Welche Auswirkungen hat die Geburtsmethode auf unsere Gesundheit?

Welche Auswirkungen hat die Geburtsmethode auf unsere Gesundheit?

19 Min. Lesezeit Aktualisiert am 30. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Die Geburtsmethode bestimmt mit, welche Bakterien den Darm eines Neugeborenen zuerst besiedeln: Bei einer vaginalen Geburt übernimmt das Baby Bakterien der Mutter, nach einem Kaiserschnitt siedeln sich häufiger Keime aus der Klinikumgebung an. Große Auswertungen verbinden den Kaiserschnitt mit einem höheren Risiko für Asthma bis zum Alter von 12 Jahren und für Übergewicht bis zum Alter von 5 Jahren. Hautkontakt und Stillen unterstützen den Aufbau des kindlichen Mikrobioms.

Welche Rolle spielt die Geburtsmethode bei der Gesundheit eines Erwachsenen? 

Das und vieles mehr rund um das Thema Mikroorganismen haben wir in diesem Ratgeber zusammengefasst.

Überblick und Fakten zum Thema:

  • Mikroorganismen im Verdauungstrakt spielen eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit und beeinflussen alles, vom Körpergewicht und der Ernährung bis hin zu allen möglichen chronischen Erkrankungen.
  • Der Grundstein für unser individuelles Mikrobiom wird bereits bei unserer Geburt gelegt. Ein Baby „erbt“ bei einer vaginalen Entbindung gewissermaßen das Mikrobiom seiner Mutter. 
  • Es ist äußerst wichtig, dass Babys bei ihrer Geburt diesen nützlichen Bakterien ausgesetzt sind. Nur so kann ihr Immunsystem sich vollständig entwickeln und optimal arbeiten.
  • Leider haben jahrzehntelange unangemessene medizinische Eingriffe und eine ungesunde Ernährung zu einem rapiden Verlust der Vielfalt im menschlichen Mikrobiom geführt.
  • Bakterien spielen eine wesentliche Rolle für unseren Stoffwechsel und unsere Immunfunktion. Durch den Verlust der mikrobiellen Vielfalt wird das Gleichgewicht unseres Körpers gestört. Dadurch wird er anfälliger für Krankheiten.
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Was sind Mikroorganismen?

Mikroorganismen im Verdauungstrakt bilden eine Art lebendiges „Gewebe“. Dieses ist hochkomplex und spielt eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Es beeinflusst alles, vom Körpergewicht und der Ernährung bis hin zu allen möglichen chronischen Erkrankungen. 

 



 

Der Dokumentarfilm „Microbirth“ von Alex Wakeford und Toni Harman zeigt, dass die Grundlage für unsere Darmflora zum Zeitpunkt der Geburt gelegt wird. Der Film gibt einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand. Es geht darum, wie das Mikrobiom der Mutter am besten auf das Baby übertragen werden kann. Dadurch soll ein robustes Immunsystem entwickelt werden.

Wichtig ist, dass ein Baby das Mikrobiom im Grunde genommen von seiner Mutter „erbt“. Daher ist es unerlässlich, sich vor, während und nach der Schwangerschaft mit seiner Darmgesundheit zu befassen.

Hat man Antibiotika oder die Antibabypille eingenommen oder sich von vielen verarbeiteten oder zuckerhaltigen Lebensmitteln ernährt? 

Stillen Mütter ihr Baby nicht, sondern ernähren es mit der Flasche? 

Alle diese Faktoren wirken sich auf die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm aus. Damit wird auch das Mikrobiom sowie die Gesundheit des Kindes nach der Geburt beeinflusst. 

Der Einfluss unseres Mikrobioms kann sich sogar über Generationen erstrecken. Manchmal verursacht es nämlich Veränderungen an unserer DNA, die wir dann an künftige Generationen weitergeben.

Welchen Preis hat der Verlust der mikrobiellen Vielfalt?

Im Jahr 2008 gab die Weltgesundheitsorganisation bekannt, dass nicht übertragbare chronische Krankheiten weltweit mittlerweile die Rangliste der häufigsten Todesursachen anführen. 

Bis 2018 waren nicht übertragbare Krankheiten für 71 Prozent der weltweiten Todesfälle verantwortlich. Dabei führen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Atemwegserkrankungen und Diabetes die Liste der tödlichen Erkrankungen an.

