Wie können Sie mithilfe von Fasten Diabetes Typ 2 vorbeugen und aufhalten?

Wie können Sie mithilfe von Fasten Diabetes Typ 2 vorbeugen und aufhalten?

22 Min. Lesezeit Aktualisiert am 30. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Fasten verbessert bei Typ-2-Diabetes den Blutzucker und das Gewicht: In einer Auswertung von 14 Studien mit 1101 Erwachsenen mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes senkte Intervallfasten den Langzeitzucker HbA1c um 0,81 Prozentpunkte und das Körpergewicht um rund 4,6 kg. Dahinter steht eine bessere Insulinsensibilität, und weniger Fett in Leber und Bauchspeicheldrüse entlastet die insulinbildenden Beta-Zellen. Wer Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten nimmt, stimmt die Dosis vor dem Fasten mit der Ärztin oder dem Arzt ab, damit es nicht zu einer Unterzuckerung kommt.

Fasten wird schon seit Jahrhunderten praktiziert. In der Tat belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass wir Menschen ebenso wie Tiere über einen Instinkt für das Fasten verfügen, der sich durch die Geschichte zieht: Hippokrates verordnete seinen Patienten Fastenzeiten und schwor auf das Fasten mit Apfelessig.

In vielen Religionen wird Fasten in unterschiedlichen Formen praktiziert. Die alten Griechen verordneten es nicht nur bei Krankheiten; das Fasten war ein wichtiger Bestandteil zur Vorbereitung auf Rituale, durch die Kontakt mit übernatürlichen Kräften hergestellt werden sollten. Fasten bzw. der Verzicht auf Nahrung wird auch immer wieder als Mittel des politischen Protestes eingesetzt.

Gandhi verzichtete bei mindestens 14 verschiedenen Gelegenheiten auf Nahrung, dreimal für bis zu 21 Tage. Terence McSweeney, der ehemalige Bürgermeister von Cork, verzichtete aus politischen Gründen 74 Tage lang bis zu seinem Tod auf Nahrung. Dies geschah 1920 und zählt noch heute zu den längsten Fastenzeiten, die ein Mensch jemals geleistet hat. Fasten mag zunächst entmutigend und herausfordernd erscheinen, bietet jedoch langfristige Vorteile und kann dem Körper bei der Entgiftung helfen.

Beispielsweise kombiniert man die Methoden zyklische ketogene Ernährung und Intervallfasten mit einem zyklischen Teilfasten, um die eigene Gesundheit und Langlebigkeit zu optimieren und eine sichere Entgiftung zu unterstützen.

Fasten verbessert die Insulinsensibilität

Studien bestätigen immer wieder, dass durch Fasten die Insulinsensibilität verbessert und Diabetes Typ 2 umgekehrt werden können. Kombiniert mit Bewegung leistet Fasten einen wichtigen Beitrag zur Gewichtsoptimierung.

Neueste Forschungsergebnisse wurden auf der Digestive Disease Week 2019 vorgestellt. Sie basieren auf Fastenzeiten von Muslimen während des Ramadans. Die Pilotstudie umfasste 14 gesunde Personen, die über 30 Tage hinweg 15 Stunden am Tag von morgens bis abends fasteten.

Forscher nahmen vor Beginn der Fastenperiode sowie am Ende der vierten Woche Blutproben. Zusätzlich wurde den Probanden eine Woche nach der Fastenzeit Blut abgenommen. In der 30-tägigen Fastenperiode erhöhte sich bei den Probanden der Gehalt an Tropomyosin (TPM)-Proteinen, was wiederum die Insulinresistenz verbesserte und die schädlichen Auswirkungen einer zuckerreichen Ernährung reduzierte. In den Blutproben der Teilnehmer konnten höhere Werte von TPM 1, 3 und 4 bestimmt werden. TPM ist ein Schlüsselfaktor bei der Erhaltung gesunder Zellen, die für die Insulinresistenz wichtig sind.

