Algen: Das Kraftpaket aus dem Meer

Superfood Algen: Was steckt in den Kraftpaketen?

13 Min. Lesezeit Aktualisiert am 29. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Algenkapseln enthalten meist die Süßwasser-Mikroalgen Spirulina und Chlorella, die viel Eiweiß, Chlorophyll und Mikronährstoffe liefern. In Auswertungen mehrerer Studien senkte Chlorella Cholesterin und Blutdruck, Spirulina verbesserte die Blutfette und senkte das Körpergewicht um durchschnittlich 1,56 kg. Vorsicht gilt bei Meeresalgen wie Kombu oder Wakame, deren Jodgehalt sehr hoch sein kann.

Forscher wissen schon lange, dass Algen viele Vorteile für unsere Gesundheit bieten. Die ursprünglichen Lebensformen werden schon seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel sowie für medizinische Zwecke verwendet. Algen wachsen in Süß- sowie Salzwasser und betreiben wie Pflanzen an Land Photosynthese, bei der Sauerstoff entsteht.

In der Aufzucht sind Algen sehr nachhaltig und umweltschonend, da sie nur Sonnenlicht, Kohlendioxid, Wasser und Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor benötigen.

In den letzten Jahren gewannen Mikroalgen immer mehr an Beliebtheit – und das zu Recht.

 



 

Welche Algen gibt es und welche stecken in Algenkapseln?

Algen lassen sich grob in zwei Gruppen teilen, die sich in Inhaltsstoffen und Risiken deutlich unterscheiden:

  • Mikroalgen sind winzige, einzellige Algen. Die bekanntesten sind die Süßwasser-Mikroalgen Spirulina und Chlorella. Sie werden in Becken gezüchtet und stecken in den meisten Algenkapseln und Algentabletten. Aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis, die sich bei Stress rot färbt, stammt Astaxanthin: Sie speichert bis zu 3,8 % ihres Trockengewichts davon (Ambati et al., 2014). Auch veganes Omega-3-Öl wird aus Mikroalgen gewonnen.
  • Makroalgen sind die großen Meeresalgen, die als Seetang bekannt sind. Man unterscheidet Braunalgen wie Kombu, Kelp und Wakame, Rotalgen wie Nori und Grünalgen wie Meersalat. Sie werden vor allem als Lebensmittel gegessen, etwa in Sushi oder Suppen. Braunalgen können sehr viel Jod enthalten, mehr dazu weiter unten.

Was macht die Alge zum Kraftpaket?

Algen zählen zu den wahren Kraftpaketen unter den Pflanzen und sind vollgepackt mit wertvollen Inhaltsstoffen wie Eiweiß, Aminosäuren, Vitamine (Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K und viele B-Vitamine), Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Calcium, Eisen oder Zink, Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA, GLA und ALA), aktiven Enzymen und Phytochemikalien wie Chlorophyll. 

Mikroalgen wie beispielsweise Spirulina oder Chlorella wirken antioxidativ, entzündungshemmend und stärken das Immunsystem; für Spirulina ist das in Tierversuchen und ersten Studien am Menschen gezeigt (Wu et al., 2016). Am Menschen am besten untersucht ist ihre Wirkung auf Blutfette und Blutdruck: In einer Auswertung von 19 Studien mit 797 Teilnehmenden senkte Chlorella das Gesamt- und LDL-Cholesterin, den Blutdruck und den Nüchternblutzucker (Fallah et al., 2018).

Und nicht nur das: Auch beim Abnehmen können Mikroalgen helfen. In einer Auswertung von 5 Studien senkte Spirulina das Körpergewicht im Schnitt um 1,56 kg, bei Menschen mit starkem Übergewicht um 2,06 kg; auch Körperfettanteil und Taillenumfang gingen zurück (Moradi et al., 2019).

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Welches sind die drei wertvollsten Inhaltsstoffe?

1. Astaxanthin – das stärkste Antioxidans aus dem Meer

Astaxanthin ist eines der wirkungsvollsten Carotinoide und Antioxidantien aus dem Meer und wird aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis gewonnen. Der natürliche Farbstoff verleiht einer Vielzahl von Lebensmitteln wie Krill, Hummer oder Lachs die typisch rote Farbe.

Astaxanthin weist starke antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften auf. Labor- und Tierstudien legen nahe, dass Astaxanthin bei der Stärkung des Immunsystems sowie bei Entzündungs- oder neurodegenerativen Erkrankungen von Nutzen sein kann (Ambati et al., 2014). Am Menschen gut belegt ist die Wirkung auf die Haut: In einer Placebo-kontrollierten Studie vertrug die Haut nach 9 Wochen mit 4 mg Astaxanthin täglich mehr UV-Licht, bevor sie sich rötete, und verlor nach UV-Bestrahlung weniger Feuchtigkeit (Ito et al., 2018).



