Welche Vorteile bringt die Einnahme von Vitamin K2?

Welche Vorteile bringt die Einnahme von Vitamin K2?

23 Min. Lesezeit Aktualisiert am 29. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Vitamin K2 (Menaquinon) ist ein fettlösliches Vitamin, das körpereigene Eiweiße wie Osteocalcin und das Gefäßschutz-Eiweiß MGP aktiviert. So hilft es, Calcium in die Knochen zu lenken und aus den Gefäßwänden fernzuhalten: In einer dreijährigen Studie mit 244 Frauen nach den Wechseljahren bremsten 180 µg MK-7 am Tag den Knochenabbau und machten die Arterien elastischer (Knapen et al., 2015). Zur Wirkung auf die Psyche gibt es erste positive Hinweise, aber noch wenige Studien. Wer Blutverdünner vom Cumarin-Typ nimmt, sollte Vitamin K2 nur nach Rücksprache einnehmen.

Käse mit hohem Fettgehalt, Eier und Rinderleber zählen wahrscheinlich nicht zu den Lebensmitteln, an die man als Erstes denkt, wenn es um eine herzgesunde Ernährung geht. Doch in den letzten Jahren haben Forscher sich intensiv damit beschäftigt, welche Nährstoffe für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems besonders wichtig sind. Dabei sind sie auf Vitamin K2 gestoßen, das in genau diesen Lebensmitteln enthalten ist.

Welchen Nutzen hat Vitamin K2?

Während Vitamin K1 vor allem für die Blutgerinnung gebraucht wird und so vor Blutungen schützt, übernimmt Vitamin K2 im menschlichen Körper zusätzlich andere Aufgaben.

Vitamin K2 unterstützt

  • die Nährstoffaufnahme
  • das Wachstum und die Entwicklung von Kindern
  • die Fruchtbarkeit
  • die Gehirnfunktion
  • die Gesundheit unserer Zähne

Leider nehmen viele Menschen nicht genügend Vitamin K2 über die Nahrung auf.

Was ist Vitamin K2?

Wir reden zwar immer von Vitamin K1 und K2, aber eigentlich handelt es sich dabei um eine ganze Reihe unterschiedlicher Verbindungen, die in diese Kategorie fallen.

  • Vitamin K1 =  Phylloquinon
  • Vitamin K2 = Menaquinon

Vitamin K ist seit den 1930er Jahren bekannt (Alisi et al., 2019). Welche eigenen Aufgaben Vitamin K2 außerhalb der Blutgerinnung hat, wird aber erst seit einigen Jahren genauer erforscht.

Wozu benötigen wir Vitamin K2?

Vitamin K2 übernimmt im Körper zahlreiche Aufgaben. Am wichtigsten ist dabei seine Beteiligung am Calciumstoffwechsel. Vitamin K2 beugt der Verkalkung von Arterien vor, was ansonsten Herzerkrankungen verursachen kann.

Wenn wir Vitamin K2 nur für eine Sache nutzen könnten, dann wäre es zur Vorbeugung von Kalkablagerungen im Körper, insbesondere im Weichgewebe. Das Eiweiß MGP (Matrix-Gla-Protein), das Calcium aus den Gefäßwänden fernhält, wird erst durch Vitamin K aktiv. In einer dreijährigen Studie senkte MK-7 den Anteil an inaktivem MGP im Blut um 50 Prozent gegenüber Placebo (Knapen et al., 2015). Eine zu niedrige K2-Zufuhr kann dagegen Ablagerungen in den Arterien begünstigen.

Einige Studienergebnisse, die im „Journal of Nutrition and Metabolism“ veröffentlicht wurden, deuten außerdem darauf hin, dass K2 über entzündungshemmende Eigenschaften verfügt und in gewissem Maße vor Krebs schützen kann.

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Worin besteht der Unterschied zwischen Vitamin K2 und MK7?

Bei Vitamin K2 handelt es sich um eine Gruppe von Menaquinonverbindungen, die mit „MK“ abgekürzt werden. MK7 ist daher ein bestimmter Menaquinontyp, der für viele der Vorteile verantwortlich ist, die Vitamin K2 zugeschrieben werden. Oftmals war MK4 Gegenstand verschiedener K2-Studien. Doch auch MK7 und MK8 verfügen über einzigartige Eigenschaften.

