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Bei Adaptogenen handelt es sich um eine einzigartige Klasse an Heilpflanzen. Sie helfen dabei, den Körper ins Gleichgewicht zu bringen, zu erneuern und zu schützen. Dabei wirken Adaptogene nicht gezielt auf ein einzelnes Organ. Sie helfen dem Körper jedoch, auf Belastungen und Stressauslöser angemessen zu reagieren, und tragen so zu einer Normalisierung der Körperfunktionen bei. Adaptogene erhöhen die Stressresistenz des Körpers.
In der Naturmedizin sind die Vorzüge von Kräutern schon seit Langem bekannt. Eines der besten Beispiele dafür sind adaptogene Kräuter (Adaptogene). Hinter der Wirkung dieser Adaptogene steckt ganz viel Wissenschaft, mit der wir uns im weiteren Verlauf dieses Ratgebers näher auseinandersetzen. Dabei geht es aber eigentlich immer um die Wirkung auf unsere Stressantwort.
Als Reaktion auf Stress setzt unser Körper das Hormon Cortisol frei. Ein anhaltender hoher Cortisolspiegel sowie chronischer Stress können jedes System im Körper beeinträchtigen, einschließlich der Schilddrüse und der Nebennieren.
Cortisol ist das wichtigste Stresshormon. Steigt der Cortisolspiegel an, erleben wir eine „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion. Unser sympathisches Nervensystem sowie unsere Nebennieren werden dadurch stimuliert. Da sich der Körper zwischen Kampf oder Flucht entscheiden muss, geraten andere Körperfunktionen wie das Verdauungssystem in den Hintergrund. In diesem Fall werden Stoffe im Verdauungssystem nur noch vermindert freigesetzt. Gleichzeitig steigt der Blutdruck an. Läuft alles normal, reagieren Körper und Gehirn richtig auf diese Stressoren und gleichen den Cortisolspiegel aus, der Körper kehrt in seinen Normalzustand zurück.
Wer diese „Kampf-oder-Flucht“-Reaktionen jedoch regelmäßig, mehrere Male pro Tag, erlebt, gerät in einen Zustand konstanten Stresses. Dies kann zu einer Erschöpfung der Nebennieren führen, stresst das Verdauungssystem und trägt zu einer vorzeitigen Alterung bei. Auch an der Haut ist das messbar: Menschen mit mäßigem chronischem Stress hatten in einer Studie eine schwächere Hautbarriere und deutlich mehr feine Linien als wenig gestresste Menschen (Pujos et al., 2025). Einige Personengruppen sind besonders stark gefährdet. Dazu gehören junge Eltern, Studenten und Pflegekräfte.
Chronischer Langzeitstress kann eine Nebennierenschwäche und weitere Erkrankungen begünstigen, wenn nicht gegengesteuert wird. Die meisten Wissenschaftler und Ärzte stimmen darin überein, dass chronischer Stress vielschichtig ist und dementsprechend vielschichtig abgebaut werden muss. Eine gut untersuchte Herangehensweise, um Stress natürlich abzubauen und den Cortisolspiegel zu senken, besteht in der Verwendung adaptogener Kräuter (Chandrasekhar et al., 2012).
Der Begriff „adaptogene Kräuter“ (oder Substanzen) wurde erstmals 1947 von dem russischen Wissenschaftler Nikolai Lasarew verwendet. Er beschrieb damit die unspezifische Wirkung, die zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit des Körpers auf Stress führte. Gemäß der Definition zwei weiterer russischer Forscher aus dem Jahre 1958 müssen „Adaptogene harmlos sein und in den physiologischen Funktionen eines Organismus minimale Störungen hervorrufen. Sie müssen eine unspezifische Wirkung haben und in der Regel unabhängig von der Richtung des pathologischen Zustands normalisierend wirken.“
Diese Wirkung konnte in Tierstudien beobachtet werden. Im Ergebnis zeigte sich, dass verschiedene Adaptogene über die Fähigkeit verfügen, diese im Allgemeinen gesteigerte Toleranz gegenüber Stress auszulösen. Heute beschreibt die Forschung Adaptogene so: In niedriger Dosis wirken sie wie ein milder Stressreiz, der die körpereigenen Anpassungs- und Schutzmechanismen aktiviert, sodass der Körper mit stärkerem Stress besser zurechtkommt (Panossian et al., 2021).