 

2. Chlorophyll – das grüne Gold

Ein weiterer wichtiger Grund, warum Algen so gut für unsere Gesundheit sind, ist der hohe Gehalt an Chlorophyll. Diesen benötigen Algen zur Photosynthese, also der Wandlung von Kohlendioxid und Wasser in Kohlenhydrate und Sauerstoff. Chlorophyll liefert der Pflanze Energie und somit indirekt auch uns. Zu den besten Chlorophyllquellen zählen Algen, grünes Gemüse oder Gräser wie Weizengras oder Gerstengras.

Die Mikroalgen Chlorella und Spirulina werden zudem genutzt, um den Körper bei der Ausleitung von Schadstoffen zu unterstützen. Chlorella kann mit ihrer Zellwand Stoffe binden, die dann über den Darm ausgeschieden werden. Für Spirulina gibt es dazu eine Placebo-kontrollierte Studie am Menschen: Bei 41 Menschen mit chronischer Arsenvergiftung schied der Körper unter Spirulina-Extrakt mit Zink deutlich mehr Arsen über den Urin aus, und nach 16 Wochen war der Arsengehalt im Kopfhaar um 47,1 % gesunken (Misbahuddin et al., 2006).



 

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3. Omega 3 – aus veganem Algenöl

Der dritte gute Grund für die gesundheitsfördernde Wirkung ist der hohe Gehalt an den wertvollen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Omega 3 ist für die allgemeine Gesundheit enorm wichtig und hilft Entzündungen in unserem Körper zu bekämpfen.

Jahrelang wurde vorwiegend Omega 3 aus Fischöl empfohlen, jedoch wird Algenöl als Quelle derzeit immer beliebter.

Die vegane Alternative zu Fischöl hilft auf natürliche Weise dabei, den eigenen Omega 3 Spiegel zu verbessern. In einer Studie mit 32 Erwachsenen stieg der DHA-Spiegel im Blut mit Algenöl-Kapseln genauso stark wie mit gegartem Lachs, im Blutplasma um rund 80 % (Arterburn et al., 2008). Fische bilden EPA und DHA übrigens kaum selbst, sondern nehmen die Fettsäuren über Algen in der Nahrungskette auf.



 

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Die zwei beliebtesten Mikroalgen

1. Spirulina

Spirulina ist vor allem für ihr starkes Nährwertprofil bekannt. Getrocknete Spirulina enthält laut US-Nährstoffdatenbank rund 57 g Eiweiß pro 100 g (USDA FoodData Central), je nach Sorte bis zu 70 %. In einer Auswertung von 7 Studien senkte Spirulina das Gesamt- und LDL-Cholesterin sowie die Triglyzeride und erhöhte das „gute“ HDL-Cholesterin (Serban et al., 2016).

2. Chlorella

Chlorella ist ebenfalls sehr reich an wertvollen Phytonährstoffen. In der Pflanzenwelt gilt Chlorella als jene Pflanze mit der höchsten gemessenen Konzentration an Chlorophyll – das ist unschwer an der satten, dunkelgrünen Farbe zu erkennen. Chlorella unterstützt das Immunsystem: In einer Placebo-kontrollierten Studie stieg nach 8 Wochen mit 5 g Chlorella täglich die Aktivität der natürlichen Killerzellen, die Viren und veränderte Zellen abwehren (Kwak et al., 2012). Außerdem wird die Alge zur Unterstützung der Entgiftung eingesetzt.



Wer beide Mikroalgen zusammen einnehmen möchte, findet Chlorella und Spirulina zusammen mit Gerstengras im Chlorophyll Detox Paket.

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Chlorella, Spirulina und Gerstengras

Enthält Spirulina Vitamin B12?

Ja, allerdings liegt es in Spirulina zum größten Teil als sogenanntes Pseudovitamin B12 vor, das der Körper nicht wie echtes Vitamin B12 nutzen kann: In Laboranalysen von Spirulina-Tabletten machte diese Form rund 83 % aus, echtes Vitamin B12 nur rund 17 % (Watanabe et al., 1999). Wer sich vegan ernährt, deckt seinen Bedarf deshalb am sichersten zusätzlich mit einem eigenen Vitamin-B12-Präparat. Spirulina bleibt trotzdem eine wertvolle Quelle für Eiweiß, Eisen und B-Vitamine wie B1 und B2.

Wie viel Jod steckt in Algen?