MK4:

Vitamin K2 MK-4 in Nahrungsergänzungen wird in der Regel synthetisch hergestellt. In der Natur ist MK-4 in tierischen Lebensmitteln wie z.B. Innereien, Milchprodukten oder Eigelb enthalten.

MK-4 ist die Form von Vitamin K, die sich außerhalb der Leber anreichert, besonders stark im Gehirn, in den Nieren und in der Bauchspeicheldrüse (Nakagawa et al., 2010). MK-4 aktiviert Proteine, die am Erhalt der Struktur von Hirnzellenmembranen beteiligt sind. Diese Proteine werden auch Vitamin K-abhängige Proteine genannt. MK-4 trägt außerdem zu einer gesunden Reaktion auf Entzündungen und oxidativen Stress im Gehirn bei. MK-4 übernimmt bestimmte biologische Aktivitäten in den Geweben (zusätzlich zur Bildung von GLA-Proteinen). 

Vitamin K2 MK-4 hat im Gegensatz zu Vitamin K2 MK-7 aber nur eine geringe Halbwertzeit (nur wenige Stunden).  Das bedeutet, dass ein Ergänzungspräparat regelmäßig alle paar Stunden eingenommen werden muss. Außerdem sind recht hohe Dosen erforderlich, die aufgenommen werden müssen. Diese hohen Dosen an Vitaminen werden jedoch als Medikamente eingestuft und verschrieben und somit nicht als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

MK7:

MK-7 stammt vor allem aus fermentierten Lebensmitteln wie Natto. Ihr großer Vorteil ist die sehr lange Halbwertszeit: Im Vergleich mit Vitamin K1 blieb der Blutspiegel von MK-7 viel stabiler, stieg bei täglicher Einnahme auf das 7- bis 8-Fache an und aktivierte Osteocalcin vollständiger (Schurgers et al., 2007). Deshalb reichen bei MK-7 Mengen im Mikrogramm-Bereich, und auch die dreijährigen Studien zu Knochen und Gefäßen mit 180 µg am Tag wurden mit MK-7 gemacht (Knapen et al., 2013).

7 große Vorteile von Vitamin K2

Wofür ist Vitamin K2 gut?

Die größten Vorteile von Vitamin K2:

  1. trägt zur Regulierung der Calciumverwertung bei
  2. schützt das Herz-Kreislauf-System
  3. unterstützt die Gesundheit von Knochen und Zähnen
  4. kann unter Umständen vor Krebs schützen
  5. bremst Schäden durch rheumatoide Arthritis
  6. trägt zu einem ausgeglichenen Hormonhaushalt bei
  7. trägt zu gesunden Nieren bei

1. Vitamin K2 trägt zur Regulierung der Calciumverwertung bei

Die wichtigste Aufgabe von Vitamin K2 ist zu kontrollieren, wo sich Calcium im Körper ansammelt. Vitamin K2 unterstützt unser Knochengerüst, das Herz, die Zähne sowie unser Nervensystem, indem es die Verwendung von Calcium insbesondere in den Knochen, Arterien und Zähnen zu regulieren hilft.

Ärzte erleben bei ihren Patienten häufig etwas, das als „Calcium-Paradoxon“ bezeichnet wird. Die Einnahme von calciumhaltigen Ergänzungspräparaten kann das Risiko von Osteoporose senken, aber gleichzeitig das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen.

Wieso kann es dazu kommen? Aufgrund eines Mangels an Vitamin K2!

Vitamin D ist dafür verantwortlich, dass Calcium vom Darm in den Blutkreislauf abgegeben wird. Als nächstes muss Vitamin K2 bestimmte Proteine aktivieren, die Osteocalcin heißen. Diese ziehen Calcium aus dem Blutkreislauf heraus und lagern es in den Knochen und Zähnen ab.

Vitamin K2 ist für die optimale Funktion vieler Proteine verantwortlich, nicht nur für Osteocalcin. Dies ist der Grund, warum das Vitamin so wichtig für das Wachstum und die Entwicklung ist. Vitamin K2 ist am Erhalt der Arterienwände, des Knochen- und Gelenksystems, der Zähne und an der Regulierung des Zellwachstums beteiligt.

2. Vitamin K2 schützt das Herz-Kreislauf-System

Vitamin K2 kann vor Herzbeschwerden schützen, einschließlich Atherosklerose (Arterienverhärtung), die zu den häufigsten Ursachen von Herzinfarkt und Schlaganfall in Industrieländern gehört.