Der zertifizierte Naturheilkundler David Winston stellt in seinem Buch Adaptogenic Herbs eine Liste mit 15 anerkannten Adaptogenen zur Verfügung. In diesem Ratgeber wollen wir die acht wichtigsten Adaptogene im Rahmen einer stressreduzierenden Lebensweise (zusätzlich zu anderen natürlichen Methoden zum Stressabbau) näher beleuchten.
Wichtig: Wir betrachten hier die Belege für die Wirkung der einzelnen adaptogenen Kräuter, nicht die Kombination verschiedener, die oftmals als Cortisolblocker vermarktet werden.
Ashwagandha wird oft als indischer Ginseng bezeichnet. Die Pflanze beeinflusst den Cortisolspiegel, die Stresstoleranz sowie Stressreaktion des Körpers und wird bereits seit mehreren Jahrzehnten erforscht.
Bei Ratten und Mäusen konnte ein Ashwagandhawurzelextrakt einen Anstieg der Lipidperoxidation aufhalten, der durch bakterienbedingten Stress verursacht wurde. Mit Lipidperoxidation wird der Prozess bezeichnet, bei dem oxidativer Stress mit der Zeit Zellschäden in Blutzellen hervorruft. Ebenfalls in Mäusen konnte Ashwagandha vor stressbedingten Magengeschwüren und Gewichtszunahme der Nebennieren (ein Anzeichen für chronischen Stress) schützen, den Cortisolspiegel stabilisieren und die nichtspezifische Stressresistenz unterstützen – eine Eigenschaft, über die viele adaptogene Kräuter verfügen.
Doch nicht nur bei Stress kann Ashwagandha helfen. Die Auswertung von Studien hat weitere potenzielle Vorzüge der Pflanze ergeben bezüglich der kognitiven Gedächtnisleistung, neurodegenerativen Erkrankungen sowie der Hirngesundheit, bei Entzündungen und Arthritis (Singh et al., 2011).
Zu Ashwagandha liegen nicht nur Tierstudien, sondern auch Humanstudien vor. Eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte Studie (also eine, die höchsten Standards gerecht wird) mit 64 Probanden kam zu dem Ergebnis, dass „ein Ashwagandhawurzel-Extrakt sicher und effektiv die Stressresistenz verbessert und damit die selbst eingeschätzte Lebensqualität.“ Der Cortisolspiegel im Blut sank in der Ashwagandha-Gruppe deutlich stärker als unter Placebo (Chandrasekhar et al., 2012). Eine Auswertung von 12 randomisierten Studien mit insgesamt 1.002 Teilnehmenden bestätigt das Bild: Ashwagandha senkte Stress und Ängstlichkeit deutlich stärker als ein Placebo, beim Stress am besten mit 300 bis 600 mg pro Tag (Akhgarjand et al., 2022).
Ashwagandha wirkt außerdem auf die Schilddrüse: Bei 50 Menschen mit leichter (subklinischer) Schilddrüsenunterfunktion normalisierten 600 mg Wurzelextrakt täglich die Werte von TSH, T3 und T4 innerhalb von acht Wochen (Sharma et al., 2018). Weil Ashwagandha die Schilddrüse anregen kann, gehört die Einnahme bei einer Überfunktion oder bei Schilddrüsenmedikamenten vorher ärztlich besprochen.
