Ein tödliches Quartett - Das metabolische Syndrom und Diabetes Typ 2

Ein tödliches Quartett - Das metabolische Syndrom und Diabetes Typ 2

13 Min. Lesezeit Aktualisiert am 30. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Ärztinnen und Ärzte sprechen von einem metabolischen Syndrom, wenn mindestens drei von fünf Werten auffällig sind: ein großer Taillenumfang, ein Blutdruck ab 130/85 mmHg, ein Nüchternblutzucker ab 100 mg/dl, Triglyceride ab 150 mg/dl und ein zu niedriges HDL-Cholesterin (Amihăesei und Chelaru, 2014). Das Syndrom verdoppelt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöht das Sterberisiko insgesamt um das 1,5-Fache (Mottillo et al., 2010). Bei Menschen mit bereits erhöhtem Blutzucker senkte eine Umstellung des Lebensstils das Diabetesrisiko um 58 % (Knowler et al., 2002). Verordnete Medikamente werden dabei nie eigenmächtig abgesetzt.

Von Diabetes Typ 2 spricht man eigentlich erst dann, wenn die Blutwerte dauerhaft zu hoch sind. Dabei gibt es schon viel früher Warnwerte, die auf eine spätere Erkrankung hinweisen!

Ein tödliches Quartett

Jahre vor der Entwicklung einer Diabetes Typ 2 Diagnose können Warnzeichen im Körper wahrgenommen werden, die die Erkrankung bereits ankündigen. Werden sie nicht beachtet, ebnen sie den Weg für viele Probleme. Dazu gehören:

  1. Insulinresistenz (erhöhter Blutzuckerspiegel bzw. gestörter Kohlenhydratstoffwechsel)
  2. Übergewicht (vor allem Bauchfett bzw. ein großer Taillenumfang)
  3. Bluthochdruck
  4. Schlechte Fettwerte (erhöhte Triglyceride und ein niedriger HDL-Spiegel)

Durch diese Faktoren steigt nicht nur das Diabetesrisiko an, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine Auswertung von 87 Studien mit mehr als 950.000 Menschen zeigt: Mit metabolischem Syndrom war das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen doppelt so hoch und das Sterberisiko insgesamt 1,5-mal so hoch. Auch Betroffene ohne Diabetes hatten ein deutlich erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko (Mottillo et al., 2010).

Wichtig: Jede der 4 Störungen kann die Blutgefäße bereits langfristig schädigen!

Jede Störung ist also im Grunde genommen schon sehr schlecht für uns. Aber in Kombination bedeuten sie den absoluten Super-GAU für unsere Gesundheit. Da sie oft gemeinsam auftreten und somit zusammenhängen, werden sie unter dem Begriff "Metabolisches Syndrom" zusammengefasst.

 



Welche 5 Kriterien gehören zum metabolischen Syndrom?

Für die Diagnose zählen nicht Beschwerden, sondern fünf messbare Werte. Ein metabolisches Syndrom liegt vor, wenn mindestens drei davon auffällig sind (Amihăesei und Chelaru, 2014):

  • Großer Taillenumfang: ab 102 cm bei Männern und ab 88 cm bei Frauen. Die Internationale Diabetes-Föderation setzt für Menschen europäischer Herkunft strengere Grenzen an: über 94 cm bei Männern und über 80 cm bei Frauen (Scheen et al., 2006).
  • Blutdruck: ab 130/85 mmHg oder eine laufende Behandlung gegen Bluthochdruck.
  • Nüchternblutzucker: ab 100 mg/dl oder eine laufende Behandlung gegen Diabetes.
  • Triglyceride: ab 150 mg/dl oder eine Behandlung zur Senkung der Triglyceride.
  • Niedriges HDL-Cholesterin: unter 40 mg/dl bei Männern und unter 50 mg/dl bei Frauen oder eine entsprechende Behandlung.