2015 veröffentlichten Wissenschaftler einen Bericht im „Integrative Medicine: A Clinician’s Journal“ und erklärten: „Vitamin K2 steht in Verbindung, arterielle Verkalkung und Verhärtung zu hemmen. Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin K2 konnte das Risiko für Schäden an den Gefäßen senken. K2 aktiviert Matrix-GLA-Proteine (MGP), die Calcium daran hindert, sich an den Gefäßwänden anzusammeln.“ 

Die Rotterdamstudie, eine groß angelegte Studie in den Niederlanden mit 4807 Frauen und Männern ab 55 Jahren, ergab u.a., dass die höchste Vitamin-K2-Zufuhr mit dem geringsten Risiko für eine Aortenkalzifizierung in Verbindung steht. Wer am meisten K2 aufnahm, hatte ein um 52 Prozent geringeres Risiko für eine starke Verkalkung der Hauptschlagader. Für Vitamin K1 zeigte sich kein solcher Zusammenhang (Geleijnse et al., 2004).

Vitamin K2 scheint sogar über lebensrettende Eigenschaften zu verfügen: In der Studie hatten die Teilnehmer mit der höchsten K2-Zufuhr ein um 57 Prozent geringeres Risiko, an einer koronaren Herzerkrankung zu sterben. Das Gesamtsterblichkeitsrisiko (jegliche Ursache) sank um 26 Prozent.

Dass mehr Vitamin K2 die Gefäße auch tatsächlich verbessert, zeigt eine Studie mit 244 gesunden Frauen nach den Wechseljahren: Nach drei Jahren mit 180 µg MK-7 am Tag waren ihre Arterien messbar weniger steif als unter Placebo, am deutlichsten bei Frauen mit anfangs besonders steifen Gefäßen (Knapen et al., 2015).

3. Vitamin K2 unterstützt die Gesundheit von Knochen und Zähnen

Vitamin K2 kommt der Gesundheit unseres Knochenapparates zugute. Es unterstützt die Einbringung von Calcium in Knochen und Zähne und trägt so dazu bei, diese zu festigen und zu stärken. In einer Reihe von Studien untersuchten Wissenschaftler, ob Vitamin K2 bei der Vorbeugung und Behandlung von Frakturen, Osteoporose und Knochenschwund behilflich sein kann. Einige klinische Studien kamen zu dem Ergebnis, dass K2 Knochenschwund bei Erwachsenen verlangsamen und sogar helfen kann, die Knochenmasse zu erhöhen. In einer dreijährigen, placebokontrollierten Studie mit 244 Frauen nach den Wechseljahren bremsten 180 µg MK-7 am Tag den altersbedingten Verlust an Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Oberschenkelhals und verbesserten die Knochenfestigkeit (Knapen et al., 2013).

K2 kann die Ansammlung von Osteocalcin in der extrazellulären Matrix der Osteoblasten in den Knochen verstärken. Das bedeutet, dass Vitamin K2 die Knochenmineralisierung fördert. In Tierversuchen zeigte sich sogar, dass das Vitamin Knochenschwund in den Wechseljahren entgegenwirken kann.

K2 hilft auch, die Struktur von Zähnen und Kiefer zu erhalten. In vielen traditionellen Kulturen ernährten sich die Menschen vitamin-K2-reich, weil sie der Überzeugung waren, dass sie dadurch Karies und Plaquebildung verhindern konnten. Diese Auswirkungen wurden in den 1930er Jahren vom Zahnarzt Weston A. Price beobachtet, der herausfand, dass einfache Kulturen mit K2-reicher Ernährung starke, gesunde Zähne aufwiesen, obwohl ihre Zahnhygiene nicht den westlichen Standards entsprach.

Price vermutete außerdem, dass sich eine erhöhte Zufuhr von Vitamin K2 während der Schwangerschaft positiv auf die Entwicklung des Fötus auswirkt, vor allem auf Kiefer und Gesichtsknochen. Die Überlegung dahinter: Osteocalcin, das Calcium in den wachsenden Knochen einbaut, wird nur mit Vitamin K aktiv. In Studien am Menschen überprüft ist diese Vermutung bisher nicht.