Eine Fallstudie aus dem Jahre 2012 berichtet von einer 57-jährigen Frau und ihren Erfahrungen mit der Selbstmedikation mit Ashwagandha über einen Zeitraum von sechs Monaten. Sie litt an einer nicht-klassischen Nebennierenhyperplasie, die sich durch einen Überschuss an Androgenen bei Frauen auszeichnet, was zu übermäßiger Körperbehaarung, einem anormalen Cortisolspiegel und männertypischer Kahlköpfigkeit führt. Nach sechs Monaten war der Spiegel an verschiedenen Stresshormonen im Blut, einschließlich einer Form von Cortisol, gesunken. Die Ärzte bemerkten außerdem, dass sich der Haarausfall auf dem Kopf gemindert hatte.
Rhodiola (Rhodiola rosea) oder Rosenwurz ist ein wirkungsvolles Adaptogen, das schon lange im Interesse der Forscher steht. Wie andere Adaptogene auch bietet Rhodiola eine biologische Abwehr gegen Stress. Eine Studie mit Fadenwürmern legt nahe, dass die Pflanze eigentlich als milder Stressauslöser agiert, sodass der Körper seine Stressabwehr trainieren kann (ähnlich wie bei Astragalus). Dieser Vorgang ist als „Hormesis“ bekannt.
Schwedische Wissenschaftler führten 2009 eine Versuchsreihe mit Menschen durch und untersuchten die Auswirkungen von Rhodiola bei Personen, die unter „stressbedingter Müdigkeit“ litten. Sie fanden heraus, dass die wiederholte Einnahme von Rhodiola rosea einen Anti-Müdigkeitseffekt erzeugt, der die mentale Leistungsfähigkeit, insbesondere die Konzentrationsfähigkeit, erhöht sowie die Cortisolantwort auf aufkommenden Stress bei Burnout-Patienten mit Müdigkeitssyndrom senkt. In der Studie nahmen 60 Menschen 28 Tage lang täglich 576 mg Rhodiola-Extrakt oder ein Placebo ein (Olsson et al., 2009). Dies zeigt deutlich den Hormesisprozess – diesmal beim Menschen.
Interessanterweise beeinflusst Rhodiola womöglich sogar die akute Stressreaktion. Dies ist zumindest das Ergebnis einer Humanstudie aus dem Jahre 2012. Die Gabe von Rhodiola rosea resultierte in einer geringen Senkung des Cortisolspiegels (gemessen im Speichel) sowie einer deutlichen Senkung des akuten Stresses verursacht durch eine „intensive kurzzeitige sportliche Betätigung der sitzenden Probanden.“
In Labor- und Tierstudien zeigte diese adaptogene Heilpflanze außerdem antioxidative Eigenschaften.
Rhodiola wird als potenziell wirksam gegen eine Reihe von Beschwerden angesehen, beispielsweise die berufliche Leistungsfähigkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2012 fand Hinweise, dass Rhodiola rosea die körperliche Leistungsfähigkeit steigern und geistige Müdigkeit lindern kann (Ishaque et al., 2012).
Eine weitere Auswertung von Studienergebnissen bemerkte 2010 vielversprechende Ergebnisse aus vorläufigen Studien. Die Wissenschaftler führen an, dass Rhodiola nur selten mit anderen Medikamenten interagiert oder schwere Nebenwirkungen hervorruft. Daher ist die Pflanze eine attraktive Alternative für ein sicheres Nahrungsergänzungsmittel. Diese Aussage wurde 2011 von anderen Wissenschaftlern bestätigt.
Cordyceps, Reishi, Shiitake und Maitake sind allesamt Pilze, die über antioxidative Eigenschaften verfügen. Das bedeutet, dass diese nährstoffreichen Pilze die gleichen Vorzüge besitzen wie antioxidantienreiche Lebensmittel. Sie sind vielleicht nicht adaptogen im klassischen Sinn, doch jeder dieser Pilze verfügt über adaptogene und immunsystemstärkende Eigenschaften.
