Was ist Vitamin K?

Was ist Vitamin K?

44 Min. Lesezeit Aktualisiert am 29. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper braucht, um Gerinnungsfaktoren in der Leber, das Knocheneiweiß Osteocalcin und das Matrix-Gla-Protein in der Gefäßwand zu aktivieren (Theuwissen et al., 2012). Vitamin K1 steckt vor allem in grünem Gemüse, Vitamin K2 in Nattō, Käse, Eigelb und Fleisch (Schurgers & Vermeer, 2000); in einer dreijährigen Studie bremsten 180 µg Vitamin K2 als MK-7 am Tag den Knochenabbau bei Frauen nach den Wechseljahren (Knapen et al., 2013). Wer Blutverdünner vom Cumarin-Typ wie Marcumar oder Warfarin einnimmt, sollte Vitamin-K-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden, weil schon kleine Mengen deren Wirkung abschwächen können (Theuwissen et al., 2013).

Was ist Vitamin K?

Vitamin K ist wie Vitamin A, D und E ein fettlösliches Vitamin. Als solches bewegt es sich innerhalb des LDL-Moleküls und anderer Lipoproteine durch den Körper. Vitamin K ist an vielen Enzymreaktionen beteiligt, bei der eine Substanz in eine andere umgewandelt wird. Zusätzlich zur Nahrung bilden Darmbakterien Vitamin K2. Wie viel das genau zum Bedarf beiträgt, ist nicht bekannt – nach heutigem Wissen hilft es aber, Gerinnungsstörungen zu vermeiden, wenn die Nahrung zeitweise wenig Vitamin K liefert (Conly & Stein, 1992). Auch deshalb spielt ein gesunder Darm für die Vitamin-K-Versorgung eine Rolle.

Vitamin K wurde 1929 entdeckt und 1935 als eigenes Vitamin beschrieben. Wissenschaftler entdeckten damals, dass das Vitamin ein lebenswichtiger Nährstoff ist, der anormale Blutungen bei Hühnern verhindert. Jahrzehnte später wurde Vitamin K als „Gerinnungsvitamin“ identifiziert. (Das „K“ steht für Koagulation = Gerinnung.)

Welche Formen von Vitamin K gibt es?

Vitamin K ist eigentlich eine Gruppe fettlöslicher Vitamine mit ähnlichen chemischen Strukturen. Die wichtigsten Verbindungen scheinen Vitamin K1 (Phyllochinon) und Vitamin K2 (eine Reihe von Menachinonen) zu sein. Außerdem gibt es noch Vitamin K3 (Menaphthon oder Menadion), ein künstlich hergestellter Wirkstoff, welcher früher als „Provitamin K“ angewandt wurde, dessen Einsatz heute aber vermieden wird, da er - je nach Dosierung - giftig für den Menschen sein kann.

  • Vitamin K1

Vitamin K1 oder Phyllochinon befindet sich hauptsächlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln, zum Beispiel in grünen Gemüsesorten. Etwa 75 bis 90 Prozent des gesamten Vitamin K-Konsums des Menschen ist K1.

  • Vitamin K2 (Vitamin K2 MK7)

Vitamin K2 ist eine Gruppe von Verbindungen, die von Bakterien gebildet werden und vor allem in tierischen und fermentierten Lebensmitteln wie Fleisch, Käse, Eigelb und Nattō stecken. Es besteht aus mehreren Unterarten, die Menachinone (MK) genannt werden. Menachinone verfügen über ungesättigte Isoprenylseitenketten. Je nach Länge dieser Seitenketten werden sie von MK-4 bis MK-13 nummeriert. MK-4, MK-7 und MK-9 zählen zu den am besten erforschten Menachinonen.

Vitamin K2, insbesondere Vitamin K2-MK7, bleibt deutlich länger im Blut als K1, reichert sich bei täglicher Einnahme stärker an und aktivierte in einer Vergleichsstudie das Knocheneiweiß Osteocalcin vollständiger (Schurgers et al., 2007). Deshalb eignet es sich ganz besonders als Nahrungsergänzungsmittel. Mehr zu dieser Form steht im Ratgeber Vitamin K2.

Auch hiervon gibt es wieder zwei unterschiedliche Formen:

  • MK7-all-trans
  • MK7cis

MK7-all-trans gilt als die wirksamste Form, da sie die beste Bioverfügbarkeit sowie die längste Halbwertszeit aufweist. Produkte, die einen trans Anteil von mehr als 98 % aufweisen, werden als „all-trans“ bezeichnet. Jene Produkte zeugen von hoher Qualität und können vom Körper optimal verwertet werden.

Die MK7cis-Form ist zur MK7-all-trans-Form zwar chemisch identisch, allerdings unterscheiden sie sich in ihrer geometrischen Struktur. Da unser Körper nur in der Lage ist, trans-Isomere zu erkennen, kann er die MK7-cis-Form nicht verwerten. Diese ist daher zu 99 Prozent wirkungslos.

Außerdem zirkuliert K2 aufgrund seiner langen Seitenketten länger als K1 im Blut: Vitamin K1 einige Stunden lang, K2 als MK-7 war nach einer einzigen Einnahme noch 48 Stunden später im Blut nachweisbar (Sato et al., 2012).

Einige Wissenschaftler sind der Überzeugung, dass die längere Zirkulationszeit von Vitamin K2 dazu führt, dass es in den verschiedenen Gewebearten des Körpers besser genutzt werden kann. Vitamin K1 wird hauptsächlich zur Leber transportiert und dort verwendet.

Diese Unterscheidung ist ganz wesentlich, um die verschiedenen Funktionen zu erkennen, die Vitamin K1 und K2 im Körper übernehmen.

Was bewirkt Vitamin K?

Sämtliches Vitamin K dient der Aktivierung von Proteinen, die eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung sowie der Gesunderhaltung des Herzens und der Knochen spielen.

Aufgrund der Unterschiede in der Absorption und dem Transport zu den verschiedenen Körpergeweben können Vitamin K1 und K2 jedoch grundsätzlich unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Später fanden Wissenschaftler heraus, dass Vitamin K Veränderungen an Glutaminsäuremolekülen hervorruft, die bestimmte andere lebenswichtige Proteine im Körper aktivieren. Die Proteine werden Gla-Proteine genannt. Gemäß einer Studie aus dem Jahre 2014 konnten bislang 16 verschiedene Vitamin-K-abhängige Gla-Proteine identifiziert werden. Diese müssen also durch Vitamin K aktiviert werden, um ihre jeweilige Funktion ausführen zu können.

Vitamin K1 ist ein lebenswichtiges Vitamin. Der Körper benötigt es zur Blutgerinnung. Vitamin K1 aktiviert das Protein Prothrombin, das das Blut gerinnen lässt und so übermäßiges Bluten verhindert.

Auch Vitamin K2 ist für die Blutgerinnung wichtig. Es wird jedoch zusätzlich für den Knochenaufbau und andere wichtige Prozesse im Körper benötigt, zum Beispiel reguliert es den Calciumspiegel im Blut.

  • Vitamin K fördert die Blutgerinnung

Vitamin K aktiviert die zur Blutgerinnung notwendigen Proteine, indem es eine geringfügige, dennoch entscheidende Veränderung an der Proteinstruktur bewirkt. Dies gilt insbesondere für Glutaminsäure, einen wichtigen Proteinbaustein. Bei Menschen, die Blutverdünner vom Cumarin-Typ einnehmen, kann zusätzliches Vitamin K deshalb deren Wirkung abschwächen. Neugeborene erhalten das Vitamin, um Blutgerinnungsproblemen vorzubeugen, da sie selbst über nicht genügend Vitamin K verfügen.

Einige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und nehmen deshalb Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon (Marcumar) oder Warfarin ein. Diese Medikamente sollen verhindern, dass das Blut zu leicht gerinnt, und wirken, indem sie die Verwertung von Vitamin K blockieren (Schurgers et al., 2004). Wer sie einnimmt, sollte die Vitamin-K-Zufuhr deshalb möglichst gleichmäßig halten, da Vitamin K ganz erheblich die Blutgerinnung beeinflusst.

