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Juckt es nach einem Spaziergang durch Büsche und Gräser überall?
Wir alle kommen von Zeit zu Zeit mit unliebsamen Bewohnern in Berührung. Über Endoparasiten, die sich in unserem Körper befinden wie Maden- oder Bandwürmer haben wir bereits berichtet.
Heute dreht sich bei uns alles um einen kleinen, krabbelnden Ektoparasit, mit dem wir äußerlich zu kämpfen haben:
Die Zecke.
Wo gibt es Zecken, und wie finden sie uns? Diese Parasiten sind weltweit vertreten. Sie ernähren sich vom Blut aller Wirbeltiere, dazu gehören auch wir Menschen. Würden sie nur Blut trinken, wäre das für uns kein Problem. Leider fungieren sie auch als Überträger von Krankheitserregern auf Mensch und Tier. Nicht jeder Stich führt zu einer Infizierung, jedoch ist das Risiko immer da.
Hat sich die Zecke ihren Wirt ausgesucht, krabbelt sie zur wärmsten Stelle wie beispielsweise Achselhöhle, Leistengegend oder Kniekehle. Besonders bei Tieren kann sie sich gut im dichten Fell verstecken. Einmal festgesaugt, trinkt sie bis zu 15 Tage lang vom Wirt. Ist sie vollgesaugt und kugelrund, lässt sie sich wieder fallen.
Nicht jede Zecke enthält Krankheitserreger. Ist dies jedoch der Fall, kann ein an sich harmloser Zeckenstich sehr gefährlich werden. Eine Zecke kann bis zu 50 Krankheitserreger übertragen. Die häufigsten und bekanntesten sind FSME und Borreliose.
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird meist durch Zecken übertragen und kann durch die entstehende Gehirnhautentzündung schwere Schäden hervorrufen und sogar tödlich enden.
Eine Übertragung erfolgt direkt nach dem Stich, da das Virus im Speichel der Zecke steckt. In Risikogebieten tragen im Schnitt 1 bis 3 % der Zecken das FSME-Virus. Nur etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt, sodass rechnerisch etwa einer von 100 bis 300 Zeckenstichen zu einer Erkrankung führt. Bei etwa 50 % der Erkrankten zeigt sich FSME als Hirnhautentzündung (Meningitis), bei 40 % zusätzlich als Entzündung des Gehirns und bei 10 % mit Beteiligung des Rückenmarks. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 5 und 28 Tagen (Kaiser, 2016).
Erste Symptome ähneln denen einer Grippe wie Fieber, Übelkeit, steifer Nacken oder Lichtempfindlichkeit. FSME kann nur symptomatisch behandelt werden. Meist heilt die Krankheit ohne Folgeschäden ab. In schweren Fällen kann es aber auch zu komatösen Zuständen bis hin zu Todesfällen kommen.
Um FSME vorzubeugen, gibt es die klassische Impfung. Sie ist für Menschen gedacht, die in FSME-Gebieten leben oder dorthin reisen (Bogovic & Strle, 2015). Österreich gehört zu den Ländern mit besonders viel FSME. Seit dort breit geimpft wird, sank die Zahl der Erkrankungen auf etwa 16 % der Zeit vor der Impfung, allein von 2000 bis 2011 wurden so rund 4.000 Fälle verhindert. Bei Ungeimpften blieb die Erkrankungsrate hoch (Heinz et al., 2013). Ob und wann eine Impfung oder Auffrischung fällig ist, klärt die Hausarztpraxis anhand des Impfpasses.
Die Lymeborreliose wird von Bakterien, den Borrelien, ausgelöst und durch Zecken übertragen (Stanek et al., 2012).
Das häufigste Zeichen einer Ansteckung ist die Wanderröte (Erythema migrans), eine rötliche Kreisbildung um die Einstichstelle, die sich langsam ausbreitet (Stanek et al., 2012). Sie tritt aber nicht bei allen Betroffenen auf. In bestimmten Gebieten können bis zu 30 % der Zecken mit den Bakterien Borrelien infiziert sein. Untersuchungen zufolge liegt das Risiko sich mit Borrelien durch eine Zecke zu infizieren bei 2,6 bis 5,6 % und nur ein kleiner Teil davon entwickelt Krankheitssymptome (0,3 bis 1,4 %).
Die Übertragung nach dem Stich erfolgt im Schnitt nach 12 bis 24 Stunden. Somit kann nach schnellem Entfernen auch das Risiko weiter minimiert werden. Die Symptome sind ebenfalls denen einer Grippe ähnlich. In schweren Fällen greifen die Bakterien das Nervensystem, die Gelenke oder das Herz an und können Lähmungen oder Hirnhautentzündungen auslösen. Die meisten Patienten werden mit einer 2- bis 4-wöchigen Antibiotika-Behandlung wieder gesund (Stanek et al., 2012). Trotzdem berichten etwa 10 bis 20 % der Patienten von anhaltenden Symptomen (Monate bis Jahre) nach der Behandlung wie Müdigkeitssymptome, muskuloskelettale Schmerzen, Schlafstörungen und fehlerhafte mentale Funktionen.
Für Borreliose gibt es bei uns bisher keine Impfung.
Kokosöl enthält Laurinsäure, die in naturbelassenem Kokosöl zu finden ist. In Labortests ließen sich die meisten Zecken von einer mit Laurinsäure behandelten Fläche fallen. Ein Zeckenschutz auf Kokosölbasis wirkte dabei ähnlich gut und im Schnitt ähnlich lange, rund 8 Stunden. In Tests am Menschen hielt das Laurinsäure-Mittel Zecken mindestens 6 Stunden davon ab, sich festzusetzen, und schützte vor jungen Zecken (Nymphen) genauso gut wie das Mittel auf Kokosölbasis (Schwantes et al., 2008). Ob Kokosöl auch bei Hund oder Katze aufgetragen werden kann, am besten vorher mit der Tierarztpraxis besprechen.