TPM 3 spielt eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Insulinsensibilität, was eine bessere Blutzuckerkontrolle bedeutet. Das Forschungsteam wurde von Dr. Ayse Leyla Mindikoglu, außerordentliche Professorin für Medizin und Chirurgie am Baylor College of Medicine in Houston, Texas, geleitet und kommentiert die Ergebnisse wie folgt:

„Unsere Nahrungsaufnahme sowie der Verzicht darauf im Rahmen einer Fastenzeit kann sich erheblich darauf auswirken, wie unser Körper Proteine bildet und verwendet. Dies gilt im besonderen Maße für Proteine, die für eine Minderung der Insulinresistenz und die Erhaltung eines gesunden Körpergewichts entscheidend sind. Daher können der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahmen sowie die Zeit zwischen einzelnen Mahlzeiten wichtige Faktoren sein, die vor allem bei Menschen zu beachten sind, die aufgrund von Fettleibigkeit unter Folgeerkrankungen leiden.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit über 650 Millionen Menschen von Fettleibigkeit betroffen und weisen aufgrund dessen ein hohes Risiko für eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen auf.

Wir weiten unsere Forschung derzeit auf Personen aus, die an einem metabolischen Syndrom sowie [einer nicht-alkoholischen Fettleber] erkrankt sind, und wollen feststellen, ob die Ergebnisse mit denen unserer gesunden Probanden übereinstimmen.

Basierend auf unseren ersten Untersuchungen sind wir der Ansicht, dass das Fasten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang eine kostengünstige Behandlungsmöglichkeit für alle sein kann, die aufgrund von Fettleibigkeit unter Folgeerkrankungen zu leiden haben.“

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Fasten kann das Beta-Zellwachstum der Bauchspeicheldrüse fördern

In einem Leitartikel im BMJ erörtert der renommierte Forscher James DiNicolantonio die Ergebnisse mehrerer Studien, die gezeigt haben, dass wiederholtes Fasten das Zellwachstum von Betazellen der Bauchspeicheldrüse von Mäusen fördern kann.

Dieses Wachstum geht mit einer erhöhten Expression von Ngn3 einher. Dabei handelt es sich um ein Protein, das an der Umwandlung von DNA in RNA beteiligt ist. Das ist insbesondere für die sogenannten Langerhans-Inseln wichtig, hormonbildende Zellen der Bauchspeicheldrüse.

Dieser durch Intervallfasten hervorgerufene Anstieg ging in Tierversuchen mit einer deutlichen Verbesserung der Blutzuckerkontrolle einher. Die Studienergebnisse sind insbesondere für Menschen mit Diabetes Typ 1 von Belang, da bei ihnen häufig die Beta-Zellen in diesen Inseln durch Entzündungen fast vollständig zerstört sind.

Eine ähnliche Zerstörung findet im späteren Krankheitsverlauf auch bei Typ-2-Diabetikern statt. DiNicolantonio ist der Ansicht, dass diese Ergebnisse in klinischen Tests wiederholt werden können und somit den Weg zu einer Umkehrung von Diabetes Typ 2 allen jenen eröffnet, die „genügend Disziplin und Engagement aufbringen und ihren Lebensstil auf eine Weise ändern, die eine Diabeteserkrankung insgesamt verhindert hätte.“

In einem ersten Schritt empfiehlt er allen, sich gesund und vollwertig zu ernähren sowie ausreichend zu bewegen, also bereits präventiv einen gesunden Lebensstil zu verfolgen. Dies wird dazu beitragen, die eigene Insulinsensibilität zu verbessern und reicht womöglich bereits aus, um jenen Patienten zu helfen, die erst kürzlich die Diagnose „Diabetes“ erhalten haben. Mitunter kehrt sich durch eine gesunde Lebensweise die Erkrankung wieder um.