Die meisten beachten in diesem Zusammenhang nur Nahrungsquellen für Vitamin K1. Doch auch die Vitamin K2-Aufnahme sollte beobachtet werden.

Denn Vitamin K2 als MK-7 bleibt sehr lange im Blut. Die Forscher einer Vergleichsstudie weisen deshalb darauf hin, dass Präparate mit 50 µg MK-7 am Tag oder mehr die Behandlung mit diesen Blutverdünnern in klinisch bedeutsamer Weise beeinflussen können (Schurgers et al., 2007).

  • Vitamin K reguliert den Calciumstoffwechsel für gesunde Knochen und Arterien

Vitamin K2 aktiviert Proteine, die steuern, wohin Calcium im Körper transportiert wird. Durch die Entdeckung der Gla-Proteine erfuhren Wissenschaftler, dass Vitamin K für viele weitere wichtige Prozesse im Körper benötigt wird und nicht nur für die Blutgerinnung wichtig ist. Das in Knochen enthaltene Gla-Protein Osteocalcin ist dafür verantwortlich, dass Calcium in den Knochen gespeichert wird. Das Gla-Protein in den Arterienwänden heißt Matrix-Gla-Protein und verhindert, dass Calcium in den Arterien abgelagert wird. Derartige Calciumablagerungen tragen zur Verkalkung der Arterien bei und sind ein deutliches Anzeichen für eine mögliche Herzerkrankung.

Eine Auswertung kontrollierter Studien ergab, dass die Einnahme von Vitamin K2 als MK-4 das Risiko für Knochenbrüche deutlich senken kann (Cockayne et al., 2006).

Höherwertige kontrollierte Studien haben gezeigt, dass sowohl Vitamin K1-Präparate  als auch Vitamin K2 (insbesondere MK-7) verschiedene Parameter für ein gesundes Herz verbessern können. So wurden die Arterien von Frauen nach den Wechseljahren nach drei Jahren mit 180 µg MK-7 am Tag messbar elastischer (Knapen et al., 2015). Dessen ungeachtet legen mehrere Beobachtungsstudien nahe, dass K2 wirksamer als K1 Calciumablagerungen reduziert und damit das Risiko für Herzerkrankungen senkt (Geleijnse et al., 2004; Beulens et al., 2009).

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Wie macht sich ein Vitamin K Mangel bemerkbar?

Die Ursachen eines Vitamin K Mangels

Für bestimmte Personengruppen besteht ein höheres Risiko:

  • Patienten, die Antikoagulantien vom Cumarin-Typ einnehmen (Phenprocoumon wie Marcumar, Warfarin), die das Blut verdünnen
  • Patienten, die Antibiotika einnehmen
  • Patienten mit Fettresorptionsstörungen (wenn der Körper also Fett nicht richtig verwerten kann)
  • Personen, die über die Nahrung kaum Vitamin K aufnehmen

Antikoagulantien vom Cumarin-Typ blockieren die Verwertung von Vitamin K und damit die Bildung aktiver Gerinnungsfaktoren – das ist ihre gewollte Wirkung (Schurgers et al., 2004).

Einige Antibiotika führen dazu, dass der Körper weniger Vitamin K bildet; andere beeinträchtigen die Wirksamkeit des Vitamins im Körper.

Fettresorptionsstörung und Vitamin-K-Mangel

Von Fettresorptionsstörungen, die zu einem Mangel an Vitamin K führen können, sind v.a. Patienten betroffen, die an folgenden Erkrankungen leiden:

  • Zöliakie
  • Mukoviszidose
  • Störungen des Verdauungssystems oder des Gallentraktes (Leber, Gallenblase , Gallengang)
  • Personen, denen ein Teil des Darmes entfernt wurde

Vitamin K ist nicht wasserlöslich und kann daher nur zusammen mit Fett im Dünndarm aufgenommen werden. Bei Fettresorptionsstörungen ist die Verdauung und Aufnahme von Nahrungsfetten gestört. Patienten, die an Krankheiten leiden, die mit Fettresorptionsstörungen einhergehen, entwickeln häufig Mangelerscheinungen fettlöslicher Vitamine, einschließlich Vitamin K.

Die Aufnahme von Vitamin K aus dem Dünndarm ist von einer normalen Fettverdauung abhängig. Im Zuge der Verdauung gelangt die Nahrung, die Vitamin K und Fette enthält, in den Dünndarm; die Bauchspeicheldrüse und Gallenblase setzen Verdauungsenzyme bzw. Gallenflüssigkeit frei. Die Gallenflüssigkeit emulgiert Nahrungsfette und fettlösliche Vitamine und bricht große Fettkügelchen in winzige Tröpfchen auf, die im wasserbasierten Nahrungsbrei im Darm verteilt bleiben. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Mischen von Essig und Öl zu einem Salatdressing. Schüttelt man beide Flüssigkeiten, zerfällt das Öl in kleine Tröpfchen und vermischt sich mit dem Essig. Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse binden sich an diese Fetttröpfchen und verdauen sie zu winzigen Fettmolekülen, die von den Darmzellen aufgenommen werden können. Eine unzureichende Freisetzung von Gallenflüssigkeit oder Fettverdauungsenzymen führt zu einer unvollständigen Fettverdauung. Dadurch werden Nahrungsfette sowie fettlösliche Vitamine nur unvollständig aufgenommen. Schwere Leber-, Gallenblasen- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen können zu Fettresorptionsstörungen führen und demzufolge einen Mangel der Vitamine K, A, D und E hervorrufen.

Manchmal ist die Ursache allerdings keine Störung der Fettverdauung, sondern eine Beschädigung der Darmzellen. Dies ist zum Beispiel bei Entzündungserkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie der Fall. Die operative Entfernung eines Großteils des Dünndarms sowie bestimmte chirurgische Eingriffe zur Gewichtsreduktion können die Resorption von Nahrungsfetten und fettlöslicher Vitamine ebenfalls beeinträchtigen.

Ein durch Fettresorptionsstörungen ausgelöster Vitamin K-Mangel erfordert eine zweigleisige Behandlung. Kurzfristig verschreibt der Arzt wahrscheinlich ein Vitamin-K-Präparat zur Behebung des Mangels und Wiederherstellung einer normalen Blutgerinnung. Darüber hinaus ist es erforderlich, die zugrundeliegende Fettresorptionsstörung zu behandeln. Der Behandlungsplan richtet sich nach der Ursache dieser Verdauungsstörung. Eine chronische Fettresorptionsstörung macht vielleicht eine unbegrenzte Einnahme von Vitamin-K-Präparaten erforderlich.

Vitamin-K-Mangel bei Neugeborenen

Neugeborene Säuglinge sind aus verschiedenen Gründen besonders von einem Vitamin-K-Mangel bedroht:

  • Muttermilch enthält nur wenig Vitamin K.
  • Vitamin K wird nur eingeschränkt über die Plazenta zum Baby weitergegeben.
  • Die Leber eines Neugeborenen kann das Vitamin noch nicht wirksam verwerten.
  • In den ersten Lebenstagen können Neugeborene Vitamin K2 noch nicht selbst bilden.

Zu Blutungen aufgrund eines Vitamin-K-Mangels kommt es, wenn der Vitamin-K-Spiegel im Blut zu niedrig ist, sodass das Blut nicht gerinnt. In der Folge können innere oder äußere Blutungen auftreten.  Gerade innere Blutungen sind gefährlich, vor allem weil sie manchmal längere Zeit unbemerkt bleiben.  Ein Neugeborenes, das an diesen Blutungen leidet, blutet häufig in den Darm oder in das Gehirn. Dadurch kann es zu Hirnschädigungen bis hin zum Tod kommen. Neugeborene, die nach der Geburt kein Vitamin K erhalten, können derartige Blutungen innerhalb der ersten sechs Lebensmonate entwickeln. Je nach Alter des Säuglings werden drei verschiedene Arten unterschieden: frühe, klassische und späte Blutungen.

Frühe und klassische Blutungen aufgrund eines Vitamin-K-Mangels treten häufiger auf. Zwischen 1 von 60 bzw. 1 von 250 Neugeborenen sind davon betroffen. Für Säuglinge, deren Mütter in der Schwangerschaft bestimmte Medikamente eingenommen haben, besteht ein höheres Risiko.