Insbesondere Cordyceps-Pilze haben aufgrund ihrer Auswirkungen auf den Cortisolspiegel und oxidativen Stress das Interesse der Forscher geweckt. In einer Versuchsreihe aus dem Jahr 2006 erhielten männliche Erwachsene, die einen vorwiegend sitzenden Lebensstil pflegten, Cordyceps in Pulverform. Nach bewegungsinduziertem Stress zeigte sich eine bessere Regulierung des Cortisolspiegels. Außerdem wirkte der Pilz Müdigkeit entgegen.
In einer Tierstudie bei gesunden Mäusemännchen zeigte sich ein schwacher Anstieg des Cortisol- sowie Testosteronspiegel, sodass sie über einen leichten Schutz vor physiologischem Stress verfügten – so das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 1997.
In einer Humanstudie mit 20 gesunden Menschen zwischen 50 und 75 Jahren stieg nach zwölf Wochen mit Cordyceps (Cs-4, dreimal täglich 333 mg) die Belastungsschwelle, ab der sich Milchsäure in den Muskeln anstaut, um 10,5 %. In der Placebogruppe änderte sie sich nicht (Chen et al., 2010).
Wiederum zeigte sich, dass die adaptogene Wirkung von Cordyceps in der Behandlungsgruppe einen kurzzeitigen Anstieg des Cortisolspiegels hervorrief, gefolgt von einem starken Abfall in stresslosen Phasen. Diese Wirkung zeigte sich auch in einer dreimonatigen Versuchsreihe mit Ausdauerradfahrern im Jahre 2014. Das Verhältnis von Testosteron zu Cortisol schützte die Radfahrer ganz offensichtlich vor chronischem Stress und dadurch bedingter Müdigkeit, die sich oft einstellt. In dieser Versuchsreihe bemerkten die Wissenschaftler außerdem, dass die Blutwerte einen Anstieg der antioxidativen Aktivität bestätigten, übermäßiger oxidativer Stress also abgebaut wurde.
Lepidium meyenii, der formale Name von Maca, gehört zur Familie der Kreuzblütler; seine knollenartigen Wurzeln haben zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Maca, eine einjährige Pflanze, wird in Südamerika seit Jahrhunderten medizinisch verwendet und ist ein bekanntes Adaptogen. Es handelt sich dabei um eine Nährpflanze, die als gut verträglich gilt. Wie andere Adaptogene soll Maca dem gesamten Körper helfen, herausfordernde und stressige Situationen besser zu bewältigen.
Traditionell wird Maca eingesetzt, um die hormonelle Gesundheit und die Lust zu unterstützen. In einer zwölfwöchigen Studie mit Männern zwischen 21 und 56 Jahren steigerten 1.500 oder 3.000 mg Maca täglich das sexuelle Verlangen ab der achten Woche stärker als ein Placebo (Gonzales et al., 2002).
Ginseng gehört zu den bekanntesten Adaptogenen. Asiatischer Ginseng (Panax Ginseng) gilt als der wirkungsvollste aller Ginseng-Arten. Beim Menschen zeigte Panax Ginseng Verbesserungen der subjektiv empfundenen Ruhe sowie in einigen Bereichen Verbesserungen des Arbeitsgedächtnisses bei gesunden jungen Erwachsenen (Reay et al., 2010).
2003 führten Wissenschaftler eine Studie zu Ginseng mit Ratten durch und beobachteten, dass Panax Ginseng den Ulkus-Index (Geschwüre), das Gewicht der Nebennieren, den Blutzuckerspiegel, den Triglyceridspiegel, Kreatinkinase (ein Enzym, das auf stress- oder verletzungsbedingte Schäden des Kreislaufsystems und anderer Körperteile hinweist) sowie den Blutcorticosteronspiegel (ein weiteres stressbedingtes Hormon) senken konnte. Die Forscher schlussfolgerten, dass Panax Ginseng „signifikante Antistresseigenschaften besitzt und zur Behandlung von stressbedingten Störungen eingesetzt werden kann.“
Interessanterweise haben mehrere Studien über Panax Ginseng ergeben, dass dieser zumindest kurzzeitig den Cortisolspiegel nicht direkt verändert, sondern verschiedene andere Stressreaktionssysteme beeinflusst, wie z.B. die Blockade der ACTH-Aktivität in den Nebennieren (ein Hormon, das die Produktion von Glukokortikoid-Steroidhormonen stimuliert).