Sollte ein gesunder Lebenswandel allein nicht ausreichen, empfiehlt DiNicolantonio seinen Patienten zusätzlich Intervallfasten. Damit die Beta-Zellen nicht beim Übergang von einer Fastenperiode zu einer gesundheitsfördernden Ernährung geschädigt werden und mitunter ihre Funktionsfähigkeit verlieren, können zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

So kann oxidativer Stress unter den Inselzellen beispielsweise mit Spirulina gesenkt werden. Oberstes Ziel ist es, eine normale Blutzuckerkontrolle ohne Medikamente zu erreichen und dabei einen Lebensstil und eine Ernährungsweise aufrechtzuerhalten, die einen Diabetes verhindert.

Was bewirkt Fasten bei Diabetes Typ 2 laut Studien?

Die Wirkung von Intervallfasten bei Typ-2-Diabetes ist inzwischen in vielen kontrollierten Studien untersucht. Eine Auswertung von 14 randomisierten Studien mit 1101 Erwachsenen mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes ergab im Vergleich zu einer normalen Ernährung folgende Veränderungen (Khalafi et al., 2024):

  • HbA1c (Langzeitzucker): minus 0,81 Prozentpunkte
  • Nüchternblutzucker: minus 0,36 mmol/l
  • Körpergewicht: minus 4,56 kg
  • Gesamtcholesterin: minus 0,31 mmol/l
  • Triglyzeride: minus 0,14 mmol/l

Eine weitere Auswertung von 17 Studien mit 1169 Teilnehmenden zeigte: Der Blutzucker verbesserte sich umso stärker, je konsequenter das Fasten eingehalten wurde und je höher das Körpergewicht zu Beginn war. Die deutlichsten Effekte brachte das zeitlich begrenzte Essen, bei dem alle Mahlzeiten in ein festes Zeitfenster pro Tag fallen (Anasanti & Hamzah, 2025).

Die wichtigsten Fastenformen im Überblick:

FastenformAblauf
16:8 (zeitlich begrenztes Essen)16 Stunden ohne Nahrung, alle Mahlzeiten innerhalb von 8 Stunden
5:2An 2 Tagen pro Woche nur rund 500 bis 600 kcal, an 5 Tagen normal essen
Alternierendes FastenFasttage und normale Esstage wechseln sich ab
Ramadan-FastenRund 30 Tage lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken

Was hat Bauchfett mit Diabetes zu tun?

Bei Typ-2-Diabetes sammelt sich häufig Fett im Bauchraum, in der Leber und in der Bauchspeicheldrüse an. Fett in der Leber schwächt dort die Wirkung von Insulin, Fett in der Bauchspeicheldrüse belastet die Beta-Zellen, die Insulin bilden.

Wie stark sich das durch weniger Energiezufuhr verändert, zeigt eine Studie mit elf Menschen mit Typ-2-Diabetes, die acht Wochen lang nur rund 600 kcal pro Tag zu sich nahmen (Lim et al., 2011):

  • Der Nüchternblutzucker sank schon nach einer Woche von 9,2 auf 5,9 mmol/l.
  • Der Fettanteil der Leber ging bis zur achten Woche von 12,8 auf 2,9 Prozent zurück.
  • Der Fettanteil der Bauchspeicheldrüse fiel von 8,0 auf 6,2 Prozent.
  • Die erste Insulinantwort der Beta-Zellen stieg von 0,19 auf 0,46 nmol/min/m² und näherte sich den Werten von Menschen ohne Diabetes an.

Die Funktion der Beta-Zellen und die Insulinempfindlichkeit der Leber normalisierten sich in dieser Studie allein durch die geringere Energiezufuhr, zusammen mit weniger Fett in Leber und Bauchspeicheldrüse.

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Kein Frühstück vor dem Sport leistet einen Beitrag zur Gewichtskontrolle

In einer weiteren aktuellen Studie bewerteten die Wissenschaftler, wie sich das Auslassen des Frühstücks vor einem Workout am frühen Morgen auswirkte. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Journal of Nutrition. Hauptsächlich ging es darum, wie sich das fehlende Frühstück auf die übrige Nahrungsaufnahme an dem Tag auswirken würde.