Späte Blutungen sind seltener: nur noch eins von 14.000 bis eins von 25.000 Säuglingen sind betroffen.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich derlei Blutungen durch eine Vitamin-K-Gabe weitgehend vermeiden lassen. Die europäische Fachgesellschaft für Kinderernährung empfiehlt für gesunde Neugeborene entweder 1 mg Vitamin K1 als Spritze in den Muskel direkt nach der Geburt oder dreimal 2 mg als Tropfen in den Mund: bei der Geburt, mit 4 bis 6 Tagen und mit 4 bis 6 Wochen (Mihatsch et al., 2016).

Die Symptome eines Vitamin K Mangels

Das Hauptsymptom eines Vitamin-K-Mangels sind exzessive Blutungen. Wichtig: Die Blutung muss nicht aufgrund eines Schnittes oder einer Wunde erfolgen. Eine Blutung kann auch vorliegen, falls

  • eine Person schnell blaue Flecken bekommt.
  • kleine Blutklumpen unter den Nägeln auftreten.
  • Blutungen in den Schleimhäuten innerhalb des Körpers auftreten.
  • sehr dunkle Stuhlgänge (fast wie Teer), die außerdem Blut enthalten, auftreten.

Bei Säuglingen achten Ärzte auf diese Anzeichen eines Vitamin-K-Mangels:

  • Blutungen im Bereich des Nabels
  • Blutungen im Bereich der Haut, Nase, des Verdauungstraktes oder anderen Bereichen
  • Blutungen im Bereich des Penis, falls das Baby beschnitten wurde
  • plötzlich auftretende Blutungen im Hirn (Diese sind ganz besonders gefährlich und können zum Tod führen.)

Diagnose eines Vitamin K Mangels

Für eine gesicherte Diagnose benötigt der Arzt die Krankengeschichte des Patienten, um mögliche Risikofaktoren in Erfahrung zu bringen.

Unter Umständen wird ein Blutgerinnungstest zur Bestimmung der Prothrombinzeit durchgeführt. Dabei wird dem Patienten mit einer kleinen Nadel etwas Blut abgenommen. Dieses wird dann mit chemischen Substanzen versetzt und die Zeit bis zur Gerinnung gemessen.

Bei einer Gerinnungszeit von mehr als 13,5 Sekunden besteht der Verdacht eines Vitamin-K-Mangels.

Folgen eines Vitamin K Mangels

Wissenschaftler vermuten, dass ein Vitamin-K-Mangel zu einer Beeinträchtigung der Aktivierung des Knochenmatrixproteins Osteocalcin führt und eine Verringerung der Osteoblastenfunktion verursacht. Dadurch wird die Knochenbildung beeinträchtigt. Außerdem verbinden Beobachtungsstudien eine geringe Vitamin-K2-Zufuhr mit mehr Verkalkungen der Herzkranzgefäße und einem höheren Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben (Geleijnse et al., 2004; Beulens et al., 2009).

Wie hoch ist der Vitamin K Bedarf?

Vitamin K wurde bereits vor vielen Jahrzehnten entdeckt. Der Vitamin-K-Bedarf richtet sich allerdings immer noch nur nach den Mengen, die für eine gesunde Blutgerinnung erforderlich sind - und nicht an der optimalen Menge, die zur Erhaltung gesunder Knochen und Arterien erforderlich wäre. Tatsächlich bleiben bei gesunden Menschen 10 bis 40 % des Osteocalcins und des Matrix-Gla-Proteins inaktiv, obwohl die Gerinnungsfaktoren voll aktiviert sind (Theuwissen et al., 2012).

Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegen für Frauen bei 60 - 65 µg und bei Männern bei 70 - 80 µg Vitamin K täglich (DGE, Referenzwerte Vitamin K). Dies sind jedoch nur Schätzwerte. Auch wird nicht zwischen Vitamin K1 und Vitamin K2 unterschieden. In den dreijährigen Studien zu Knochen und Gefäßen wurden deutlich höhere Mengen eingesetzt, nämlich 180 µg Vitamin K2 als MK-7 am Tag (Knapen et al., 2013). Die Herbano Vitamin-K2-Kapseln enthalten 80 µg MK-7 je Kapsel; mit 2 bis 3 Kapseln am Tag ergeben sich 160 bis 240 µg, also eine Menge im Bereich dieser Studien.

Nebenwirkungen und Risiken von Vitamin K

Bislang liegen keine Berichte über Probleme aufgrund eines zu hohen Spiegels natürlicher Formen Vitamin K (K1 und K2) vor. Diese Formen zeichnen sich durch eine geringe Toxizität selbst in hohen Konzentrationen aus.

Bei den meisten Menschen treten überhaupt keine Nebenwirkungen bei der täglichen Einnahme von Vitamin K in der empfohlenen Dosis auf. Bei gesunden Menschen beeinflusste Vitamin K2 als MK-7 selbst in Mengen von bis zu 360 µg am Tag die Blutgerinnung nicht ungünstig (Theuwissen et al., 2012).

Aufgrund potenzieller Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollten Nahrungsergänzungsmittel nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Mögliche Wechselwirkungen

Wer derzeit mit einem der folgenden Medikamente behandelt wird, sollte kein Vitamin K einnehmen, ohne dies zuvor mit dem Arzt abgestimmt zu haben.

Antibiotika: Antibiotika, insbesondere Cephalosporine, setzen die Resorption von Vitamin K im Körper herab. Bei einer Einnahme von mehr als zehn Tagen senken sie den Vitamin-K-Spiegel. Es werden nämlich nicht nur schädliche Bakterien, sondern auch Bakterien, die Vitamin K bilden, abgetötet. Menschen mit einem ohnehin schon niedrigen Vitamin-K-Spiegel, wie Mangelernährte, ältere Menschen oder Patienten, die Warfarin (Coumarin) einnehmen, ist das Risiko noch größer.

Zu den Cephalosporinen gehören:

  • Cefamandol (Mandol)
  • Cefoperazon (Cefobid)
  • Cefmetazol (Zefazone)
  • Cefotetan (Cefotan)

Phenytoin (Dilantin): Phenytoin beeinträchtigt die Fähigkeit des Körpers, Vitamin K zu verwenden. Die Einnahme von Antikonvulsiva (wie Phenytoin) während der Schwangerschaft oder Stillzeit kann den Vitamin K-Spiegel des ungeborenen Kindes senken.

Warfarin und Phenprocoumon (Marcumar): Vitamin K schwächt die Wirkung dieser Blutverdünner vom Cumarin-Typ ab. Wem sie verschrieben wurden, sollte Vitamin-K-Präparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen und die Ernährung mit ihm besprechen. Was dabei für grünes Gemüse und für Präparate gilt, steht im Abschnitt zu Vitamin K und Blutverdünnern.

Orlistat (Xenical, Alli) und Olestra: Orlistat ist ein Medikament zum Gewichtsverlust. Olestra wird einigen Lebensmitteln zugesetzt und senkt die Fettmenge, die der Körper absorbieren kann. Da Vitamin K ein fettlösliches Vitamin ist, können diese Medikamente auch den Vitamin-K-Spiegel senken. Die US-amerikanische Lebensmittelbehörde (Food and Drug Administration) verlangt nun, dass Lebensmittel, denen Olestra hinzugefügt wurde, auch mit Vitamin K und anderen fettlöslichen Vitamine (A, D und E) angereichert werden. Ärzte, die ihren Patienten Orlistat verschreiben, empfehlen in diesem Zusammenhang meistens die Einnahme eines Multivitaminpräparates mit diesen Vitaminen. Wer kein Vitamin K einnehmen darf, sollte auf keinen Fall olestrahaltige Lebensmittel verzehren.

Cholesterinsenkende Medikamente: Gallensäurekomplexe, die zur Senkung des Cholesterinspiegels verwendet werden, reduzieren auch die Fettmenge, die der Körper aufnimmt, und können ebenfalls die Aufnahme fettlöslicher Vitamine reduzieren.

Wer eines der folgenden Medikamente einnehmen muss, dem wird der Arzt wahrscheinlich ein Vitamin-K-Präparat empfehlen:

  • Cholestyramin (Questran)
  • Colestipol (Colestid)
  • Colesevelam (Welchol)

Vitamin K und Blutverdünner: Was gilt bei Marcumar und Warfarin?

Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon (Marcumar) oder Warfarin heißen in der Fachsprache Vitamin-K-Antagonisten. Sie wirken, indem sie die Verwertung von Vitamin K blockieren, sodass die Leber weniger aktive Gerinnungsfaktoren bildet (Schurgers et al., 2004). Zusätzliches Vitamin K kann diese Wirkung abschwächen; der INR-Wert, mit dem die Blutverdünnung gemessen wird, sinkt dann.

Grünes Gemüse muss nicht gemieden werden. Eine systematische Auswertung fand, dass sich eine Wirkung auf die Gerinnung erst bei mehr als 150 µg Vitamin K pro Tag zeigte. Die Autoren raten nicht zum Verzicht, sondern zu gleichmäßigen Essgewohnheiten ohne große Schwankungen (Violi et al., 2016). Wer also regelmäßig Spinat oder Brokkoli isst, sollte das beibehalten und nicht plötzlich stark ändern.

Bei Präparaten ist Vorsicht geboten. Vitamin K2 als MK-7 bleibt sehr lange im Blut. In einer Studie mit gerinnungshemmend eingestellten Teilnehmern senkten schon 10 bis 20 µg MK-7 am Tag bei einem Teil von ihnen den INR-Wert so stark, dass die Blutverdünnung nicht mehr sicher wirkte (Theuwissen et al., 2013). Wer Marcumar oder Warfarin einnimmt, sollte Vitamin-K-Präparate deshalb nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden. Welche pflanzlichen Mittel die Blutgerinnung beeinflussen, steht im Ratgeber natürliche Blutverdünner.

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Welche Lebensmittel enthalten Vitamin K?

Richtige Ernährung: Vitamin K in Lebensmittel (K1, K2)

Vitamin K1 wird in Pflanzen gebildet. Es ist die vorrangige Form, die der Mensch über die Nahrung aufnimmt.

Es folgt eine Liste Vitamin K-reicher Lebensmittel. Der angegebene Wert entspricht der Menge Vitamin K1 in einer Tasse (rund 240 ml) gekochtem Gemüse.

Vitamin K in grünem Gemüse:

  • Grünkohl: 1.062 mcg
  • Blattkohl: 1.059 mcg
  • Spinat: 889 mcg
  • Stielmus: 529 mcg
  • Brokkoli: 220 mcg
  • Rosenkohl: 218 mcg

Vitamin K2 ist in unterschiedlichen Nahrungsmitteln enthalten. Der Gehalt ist abhängig von der jeweiligen Form des Vitamins.

MK-4 ist in einigen tierischen Produkten enthalten. Dies ist die einzige Form, die nicht von Bakterien gebildet wird. Hühnchen, Eigelb und Butter sind gute MK-4-Quellen.

MK-5 bis MK-15 sind die Formen Vitamin K2, die über längere Seitenketten verfügen. Sie werden von Bakterien gebildet und sind häufig in fermentierten Lebensmitteln zu finden.

Nattō, ein beliebtes japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen, enthält besonders viel MK-7.

Bestimmte Hart- und Weichkäsesorten sind ebenfalls guten Vitamin K2-Quellen und zwar in Form von MK-8 und MK-9. Eine neuere Studie kam zu dem Ergebnis, dass viele Schweinefleischprodukte Vitamin K2 in der Form MK-10 und MK-11 enthält.

Es folgt eine Auflistung verschiedener Lebensmittel, die Vitamin K2 enthalten. Die angegebene Menge bezieht sich auf 100 g.

Lebensmittel mit Vitamin K:

  • Nattō: 1.103 mcg
  • Fleischwurst: 383 mcg
  • Hartkäse: 76 mcg
  • Schweinskotelett (mit Knochen): 75 mcg
  • Hühnchen (Keule): 60 mcg
  • Weichkäse: 57 mcg
  • Eigelb: 32 mcg

Vitamin K2 als Nahrungsergänzungsmittel - Vorteile der besten Form auf einen Blick: Vitamin K2 MK7-all trans

Wie bereits erwähnt gibt es viele verschiedene Formen von Vitamin K2. MK-7 ist eine davon und gilt im Allgemeinen als besonders wirksam.

  • MK-7 verfügt über eine längere Halbwertzeit und reichert sich bei täglicher Einnahme 7- bis 8-fach stärker im Blut an als Vitamin K1 (Schurgers et al., 2007). Eine längere Halbwertzeit bedeutet, dass das Vitamin eine bessere Chance hat einen konstanten Blutspiegel aufzubauen. 
  • Die meisten MK-4-Präparate werden synthetisch hergestellt. Im Gegensatz dazu entstehen die meisten MK-7-Produkte aufgrund natürlicher Fermentation.
  • Es wurde ebenfalls bereits erwähnt, dass Vitamin K2 MK7-all-trans die Form mit der höchsten Bioverfügbarkeit ist. MK-4 und MK-7 weisen eine unterschiedliche Bioverfügbarkeit im menschlichen Körper auf. Wir benötigen viel weniger MK-7, um Auswirkungen auf den Blutspiegel feststellen zu können. In einer Studie mit gesunden Frauen war MK-4 nach einer Einzeldosis von 420 µg zu keinem Zeitpunkt im Blut nachweisbar, während dieselbe Menge MK-7 gut aufgenommen wurde; auch bei 60 µg am Tag über eine Woche stieg nur der MK-7-Spiegel an (Sato et al., 2012). In den dreijährigen Studien zu Knochen und Gefäßen reichten 180 µg MK-7 täglich (Knapen et al., 2013).
  • MK-7 entsteht durch bakterielle Fermentation und ist nicht direkt in tierischen Lebensmitteln enthalten. Dies ist vor allem für Vegetarier und Veganer wichtig.
  • MK-7 erreicht die Knochen wesentlich besser als andere Formen des Vitamins. Und das ist nicht nur für unsere Knochen gut. Die Knochen verwenden Vitamin K zur Produktion des Hormons Osteocalcin. Dieses Hormon wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt aus und verbessert die Leistungsfähigkeit. In diesem Sinne verfügt MK-7 über größere Vorteile für unsere Gesundheit.
  • Der Anteil MK-7, der in die Leber gelangt, bleibt dort länger als andere Formen aktiv, bevor er aufgebrochen wird.

Warum Vitamin K2 und Vitamin D3?

Vitamin D ist ein ganz entscheidender Nährstoff für unsere Gesundheit: Der Bedarf kann am besten mit Sonnenlicht gedeckt werden.

Viele nehmen jedoch Vitamin D oral ein. Dies kann zu Problemen führen, außer man achtet gleichzeitig auf eine ausreichende Vitamin-K2-Zufuhr.

Vitamin D und K2 arbeiten Hand in Hand, um das Matrix-Gla-Protein (MGP) zu bilden und zu aktivieren.  Dabei handelt es sich um ein wichtiges Protein, das sich rund um die elastischen Fasern der Innenwände der Arterien befindet.  MGP verhindert die Bildung von Calciumkristallen, die zu Arterienverkalkung führen können.  Studien sprechen dafür, dass Vitamin D und K2 zusammen das Fortschreiten einer Arteriosklerose stärker verlangsamen als Vitamin D allein (Kurnatowska et al., 2015).

Professor Cees Vermeer ist einer der führenden K2-Forscher und berichtet über diesen Mechanismus:

Der einzige Mechanismus, mit dem sich Arterien selbst vor Verkalkung schützen können, ist mittels des Vitamin-K-abhängigen Proteins MGP. MGP ist der stärkste derzeit bekannte Hemmstoff für die Weichgewebekalzifizierung. Der Vitamin-K-Spiegel gesunder Erwachsener, die kein Vitamin K zusätzlich einnehmen, ist zu gering, sodass 30 Prozent ihres MGP in einer inaktiven Form synthetisiert werden.

Prof. Cees Vermeer

Vitamin K2 und Vitamin D stehen in einer fein austarierten Beziehung zueinander. Wir benötigen für eine optimale Gesundheit beide Vitamine in ausreichender Menge. Das zeigt auch eine Studie mit 42 Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (Kurnatowska et al., 2015).