4. Vitamin K2 kann unter Umständen vor Krebs schützen

Bei einer hohen Vitamin-K2-Zufuhr sinkt das Risiko für Krebs sowie die Sterblichkeitsrate im Falle einer Krebserkrankung. In der Heidelberger EPIC-Studie mit 24.340 Erwachsenen, die über zehn Jahre begleitet wurden, war das Risiko, an Krebs zu sterben, bei der höchsten K2-Zufuhr um 28 Prozent geringer als bei der niedrigsten. Am deutlichsten war der Zusammenhang bei Männern und bei Prostata- und Lungenkrebs; Vitamin K1 zeigte keinen Zusammenhang (Nimptsch et al., 2010). Vitamin K2 kann unter Umständen insbesondere vor Leukämie, Prostata-, Lungen- und Leberkrebs schützen.   

5. Vitamin K2 bekämpft Schäden aufgrund rheumatoider Arthritis

Bei 79 Patienten mit rheumatoider Arthritis sank unter Vitamin K2 über zwei Jahre die Menge an RANKL, einem Botenstoff im Blut, der den Knochenabbau antreibt (Morishita et al., 2008). In einer weiteren Studie mit 84 Patienten senkten 100 µg MK-7 am Tag über drei Monate die Krankheitsaktivität und die Entzündungswerte im Blut (Abdel-Rahman et al., 2015). Diese Ergebnisse legen nahe, dass Vitamin K2 ein nützliches Ergänzungspräparat für Menschen mit rheumatoider Arthritis sein kann.

6. Vitamin K2 trägt zu einem ausgeglichenen Hormonhaushalt bei

In den Knochen wird Vitamin K2 benötigt, um das Hormon Osteocalcin zu aktivieren. Dies hat eine positive Auswirkung auf den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt. Frauen, die an einem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) leiden, können von einer Erhöhung ihrer Vitamin-K2-Zufuhr profitieren: In einer placebokontrollierten Studie mit 84 Frauen mit PCOS senkten 90 µg MK-7 am Tag über acht Wochen die Insulinresistenz, die männlichen Hormone (DHT) und die Fettmasse und erhöhten das hormonbindende Eiweiß SHBG (Tarkesh et al., 2020).

Vitamin K2 fördert die Blutzuckerbalance und Insulinsensibilität, wodurch sich das Risiko für Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Fettleibigkeit verringert. Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass K2 an der Regulierung des Glukosestoffwechsels beteiligt ist, indem das Vitamin Osteocalcin sowie bestimmte entzündungsfördernde Leitungsbahnen moduliert.

7. Vitamin K2 trägt zu gesunden Nieren bei

Vitamin K2 kann positive Auswirkungen auf die Nieren haben, indem es verhindert, dass sich Calcium an den falschen Orten ablagert. Dadurch können Nierensteinen vorgebeugt werden.

Zusätzlich sind Nierenerkrankungen und ein Mangel an Vitamin K und D eng verknüpft: Bei 172 Menschen mit chronischer Nierenerkrankung hatten 60 Prozent zu wenig aktiviertes Osteocalcin, ein Zeichen für zu wenig Vitamin K, und 58 Prozent zu wenig Vitamin D (Holden et al., 2010).

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Vitamin K2 und die Psyche: Was zeigen Studien?

Vitamin K ist auch für das Gehirn wichtig. MK-4, eine Form von Vitamin K2, reichert sich dort besonders stark an (Nakagawa et al., 2010). Im Gehirn ist Vitamin K am Stoffwechsel der Sphingolipide beteiligt, einer Gruppe von Fetten, die Nervenzellen für Wachstum und Überleben brauchen, und es aktiviert das Schutzeiweiß Gas6, das Entzündungen dämpft (Alisi et al., 2019).

Zur Stimmung gibt es erste Hinweise: Eine systematische Übersichtsarbeit fand 14 Studien zu Vitamin K und Depression. Die meisten Beobachtungsstudien zeigten, dass Menschen mit mehr Vitamin K in der Nahrung oder im Blut seltener depressive Beschwerden hatten (Hashim et al., 2025). In einer placebokontrollierten Studie mit 84 Frauen mit PCOS verbesserten 90 µg MK-7 am Tag die Werte im Depressions-Fragebogen schon nach acht Wochen deutlich (Tarkesh et al., 2022).