Beim Jod unterscheiden sich Meeresalgen und Süßwasser-Mikroalgen grundlegend. Meeresalgen nehmen Jod aus dem Meerwasser auf und reichern es stark an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt für getrocknete Braunalgen wie Kombu oder Kelp Jodgehalte von 1.000 bis 10.000 mg pro Kilogramm, für die Rotalge Nori 10 bis 400 mg pro Kilogramm (BfR, 2026). Schon ein Gramm Braunalge mit 1.500 mg Jod pro Kilogramm liefert 1.500 µg Jod – das Zweieinhalbfache der tolerierbaren Höchstmenge von 600 µg am Tag für Erwachsene. In einer US-Untersuchung reichte die Spanne von 16 µg Jod pro Gramm Nori bis über 8.165 µg pro Gramm in Kelp-Granulat (Teas et al., 2004).

Zu viel Jod kann die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht bringen und zu einer Über- oder Unterfunktion führen. Besonders empfindlich sind laut BfR Schwangere und Stillende, Menschen mit einer funktionellen Autonomie der Schilddrüse und Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion. Wer Meeresalgen isst, achtet deshalb auf die Jodangabe und die Verzehrempfehlung auf der Packung.

Spirulina und Chlorella gehören nicht zu diesen jodreichen Meeresalgen, sondern werden in Süßwasser gezüchtet. Wer auf seine Jodzufuhr achten muss, prüft trotzdem bei jedem Algenprodukt die Jodangabe auf dem Etikett.

Worauf sollte man beim Kauf von Algenkapseln achten?

Algen nehmen aus ihrer Umgebung nicht nur Nährstoffe auf, sondern auch Schadstoffe. Entscheidend ist deshalb, wo und wie sie wachsen. In einer Untersuchung von Algenpräparaten aus 17 Marken waren alle reinen Spirulina-Produkte frei von Algengiften (Microcystinen); belastet waren Präparate aus der wild gesammelten AFA-Alge (Vichi et al., 2012). Eine Analyse von Kelp-, Spirulina-, Chlorella- und AFA-Präparaten fand Arsen, Cadmium, Quecksilber und Blei unter den erlaubten Höchstwerten (Kejžar et al., 2021).

  • Kontrollierte Zucht: Algen aus geschlossenen Becken mit sauberem Wasser statt Wildsammlung
  • Laborprüfung: Prüfung auf Schwermetalle und Algengifte, am besten für jede Charge
  • Bio-Qualität: Anbau ohne chemische Zusätze
  • Jodangabe: bei Meeresalgen den Jodgehalt pro Tagesportion auf dem Etikett prüfen
  • Reinheit: 100 % Alge ohne unnötige Füllstoffe

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Häufige Fragen

Algenkapseln mit Spirulina oder Chlorella liefern Eiweiß, Chlorophyll und Mikronährstoffe wie Eisen und B-Vitamine. In Auswertungen mehrerer Studien verbesserten sie die Blutfette, Chlorella senkte zudem den Blutdruck und Spirulina das Körpergewicht. Außerdem werden sie zur Unterstützung des Immunsystems und der Entgiftung eingesetzt.

Das hängt von der Alge ab. Spirulina und Chlorella sind Süßwasser-Mikroalgen und gehören nicht zu den jodreichen Meeresalgen. Präparate aus Braunalgen wie Kelp können dagegen so viel Jod enthalten, dass schon kleine Mengen die Höchstmenge von 600 µg am Tag überschreiten; bei Schilddrüsenerkrankungen deshalb immer die Jodangabe auf dem Etikett prüfen.

In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Autoimmunerkrankungen und bei der Einnahme blutverdünnender Medikamente sollte die Einnahme vorher mit einem Komplementärmediziner oder Heilpraktiker abgesprochen werden. Bei bekannter Allergie gegen Algen ist Spirulina nicht geeignet. Wichtig ist außerdem ein laborgeprüftes Produkt aus kontrollierter Zucht.

Für Spirulina gibt es dazu Studien: In einer Auswertung von 5 Studien sank das Körpergewicht im Schnitt um 1,56 kg, bei starkem Übergewicht um 2,06 kg, und auch Körperfett und Taillenumfang gingen zurück. Algenkapseln ersetzen keine ausgewogene Ernährung und Bewegung, können das Abnehmen aber begleiten.

Wichtig sind kontrollierte Zucht statt Wildsammlung, eine Laborprüfung auf Schwermetalle und Algengifte sowie Bio-Qualität ohne unnötige Zusätze. Bei Präparaten aus Meeresalgen gehört zusätzlich die Jodangabe pro Tagesportion aufs Etikett.

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