Die Studie wurde entwickelt, um die Wirkung der oralen Einnahme von Vitamin K2 (MK-7) plus Vitamin D bzw. Vitamin D allein auf das Fortschreiten von Verkalkungen der Koronararterie und Intima-Media-Dicke der Arteria carotis (die Auskleidung der Hauptarterien am Hals, die Blut zum Gehirn führen) zu vergleichen. Derartige Veränderungen sind Kennzeichen von potenziell tödlichen Herzerkrankungen und Schlaganfällen.

Die Daten zeigten ein langsameres Fortschreiten der Gefäßwandverdickung (Arteriosklerose) bei Patienten, die sowohl Vitamin K2 als auch Vitamin D zu sich nahmen, verglichen mit jenen, die nur Vitamin D einnahmen. Der Hauptautor der Studie schreibt:

In dieser Studie konnten K2 und D vor kardiovaskulärer Kalzifizierung (Verkalkung der Herzgefäße) schützen. In der Vitamin-D-Gruppe konnte dies nicht bestätigt werden. Sicherlich hat dies positive Auswirkungen für die menschliche Gesundheit.

Hauptautor der Studie

Diese Ergebnisse sind einleuchtend: Vitamin D sorgt für eine verbesserte Knochenentwicklung, da es den Körper bei der Calciumaufnahme unterstützt. Neue Belege zeigen, dass Vitamin K2 Calcium direkt in den Knochenapparat leitet und gleichzeitig verhindert, dass es dort abgelagert wird, wo es nicht hingehört, zum Beispiel in den Organen, Gelenkspalten und Arterien. Ein großer Teil der arteriellen Ablagerungen besteht aus Kalk (Arteriosklerose), wodurch es zu einer Verhärtung der Arterien kommt.

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Darüber hinaus kann Arteriosklerose über viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte, ohne Symptome fortschreiten. Die Öffnung der Arterie (Lumen), die durch die arterielle Auskleidung gebildet wird, ist immer noch elastisch genug, um sich zu dehnen und bis zu einem gewissen Grad sich ansammelnde Ablagerungen aufzunehmen.

Natürlich nur, wenn die Arterien noch nicht begonnen haben zu verkalken. Die Bildung einer verkalkten fibrösen Kappe auf den arteriellen Kalkablagerungen verhindert nämlich eine weitere Ausdehnung des Lumens, die weitere Ablagerungen kompensieren könnte, und ist daher der letzte, mitunter fatale Schritt im Verlauf dieser tödlichen Krankheit.

Außerdem ist bekannt, dass Vitamin K2 ein von Osteoblasten produziertes Proteinhormon namens Osteocalcin aktiviert, das benötigt wird, um Calcium in der Knochenmatrix zu binden. Osteocalcin scheint darüber hinaus vor Kalkablagerungen in den Arterien zu schützen.

Mit anderen Worten: Ohne Vitamin K2 arbeitet das Calcium, das Vitamin D so wirksam einlässt, GEGEN den Körper – indem es sich nämlich in den Herzgefäßen ablagert und nicht in den Knochen.

Vitamin K und Probiotika

Bei der Verdauung und Verwertung von Vitamin K helfen Probiotika. Diese sorgen außerdem dafür, dass sich gute Darmbakterien im Darm ansiedeln, die Vitamin K bilden.

Die beste Quelle für Probiotika sind fermentierte Lebensmittel und Getränke. Diese sogenannten Superlebensmittel bauen im Körper ein gesundes Ökosystem auf und stärken das Immunsystem. Zum herausragenden Nutzen für den inneren Körper gesellen sich Vorteile für das Aussehen.

Hier sind einige leckere fermentierte Speisen und Getränke, die die Darmflora unterstützen – Nattō und Käse liefern dabei zusätzlich viel Vitamin K2:

  • Fermentiertes Gemüse – ein köstliches „Fast Food“, verschiedene Gemüsesorten, die zu jeder Mahlzeit eine Portion gesunder Probiotika liefern.
  • Milch-Kefir – Kefir ist eine kultivierte, enzymreiche Nahrung, angereichert mit nützlichen Mikroorganismen, die dazu beitragen, das „innere Ökosystem“ ins Gleichgewicht zu bringen. 
  • Spirulina – streng genommen kein Probiotikum, sondern eine nährstoffreiche Mikroalge, die sich gut mit fermentierten Lebensmitteln kombinieren lässt. Mehr dazu steht im Ratgeber Spirulina.
  • Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kimchi, Sauerkraut, Kefir, Kombucha und Tempeh. Diese Lebensmittel enthalten reichlich Laktobazillen (Milchsäurebakterien), die sich positiv auf die Gesundheit, vor allem auf die Darmflora, auswirken.

Das Wachstum von Probiotika im Darm lässt sich außerdem mit präbiotischen Lebensmitteln wie Spargel, Zwiebeln, Knoblauch oder Lauch fördern.

Auch die Einnahme von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln kann die Anzahl gesunder Bakterien erhöhen.

Die Kombination von Präbiotika und Probiotika (= Synbiotika), wie sie in fermentierten Nahrungsmitteln und Getränken vorkommt, hat eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Aus diesem Grund werden diese Nahrungsmittel und Getränke im Rahmen der Body-Ecology-Diät besonders hervorgehoben.

So viele Gründe sprechen für den Genuss fermentierter Lebensmittel und Getränke. Als fester Teil der täglichen Ernährung unterstützen sie eine gesunde Mikroflora, die ihrerseits Vitamin K2 bilden kann.

Vitamin K und Probiotika

Vitamin K2 gegen Osteoporose

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Knochenkrankheit, bei der die Knochendichte abnimmt und der Körper aufhört, Knochen  im selben Umfang zu bilden wie zuvor. In der Folge werden die Knochen schwach. Das Risiko für Brüche aufgrund von Stürzen oder selbst relativ leichten Stößen ist erhöht.

Von der Krankheit sind sowohl Männer als auch Frauen betroffen. Allerdings tritt sie häufig bei Frauen nach den Wechseljahren auf. Die Ursache dafür liegt in dem plötzlichen Abfall von Östrogen. Dieses Hormon schützt normalerweise vor Osteoporose.

Knochengewebe wird fortwährend neu gebildet; neue Knochen ersetzen alte, verletzte Knochen. Auf diese Weise erhält der Körper die Knochendichte und die Unversehrtheit der Kristalle und Knochenstruktur.

Die Knochendichte erreicht mit Ende 20 ihren Höhepunkt; ab einem Alter von 35 nimmt sie allmählich ab. Mit zunehmendem Alter wird mehr Knochengewebe ab- als aufgebaut. Falls dies in großem Ausmaße geschieht, kommt es zu einer Osteoporose.

Osteoporose bedeutet „poröser Knochen". Unter dem Mikroskop betrachtet sieht ein gesunder Knochen wie eine Honigwabe aus. Im Falle einer Osteoporose sind die Löcher und Zwischenräume in dieser Wabenstruktur viel größer als bei einem gesunden Knochen. Osteoporöse Knochen haben ihre Dichtigkeit bzw. Masse verloren und enthalten unnatürliche Gewebestrukturen. Sobald die Knochendichte abnimmt, verliert der Knochen an Festigkeit, wird schwach und bricht leichter.

So schützt Vitamin K2 vor Osteoporose

Seit seiner Entdeckung im Jahre 1929 ist Vitamin K vor allem für seine wesentlichen Eigenschaften im Zusammenhang mit der Blutgerinnung bekannt. Doch seither haben Wissenschaftler überzeugende Beweise gefunden, dass Vitamin K eine ähnlich bedeutsame Rolle im Zusammenhang mit gesunden Knochen spielt.

Ausreichend Vitamin K wird benötigt, um das Gla-Protein Osteocalcin zu aktivieren, das Knochenmineralien fest aneinander bindet und so starke Knochen formt. Ohne ausreichend Vitamin K können Knochen lebenswichtiges Calcium nicht halten, was zu einer Osteoporose führt. Doch es kommt noch schlimmer: Das Calcium, das in den Knochen nicht gebunden wird, sucht sich einen anderen Weg und gelangt in den Blutkreislauf. Dort trägt es zur Verhärtung der Arterien bei.