In einer Tierstudie, die 1988 veröffentlicht wurde, führte die einmalige Gabe von Panax Ginseng zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit um 132 Prozent. Saponine, Pflanzenstoffe die in Ginseng enthalten sind, können den Monoaminspiegel (Neurotransmitter) bei Mäusen beeinflussen, die Stress ausgesetzt wurden. Die Menge an Noradrenalin und Serotonin, die als Teil der Stressreaktion freigesetzt werden, werden reduziert. Eine Laborstudie aus dem Jahr 2004 veröffentlicht im Journal of Pharmacological Sciences bestätigt, dass – zumindest im Labor – die Wirkung von Ginseng besonders durch den Saponingehalt hervorgerufen wird.
Der rote Ginseng verfügt außerdem über antioxidative Wirkungen (im Labor). In kleinen Studien wurde er erfolgreich zur Verbesserung der Stimmung und mentalen Leistungsfähigkeit eingesetzt. Eine Auswertung von 16 Studien zeigte zudem, dass Ginseng den Nüchternblutzucker bei Menschen mit und ohne Diabetes leicht senkt, im Schnitt um 0,31 mmol/l (Shishtar et al., 2014).
Heiliges Basilikum wird auch Tulsi genannt und ist in Indien als wirkungsvolles Anti-Aging-Mittel bekannt. Seit langer Zeit ist es wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Medizin und wird zur Behandlung einer ganzen Reihe an Beschwerden wie „Infektionen, Hauterkrankungen, Lebererkrankungen, Erkältungen, Husten, Malaria sowie als Gegengift bei Schlangenbissen und Skorpionstichen“ eingesetzt.
In den letzten Jahren haben Forscher auf der ganzen Welt die Auswirkungen des heiligen Basilikums auf den Körper untersucht. Insbesondere wurden mehrere Studien an Mäusen und Ratten durchgeführt, um die Anti-Stress-Aktivität zu beobachten.
Eine Humanstudie im Januar 2015 untersuchte den kognitionsfördernden Nutzen, den heiliges Basilikum haben soll. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich Reaktionszeiten und Fehlerraten im Vergleich zum Placebo verbesserten (Sampath et al., 2015).
Ein Grund, warum heiliges Basilikum bei der Verbesserung der Stressreaktion wirksam sein kann, ist das Vorhandensein von drei phytochemischen Verbindungen. Diese Verbindungen wurden als Antistress-Verbindungen identifiziert, senken Stresshormone im Blut und führen zu positiven Veränderungen im Neurotransmittersystem im Gehirn.
Eine systematische Übersichtsarbeit hat 24 Studien am Menschen ausgewertet: Alle berichteten günstige Ergebnisse, etwa bei psychischem Stress, beim Stoffwechsel und beim Immunsystem, und keine fand nennenswerte Nebenwirkungen (Jamshidi & Cohen, 2017).
Zusätzlich zu dieser stressabbauenden Wirkung kann heiliges Basilikum möglicherweise dabei helfen, den Blutdruck zu senken, das Auftreten von Krampfanfällen zu verhindern, Bakterien zu bekämpfen, bestimmte Pilze abzutöten, Virusinfektionen zu bekämpfen, die Leber zu schützen, die Funktion des Immunsystems zu fördern und die Schmerzreaktion zu mindern. Die Forschung dazu befindet sich allerdings noch in den Kinderschuhen, sodass keine genauen Aussagen dazu getroffen werden können.