Im Film werden Forschungsergebnisse zitiert, die andeuten, dass bis 2030 etwa die Hälfte des Nettovermögens der Welt in die Behandlung chronischer Krankheiten fließen wird. Es wäre wohl eine Untertreibung zu sagen, dass diese Entwicklung nicht länger tragbar ist.

Könnte dieser Trend dann vielleicht etwas mit Veränderungen in unserem Mikrobiom zu tun haben?

Abnehmende Mikrobiom-Vielfalt - Auslöser für heutige Krankheitsepidemien?

Im Film wird auch angesprochen, dass der menschliche Körper zu 90 Prozent aus Mikroben besteht. Zu den restlichen zehn Prozent bestehen wir aus „Säugetier“. 

Leider haben unangemessene medizinische Eingriffe und eine ungesunde Ernährung zu einem rapiden Verlust der Vielfalt im menschlichen Mikrobiom geführt. Faktoren, die dies begünstigen, sind unter anderem übermäßige Antibiotika-Verschreibungen, routinemäßige Kaiserschnittentbindungen, Pestizide und industriell verarbeitete Lebensmittel.

Durch diesen Verlust der mikrobiellen Vielfalt wird das Gleichgewicht unseres Körpers gestört. Dadurch wird er anfälliger für Krankheiten. Bakterien spielen eine wesentliche Rolle für unseren Stoffwechsel und unsere Immunfunktion. Dabei ist das richtige Verhältnis zu anderen Mikroben wichtig.

Im Film kommen Experten zu Wort, die der Ansicht sind, dass der Verfall unseres Mikrobioms eine, wenn nicht sogar die Hauptursache für die meisten unserer derzeitigen Krankheitsepidemien ist. Vergleiche zwischen indigenen Völkern, die im Dschungel Südamerikas leben, und Menschen der modernen Welt legen nahe, dass wir ein Drittel unseres natürlichen Mikrobioms verloren haben.

Die Auswirkung der Geburtsmethode auf das Mikrobiom des Babys

Im weiteren Verlauf des Films wird die Bedeutung der natürlichen Geburt, des Hautkontakts nach der Geburt sowie des Stillens diskutiert. Dies sind allesamt äußerst wichtige Faktoren für den Aufbau und die Pflege des Mikrobioms eines Babys. 

Bei einer vaginalen Geburt wird das Baby im Geburtskanal mit Mikroben besiedelt. Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 wird das Mikrobiom der Vagina einer gesunden Frau von der Gattung Lactobacillus dominiert. Diese Gattung bietet eine Reihe gesundheitlicher Vorteile, u.a. Schutz vor feindlichen Mikroorganismen, die Krankheiten verursachen können.

Wissenschaftler konnten zudem nachweisen, dass sich die Zusammensetzung der Mikroben in der Vagina einer Frau während der Schwangerschaft zur Vorbereitung auf die Geburt verändert. Insbesondere siedeln sich Laktobazillen an. Die Gesamtvielfalt nimmt hingegen ab. Die These der Forscher dazu lautet, dass damit sichergestellt wird, dass nützliche Mikroorganismen im Geburtskanal auf das Baby übertragen werden. 

Veränderungen der Darmflora in der Schwangerschaft

Die Darmflora der werdenden Mutter verändert sich in jedem Trimester ihrer Schwangerschaft. Auf diese Weise wird das Wachstum des Fötus optimal unterstützt. Diese Veränderungen werden weitgehend durch die während der Schwangerschaft auftretenden hormonellen Verschiebungen beeinflusst.

Interessante Einblicke haben Forschungsarbeiten, die 2012 in der Zeitschrift Cell veröffentlicht wurden, geliefert. Diese haben zum Vorschein gebracht, dass mit fortschreitender Schwangerschaft ein Anstieg der Proteobakterien und Actinobakterien zu verzeichnen ist.

Proben, die Frauen im dritten Trimester entnommen wurden, wurden auf keimfreie Mäuse übertragen. Dies führte im Vergleich zu einer Übertragung von Proben aus dem ersten Trimester zu einer größeren Gewichtszunahme und Insulinresistenz.

Die Autoren merken an: „Viele der Immun- und Stoffwechselveränderungen einer normalen Schwangerschaft beschreiben auch das metabolische Syndrom. [...] Darmmikroben können bei nicht trächtigen Versuchstieren Symptome eines metabolischen Syndroms auslösen.“

Bei einer schwangeren Frau hingegen dient die erhöhte Energiespeicherung im Fettgewebe dazu, dem Fötus ein normales Wachstum zu ermöglichen.