Keines der fünf Kriterien muss zwingend dabei sein, entscheidend ist die Häufung. Der Taillenumfang eignet sich aber gut als erster Hinweis, den jede und jeder selbst mit einem Maßband prüfen kann (Alberti et al., 2009). Erhöhte Triglyceride und ein niedriges HDL-Cholesterin bilden zusammen das vierte Glied des „tödlichen Quartetts“: die schlechten Fettwerte. Wie sich der Bauchumfang richtig messen lässt, erklärt ein eigener Ratgeber.

Was ist Insulinresistenz und wie lässt sie sich erkennen?

Bei einer Insulinresistenz sprechen die Körperzellen schlechter auf das Hormon Insulin an und nehmen weniger Zucker aus dem Blut auf. Die Bauchspeicheldrüse gleicht das aus, indem sie immer mehr Insulin bildet. Solange ihr das gelingt, bleibt der Blutzucker normal. Schafft sie es nicht mehr, steigt der Blutzucker und ein Diabetes Typ 2 entsteht. Die Störung bleibt oft unbemerkt: Sie fand sich bei etwa 25 % der Menschen ohne Adipositas, deren Zuckerstoffwechsel im Belastungstest noch normal war (Reaven, 1988).

Typische Beschwerden macht eine Insulinresistenz nicht. Hinweise liefern dieselben Messungen wie beim metabolischen Syndrom: Taillenumfang, Blutdruck und eine Blutabnahme auf nüchternen Magen mit Blutzucker, Triglyceriden und HDL-Cholesterin. Zusätzlich kann die Ärztin oder der Arzt das Nüchterninsulin bestimmen. Aus Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin lässt sich der HOMA-Index berechnen. Er schätzt die Insulinresistenz und stimmte in der Originalstudie gut mit der aufwendigen Labor-Referenzmethode überein (Matthews et al., 1985).

Zur Begleitung bei Insulinresistenz fasst das Diabetiker-Sorglos-Paket von Herbano zwei Nahrungsergänzungsmittel zusammen: R-Alpha-Liponsäure und L-Arginin.

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Wieso unternehmen wir nicht einfach früher was dagegen?

Das Syndrom hat seine Tücken. Es entwickelt sich aufgrund eines ungesunden Lebensstils langsam und schleichend über viele Jahre hinweg und bleibt dadurch lange Zeit unerkannt. 

Wen kann es betreffen?

Beobachtungen zufolge könnte es einen familiären Hintergrund haben. Aber das alleine löst das metabolische Syndrom noch lange nicht aus. Erst durch bestimmte Faktoren, für die wir meist selbst verantwortlich sind, wird das Syndrom ausgelöst.

Dazu gehören eine langjährige ungesunde Überernährung mit viel Zucker (Kohlenhydraten) und schlechten Fetten, Bewegungsmangel, ein sitzender Lebensstil, Rauchen und Alkohol. Zudem gibt es neue Studien, die darauf hinweisen, dass auch chronischer Stress an der Entstehung des Syndroms beteiligt ist, und zwar über eine gestörte Stresshormon-Achse (Amihăesei und Chelaru, 2014). Oft ist deshalb von einer „Wohlstandserkrankung“ die Rede, ein anderer Name ist „Syndrom X“. 

Besonders mit fortschreitendem Alter steigt die Gefahr für die Entwicklung des metabolischen Syndroms. In den USA betrifft es schätzungsweise 34 % der Erwachsenen (Amihăesei und Chelaru, 2014). Aber Forscher warnen, auch Kinder und Jugendliche sind bereits davon betroffen. Immer mehr junge Menschen zeigen metabolische Auffälligkeiten!

 



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Achtung: Metabolisches Syndrom und COVID-19!

Das metabolische Syndrom beeinflusst auch den Verlauf von Infektionen. In einer Auswertung von sechs Studien mit mehr als 209.000 COVID-19-Erkrankten hatte etwa jede fünfte Person ein metabolisches Syndrom. Bei ihnen war das Risiko, kurzfristig an der Erkrankung zu sterben, 2,3-mal so hoch (Zuin et al., 2021).

Metabolisches Syndrom umkehren?

