtig testen und gezielt vorgehen, als 3-mal hintereinander eine halbherzige Kur durchzuziehen.

 

Quellen (in englischer Sprache):

Zheng Y (2023). Probiotics fortify intestinal barrier function: a systematic review and meta-analysis of randomized trials. Front Immunol. Doi: 10.3389/fimmu.2023.1143548

Grech A (2021). Maternal exposures and the infant gut microbiome: a systematic review with meta-analysis. Gut Microbes. Doi: 10.1080/19490976.2021.1897210

Costa MAC (2023). Effect of kombucha intake on the gut microbiota and obesity-related comorbidities: A systematic review. Crit Rev Food Sci Nutr. Doi: 10.1080/10408398.2021.1995321

Abbasi F (2024). A systematic review and meta-analysis of clinical trials on the effects of glutamine supplementation on gut permeability in adults. Amino Acids. Doi: 10.1007/s00726-024-03420-7

Offizielle Leitlinien: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Ballaststoffe und Darmgesundheit. (abgerufen 2026)

Offizielle Leitlinien: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) — Probiotika-Bewertung und Nahrungsergänzung. (abgerufen 2026)

Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.