Der Nachteil einer Kaiserschnittgeburt

In einigen Fällen ist ein Kaiserschnitt eine medizinische Notwendigkeit und kann lebensrettend sein. In vielen Teilen der Welt wird allerdings deutlich zu viel per Kaiserschnitt entbunden. Der wichtigste Nachteil einer Kaiserschnittgeburt besteht darin, dass das Baby nicht mit Bakterien der Mutter in Kontakt kommt, da es den Geburtskanal nicht passiert. 

Der eingangs beschriebene Film zeigt deutlich, dass das Baby in diesem Fall empfänglich für Bakterien aus anderen Quellen ist. Dies kann jedoch zu Problemen führen, da zum Beispiel Krankenhäuser Brutstätten für pathogene Bakterien sind.

Im Film kommen Experten zu Wort, die genau diese These derzeit wissenschaftlich überprüfen und herausfinden wollen, ob dies bei „Kaiserschnittbabys“ passiert.

Die Frage ist also: Wurde das Immunsystem von Anfang an von den falschen Bakterien angegriffen, sodass man anfälliger für Krankheiten ist? 

Welche Bedeutung spielt der Hautkontakt dabei?

Manchmal ist es jedoch unausweichlich, dass ein Kaiserschnitt durchgeführt wird. Auch in einem solchen Fall kann das Mikrobiom des Babys durch engen Hautkontakt zwischen Mutter und Kind sowie durch Stillen genährt werden. 

In ihrer Filmkritik zu „Microbirth“ schrieb die Naturheilkundlerin Louise Loula, dass der enge Hautkontakt notwendig sei, um das Baby mit den wichtigen Bakterien zu besiedeln. Weiterhin wird die Hormonproduktion reguliert und stimuliert. Außerdem wird der Blutzuckerspiegel und Hungerinstinkt beeinflusst und reguliert.

 



 

Genau das wurde von Rodney Dietert, Professor für Immuntoxikologie an der Cornell University, erforscht.  Dabei wird das Baby mit Bakterien aus der Vagina der Mutter „geimpft“. Auf diese Weise empfängt es dieselben Bakterien, die es auch bei einer vaginalen Geburt empfangen hätte.

Ein großes Stück sterile Gaze wird dafür vor dem Kaiserschnitt in den Scheidenkanal der Mutter eingeführt. Kurz vor dem Kaiserschnitt wird das Stück dann wieder entnommen. Unmittelbar nach der Entbindung des Babys wird die Gaze entfaltet und der gesamte Körper des Babys damit abgerieben. Dabei wird mit dem Gesicht begonnen.

Dabei wurde festgestellt, dass die Gesundheitsparameter von Kaiserschnittbabys nach diesem Vorgang denen der Babys ähneln, die vaginal entbunden wurden. 

Wie wirkt sich ein Kaiserschnitt auf Darmflora und Immunsystem des Kindes aus?

Wie stark die Geburtsmethode die ersten Darmbakterien prägt, zeigt eine britische Studie mit 596 reif geborenen Babys und 1.679 Stuhlproben. Bei Kaiserschnittbabys wurden Bacteroides-Stämme der Mutter kaum weitergegeben. Stattdessen siedelten sich häufig Keime aus der Klinikumgebung an, darunter Enterococcus, Enterobacter und Klebsiella (Shao et al., 2019). In schwächerer Form zeigte sich dasselbe Muster bei vaginal geborenen Babys, deren Mütter vorbeugend Antibiotika erhalten hatten, und bei Babys, die in den ersten Lebenswochen nicht gestillt wurden.

Eine dänische Studie mit 700 Kindern hat untersucht, was daraus folgt. Nach einem Kaiserschnitt war die Darmflora mit einer Woche und mit einem Monat deutlich verändert, mit einem Jahr blieben nur noch kleine Unterschiede. Ein erhöhtes Asthmarisiko in den ersten sechs Lebensjahren hatten nur die Kaiserschnittkinder, deren Darmflora mit einem Jahr noch das typische Kaiserschnitt-Muster zeigte (Stokholm et al., 2020). Eine gut gereifte Darmflora im ersten Lebensjahr kann das erhöhte Asthmarisiko nach einem Kaiserschnitt also offenbar ausgleichen.