Zweifelsohne spielt körperliche Bewegung eine wichtige Rolle bei der Gewichtskontrolle und der Gesundheit insgesamt. Allerdings zeigte sich in früheren Studien, dass Menschen, die ein neues Trainingsprogramm beginnen, oft die während des Trainings verbrannte Energie kompensieren, indem sie später am Tag mehr essen oder sich weniger bewegen.

Die Forscher suchten sich zwölf gesunde, körperlich aktive junge Männer, die sich alle nach drei unterschiedlichen Plänen ernährten – jeweils im Abstand von mehr als einer Woche. Ein Plan gewährte den Probanden ein Frühstück bestehend aus Haferflocken und Milch, gefolgt von Ruhe. In einer anderen Woche nahmen sie das gleiche Frühstück zu sich, trainierten danach jedoch für 60 Minuten. Der dritte Plan sah eine Fastenperiode nachts bis nach dem Workout am Morgen vor. In den jeweils folgenden 24 Stunden wurde die Kalorienzufuhr genau überwacht und berechnet.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Probanden 400 kcal weniger aufnahmen, wenn sie vor dem Training fasteten und erst danach aßen – im Gegensatz zu den Tagen, in denen sie erst frühstückten und sich danach entweder ausruhten oder Sport trieben.

Die Forscher empfehlen allen, die ihr Gewicht reduzieren wollen und daher Sport treiben möchten, diese Ergebnisse zu berücksichtigen. Javier Gonzalez, Ph.D., von der University of Bath, beaufsichtigte die Studie und schlussfolgert, dass ein Training auf nüchternen Magen zu einem Kaloriendefizit an dem entsprechenden Tag führen kann.

Allerdings handelte es sich dabei um eine kleine Studie mit jungen, gesunden Männern als Probanden. Nicht nur die Forscher fragen sich, ob ähnliche Ergebnisse mit älteren, übergewichtigen, untrainierten oder weiblichen Teilnehmern erzielt werden würden. Zudem liefert die Studie keinerlei Anhaltspunkte, warum ein Kaloriendefizit erzielt wurde, wenn die Teilnehmer vor dem Training nichts aßen. Gonzalez hofft, diese Fragen weiter erforschen zu können.

Steigende Fettleibigkeitsraten, steigende Erkrankungsraten

Diabetes führt im Körper zu einer Resistenz gegenüber Insulin und Leptin, was den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt. Die konventionelle Medizin zielt darauf ab, die Symptome von Diabetes zu behandeln. Dabei ist die Erkrankung tatsächlich vermeidbar und kann in den meisten Fällen umgekehrt werden – einfach, indem man die eigenen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ändert.

Wesentliche Risikofaktoren für die Entwicklung einer Insulinresistenz sind:

  • übermäßig viele Kohlenhydrate
  • Zuckerzusätze in der Ernährung

Diese führen zu einem Anstieg des Insulinspiegels und fördern schleichend die Resistenz der Zellen gegenüber Insulin. Übermäßiger Verzehr von Kohlenhydraten und Zucker ist zudem eine der Hauptursachen für Fettleibigkeit, eine wachsende Epidemie in vielen Ländern weltweit.

Die neuesten Erkenntnisse einer Umfrage der National Health and Nutrition Examination Survey zeigen eine steigende Zahl von Erkrankungen im Zusammenhang mit Fettleibigkeit, einschließlich:

  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Arthritis
  • bestimmten Krebsarten

So erhöhte sich die Rate der Erwachsenen, die an Adipositas (Fettleibigkeit) leiden zwischen den Erhebungszeiträumen 2007/2008 bis 2015/2016 von 33,7 Prozent auf 39,6 Prozent.

Dieser Anstieg ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen:

  • ein überwiegend sitzender Lebenswandel
  • der erhöhte Konsum industriell verarbeiteter (Fertig-)Lebensmittel
  • Medikamente
  • psychologische Auslöser usw.

