Vorsicht, Pollen! - 5 Natürliche Helfer gegen Allergien

Vorsicht, Pollen! - 5 Natürliche Helfer gegen Allergien

11 Min. Lesezeit Aktualisiert am 30. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Schwarzkümmelöl, Calcium, Krillöl, MSM und Probiotika können Heuschnupfen-Beschwerden ergänzend lindern, ersetzen aber keine ärztliche Behandlung. Bei MSM gingen in einer Studie mit 50 Betroffenen die Beschwerden der oberen Atemwege schon nach sieben Tagen deutlich zurück (Barrager et al., 2002), in einer zweiten Studie sanken die Nasenbeschwerden nach 14 Tagen um rund 54 % (Hewlings & Kalman, 2018). Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufproblemen sofort den Notruf wählen: 112 in Deutschland und Österreich, 144 in der Schweiz.

Es ist wieder so weit – Frühlingszeit ist Allergiezeit. Für alle Pollenallergiker bedeutet das einen täglichen Kampf. Denn Gräser, Bäume und Sträucher sorgen dafür, dass die Nase bei Betroffenen juckt, die Augen tränen und das Atmen schwerfällt. Aber das ist leider noch nicht alles – viele fühlen sich sogar richtig krank! 

Die gute Nachricht: Es gibt Wege, die Beschwerden zu lindern.

Welche natürlichen Mittel dabei helfen können und wann ärztliche Hilfe nötig ist, zeigt dieser Ratgeber.

Wie beeinflussen Allergiesymptome das Leben?

Durch eine Allergie entstehen spürbare Einschränkungen für den gesamten Alltag. Zu den typischen Symptomen von Allergien zählen ein Krankheitsgefühl, eine laufende Nase, tränende Augen, Juckreiz und Ausschläge. Aber das ist noch nicht alles. Dazu kommt eine verminderte Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und somit auch Konzentrationsstörungen. Eine Allergie beeinflusst sogar die Leistung im Beruf oder in der Schule. Zu guter Letzt kann eine Allergie auch zur finanziellen Belastung werden, besonders dann, wenn es zu Folgeerkrankungen kommt.

Wie verbreitet das Problem ist, zeigt eine große Gesundheitsstudie: 14,8 % der Erwachsenen in Deutschland haben im Laufe ihres Lebens die Diagnose Heuschnupfen erhalten, mehr als bei jeder anderen dort erfassten Allergie (Langen et al., 2013).

 



Warum Heuschnupfen behandelt werden sollte

Ein vermeintlich „harmloser“ Heuschnupfen kann mit der Zeit auf die unteren Atemwege übergreifen. In einer europäischen Langzeitstudie über knapp neun Jahre hatten Menschen mit allergischem Schnupfen ein 3,5-fach höheres Risiko, neu an Asthma zu erkranken, als Menschen ohne Schnupfen und ohne Allergie (Shaaban et al., 2008). Heuschnupfen sollte deshalb immer ärztlich abgeklärt und behandelt werden.

Antihistaminika lindern die Beschwerden meist rasch. Ältere Wirkstoffe machen oft müde, neuere dagegen kaum, sie gelten heute als erste Wahl bei allergischen Beschwerden (Yanai et al., 2022). An der Ursache setzt die Hyposensibilisierung an, auch spezifische Immuntherapie genannt: In einer Auswertung von 160 Studien linderte sie die Beschwerden und senkte den Bedarf an Medikamenten (Dhami et al., 2017).

Natürliche Mittel können diese Behandlung sinnvoll ergänzen. Verordnete Medikamente ersetzen sie nicht.

 



Mit der Kraft der Natur: Allergien natürlich behandeln

Weltweit gibt es ein wachsendes Interesse daran, Allergien pflanzlich zu behandeln und so die Symptome ergänzend zur ärztlichen Behandlung zu verringern. Mehrere Studien berichten bereits über die positiven Effekte solcher Mittel. 

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Akute Hilfe: 3 natürliche Helfer bei Heuschnupfen-Beschwerden

Sind die Symptome da, können diese drei natürlichen Mittel die Beschwerden ergänzend lindern.

✓ Schwarzkümmelöl mit antiallergischer Wirkung

In einer placebokontrollierten Studie mit 66 Betroffenen gingen unter Schwarzkümmelöl verstopfte Nase, Nasenjucken, Fließschnupfen und Niesanfälle schon in den ersten zwei Wochen zurück (Nikakhlagh et al., 2011). Eine Auswertung von acht kontrollierten Studien bestätigt das: Menschen mit allergischem Schnupfen sprachen unter Schwarzkümmel deutlich häufiger auf die Behandlung an als die Vergleichsgruppen (He et al., 2024). Auch bei Asthma verbesserte Schwarzkümmel in einer Auswertung von vier Studien die Asthmakontrolle und die Einsekundenkapazität, einen wichtigen Wert der Lungenfunktion (He & Xu, 2020).

✓ Calcium bei geschwollener Nasenschleimhaut

Calcium wird seit Jahrzehnten bei Allergien eingesetzt und gilt traditionell als Mastzell-Stabilisator: Mastzellen sind die Immunzellen, die bei einer allergischen Reaktion Histamin freisetzen. In einer placebokontrollierten Studie hemmten 1.000 mg Calcium die Schwellung der Nasenschleimhaut nach Kontakt mit dem Allergen deutlich (Bachert et al., 1993). Bei starken Beschwerden ersetzt Calcium kein Antihistaminikum. 