Große Studien, die Vitamin K2 gezielt bei Depressionen oder Ängsten untersuchen, fehlen noch. Nach heutigem Stand kann eine gute Versorgung mit Vitamin K2 das Gehirn unterstützen; eine Behandlung psychischer Erkrankungen ersetzt sie nicht.

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin K2?

Es folgt eine Liste der wichtigsten Lebensmittel, die Vitamin K2 enthalten, sortiert nach ihrem Vitamin-K2-Gehalt (absteigend) bezogen auf 100 g. Zu den wichtigsten Vitamin-K2-Quellen gehören:

  • Nattō: 1103,4 Mikrogramm
  • Gänseleberpastete: 369 Mikrogramm
  • Hartkäse: 76,3 Mikrogramm (Gouda, Pecorino Romano, Gruyère usw.)
  • Weichkäse: 56,5 Mikrogramm
  • Gänsekeule 31 Mikrogramm
  • Eigelb: 15,5 Mikrogramm (insbesondere von Freilandhühnern)
  • Butter aus Weidemilch: 15 Mikrogramm
  • Hühnchenleber (roh): 14,1 Mikrogramm
  • Hühnchenleber (gebraten): 12,6 Mikrogramm
  • Cheddar: 10,2 Mikrogramm

Vitamin K2 ist ein fettlösliches Vitamin, das natürlich in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, die darüber hinaus auch Fette, hauptsächlich gesättigte Fette und Cholesterin, liefern. So sind beispielsweise Butterfett, Käse, Innereien, Eier und Fleisch aus Weidehaltung gute Vitamin-K2-Quellen.

Tiere verfügen über die Fähigkeit Vitamin K2 in ihrem Körper zu bilden, indem sie Vitamin K1 aus pflanzlichen Nahrungsmitteln umwandeln. Je mehr Vitamin K1 ein Tier über die Nahrung aufnimmt, desto mehr K2 lagert es in seinem Gewebe ab. Dies ist der Grund, warum Produkte aus Weidehaltung Produkten aus Stallhaltung überlegen sind. Erinnern wir uns daran, dass Vitamin K2 in verschiedenen Formen vorkommt. MK4 ist die Form, die Tiere selbst bilden, und steckt deshalb vor allem in Fleisch, Eiern und Butter. Die langkettigen Formen wie MK7 bilden Bakterien; sie kommen vor allem in fermentierten Produkten wie Natto und Käse vor. In Nahrungsergänzungen wird MK4 meist synthetisch hergestellt.

Veganer können ihren K2-Bedarf nur schwer decken – es sei denn, sie mögen Natto! Dieses fermentierte Sojaprodukt riecht wie stinkende Socken und hat einen gewöhnungsbedürftigen Geschmack. Allerdings ist es auch die mit Abstand ergiebigste vegane Vitamin-K2-Quelle. Glücklicherweise ist in Natto besonders viel Vitamin K2 enthalten.

Vitamin K2 und Vitamin K1 im Vergleich

  • Mehr und mehr Forschungsergebnisse belegen, dass es sich bei den Vitaminen K1 und K2 nicht nur um verschiedene Formen desselben Vitamins handelt, sondern beide aufgrund ihrer Verwendung im Körper grundsätzlich wie verschiedene Vitamine funktionieren.
  • Vitamin K1 ist häufiger in Lebensmitteln vorhanden, aber weniger bioaktiv als Vitamin K2. Wenn wir K1-haltige Lebensmittel konsumieren, gelangt ein Großteil des Vitamins in die Leber und von dort in den Blutkreislauf, sobald es umgewandelt wurde. K2 hingegen wird leichter in Knochen und andere Gewebe transportiert. Vitamin K1 spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, bietet aber nicht so viel Schutz für Knochen und Zähne wie K2.
  • Hinweise deuten darauf hin, dass wir im Vergleich zu Vitamin K2 etwa die zehnfache Menge an Vitamin K1 aus unserer Nahrung aufnehmen. Vitamin K1 ist in den meisten grünen Gemüsesorten enthalten, während K2 in überwiegend tierischen Produkten oder fermentierten Lebensmitteln enthalten ist.
  • Vitamin K2 aus tierischen Lebensmitteln ist im menschlichen Körper aktiver als das pflanzliche Vitamin K1. Das bedeutet nicht, dass Lebensmittel, die K1 liefern, ungesund sind, wie Brokkoli oder Spinat, sondern nur dass sie nicht zu den besten Nahrungsquellen für bioverfügbares Vitamin K2 gehören.
  • Tiere können Vitamin K1 effektiv in K2 umwandeln. Auch der Mensch besitzt dafür ein Enzym (UBIAD1) und bildet aus K1 in seinen Geweben MK-4 (Nakagawa et al., 2010), die langkettigen Formen wie MK-7 kann er jedoch nicht selbst herstellen. Wir profitieren deshalb von tierischen Lebensmitteln aus Weidehaltung und von fermentierten Lebensmitteln.