Die Wurzel wird in der chinesischen Medizin verwendet und ist für ihre immunstärkende Wirkung bekannt und soll die Auswirkungen von Stress begrenzen.
In einer Studie von 2005 beobachteten Forscher die Wirkung der Astragaluswurzel auf Ferkel. Eine Dosis von 500 mg/ kg senkte die Ausschüttung von entzündungsfördernden Zytokinen und Kortikosteroide (ein Stresshormon) und verbesserte die Antwort der Lymphozytenproliferation. Übermäßige Entzündungen stehen mit der Stressantwort des Körpers direkt in Verbindung.
Astragaluswurzel bewirkt tatsächlich kurzzeitig einen Anstieg des Cortisolspiegels, sodass der Körper auf bestimmten Stress positiv reagieren kann. Dieser schnelle Anstieg führt wenig später zu einem Ausgleich des Hormonspiegels, sobald der stressauslösende Faktor entfernt wurde.
Eine weitere Tierstudie spricht für die Fähigkeit von Astragalus als Adaptogen, das die Immunität und den Antioxidantienspiegel zu verbessern vermag.
Bislang liegen noch nicht ausreichend Humanstudien vor. Allerdings konnten Forscher 2012 im Rahmen einer Studie mit Sportlerinnen Belege finden, dass Astragalus die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und dem Körper helfen kann, sich von krankheitsfördernden freien Radikalen zu befreien. Auch die Verwertung von Glukose im Blutkreislauf verbesserte sich, ebenso zeigte sich eine schützende Wirkung auf die Leber.
Süßholzwurzel kann die Energie und das Ausdauervermögen steigern und das Immunsystem stärken. Sie wirkt sich allerdings auf den Blutdruck sowie den Kaliumspiegel aus: In einer Auswertung von 18 Studien stieg bei regelmäßiger Einnahme von mindestens 100 mg Glycyrrhizinsäure pro Tag der obere Blutdruckwert im Schnitt um 5,45 mmHg, und der Kaliumspiegel im Blut sank (Penninkilampi et al., 2017). Die Einnahme von deglycyrrhisierter Süßholzwurzel gilt als sicher und ist auch für die Langzeiteinnahme geeignet. Menschen, die an Bluthochdruck leiden, sollten die Einnahme mit ihrem Heilpraktiker oder Arzt besprechen und eher auf andere Adaptogene ausweichen.
In Humanstudien bewirkte die Einnahme von Süßholz eine bessere Regulierung der Stresshormonspiegel der Probanden, einschließlich Cortisol. Dabei konnten die Forscher beobachten, dass diese adaptogene Pflanze Geschwüren vorbeugen kann.
Zu den weiteren Vorzügen von Süßholzwurzel gehören eine potenzielle Fettreduktion sowie eine Senkung des Androgen- und Testosteronspiegels bei Frauen.
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Stress zeigt sich oft zuerst an der Haut. Bei 22 Studierenden verschlechterte sich die Akne in der Prüfungszeit, und je stärker der erlebte Stress stieg, desto stärker nahm auch die Akne zu (Chiu et al., 2003). Bei mäßigem chronischem Stress fanden Forschende zudem weniger antioxidativen Schutz, eine schwächere Hautbarriere und rund 32,9 % stärker ausgeprägte feine Linien und Unebenheiten als bei wenig gestressten Menschen (Pujos et al., 2025).