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Zusätzliche Vorteile des Fastens

Fasten kann nicht nur bei der Optimierung des Gewichts helfen, sondern bietet darüber hinaus weitere Vorteile für die Gesundheit. Zyklisches Fasten imitiert die Essgewohnheiten unserer Vorfahren und setzt unseren Körper in seinen natürlichen Zustand zurück, der eine Vielzahl von biochemischen Vorteilen ermöglicht.

Wenn man den ganzen Tag über isst, gewöhnt man den Körper an die Verbrennung von Zucker und Kohlenhydraten als hauptsächliche Energiequelle. Entsprechend produziert er weniger Enzyme, die zur Verwertung und Verbrennung von gespeichertem Fett benötigt werden. Dies erhöht die Insulinresistenz und das Risiko zuzunehmen. Körperfett kann man nur verlieren, wenn der Körper in der Lage ist, Fett zu verbrennen.

Wir können unseren Körper in den Fettverbrennungsmodus bringen, indem wir fasten und uns zyklisch ketogen ernähren. Doch nicht nur die Insulin- und Leptinsensibilität normalisiert sich durch Fasten, sondern auch der Ghrelinspiegel, auch bekannt als das „Hungerhormon“.

Auch die Produktion des menschlichen Wachstumshormons (HGH) wird durch das Fasten beeinflusst. In Studien zeigte sich bei Frauen ein Anstieg um bis zu 1.300 Prozent, bei Männern um bis zu 2.000 Prozent. HGH spielt eine Rolle bei Fitness, Langlebigkeit und Muskelwachstum und fördert den Fettabbau.

Fasten trägt zur Unterdrückung von Entzündungen bei und kann oxidative Schäden reduzieren, die Immunfunktion verbessern und das Risiko für Herzerkrankungen verringern. Ein höherer Ketonspiegel, zu dem es automatisch im Zuge des Fastens kommt, führt zu einer Verbesserung der kognitiven Funktion und senkt das Risiko für neurologische Krankheiten wie Demenz, Alzheimer und Parkinson.

Je mehr sich der Körper an den Fettverbrennungsmodus gewöhnt, desto geringer ist das Verlangen nach Zucker. Dadurch wird die Fettverbrennung weiter angekurbelt und man nimmt weiter ab. Die Ergebnisse einer Studie wurden auf der Jahrestagung der Endocrine Society vorgestellt. Demnach können Frauen durch Intervallfasten ihr Brustkrebsrisiko drastisch senken.

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Mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts essen

Die zuvor erwähnte Studie zeigte, dass Intervallfasten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang gesundheitliche Vorteile haben kann. Isst man jedoch kurz vor dem Schlafengehen, kann sich dies negativ auf die Gesundheit auswirken. Das Problem wird dadurch verstärkt, dass diese Mahlzeit am späten Abend für viele die Hauptmahlzeit ist und größtenteils aus verarbeiteten Lebensmitteln bzw. Fertigprodukten besteht.

Selbst unter den besten Umständen dauert es nach einer Mahlzeit mehrere Stunden, bis sich der Magen vollständig entleert hat. Mit zunehmendem Alter oder bei Menschen, die unter Säure-Reflux leiden, dauert dieser Prozess noch länger. Sobald man sich kurz nach einer Mahlzeit hinlegt, kann Magensäure einfacher in die Speiseröhre eindringen und einen sogenannten Säure-Reflux auslösen.

Man kann sogar unter Säure-Reflux leiden, ohne Sodbrennen zu haben. Meist treten dann Symptome wie Heiserkeit, ständiges Räuspern bis hin zu Asthma auf. Eine späte Mahlzeit am Abend stört ferner die innere Uhr des Körpers.

Der Naturheilkundler und Arzt Dr. Lee Know spricht das Thema des richtigen Timings unserer Mahlzeiten an und erklärt, was passiert, wenn wir zu spät am Abend essen, also zu einer Zeit, in der unser Körper die zur Verfügung gestellte Energie nicht benötigt.

Kurz gesagt, kann eine solche Gewohnheit eines der schlimmsten Dinge sein, die man dem eigenen Körper antun kann, da dadurch die Mitochondrien geschädigt werden. Eine grundlegende Ursache für viele degenerative Krankheiten sind geschädigte Mitochondrien, die kleinen Kraftpakete, die sich in den meisten Zellen unseres Körpers befinden.