Vitamin K in Lebensmitteln

Vitamin K2 und Vitamin D3 zusammen einnehmen

Vitamin D3 und Vitamin K2 arbeiten beim Calcium Hand in Hand: Vitamin D sorgt dafür, dass der Körper mehr Calcium aufnimmt und mehr Vitamin-K-abhängige Eiweiße wie Osteocalcin und MGP bildet. Aktiv werden diese Eiweiße aber erst mit Vitamin K. Eine Übersichtsarbeit kommt deshalb zu dem Schluss, dass die gemeinsame Einnahme von Vitamin D und K für Knochen und Gefäße wirksamer sein könnte als jedes der beiden Vitamine allein (van Ballegooijen et al., 2017).

Wer Vitamin D3 einnimmt, etwa im Winter, kann es deshalb sinnvoll mit Vitamin K2 ergänzen. Praktisch ist ein Set aus beiden, bei dem sich die Tropfen und die Kapseln getrennt dosieren lassen.

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Wie viel Vitamin K2 muss ich pro Tag einnehmen?

Wie viel Vitamin K2 sollte ich täglich zu mir nehmen?

Einen eigenen offiziellen Richtwert nur für Vitamin K2 gibt es nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Vitamin K insgesamt einen Schätzwert von 60 bis 65 Mikrogramm am Tag für Frauen und 70 bis 80 Mikrogramm für Männer, je nach Alter (DGE, Referenzwerte Vitamin K). Für Knochen und Gefäße wurden in Studien höhere Mengen untersucht: In den dreijährigen Studien mit Frauen nach den Wechseljahren waren es 180 Mikrogramm MK-7 am Tag (Knapen et al., 2013). Idealerweise wird Vitamin K2 über vitamin-K2-haltige Lebensmittel aufgenommen und wenn nötig durch die Einnahme von Ergänzungspräparaten ergänzt.

Die Herbano Vitamin-K2-Kapseln enthalten 80 Mikrogramm MK-7 je Kapsel. Mit 2 bis 3 Kapseln am Tag ergeben sich 160 bis 240 Mikrogramm, also eine Menge im Bereich der Studien zu Herz und Knochen.

Ist es für die Gesundheit förderlich Vitamin K als Ergänzungspräparat einzunehmen?

Die meisten Präparate mit Vitamin K enthalten Vitamin K1. Unsere Kapseln enthalten aber das wertvollere Vitamin K2! Zudem enthalten unsere Kapseln die bessere Form: MK7 statt MK4.

MK4 wird in Ergänzungspräparaten meist als synthetisierte Form eingesetzt und verfügt nur über eine geringe Halbwertzeit. Um den vollen Nutzen daraus zu ziehen, muss es mehrere Male über den Tag verteilt eingenommen werden. Oftmals beträgt die enthaltene Menge MK4 Tausende Mikrogramm, um die eben erwähnte geringe Halbwertzeit zu kompensieren. MK7 aus Natto verfügt über eine wesentlich längere Halbwertzeit und kann in vernünftigen Dosen eingenommen werden (Schurgers et al., 2007). Insofern empfehlen wir Präparate, die MK7 enthalten.

Vitamin K kann wie andere fettlösliche Vitamine (z.B. Vitamin A und D) seine volle Wirkung nur entfalten, wenn es zusammen mit gesunden Fetten aufgenommen wird. Das gelingt zum Beispiel mit Eiern und Milchprodukten mit vollem Fettgehalt oder, bei Kapseln, mit einer Mahlzeit. Wer ein erhöhtes Risiko für Osteoporose hat, sollte nicht nur auf die Vitamin-K2-Zufuhr, sondern gleichzeitig auch auf eine ausreichende Calciumzufuhr achten.