Glücklicherweise stellen Vitamin-K-Präparate ein wirksames Mittel dar, um die Knochen vor Osteoporose zu schützen: In einer Auswertung von 13 kontrollierten Studien verringerten Vitamin K1 und K2 in allen Studien bis auf eine den Knochenabbau (Cockayne et al., 2006).

Einige Studien lassen sogar vermuten, dass die Einnahme hoher Dosen Vitamin K Knochenschwund bei Patienten mit Osteoporose stoppen kann.

Was Studien zur Osteoporose zeigen

  • Eine Studie mit gesunden Frauen zwischen 50 und 60 Jahren (nach den Wechseljahren) zeigte, dass die dreijährige Einnahme von 1 mg Vitamin K1 plus 8 Mikrogramm (320 IE) Vitamin D pro Tag zusammen mit weiteren Mineralien den Knochenschwund am Schenkelhals im Vergleich zur Placebo-Gruppe als auch zur Gruppe, die nur Vitamin D und Mineralien erhielten, reduzieren konnte (Braam et al., 2003).
  • In einer weiteren Studie erhielten Frauen nach den Wechseljahren mit bestehender Osteoporose 48 Wochen lang entweder 1500 mg Calciumkarbonat sowie 45 mg Vitamin K2 oder ein Placebo. Im Vergleich zu den Ausgangswerten zeigten die Frauen eine Zunahme der Knochenmineraldichte der Wirbelsäule und eine Senkung des inaktiven Osteocalcinspiegel um 55,9 Prozent. In der Gruppe, die nur Calcium zu sich nahm, betrug die Abnahme nur 9,3 Prozent. Die gleiche Dosis K2 bewirkte in einer weiteren Studie den Erhalt der Hüftknochenstärke und konnte die Gesamtgeometrie des Schenkelhalses über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt verbessern. Die Placebo-Gruppe verlor im selben Zeitraum an Hüftknochenstärke.
  • Selbst geringere Dosen von nur 180 Mikrogramm/ Tag Vitamin K2 (insbesondere in Form von länger anhaltendem MK-7, das aus Nattō bzw. fermentierten Sojabohnen gewonnen wird) erhöhten die Menge an aktiviertem Osteocalcin, wenn es für einen Zeitraum von drei Jahren eingenommen wurde. Im Ergebnis verloren die Frauen an der Lendenwirbelsäule und am Schenkelhals deutlich weniger Knochenmineralgehalt und Knochendichte. Gleichzeitig wirkte sich MK-7 günstig auf die Knochenfestigkeit aus und verringerte den Höhenverlust der Wirbel (Knapen et al., 2013).
  • Vitamin K2 wurde kürzlich von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als Nährstoff anerkannt, der eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung einer gesunden Knochengesundheit spielt. Wird das Vitamin mit Alendronat kombiniert, einem häufigen Mittel gegen Osteoporose, kann K2 die Knochenmineraldichte im Schenkelhals im Vergleich zu Alendronat ohne Vitamin K2 signifikant verbessern.
  • Die Japaner kennen die Kraft von Vitamin K2 im Bezug die Knochengesundheit bereits seit vielen Jahren. In bestimmten Regionen Japans ist Nattō ein Grundnahrungsmittel. Dabei handelt es sich um fermentierte Sojabohnen, die häufig mehrmals pro Woche gegessen werden. Das Gericht enthält ganz besonders viel Vitamin K2. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Vitamin K2 und insbesondere Vitamin K2 als Menachinon-7 (MK-7) in diesem beliebten ostjapanischen Gericht besonders wirksam ist und die Knochenqualität im Rahmen einer Osteoporosebehandlung verbessert.

Die Menschen, die in den Regionen Japans leben, in denen Nattō besonders häufig auf dem Speiseplan steht, weisen einen Blutspiegel von Vitamin K2 (MK-7) auf, der um ein Vielfaches höher liegt als der Durchschnitt. Sie leiden auch weniger häufig an Osteoporose und Knochenbrüchen.

Diese Beobachtungen konnten durch klinische Studien bestätigt werden. Die Einnahme von Vitamin K2 kann die Häufigkeit von Knochenbrüchen erfolgreich senken. In einer zweijährigen japanischen Studie mit 120 Probanden mit Osteoporose reduzierte sich in der Behandlungsgruppe (Vitamin K2 in Form von MK-4) die Häufigkeit von Wirbelfrakturen um 52 Prozent. Die Kontrollgruppe hatte kein Vitamin eingenommen und zeigte keinerlei Verbesserungen. In dieser Studie wurde – wie nahezu bei allen Studien, die sich mit der Wirkung von K2 auf die Knochendichte beschäftigen – eine sehr hohe Dosis von 45 mg/ Tag verabreicht. In Japan wird diese Dosis zur Behandlung von Osteoporose verschrieben; in den USA ist sie jedoch nicht erhältlich. Wie die dreijährige Studie mit 180 µg MK-7 weiter oben zeigt, haben aber auch geringere Mengen K2 als Nahrungsergänzungsmittel positive Auswirkungen auf die Knochen.

Vitamin K2 gegen Arteriosklerose

Was ist Arteriosklerose?

Mit zunehmendem Alter taucht Calcium, das eigentlich unsere Knochen stärken soll, auch in anderen Körperregionen auf. Dazu gehören beispielsweise die Innenwände der Arterien. Mit der Zeit wandeln sich normale glatte Muskelzellen in Arterienwänden durch die Ablagerung von Calcium in knochenähnliche Zellen um; ganze Arterienabschnitte werden im Wesentlichen in Knochengewebe umgewandelt, das nicht elastisch oder flexibel und nicht in der Lage ist, den Blutfluss wirksam zu regulieren. Dieser Vorgang führt zu einer Verhärtung der Arterien, die wir als fortgeschrittenes Stadium einer Arteriosklerose kennen.

So schützt Vitamin K2 vor Arteriosklerose

Vitamin K2 kann vor Arteriosklerose schützen, da es eine Reihe von Proteinen aktiviert, deren Aufgabe es ist, Calcium in den Knochen zu binden, sodass es sich nicht in den Arterien ablagern kann.

In den Knochen aktiviert K2 ein Protein namens Osteocalcin. Aktiviertes Osteocalcin bindet Calcium fest an die Knochenmineralien und formt so einen starken Knochen. In Arterien aktiviert K2 ein Protein namens Matrix-Gla-Protein. Aktivierte Matrix-Gla-Proteine verhindern, dass sich Calcium in den Arterien ablagert.

Ohne ausreichend Vitamin K2 können diese Proteine nicht aktiviert werden. In der Folge besteht ein höheres Risiko für Osteoporose sowie Arteriosklerose aufgrund des Verlustes an Calcium in den Knochen.

In einer kontrollierten Studie verlangsamte Vitamin K2 zusammen mit Vitamin D das Fortschreiten einer Arteriosklerose, also einer Verengung der Arterien, die zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann (Kurnatowska et al., 2015).

Wissenschaftler haben bereits vor langer Zeit erkannt, dass Vitamin K2 eine entscheidende Rolle bei der Aktivierung von Proteinen spielt, die Calcium in den Körperregionen halten, wo es hingehört, nämlich in den Knochen, und nicht in Blutgefäße, wo es Probleme verursachen kann.

Veröffentlichte Daten zeigen, dass bei Menschen mit der höchsten Zufuhr von Vitamin K2 das Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu sterben, um 57 Prozent geringer ist als bei Menschen mit der niedrigsten Zufuhr (Geleijnse et al., 2004). In japanischen Studien mit Vitamin-K2-Präparaten (MK-4) war das Risiko für Brüche außerhalb der Wirbelsäule sogar um 81 Prozent geringer (Cockayne et al., 2006).

Was Studien zur Arteriosklerose zeigen

An dieser Stelle werden wir die Erkenntnisse einer wichtigen neuen Studie zur Arteriosklerose durchgehen. Danach wollen wir frühere Befunde besprechen, die erklären, auf welche Weise Vitamin K2 bei älter werdenden Erwachsenen sowohl zur kardiovaskulären als auch zur Knochengesundheit beiträgt.