✓ Krillöl, der Helfer bei allergischen Entzündungen

Krillöl ist bekannt dafür, besonders viele der wertvollen Omega 3 Fettsäuren zu enthalten. Und genau diese werden als vorbeugende und begleitende Strategie bei Allergien erforscht. In Versuchen an Mäusen dämpften Omega-3-Fettsäuren den allergischen Schnupfen (Sawane et al., 2019). In einer bayerischen Studie mit 568 Erwachsenen hatten Menschen mit viel Omega-3-Fettsäure EPA in den roten Blutkörperchen ein etwa halb so hohes Risiko für eine allergische Sensibilisierung wie jene mit wenig EPA (Hoff et al., 2005). Ergebnissen zufolge spielen Omega 3 Fettsäuren eine wichtige Rolle in der Modulation von Immunantworten in Gesundheit und Krankheit.

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Langfristige Behandlung von Allergien mit natürlichen Mitteln

Neben der Akut-Hilfe lässt sich der Körper auch langfristig in der Pollensaison unterstützen.

✓ MSM, der starke Begleiter

MSM (Methylsulfonylmethan) ist eine organische Schwefelverbindung und wird oft als natürliches Antihistaminikum bezeichnet. In einer Studie mit 50 Heuschnupfen-Betroffenen, die 30 Tage lang täglich 2.600 mg MSM einnahmen, gingen die Beschwerden der oberen Atemwege schon nach sieben Tagen deutlich zurück, ab der dritten Woche auch die der unteren Atemwege, zudem stieg das Energieniveau (Barrager et al., 2002). In einer zweiten, doppelblinden Studie nahmen Menschen mit allergisch verstopfter Nase 14 Tage lang täglich 1, 3 oder 6 g MSM: Ihre Nasenbeschwerden sanken im Schnitt um 53,72 %, die Nase wurde messbar freier. Am besten wirkten 3 g täglich, die verstopfte Nase, Fließschnupfen, tränende oder juckende Augen und Niesen verringerten, Nebenwirkungen traten nicht auf (Hewlings & Kalman, 2018).

Wer vor allem auf histaminreiche Lebensmittel reagiert, findet mehr dazu im Ratgeber zur Histaminintoleranz.

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✓ Probiotika für ein starkes Immunsystem

In einer Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse über 23 Studien verbesserten Probiotika die Lebensqualität bei allergischem Schnupfen (Zajac et al., 2015). Eine Auswertung von 22 placebokontrollierten Studien zeigt zudem, dass Nasen- und Augenbeschwerden deutlich zurückgingen, besonders bei saisonaler Allergie wie Heuschnupfen (Güvenç et al., 2016). Auch bestimmte Immunwerte veränderten sich in diesen Studien günstig.

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Wie verträglich ist MSM?

MSM gilt in den USA als grundsätzlich sicherer Lebensmittelstoff (GRAS-Status). Eine Übersichtsarbeit beschreibt es bis zu 4 g täglich als gut verträglich, mit wenigen und milden Nebenwirkungen (Butawan et al., 2017). In der Heuschnupfen-Studie mit bis zu 6 g täglich traten keine Nebenwirkungen auf (Hewlings & Kalman, 2018).

Gelegentlich berichten Anwenderinnen und Anwender zu Beginn über Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Dann hilft es meist, die Dosis zu verringern. Anders ist es bei Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz oder Schwellungen kurz nach der Einnahme: Das können Zeichen einer Unverträglichkeit sein. Dann MSM absetzen und die Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Notfall: Wann sofort Hilfe nötig ist

Atemnot, pfeifende Atmung, Schwellungen an Zunge, Lippen oder Rachen, Schwindel oder Kreislaufprobleme nach Kontakt mit einem Allergen können Zeichen eines allergischen Schocks (Anaphylaxie) sein. Dann sofort den Notruf wählen: 112 in Deutschland und Österreich, 144 in der Schweiz. Wer einen Adrenalin-Autoinjektor verschrieben bekommen hat, setzt ihn sofort ein, denn Adrenalin ist die wichtigste Erstbehandlung (Cardona et al., 2020). Notfallmedikamente wie Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminika oder Asthmaspray nie durch natürliche Mittel ersetzen und immer griffbereit haben.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.

Häufige Fragen

In einer Studie mit 50 Heuschnupfen-Betroffenen gingen die Beschwerden der oberen Atemwege bei täglich 2.600 mg MSM schon nach sieben Tagen deutlich zurück, das Energieniveau stieg bis Tag 14. In einer zweiten Studie sanken die Nasenbeschwerden nach 14 Tagen um rund 54 %.

MSM gilt als gut verträglich: Eine Übersichtsarbeit beschreibt bis zu 4 g täglich mit wenigen und milden Nebenwirkungen, in einer Heuschnupfen-Studie traten keine Nebenwirkungen auf. Gelegentlich kommt es zu Beginn zu Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Dann hilft es meist, die Dosis zu verringern.

Nur nach Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Bei Kindern gehört Heuschnupfen zuerst in kinderärztliche Hand, damit sich die Allergie nicht auf die Bronchien ausweitet. Natürliche Mittel wie MSM kommen dann nur nach Rücksprache und in einer an das Alter angepassten Dosierung infrage.

Grundsätzlich kann jeder Stoff eine Unverträglichkeit auslösen. In den Heuschnupfen-Studien wurde MSM aber gut vertragen, eine Übersichtsarbeit beschreibt nur wenige und milde Nebenwirkungen. Typische Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Kopfschmerzen sind keine Allergie. Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz oder Schwellungen kurz nach der Einnahme können dagegen auf eine Unverträglichkeit hinweisen.

Ja. Wer nach der Einnahme Hautausschlag, Nesselsucht oder Schwellungen bemerkt, setzt MSM ab und lässt die Beschwerden ärztlich abklären. Bei Atemnot, Schwellungen an Zunge, Lippen oder Rachen oder Kreislaufproblemen sofort den Notruf wählen: 112 in Deutschland und Österreich, 144 in der Schweiz.

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