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Symptome und Ursachen eines Vitamin-K2-Mangels

Was passiert, wenn man zu wenig Vitamin K aufnimmt?

Ein leichter Mangel an Vitamin K2 macht meist lange keine spürbaren Beschwerden. Er zeigt sich im Blut an einem hohen Anteil inaktiver Eiweiße wie Osteocalcin und MGP. Zu den möglichen Folgen eines Mangels an Vitamin K2 gehören:

  • Herzbeschwerden im Zusammenhang mit Arterienverkalkung und steifen Gefäßen
  • schnellerer Abbau der Knochendichte und ein höheres Risiko für Knochenbrüche
  • Karies und andere Zahnbeschwerden
  • bei einem starken Vitamin-K-Mangel eine erhöhte Blutungsneigung, etwa blaue Flecken, Nasen- oder Zahnfleischbluten
  • schlechte Blutzuckerbalance sowie ein erhöhtes Risiko für Blutzuckererkrankungen und Diabetes

In der Gruppe der Erwachsenen in Industrieländern gilt ein ausgeprägter Vitamin-K-Mangel als selten, ein leichter Mangel an Vitamin K2 ist dagegen verbreitet: In Studien bleiben 10 bis 40 Prozent von Osteocalcin und MGP bei gesunden Menschen inaktiv (Theuwissen et al., 2012). Neugeborene und Kleinkinder sind besonders anfällig für einen Vitamin-K-Mangel. Dies liegt daran, dass ihr Verdauungssystem noch nicht vollständig ausgereift ist und daher noch kein Vitamin K2 bilden kann.

Bei Erwachsenen besteht ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Vitamin K2, wenn sie an den folgenden Erkrankungen/ Beschwerden leiden:

  • Erkrankungen des Verdauungssystems einschließlich entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie
  • Mangelernährung aufgrund zu geringer Kalorienzufuhr oder Armut
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Einnahme von Medikamenten, die die Vitamin-K2-Aufnahme oder -Wirkung mitunter in hohem Maße behindern (Magensäuremittel, Blutverdünner vom Cumarin-Typ, Antibiotika, Krebsmedikamente, Medikamente bei Krampfanfällen sowie zur Senkung des Cholesterinspiegels – Statine – und bestimmte Mittel zur Behandlung von Osteoporose)
  • häufiges Erbrechen und/ oder Durchfall

Vitamin K2 Nebenwirkungen

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen bei der Einnahme von Vitamin K2

Kann zu viel Vitamin K2 toxisch sein?

Nebenwirkungen treten sehr selten auf, auch wenn hohe Mengen Vitamin K2 über die Nahrung aufgenommen werden. Bei der Einnahme eines Ergänzungspräparats können sich bei hohen Dosen jedoch Nebenwirkungen bemerkbar machen. Dies wird bei den meisten Menschen jedoch nicht der Fall sein. Studien deuten darauf hin, dass beispielsweise 15 mg Vitamin K2 dreimal täglich eingenommen vollkommen sicher sind. Bei gesunden Menschen macht Vitamin K2 das Blut auch nicht dicker: In einer Studie mit Dosen von 10 bis 360 µg MK-7 am Tag zeigte sich keine ungünstige Wirkung auf die Blutgerinnung (Theuwissen et al., 2012). Zu viel Vitamin K kann Komplikationen bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen hervorrufen.

Wichtig ist das vor allem bei Blutverdünnern vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon (Marcumar) oder Warfarin, die gezielt gegen Vitamin K wirken. Schon 10 bis 20 µg MK-7 am Tag senkten bei einem Teil der Teilnehmer den INR-Wert so stark, dass die Blutverdünnung nicht mehr sicher wirkte (Theuwissen et al., 2013). Wer solche Mittel einnimmt, sollte Vitamin-K2-Präparate deshalb nur nach Rücksprache verwenden.

Vitamin K2 lässt sich über den Verzehr entsprechender Nahrungsmittel oder über ein Ergänzungspräparat aufnehmen. Bei einem Ergänzungspräparat ist darauf zu achten, dass ausdrücklich Vitamin K2 (Menaquinon) in Form von MK7 enthalten ist. Es bestehen zahlreiche Wechselwirkungen zwischen Vitamin-K-Präparaten und verschiedenen Medikamenten. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss und zusätzlich Vitamin K verwenden will, sollte das daher unbedingt mit dem Arzt besprechen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

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