Zahlreiche Studien belegen, dass Menschen mit einer höheren Zufuhr von Vitamin K2 ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben (Geleijnse et al., 2004; Beulens et al., 2009).

Polnische Wissenschaftler der  Medizinischen Universität in Lodz waren von dieser Verbindung fasziniert und haben sich mit Forschern der Universität Maastricht in den Niederlanden und der Internationalen Stiftung für Wissenschaft und Gesundheit in Polen zusammengeschlossen, um zu ermitteln, ob die zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 das Fortschreiten einer bestehenden Arteriosklerose verringern kann. Die Wissenschaftler untersuchten den Verlauf der Arteriosklerose anhand von 42 Patienten mit chronischer Nierenerkrankung. Diese Patienten waren für diese Art von Studie ideal, da bekannt ist, dass sie eine schnelle Verringerung der Knochenmineraldichte (ein Maß für die Knochenstärke) als Folge von Calciumverlusten aus Knochen erfahren. Außerdem leiden sie aufgrund ihrer Vorerkrankung an übermäßigen Calciumablagerungen in Geweben, in denen sie nicht hingehören - besonders entlang der Innenwände der Hauptarterien.

Im Rahmen der Studie wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe erhielt Vitamin K2 (90 mcg pro Tag) sowie zusätzlich Vitamin D3 (400 IE pro Tag). Die zweite Gruppe erhielt ausschließlich Vitamin D3 (400 IE pro Tag).

Bereits nach neun Monaten zeigte sich, dass die Probanden, die sowohl Vitamin K2 und D3 einnahmen, ein langsameres Fortschreiten der Intima-Media-Dicke (Gefäßinnenwand) der Halsschlagader aufwiesen. Dieser Parameter ist ein guter Indikator für den Verlauf der Arteriosklerose und liefert Hinweise für kardiovaskuläre Vorfälle sowie vorzeitigen Tod. Insbesondere nahm die Dicke der Arteria carotis (Halsschlagader) in der Gruppe, die Vitamin D3 einnahm, um 13,73 Prozent zu; in der Gruppe, die beide Vitamine einnahm, jedoch nur um 6,32 Prozent (Kurnatowska et al., 2015). Dabei gilt es zu bedenken, dass für die Probanden ohnehin ein größeres Risiko für eine stärkere Intima-Media-Dicke als Folge des Calciumverlustes in den Knochen bestand.

Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass Vitamin K2 das Fortschreiten einer Arteriosklerose bremsen kann.

Vitamin K2 gegen Diabetesrisiko

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus (auch „Zuckerkrankheit“ genannt) ist ein Zustand, bei dem der Körper Glukose (eine Zuckerart) nicht normal verwerten kann. Glukose stellt die hauptsächliche Energiequelle für den Körper dar. Der Glukosespiegel im Blut wird durch ein Hormon namens Insulin kontrolliert, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Insulin ermöglicht der Glukose in die Zellen einzudringen.

Im Falle einer Diabeteserkrankung wird entweder zu wenig Insulin in der Bauchspeicheldrüse gebildet (Typ 1) oder der Körper reagiert auf das gebildete Insulin nicht wie vorgesehen (Typ 2). Somit steigt der Glukosespiegel im Blut an und führt zu Beschwerden wie stärkerem Harndrang, ungewöhnlich starkem Durst oder unerklärlichem Gewichtsverlust.

So wirkt Vitamin K gegen Diabetes

Bei Diabetes Typ 2 besteht ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Das liegt wahrscheinlich an der unvollständigen Aktivierung des Gla-Proteins Osteocalcin (aufgrund eines Mangels an Vitamin K). Dadurch sinkt ebenfalls der Calciumgehalt in den Knochen. Umgekehrt sanken bei älteren Menschen, die ihre Vitamin-K1-Zufuhr am stärksten steigerten, Entzündungsmarker wie IL-6 und TNF, die im Zusammenhang mit Diabetes stehen, innerhalb eines Jahres deutlicher (Juanola-Falgarona et al., 2013). Doch Vitamin K wirkt sich auch direkt auf die Diabetes aus.

Wissenschaftler beschäftigten sich mit den Auswirkungen, die Knochenzellen auf den Energiehaushalt haben, und fanden heraus, dass Osteocalcin eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Insulinaktivität spielt.

Was Studien zu Diabetes zeigen

Mehrere Humanstudien sprechen für eine Rolle von Vitamin K bei der Verbesserung der Insulinsensitivität und Glukosetoleranz, der Vorbeugung von Insulinresistenz und der Verringerung des Risikos für Typ-2-Diabetes.

  • Bei einer Gruppe von gesunden Freiwilligen zwischen 26 und 81 Jahren stand eine höhere Vitamin-K1-Zufuhr mit einer höheren Insulinsensitivität und niedrigerem Blutzuckerspiegel zwei Stunden nach einem Zuckerbelastungstest in Verbindung (Yoshida et al., 2008). In einer weiteren Studie mit älteren Erwachsenen mit hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sank das Risiko, Diabetes Typ 2 zu entwickeln, um 17 Prozent pro 100 Mikrogramm K1 pro Tag (Ibarrola-Jurado et al., 2012).
  • In einer anderen Studie mit über 38.000 Erwachsenen waren sowohl Vitamin K1 als auch K2 mit einem geringeren Diabetesrisiko verbunden. Für K2 sank das Risiko für Diabetes Typ 2 um jeweils sieben Prozent pro zehn Mikrogramm zusätzlicher Zufuhr (Beulens et al., 2010).
  • Gemäß einer in Diabetes Care veröffentlichten Studie kann die zusätzliche Einnahme dieses Vitamins das Fortschreiten der Insulinresistenz bei älteren Männern verringern. Die Studie wurde 2008 mit 355 Nicht-Diabetikern (60-80 Jahre, 60% Frauen) durchgeführt, die 36 Monate lang ein Vitamin-K-Präparat einnahmen (Yoshida et al., 2008).

Zusätzlich zur Senkung des Diabetes-Risikos reduzierte Vitamin K auch die Auswirkungen der Diabetes.

  • Tierstudien zeigen, dass auch Ratten mit Diabetes – genau wie Menschen – Knochenmineralverlust entwickeln. Sobald diese Ratten jedoch Vitamin K2 erhielten, wurde nicht nur Osteopenie vorgebeugt, sondern auch ein starkes Ansteigen des Blutzuckerspiegels (Hyperglykämie).
  • Klinische Studien deuten darauf hin, dass sowohl K1- als auch K2-Präparate den Auswirkungen des Diabetes entgegenwirken können. Ältere Männer ohne Diabetes erhielten über einen Zeitraum von drei Jahren 500 Mikrogramm K1 pro Tag und entwickelten wesentlich seltener eine Insulinresistenz als die Kontrollgruppe. Eine weitere Studie mit gesunden jungen Männern zeigte, dass die Einnahme von 30 mg K2 dreimal täglich für vier Wochen die Insulinsensitivität verbesserte (Choi et al., 2011). Dies könnte durch einen Anstieg des Vitamin-K-abhängigen Gla-Proteins Osteocalcin verursacht worden sein, von dem in Tierversuchen gezeigt wurde, dass es die Insulinsekretion und -sensibilität erhöht.

Vitamin K2 und Krebs: Was die Forschung zeigt

Was ist Krebs?

Krebs kann überall im Körper entstehen. Zellen geraten außer Kontrolle und verdrängen daraufhin gesunde Zellen. Körperprozesse können dann nicht mehr wie gewohnt ablaufen. Es gibt viele verschiedene Krebsarten. Es ist nicht einfach eine Krankheit. Krebs kann sich von den Lungen her, der Brust, dem Dickdarm oder sogar vom Blut her ausbreiten. Die verschiedenen Krebsarten weisen gewisse Gemeinsamkeiten auf, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Art, wie sie wachsen und sich ausbreiten.

Alle Zellen in unserem Körper erfüllen ganz spezielle Aufgaben. Normale Zellen teilen sich auf geordnete Art und Weise. Sie sterben ab, sobald sie „verbraucht“ oder beschädigt sind, und werden durch neue Zellen ersetzt. Von Krebs spricht man, wenn Zellen außer Kontrolle geraten. Der Krebs wächst weiter und produziert immer neue Zellen. Diese verdrängen nach und nach normale Zellen. Dadurch werden in der entsprechende Körperregion Probleme verursacht.