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Schwarzkümmelöl ist sehr vielfältig in der Anwendung. Es wird beispielsweise bei Heuschnupfen oder bei der Abwehr von Zecken gerne genutzt. Die enthaltenen essenziellen Fettsäuren, Vitamine und der hohe Gehalt an ätherischen Ölen wirken abschreckend auf Zecken, da diese den Geruch nicht mögen. Studien dazu gibt es bisher aber wenige. 2014 entdeckte ein bayerischer Schüler eher zufällig die abschreckende Wirkung durch eine Zugabe des Öls ins Futter und gewann einen Preis bei „Jugend forscht“.
In einer Laborstudie töteten Zubereitungen aus Schwarzkümmel vollgesogene Rinderzecken ab, eine 20-prozentige alkoholische Lösung sogar alle Zecken innerhalb von 12 Stunden (Aboelhadid et al., 2016). Um sich vor Zecken zu schützen, kann es innerlich (veränderte Ausdünstung der Haut) sowie äußerlich (veränderter Geruch durch ätherische Öle) angewendet werden. Bei Hunden wird Schwarzkümmelöl ebenfalls eingesetzt, am besten nach Rücksprache mit der Tierarztpraxis. Katzen dürfen es nicht bekommen! Für sie ist das Öl giftig, da sie die enthaltenen Terpene (sekundäre Pflanzenstoffe) nicht abbauen können. Auch andere ätherische Öle sind für Katzen tabu.
Hat die Zecke doch zugebissen, sollte sie vorsichtig entfernt werden. Aber wie geht das eigentlich?
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Der Tipp, eine Zecke mit Öl zu „ersticken“, damit sie von selbst loslässt, hält sich hartnäckig. In einem Versuch mit festgesaugten Zecken brachten Vaseline, Nagellack, 70-prozentiger Alkohol und ein heißes Streichholz keine einzige Zecke dazu, sich zu lösen, weder nach 12 bis 15 Stunden noch nach drei bis vier Tagen Saugzeit. Mit Pinzette oder geschützten Fingern ließen sich die Zecken dagegen gut entfernen (Needham, 1985).
Solche Mittel kosten also nur Zeit, während die Zecke weiter saugt. Manche können die Zecke zudem dazu bringen, Speichel und Mageninhalt in die Wunde abzugeben (Gammons & Salam, 2002). Das gilt für Erwachsene wie für Kinder und ebenso für Zecken bei Hund oder Katze, bei denen im Zweifel die Tierarztpraxis hilft.
Etwas anderes ist Öl als Schutz vor dem Stich: Auf der Haut aufgetragen, bevor es ins Grüne geht, kann ein Mittel auf Kokosölbasis Zecken mehrere Stunden fernhalten (siehe oben). Sitzt die Zecke aber schon fest, hilft nur noch das rasche Herausziehen.
Nicht jeder Zeckenstich braucht eine Behandlung. Vorbeugend Antibiotika zu nehmen, ist nach dem Entfernen einer Zecke in der Regel nicht nötig (Gammons & Salam, 2002). Diese Zeichen gehören aber ärztlich abgeklärt:
Die Wanderröte ist das häufigste Zeichen einer Borreliose, und die Borreliose lässt sich mit Antibiotika in den meisten Fällen gut behandeln (Stanek et al., 2012). Hohes Fieber mit Kopfschmerzen und steifem Nacken kann auf FSME hindeuten und gehört sofort in ärztliche Hände.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
Nein. Öl, Vaseline, Nagellack oder Alkohol bringen eine festgesaugte Zecke nicht dazu, loszulassen, und können sie reizen, Speichel mit Krankheitserregern in die Wunde abzugeben. Besser die Zecke sofort mit Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange hautnah greifen und gerade herausziehen.
Nicht so, dass sie sich löst. Im Versuch ließ keine festgesaugte Zecke los, als sie mit Vaseline, Nagellack oder Alkohol behandelt wurde. Während man wartet, saugt sie weiter, und mit jeder Stunde steigt das Risiko einer Borreliose-Übertragung.
Am besten untersucht ist Kokosöl beziehungsweise seine Laurinsäure: Ein Mittel auf dieser Basis hielt Zecken in Tests am Menschen mindestens 6 Stunden fern. Schwarzkümmel wirkte im Labor gegen Zecken, Studien am Menschen gibt es dazu kaum. Kein Mittel schützt zu 100 %, deshalb gehören lange Kleidung und das Absuchen des Körpers immer dazu. Bei Katzen keine ätherischen Öle verwenden.
Nach dem Entfernen reicht es, die Einstichstelle zu desinfizieren, zum Beispiel mit Alkohol. Salben oder Hausmittel sind nicht nötig. Wichtiger ist, die Stelle bis zu 30 Tage zu beobachten und bei einer sich ausbreitenden Rötung oder Fieber ärztlichen Rat einzuholen.
Auch bei Kindern gilt: kein Öl, kein Kleber, kein Nagellack. Die Zecke wie bei Erwachsenen sofort mit Pinzette oder Zeckenkarte hautnah greifen, gerade herausziehen und die Stelle desinfizieren. Zeigen sich danach Wanderröte, Fieber oder starke Kopfschmerzen, gehört das Kind in die Kinderarztpraxis.
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