Was lässt sich nun unternehmen, um das Risiko für das metabolische Syndrom und in der Folge für Diabetes Typ 2 sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken oder die Entwicklung umzukehren?

1) Den Lebensstil ändern

Der Lebensstil ist der am besten untersuchte Hebel. Im Diabetes Prevention Program wurden mehr als 3.200 Menschen mit bereits erhöhtem Blutzucker im Schnitt 2,8 Jahre begleitet. Ein Programm mit dem Ziel, mindestens 7 % des Körpergewichts zu verlieren und sich mindestens 150 Minuten pro Woche zu bewegen, senkte die Zahl neuer Diabetesfälle um 58 %. Das Medikament Metformin erreichte 31 % (Knowler et al., 2002).

Bei der Ernährung hat sich die Mittelmeerkost bewährt. Eine Auswertung von 50 Studien mit fast 535.000 Menschen verbindet sie mit einem geringeren Risiko für das metabolische Syndrom. In klinischen Studien verbesserte sie jeden einzelnen Bestandteil: Taillenumfang, HDL-Cholesterin, Triglyceride, Blutdruck und Blutzucker (Kastorini et al., 2011). Hilfreich ist außerdem eine möglichst zuckerarme Ernährung.

Ein weiterer Ansatz ist das Intervallfasten. In einer 2019 veröffentlichten Studie nahmen 19 Menschen mit metabolischem Syndrom, die meisten davon bereits mit Statin oder Blutdrucksenker behandelt, zwölf Wochen lang alle Mahlzeiten in einem Zeitfenster von zehn Stunden ein. Ihr Gewicht, ihr Blutdruck und ihre gefäßschädlichen Blutfette sanken, und zwar zusätzlich zur Wirkung ihrer gewohnten Behandlung (Wilkinson et al., 2020).

Neben einer optimierten Ernährung lohnt es sich, auch den restlichen Lebensstil anzupassen. Regelmäßige Spaziergänge, Schwimmen oder Yoga sind gute Möglichkeiten. Hauptsache, man bewegt sich. Wichtig ist auch, Belastungen frühzeitig abzubauen und so chronischem Stress vorzubeugen. Genügend Schlaf fördert ebenfalls die körperliche und seelische Gesundheit.

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2) Darmflora: die Gesundheit beginnt von innen

Die Darmflora scheint beim metabolischen Syndrom eine wichtige Rolle zu spielen. In einer Studie an Mäusen hielt eine gestörte Darmflora eine unterschwellige Entzündung aufrecht, aus der ein metabolisches Syndrom entstand (Chassaing et al., 2014).

Auch beim Menschen gibt es Hinweise: Eine Auswertung von 24 randomisierten Studien mit 1.186 Betroffenen zeigt, dass Probiotika und Synbiotika (Probiotika zusammen mit Ballaststoffen als Futter für die Bakterien) das Gewicht um 0,79 kg und den Taillenumfang um 1,04 cm senkten. Außerdem sanken Triglyceride, Nüchternblutzucker und Insulin, während das HDL-Cholesterin stieg. Nebenwirkungen traten dabei nicht häufiger auf (Liu et al., 2025).

Wie lässt sich die Darmflora am besten aufbauen? Mit Probiotika! Denn diese enthalten genau jene nützlichen Darmbakterien, die die Darmflora benötigt, um ohne Störung zu arbeiten.

3) Die Kraft der Antioxidantien: R-Alpha Liponsäure

Immer mehr Forscher beschäftigen sich mit der Alpha-Liponsäure. Das starke Antioxidans wird in Deutschland seit über 30 Jahren zur Behandlung einer diabetesbedingten Neuropathie eingesetzt (Evans und Goldfine, 2000). Eine Auswertung von 24 randomisierten Studien bei Menschen mit Stoffwechselerkrankungen zeigt, dass Alpha-Liponsäure den Nüchternblutzucker, das Insulin, die Insulinresistenz (HOMA), den Langzeitblutzucker HbA1c, die Triglyceride sowie das Gesamt- und LDL-Cholesterin senkte (Akbari et al., 2018).