Erhalten die Mitochondrien zu hohe Mengen der richtigen Energie, nehmen sie dennoch Schaden und versagen irgendwann. Diese Dysfunktion bildet die Grundlage für den späteren Ausfall verschiedener Körpersysteme.

Die Kontrolle über die eigene Gesundheit übernehmen – mit Fasten

Millionen von Menschen leiden an Diabetes Typ 2. Doch diese Erkrankung ist keineswegs unvermeidlich. Fasten ist derzeit der effektivste und tiefgreifendste Eingriff in den Stoffwechsel. Es ist wie eine kostenlose Stammzelltransplantation und reguliert Autophagozytose und Mitophagie ganz massiv.

Fasten stimuliert die mitochondriale Biosynthese. In der Zeit, in der man keine Nahrung zu sich nimmt, kann sich der Körper auf natürliche Weise regenerieren. Aus diesen Gründen ist das Fasten nicht nur bei Diabetes Typ 2 und Fettleibigkeit von Vorteil, sondern für die Gesundheit insgesamt. Unter Umständen steigert regelmäßiges Fasten sogar die Lebensdauer. Einige Hinweise deuten darauf hin, dass Fasten helfen kann, Demenz vorzubeugen oder gar umzukehren, da es dem Körper hilft, giftige Ablagerungen zu beseitigen.

Auch bei anderen Krankheiten können Patienten vom Fasten profitieren, u.a. polyzystische Eierstöcke, polyzystische Nieren und schnell wachsende Krebszellen. Der Grund dafür ist, dass mit zunehmender Autophagozytose der Körper alte Proteine abbaut, einschließlich schnell wachsender Zellen.

In der Zeit, in der man auf Nahrung verzichtet, werden vermehrt Wachstumshormone gebildet, die den Wiederaufbau neuer Proteine und Zellen fördern. Mit anderen Worten, Fasten reaktiviert und beschleunigt den natürlichen Erneuerungszyklus des Körpers.

Am besten gewöhnen wir unseren Körper allmählich ans Fasten und dehnen die Zeiten immer weiter aus, in denen wir auf Nahrung verzichten. Auf diese Weise mindern wir die meisten Nebenwirkungen, die bei der Umstellung hin zu einer fettreichen, kohlenhydratarmen Ernährung auftreten, und helfen unserem Körper dabei, sich an Fett als hauptsächliche Energiequelle zu gewöhnen.

Die so genannte „Keto-Grippe“ geht oft mit Natriummangel einher. Daher sollte man jeden Tag hochwertiges reines Salz konsumieren. Man kann beispielsweise einfach ein wenig Salz in die Hand streuen und ablecken, während man fastet. (Man hat ja nicht die Möglichkeit, das Essen damit zu würzen.) Damit reduziert man auch die Wahrscheinlichkeit von hartnäckigen Muskelkrämpfen in der Nacht.

Anstatt das Salz pur zu sich zu nehmen oder aufgelöst in Wasser zu trinken, kann man es auch unter ein wenig Knochenbrühe geben. Ein weiteres wichtiges Mineral ist Magnesium. Insbesondere als Diabetiker (Typ 2) sollte man den Magnesiumspiegel im Blick behalten, da die Stoffwechselerkrankung mit einem höheren Risiko für Magnesiummangel einhergeht. Ein Mangel an Magnesium kann ebenfalls Muskelkrämpfe auslösen.

Beim Fasten werden automatisch Giftstoffe aus den Fettspeichern freigesetzt. Die Verwendung einer Infrarotsauna und die Einnahme von Bindemitteln wie Chlorella oder Spirulina, modifiziertem Citruspektin, Koriander oder sogar Aktivkohle können helfen, diese freigesetzten Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen und ihre Resorption zu verhindern.