Auswertungen vieler Studien zeigen, womit ein Kaiserschnitt im Vergleich zur vaginalen Geburt verbunden ist:

Erkrankung beim KindWahrscheinlichkeit nach KaiserschnittGrundlage
Asthma bis zum Alter von 12 Jahrenum etwa 21 % erhöht (Odds Ratio 1,21)13 Studien, 887.960 Kinder (Keag et al., 2018)
Übergewicht bis zum Alter von 5 Jahrenum etwa 59 % erhöht (Odds Ratio 1,59)6 Studien, 64.113 Kinder (Keag et al., 2018)
Lebensmittelallergieum etwa 32 % erhöht (Odds Ratio 1,32)6 Studien (Bager et al., 2008)
Heuschnupfen (allergische Rhinitis)um etwa 23 % erhöht (Odds Ratio 1,23)7 Studien (Bager et al., 2008)

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Beeinflusst die Geburtsmethode das Stillen?

Eine Auswertung von 48 Studien mit über 550.000 Müttern aus 31 Ländern zeigt: Nach einem Kaiserschnitt wird seltener mit dem Stillen begonnen als nach einer vaginalen Geburt (Odds Ratio 0,57). Das betraf vor allem geplante Kaiserschnitte vor Wehenbeginn, nicht aber Kaiserschnitte, die erst während der Wehen nötig wurden. Mütter, die nach einem Kaiserschnitt mit dem Stillen begonnen hatten, stillten nach sechs Monaten ähnlich häufig wie Mütter nach einer vaginalen Geburt (Prior et al., 2012).

Früher Hautkontakt unterstützt den Stillbeginn. In einer Cochrane-Auswertung von 46 Studien, darunter acht mit Kaiserschnittgeburten, stillten Mütter mit frühem Haut-zu-Haut-Kontakt ein bis vier Monate nach der Geburt häufiger (relatives Risiko 1,24) und im Schnitt 64 Tage länger als Mütter mit üblicher Versorgung (Moore et al., 2016).

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Die Bedeutung des Stillens

Muttermilch ist einzigartig und darauf ausgelegt, nützliche Bakterien im Verdauungstrakt des Babys zu nähren. Dietert erläutert, dass Muttermilch wichtige immun-hormonähnliche Substanzen enthalte, von denen einige über eine entzündungshemmende Wirkung verfügen.

Muttermilch versorgt das Baby zudem mit Antikörpern gegen Krankheiten, gegenüber denen die Mutter eine natürliche Immunität entwickelt hat. Weitere Bestandteile sind einzigartige Zucker, die sogenannten Oligosaccharide. Diese Zucker sind unverdaulich. Wissenschaftler waren daher lange Zeit verwirrt, warum sie überhaupt in der Muttermilch enthalten sind. Mittlerweile hat sich jedoch herausgestellt, dass Oligosaccharide nützliche Bakterien im Darm des Babys nähren.

Der in den meisten Säuglingsanfangsnahrungen enthaltene raffinierte Zucker kann diese Funktion nicht reproduzieren. Ganz im Gegenteil: verarbeiteter Zucker nährt schädliche Bakterien und fördert eine übermäßige Gewichtszunahme. Zur Stärkung und Schulung des Immunsystems des Babys wird empfohlen, Säuglinge über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu zwei Jahren zu stillen. So ermöglichen Mütter ihrem Kind einen gesunden Start ins Leben.

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Steht ein unausgewogenes Mikrobiom im Zusammenhang mit neurologischen Verhaltensstörungen?

Forscher haben erkannt, dass das Mikrobiom eines Kindes auch eine Rolle bei neurologischen Verhaltensstörungen, einschließlich Autismus, spielen kann. Der Film geht auch auf dieses Problem ein. Er weist darauf hin, dass die Darmflora eines Säuglings nicht nur die Reifung seines Immunsystems, sondern auch die Entwicklung seines Gehirns und Nervengewebes beeinflusst.

Dies war auch die Vermutung von Dr. Natasha Campbell-McBride, bevor sie ihr Ernährungsprogramm GAPS ins Leben rief. Dieses zielt darauf ab, einen undichten Darm durch einen Wiederaufbau der Darmschleimhaut zu heilen. GAPS steht dabei für „Gut and Psychology Syndrome“ und beschreibt, wie sich der Darm und die Psyche gegenseitig beeinflussen. Sie erklärt, dass bei Kindern mit GAPS Giftstoffe aus dem Darm durch den Körper in das Gehirn wandern.