Im Diabetiker-Sorglos-Paket von Herbano ist R-Alpha-Liponsäure mit L-Arginin kombiniert, einer Aminosäure, die an der Erweiterung der Blutgefäße beteiligt ist.

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4) Genug Sonne? – Vitamin D

Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel hängt mit einer Insulinresistenz zusammen. Bei Menschen mit gestörtem Zuckerstoffwechsel war ein höherer Vitamin-D-Spiegel mit weniger Insulinresistenz und mehr Adiponectin verbunden, einem Hormon aus dem Fettgewebe (Nimitphong et al., 2009). In einer Auswertung von Querschnittstudien ging jede Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels im Blut um 25 nmol/l mit einer um 13 % geringeren Wahrscheinlichkeit für ein metabolisches Syndrom einher (Ju et al., 2014). Bei Menschen mit metabolischem Syndrom senkte die Einnahme von Vitamin D die Triglyceride und erhöhte bei täglicher Einnahme auch das HDL-Cholesterin (Wang et al., 2026).

5) Medikamente und Nahrungsergänzung: Was zu beachten ist

Verordnete Medikamente gegen Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhtes Cholesterin, etwa Statine, werden nie eigenmächtig abgesetzt oder niedriger dosiert, auch dann nicht, wenn sich die Werte bessern. Jede Anpassung gehört in ärztliche Hand.

Manche Pflanzenstoffe, die für den Blutzucker eingesetzt werden, etwa Berberin oder Bittergurke, können die Wirkung von Diabetes-Medikamenten verstärken und den Blutzucker zu stark senken (Unterzuckerung). Wer Diabetes-Medikamente nimmt, nimmt Berberin oder Bittergurke deshalb nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt ein, damit die Dosierung angepasst werden kann.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

Häufige Fragen

In einer Auswertung von 87 Studien mit mehr als 950.000 Menschen war das Sterberisiko mit metabolischem Syndrom insgesamt 1,5-mal so hoch, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen doppelt so hoch. Um wie viele Jahre sich das Leben verkürzt, lässt sich nicht pauschal sagen, weil es davon abhängt, wie viele Werte auffällig sind und wie lange schon. Wer früh ansetzt, kann viel bewirken: Eine Umstellung des Lebensstils senkte bei erhöhtem Blutzucker das Diabetesrisiko um 58 %.

Am besten untersucht sind Gewichtsabnahme und Bewegung: Schon das Ziel von 7 % weniger Körpergewicht und 150 Minuten Bewegung pro Woche senkte das Diabetesrisiko deutlich. Die Mittelmeerkost verbesserte in Studien alle fünf Werte des Syndroms, auch Essen in einem Zeitfenster von zehn Stunden senkte Gewicht, Blutdruck und Blutfette. Ergänzend wurden Probiotika, Alpha-Liponsäure und Vitamin D untersucht, verordnete Medikamente ersetzen sie aber nicht.

Das metabolische Syndrom ist keine Krankheit mit einer einzelnen Ursache, sondern eine Häufung von Risikowerten. Diese Werte lassen sich durch Abnehmen, Bewegung und Ernährung oft deutlich verbessern, sodass die Kriterien im besten Fall nicht mehr erfüllt sind. Laufende Medikamente werden dabei nur in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt angepasst, nie eigenmächtig abgesetzt.

Ja. Für die Diagnose zählen Blutdruck, Blutzucker, Triglyceride und HDL-Cholesterin ebenso wie der Taillenumfang, und schon drei dieser fünf Werte reichen aus. Eine Insulinresistenz fand sich bei etwa 25 % der Menschen ohne Adipositas, deren Zuckerstoffwechsel noch normal war. Auch schlanke Menschen profitieren deshalb davon, ihre Werte regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Meist gar keine, deshalb bleibt es oft jahrelang unerkannt. Sichtbar ist höchstens ein wachsender Bauchumfang. Klarheit bringen erst Messungen: Taillenumfang, Blutdruck sowie eine Blutabnahme auf nüchternen Magen mit Blutzucker, Triglyceriden und HDL-Cholesterin.

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