Fasten ist für viele Menschen sehr vorteilhaft, allerdings nicht für jeden geeignet. Wenn Menschen untergewichtig oder schwanger sind, stillen oder an einer Essstörung leiden, sollten sie nicht fasten.

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Unterzucker beim Fasten: Worauf Diabetiker mit Medikamenten achten

Wer Insulin oder Tabletten nimmt, die den Blutzucker senken, hat beim Fasten ein höheres Risiko für eine Unterzuckerung. In einer randomisierten Studie fasteten Menschen mit Typ-2-Diabetes zwölf Wochen lang an zwei Tagen pro Woche mit rund 500 bis 600 kcal. Die Rate an Unterzuckerungen verdoppelte sich dabei etwa, obwohl die Medikamente vorher reduziert worden waren. Gleichzeitig verbesserten sich Gewicht, HbA1c, Nüchternblutzucker und Lebensqualität, und dank Schulung und angepasster Dosis traten weniger Unterzuckerungen auf als erwartet (Corley et al., 2018).

Für die Praxis bedeutet das:

  • Vor dem ersten Fasttag die Dosis von Insulin und blutzuckersenkenden Tabletten mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
  • An Fasttagen den Blutzucker häufiger messen.
  • Bei Zittern, Schwitzen, Herzklopfen oder plötzlicher Schwäche sofort Traubenzucker nehmen und den Fasttag beenden.
  • Mit kurzen Essenspausen beginnen und diese langsam verlängern.

Fasten im Ramadan mit Diabetes

Die bisher umfangreichste Erhebung dazu ist die EPIDIAR-Studie mit mehr als zwölftausend Menschen mit Diabetes aus 13 Ländern (Salti et al., 2004). Von den Menschen mit Typ-2-Diabetes fasteten 78,7 Prozent mindestens 15 Tage lang, bei Typ-1-Diabetes waren es 42,8 Prozent. Weniger als die Hälfte der Teilnehmenden passte die Dosis der Medikamente an.

Schwere Unterzuckerungen traten im Ramadan häufiger auf als in anderen Monaten: bei Typ-1-Diabetes 0,14 statt 0,03 Ereignisse pro Monat, bei Typ-2-Diabetes 0,03 statt 0,004. Besonders betroffen waren Menschen, die ihre Medikamentendosis oder ihre körperliche Aktivität veränderten. Wer im Ramadan fasten möchte, plant deshalb Zeitpunkt und Dosis der Medikamente vorab mit der Diabetes-Praxis und stimmt sie auf die Mahlzeiten nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang ab.

Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

Häufige Fragen

Für viele Menschen mit Typ-2-Diabetes ja: In Studien verbesserte Intervallfasten den HbA1c, den Nüchternblutzucker und das Körpergewicht. Wer Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten nimmt, bespricht die Dosis vorher mit der Ärztin oder dem Arzt.

Ohne Nahrung sinkt der Blutzucker, und der Körper nutzt vermehrt Fett als Energiequelle. Wer Insulin oder bestimmte Tabletten nimmt, riskiert dabei eine Unterzuckerung mit Zittern, Schwitzen oder Schwäche. Deshalb wird die Dosis vor längeren Essenspausen angepasst.

In Tierversuchen förderte wiederholtes Fasten das Wachstum der insulinbildenden Beta-Zellen. Beim Menschen sank in einer Studie mit stark reduzierter Energiezufuhr das Fett in der Bauchspeicheldrüse, und die Insulinantwort der Beta-Zellen verbesserte sich deutlich.

In einer Auswertung von 14 Studien sank der HbA1c durch Intervallfasten im Mittel um 0,81 Prozentpunkte im Vergleich zu einer normalen Ernährung. Am stärksten verbesserte sich der Blutzucker bei Menschen, die das Fasten konsequent einhielten.

Viele tun es: In einer Erhebung in 13 Ländern fasteten 78,7 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes mindestens 15 Tage lang. Weil schwere Unterzuckerungen im Ramadan häufiger auftreten, werden Medikamente und Mahlzeiten vorab mit der Ärztin oder dem Arzt abgestimmt.

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