Dies stellt eine ständige Herausforderung für das Nervensystem dar und hindert es daran, seine normalen Funktionen auszuüben und sensorische Informationen zu verarbeiten. Praktisch jede toxische Belastung – auch Impfstoffe – kann in einer solchen Situation der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. In der Folge können sich Symptome von Autismus und/oder einer beliebigen Anzahl weiterer neurologischer Probleme einstellen.

Die Lösung des Problems besteht darin, den Mikrobentransfer während und nach der Geburt durch eine vaginale Entbindung, direkten Hautkontakt und Stillen zu optimieren. 

Oftmals übersehen, aber dennoch ein wesentlicher Faktor: Vitamin D

Ein wichtiger Faktor zum Schutz der eigenen Gesundheit und der des Babys vor oder während der Schwangerschaft ist eine Optimierung des Vitamin-D-Spiegels. Untersuchungen zeigen, dass schwangere Frauen mit einem Vitamin-D-Spiegel zwischen 40 ng/ml und 60 ng/ml eine um 46 Prozent niedrigere Frühgeburtenrate aufweisen als die Allgemeinbevölkerung.

Schwangere mit einem Vitamin-D-Spiegel von 40 ng/ml oder mehr im dritten Trimester haben ein um 59 Prozent geringeres Risiko für eine Frühgeburt. Bei Frauen mit einem Vitamin-D-Spiegel von weniger als 20 ng/ml ist dies nicht der Fall. In der afroamerikanischen und hispanischen Bevölkerung könnten 70 bis 75 Prozent aller Frühgeburten verhindert werden.

Der Vitamin-D-Status einer Mutter während der Schwangerschaft kann zudem lebenslange Auswirkungen auf das Kind haben. Ein Vitamin-D-Mangel während der Schwangerschaft steht mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Allergien in der Kindheit, Asthma, Diabetes und sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen im späteren Leben in Verbindung.

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Was bedeutet die Geburtsmethode für die Mutter?

Die Geburtsmethode wirkt sich auch auf die Mutter und auf spätere Schwangerschaften aus. Eine Auswertung von 80 Studien mit fast 30 Millionen Teilnehmenden aus Ländern mit hohem Einkommen fand nach einem Kaiserschnitt seltener eine Harninkontinenz (Odds Ratio 0,56) und seltener eine Senkung von Beckenorganen wie Gebärmutter oder Blase (Odds Ratio 0,29) als nach einer vaginalen Geburt (Keag et al., 2018).

Schwangerschaften nach einem Kaiserschnitt gingen dagegen häufiger mit Fehlgeburten (Odds Ratio 1,17) und Totgeburten (Odds Ratio 1,27) einher. Auch Probleme mit der Plazenta traten häufiger auf, etwa eine Plazenta praevia, bei der die Plazenta vor dem Muttermund liegt (Odds Ratio 1,74), oder eine vorzeitige Plazentaablösung (Odds Ratio 1,38).

Empfehlungen für eine gesunde Schwangerschaft und ein gesundes Baby

Nicht nur zu Fragen zum optimalen Aufbau des Mikrobioms des Babys bzw. zur Bedeutung des Vitamin-D-Spiegels könnten ganze Bücher geschrieben werden. Auch die Gefahren, die von chemischen Substanzen während der Schwangerschaft ausgehen, sind von großer Bedeutung. 

Auch wenn sich nicht alle Schadstoffe meiden lassen, sollten unbedingt proaktiv Maßnahmen ergriffen werden, um die toxische Belastung zu verringern. Dies gilt insbesondere vor und während der Schwangerschaft. Dazu gehört beispielsweise der Verzicht auf alle unnötigen Medikamente und Impfungen. Über viele weitere Aspekte hat man ebenfalls die Kontrolle.

Dazu gehört:

