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Könnten Probiotika (Darmbakterien) tatsächlich die Antwort auf die Frage sein, wie man Depressionen behandelt? Und wenn ja – sind sie eine sichere, preisgünstige und effektive Alternative zu Antidepressiva?
Mehr als 50 Millionen Menschen weltweit nehmen Antidepressiva. Unglücklicherweise gibt es aber immer mehr Belege dafür, dass Antidepressiva wesentlich weniger effektiv und potenziell gefährlicher sind, als man glaubt.
Deswegen bringt eine brandneue Studie der McMaster-Universität im kanadischen Ontario gute Neuigkeiten für alle, die mit Depressionen zu kämpfen haben. Die Studie zeigte, dass es zwischen der Darmgesundheit – bzw. den Bakterien, die für den Darm „gesund“ sind – und bestimmten Gehirnfunktionen, darunter der Stimmung, einen starken Zusammenhang gibt. Mit anderen Worten: Der Darm „spricht“ sozusagen mit dem Gehirn.
Aufgrund dieser „Unterhaltungen“ hat die Anzahl gesundheitsfördernder Bakterien im Verdauungstrakt einen riesengroßen Einfluss auf die Körpergesundheit.
Gesunde Bakterien tragen offensichtlich zur Verdauungsgesundheit und damit zur Vermeidung von Übergewicht bei. Nun aber wissen wir laut der Neurowissenschaftlerin Jane Foster und ihrem Team an der McMaster-Universität, dass gesunde Darmbakterien auch mit der Vermeidung von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen zu tun haben.
Probiotika sind Nahrungsmittel, die Organismen enthalten, die die „guten“ Bakterien im Darm ergänzen bzw. deren Zahl wieder auffüllen … und probiotische Nahrungsergänzungsmittel sind möglicherweise die beste und sicherste Alternative, Depressionen ohne die Einnahme von Medikamenten zu besiegen.
In den Vereinigten Staaten sind Antidepressiva ein Riesengeschäft. Seit 1994 hat ihr Gebrauch um 400% zugenommen. In einem einzigen Jahr (2010) wurden 255 Millionen Rezepte ausgestellt. Der jährliche weltweite Umsatz beträgt mehr als 20 Milliarden Dollar.
Mittlerweile enthüllen Forschungsergebnisse und auch Umfragen, dass diese Medikamente kaum effektiver als Placebo-Mittel sind, allerdings hohe Risiken für Nebenwirkungen beinhalten.
Wie man sieht, gleichen einige dieser Nebenwirkungen exakt den Symptomen, die diese Medikamente eigentlich behandeln sollten.
Die McMaster-Studie und einige andere Studien suggerieren, dass Probiotika zur Behandlung von Depressionen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit und anderen Unausgewogenheiten innerhalb des zentralen Nervensystems wesentlich besser geeignet seien. Eine Studie am Zentrum für Pharmabiotische Ernährungswissenschaften der Universität Cork (Irland) hat das erste Mal aufgezeigt, dass Probiotika eine „direkte Auswirkung auf die chemischen Vorgänge im Gehirn haben.“ Die Ergebnisse deuten an, dass probiotische Organismen über ein großes Potenzial als optionale Behandlungsmethode für durch Stress verursachte psychische Störungen verfügen.
Die Behandlung von Depressionen mit Probiotika, die sich positiv auf die Stimmung auswirken, funktioniert auf zweierlei Weise:
Dazu Dr. Emily Deans: „GABA ist ein schönes Glas Wein vor dem Kamin. GABA ist erholsamer Schlaf. GABA ist Ruhe und Yoga zugleich.“
Natürlich produzierte GABA tut dem Körper gut, unter anderem:
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Seit der ersten Fassung dieses Artikels sind viele weitere Studien dazugekommen. Drei große Auswertungen der letzten Jahre fassen sie zusammen:
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In den Studien kamen vor allem Milchsäurebakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium zum Einsatz, meist als Mischung aus mehreren Stämmen:
KBE steht für koloniebildende Einheiten, also die Zahl lebender Bakterien. Wie stark die Wirkung ausfiel, hing laut der Auswertung von Asad et al. unter anderem von der Studiendauer und der Zusammensetzung der Probiotika ab.
Neben Probiotika sind drei Pflanzen bei leichten bis mittelschweren Depressionen besonders gut untersucht:
Wer bereits Medikamente einnimmt, bespricht pflanzliche Mittel vorher mit der Ärztin oder dem Arzt.
Probiotika findet man in vielen Nahrungsmitteln wie etwa Joghurt, Kefir, Miso, Tempeh und sogar Sauerkraut. Man sollte sich aber vor Aussagen in Acht nehmen, die behaupten, es hätte eine therapeutische Wirkung, würde man diese Nahrungsmittel der Ernährung hinzufügen.
Aktuelle Studien untermauern die Verwendung von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln zur Erhöhung der Anzahl gesunder Bakterien im Darm und zur Produktion von mehr GABA. Darüber hinaus raten Experten aber, sich – soweit es Depressionen betrifft – an zwei wichtige Richtlinien zu halten:
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Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
Untersucht wurden vor allem Milchsäurebakterien der Gattungen Lactobacillus und Bifidobacterium, zum Beispiel L. helveticus mit B. longum oder L. acidophilus, L. casei und B. bifidum. Meist kamen Mischungen aus mehreren Stämmen zum Einsatz, die über 8 Wochen täglich eingenommen wurden.
Die meisten Studien liefen über 8 Wochen. In einer Studie mit Menschen, die zusätzlich Antidepressiva nahmen, war der Unterschied zur Placebogruppe bereits nach 4 Wochen messbar.
In einer Studie mit 49 Personen, deren Antidepressiva nicht ausreichend halfen, gingen die depressiven Beschwerden mit einem zusätzlichen Probiotikum stärker zurück als mit Placebo. Eine große Vergleichsanalyse von 42 Studien sieht Probiotika sowohl als Ergänzung wie auch als eigenständige Möglichkeit bei einer Major Depression.
Schwere Nebenwirkungen traten in den Studien nicht auf, und über 8 Wochen und länger wurden Probiotika ebenso gut vertragen wie Antidepressiva. Zu Beginn sind leichte Blähungen, Durchfall oder Verstopfung möglich, die meist nach einigen Tagen bis Wochen verschwinden.
Eine Auswertung von 72 Studien zeigte, dass Probiotika, Präbiotika und Synbiotika depressive Beschwerden und Ängste stärker verringerten als ein Scheinmedikament. Probiotika verbesserten zudem die Schlafqualität.
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