Doch der Krebs kann sich auch in andere Bereiche des Körpers ausbreiten. So wandern beispielsweise Lungenkrebszellen in die Knochen und wachsen dort weiter. Dieses Ausbreiten des Krebses in andere Körperregionen wird als Metastase bezeichnet.

Wie Vitamin K2 auf Krebszellen wirkt

In einer großen Beobachtungsstudie aus Heidelberg mit über 11.000 Männern hatten diejenigen mit der höchsten Vitamin-K2-Zufuhr ein um 63 Prozent geringeres Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs als die mit der niedrigsten Zufuhr (Nimptsch et al., 2008). Im Rahmen einer Studie konnten hohe Dosen Vitamin K2 selbst Patienten mit Leberkrebs helfen.

Laborstudien zeigen, dass Vitamin K2 (Menachinon) das Wachstum und die Invasion von Zellen des hepatozellulären Karzinoms, einer häufigen und tödlichen Form von Leberkrebs, unterdrückt. Das Vitamin wirkt auf vielfältige Weise auf diese Tumore. Es verändert beispielsweise Wachstumsfaktoren und deren Rezeptormoleküle so, dass sie weniger in der Lage sind, Tumorwachstum und Progression zu stimulieren. Es kommt zu einem Einfrieren des Zellkreislaufes; eine weitere Zellteilung wird blockiert. Und es löst in vielen Arten von Krebszellen im Labor den programmierten Zelltod durch Apoptose aus (Shibayama-Imazu et al., 2008). Dies geschieht durch mehrere unterschiedliche Mechanismen.

Was Studien zu Krebs zeigen

Laborstudien zeigen ein enormes Potential, wie Vitamin K ebenso den Verlauf anderer Krebsarten beeinflussen kann. Vitamin K2 regt bestimmte Arten von menschlichen Leukämiezellen an, sich zu differenzieren oder zu normalen weißen Blutkörperchen zu werden. In Zellen von bestimmten Hirntumoren, bei Magenkrebs und bei Dickdarmkrebs stoppt Vitamin K den reproduktiven Zellzyklus und leitet die Apoptose (programmierter Zelltod) ein. Vitamin K löst auch ein DNA-abbauendes Protein aus, das Krebszellen normalerweise unterdrücken. Dadurch wird verhindert, dass Tumorzellen sich selbst effektiv reparieren.

Vitamin K hat sein Potential bei der Behandlung einer Vielzahl von fortgeschrittenen Tumoren in vitro und in Tierversuchen gezeigt. In früheren Studien konnte bereits gezeigt werden, dass selbst sehr hohe Dosen von Vitamin K2, bis zu mehr als 2,5 Gramm intravenös täglich, sicher waren und die Chemotherapie-Toxizität nicht zusätzlich verstärkte.

  • Weitere positive Befunde kamen in Form zweier Fallstudien aus Japan. In der ersten Studie erfuhr eine 72-jährige Frau mit Leukämie, bei der die Standardtherapie fehlgeschlagen war, eine vollständige Remission, nachdem Vitamin K2 zu ihrem Therapieplan hinzugefügt wurde. Im zweiten Fall entschied sich ein 85-jähriger Mann mit hepatozellulärem Karzinom nach einer Hepatitis-C-Infektion dafür, Vitamin K einzunehmen, aber keine Chemotherapie. Im CT zeigte sich ein deutlicher Rückgang des Tumors und auch die Tumormarker im Blut normalisierten sich.
  • In einer Studie mit 17 Männern mit Prostatakrebs, bei denen die Standardtherapie versagt hatte, verlangsamte eine Kombination aus Vitamin C und Vitamin K3 über zwölf Wochen bei 13 von ihnen den Anstieg des Tumormarkers PSA (Tareen et al., 2008).
  • Studien sprechen dafür, dass Vitamin K2 das Risiko für ein Wiederauftreten von Leberkrebs verringern kann. Eine Studie berichtete von 61 Patienten, die nach chirurgischer Behandlung oder Verödung nachweislich krebsfrei waren. 32 von ihnen erhielten täglich 45 mg eines Vitamin K2-Präparats namens Menatetrenon (MK-4); die übrigen 29 bildeten die Kontrollgruppe ohne Vitamin K2 (Mizuta et al., 2006). Die Rückfallquoten in der Vitamin-K2-Gruppe waren wie folgt: 12,5 Prozent nach zwölf Monaten, 39 Prozent nach 24 Monaten und 64,3 Prozent nach 36 Monaten. Die Rückfallquote in der Kontrollgruppe war wesentlich höher: 55,2 Prozent, 83,2 Prozent und 91,6 Prozent. Alle Probanden der Vitamin-K2-Gruppe überlebten das erste Jahr; 87 Prozent waren auch nach 36 Monaten immer noch am Leben. Die Zahlen für die Kontrollgruppe: 96,4 Prozent nach dem ersten Jahr und nur 64 Prozent nach drei Jahren.
  • Die Vitamin-K-Behandlung von Knochenmarkzellen bei MDS-Patienten (Myelodysplastisches Syndrom, eine Störung im Zusammenhang mit Leukämie) löste wirksam Apoptose aus, also den programmierten Zelltod der Leukämiezellen. Die Wirkung konzentrierte sich vor allem auf junge Zellen (Blasten) als auf reife Leukozyten. Außerdem kann Vitamin K2 bewirken, dass eine Differenzierung der MDS-Zellen in gesunde weiße Blutkörperchen eingeleitet wird, selbst wenn es sich um eine ausgewachsene Leukämie handelt.

Die erfolgreiche Kombination von Vitamin K2 mit Vitamin D3 bewirkte in einer Laborstudie mit Leukämiezellen eine gute Differenzierung. Die Studie versuchte zu beweisen, dass dies eine wirksame Therapie sowohl für MDS als auch für eine voll entwickelte Leukämie sein könnte.  In einer klinischen Studie von 2010 sprachen 13 Prozent der MDS-Patienten mit Blutarmut auf Vitamin K2 allein an; von denen, die darauf nicht angesprochen hatten, reagierten mit dem Zusatz von Vitamin D3 weitere 30 Prozent (Akiyama et al., 2010). 

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Wichtiger Hinweis

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Häufige Fragen

Vitamin K1 (Phyllochinon) ist die pflanzliche Form von Vitamin K und steckt vor allem in grünem Gemüse wie Grünkohl, Spinat und Brokkoli. Es macht den größten Teil des Vitamin K aus, das Menschen mit der Nahrung aufnehmen. Der Körper nutzt es vor allem in der Leber für die Blutgerinnung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schätzt den Bedarf auf 60 bis 65 µg am Tag für Frauen und 70 bis 80 µg für Männer. In den Studien zu Knochen und Gefäßen wurden 180 µg Vitamin K2 als MK-7 täglich eingesetzt. Mit 2 bis 3 Herbano-Kapseln à 80 µg liegt man bei 160 bis 240 µg.

Vitamin K1 steckt vor allem in grünem Gemüse: Eine Tasse gekochter Grünkohl liefert über 1.000 µg, eine Tasse gekochter Spinat knapp 900 µg. Die reichste Quelle für Vitamin K2 ist Nattō, kleinere Mengen liefern Hart- und Weichkäse, Eigelb und Fleisch.

Für die natürlichen Formen K1 und K2 sind bislang keine Probleme durch zu hohe Spiegel bekannt. Bei gesunden Menschen beeinflusste Vitamin K2 als MK-7 selbst in Mengen bis 360 µg am Tag die Blutgerinnung nicht ungünstig. Anders ist es bei Blutverdünnern vom Cumarin-Typ, deren Wirkung schon kleine Mengen abschwächen können.

Mit Blutverdünnern vom Cumarin-Typ wie Marcumar oder Warfarin nur eingeschränkt: Vitamin K schwächt ihre Wirkung ab, bei MK-7 in einer Studie schon ab 10 bis 20 µg am Tag bei einem Teil der Teilnehmer. Grünes Gemüse muss trotzdem nicht gemieden werden, wichtig ist eine gleichmäßige Ernährung ohne große Schwankungen. Vitamin-K-Präparate sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

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