  • Die Belastung mit landwirtschaftlichen Chemikalien wie Glyphosat reduzieren. Dies können werdende Mütter vermeiden, indem sie sich vorrangig von Bio-Lebensmitteln und Produkten aus Weidehaltung ernähren. 
  • Sich von verarbeiteten, vorverpackten Lebensmitteln aller Art fernhalten. Auf diese Weise werden automatisch Pestizide, künstliche Lebensmittelzusätze, gefährliche künstliche Süßstoffe, Lebensmittelfarbstoffe und nicht gekennzeichnete genetisch veränderte Zutaten vermieden.
  • Auf den Verzehr von konventionellem oder gezüchtetem Fisch verzichten, der oft stark mit PCB und Quecksilber belastet ist. Stattdessen hochwertiges gereinigtes Krillöl zu sich nehmen oder kleine fette Fische wie Sardinen, Sardellen und Makrelen auf den Speiseplan setzen.
  • Werdende Mütter bauen eine gesunde Darmflora auf, indem sie viel Rohkost aus biologischem Anbau essen. Zudem besiedeln sie ihren Darm mit gesunden Bakterien aus fermentierten Nahrungsmitteln. Falls sie keine fermentierten Lebensmittel mögen, sollten sie stattdessen regelmäßig ein Probiotikum zu sich nehmen. Besonders dann, wenn sie auch verarbeitete Lebensmittel nicht vollständig von ihrem Speiseplan streichen.
  • Den Vitamin-D-Spiegel optimieren – idealerweise durch Sonnenlicht.
  • Sich während der Schwangerschaft regelmäßig bewegen. Frühere Studien haben gezeigt, dass Frauen, die während der Schwangerschaft Sport treiben, im Allgemeinen eine größere Plazenta aufbauen als Frauen, die die meiste Zeit im Sitzen verbringen. Das Volumen der Plazenta gilt als allgemeiner Marker für die Fähigkeit, den Fötus mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Daher liegt es nahe, dass eine große, gesunde Plazenta zu einem gesünderen Baby führt.
  • Nach der Geburt sollte das Baby so lange wie möglich gestillt werden, idealerweise mindestens sechs Monate. Das Stillen trägt dazu bei, dass sich die Darmflora des Kindes von Anfang an richtig entwickelt. Muttermilch enthält nämlich sowohl nützliche Bakterien als auch nährende Wachstumsfaktoren, die wichtig für das Baby sind.
  • Zu Hause nur ungiftige natürliche Reinigungsmittel verwenden.
  • Zu natürlichen Marken von Toilettenartikeln wie Shampoo, Zahnpasta, Deo und Kosmetika wechseln.
  • Die Verwendung von künstlichen Lufterfrischern, Trockentüchern, Weichspülern oder anderen synthetischen Duftstoffen vermeiden. 

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Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

Häufige Fragen

Babys, die per Kaiserschnitt geboren werden, passieren den Geburtskanal nicht und übernehmen weniger Bakterien der Mutter. Stattdessen siedeln sich häufiger Keime aus der Klinikumgebung im Darm an. Große Auswertungen verbinden den Kaiserschnitt außerdem mit einem höheren Risiko für Asthma bis zum Alter von 12 Jahren und für Übergewicht bis zum Alter von 5 Jahren (Keag et al., 2018).

Kinder, die per Kaiserschnitt geboren wurden, haben in Studien häufiger Heuschnupfen, Asthma und Lebensmittelallergien (Bager et al., 2008). Eine Rolle spielt dabei offenbar die Darmflora: Das erhöhte Asthmarisiko fand sich nur bei Kaiserschnittkindern, deren Darmflora mit einem Jahr noch das typische Kaiserschnitt-Muster zeigte. Hautkontakt und Stillen unterstützen den Aufbau des kindlichen Mikrobioms.

Ja, vor allem beim Stillbeginn. Nach einem geplanten Kaiserschnitt wird seltener mit dem Stillen begonnen als nach einer vaginalen Geburt. Wer nach einem Kaiserschnitt mit dem Stillen beginnt, stillt nach sechs Monaten ähnlich häufig wie Mütter nach einer vaginalen Geburt (Prior et al., 2012).

Nach einer vaginalen Geburt treten Harninkontinenz und eine Senkung von Beckenorganen häufiger auf als nach einem Kaiserschnitt. In einer großen Auswertung war das Risiko für Harninkontinenz nach einem Kaiserschnitt um 44 % niedriger (Odds Ratio 0,56), das Risiko für eine Senkung um 71 % (Odds Ratio 0,29) (Keag et al., 2018). Dem stehen beim Kaiserschnitt höhere Risiken für spätere Schwangerschaften und für die Gesundheit des Kindes gegenüber.

Eine PDA (Periduralanästhesie) lindert Wehenschmerzen stärker als andere Schmerzmittel. Mit PDA dauern die Eröffnungs- und die Austreibungsphase länger, und Wehenmittel (Oxytocin) werden häufiger gegeben, die Kaiserschnittrate unterscheidet sich aber nicht. Bei den Babys zeigten sich keine klaren Unterschiede bei der Aufnahme auf die Neugeborenen-Intensivstation und beim Apgar-Wert nach fünf Minuten (Anim-Somuah et al., 2018).

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