Adaptogene setzen vor allem hier an: Sie helfen dem Körper, besser mit Stress umzugehen, und können so auch die Haut entlasten. Für Ashwagandha gibt es inzwischen auch eine direkte Studie. Gesunde Erwachsene mit Haar- oder Hautproblemen nahmen 75 Tage lang zweimal täglich 300 mg Ashwagandha-Wurzelextrakt (KSM-66) oder ein Placebo ein. In der Ashwagandha-Gruppe verlor die Haut weniger Wasser nach außen, ein Zeichen für eine stabilere Hautbarriere. Auch Haardichte und Haarwachstum sowie die hautbezogene Lebensqualität verbesserten sich stärker als unter Placebo, Nebenwirkungen traten nicht auf (Jillella et al., 2026). Denselben Extrakt enthalten die Ashwagandha Tabletten von Herbano.
Auch zu Ginseng gibt es Hautstudien. Frauen über 40 nahmen 24 Wochen lang täglich 3 g einer Kräutermischung mit rotem Ginseng-Extrakt ein. Bei den 82 Frauen, die die Studie abschlossen, gingen die Gesichtsfalten zurück, und in der Haut wurde mehr Kollagen gebildet, nur in der Ginseng-Gruppe (Cho et al., 2009). Als Creme aufgetragen, verringerte ein enzymatisch aufbereiteter Ginseng-Extrakt bei 23 Teilnehmenden die Rauigkeit der Haut rund um die Augen (Hwang et al., 2015).
Wie immer gilt auch bei der Verwendung von Adaptogenen, dass vor einem neuen Präparat bzw. Kraut stets ein Gespräch mit dem Arzt sinnvoll ist. Dies gilt insbesondere für Adaptogene. Bei vielen von ihnen bestehen nämlich Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Viele adaptogene Heilpflanzen sind für Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen nicht geeignet.
Vor der Verwendung daher gründlich informieren, um Wechselwirkungen bzw. unerwünschte Nebenwirkungen mit anderen Medikamenten oder Vorerkrankungen auszuschließen. Außerdem nur qualitativ hochwertige Produkte aus glaubwürdigen Quellen verwenden.
Schwangere Frauen sollten vor der Einnahme von Adaptogenen mit ihrem Arzt/ ihrer Ärztin darüber sprechen.
Schilddrüse: Ashwagandha kann die Bildung von Schilddrüsenhormonen anregen (Sharma et al., 2018). Eine 73-jährige Frau, die Ashwagandha zwei Jahre lang ohne ärztliche Begleitung gegen ihre Unterfunktion eingenommen hatte, entwickelte eine Überfunktion mit Herzrasen, die nach dem Absetzen wieder abklang (Kamal et al., 2022). Bei Schilddrüsenüberfunktion, Hashimoto, Morbus Basedow oder der Einnahme von Schilddrüsenhormonen deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache.
Leber: Sehr selten kann Ashwagandha die Leber belasten. Beschrieben sind Fälle, in denen nach 2 bis 12 Wochen Einnahme Gelbsucht, Juckreiz, Übelkeit und Müdigkeit auftraten. Leberversagen trat nicht auf, und nach dem Absetzen normalisierten sich die Leberwerte meist innerhalb von 1 bis 5 Monaten (Björnsson et al., 2020). Wer eine Lebererkrankung hat, bespricht die Einnahme vorher ärztlich. Bei gelblicher Haut oder gelblichen Augen, dunklem Urin oder starkem Juckreiz die Einnahme beenden und die Leberwerte prüfen lassen.
Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit: Ashwagandha wird über Leberenzyme abgebaut, die auch viele Medikamente verarbeiten. Deshalb sind Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Mitteln möglich (Kumar et al., 2026). In Schwangerschaft und Stillzeit wird Ashwagandha nicht eingenommen. Süßholzwurzel mit Glycyrrhizin ist bei Bluthochdruck, Herzerkrankungen und niedrigem Kaliumspiegel ungeeignet.
Alternativen zu Ashwagandha: Wer Ashwagandha nicht einnehmen darf oder möchte, kann auf andere gut untersuchte Adaptogene ausweichen. Rhodiola rosea linderte in einer Studie stressbedingte Erschöpfung und verbesserte die Konzentration (Olsson et al., 2009), Panax Ginseng verbesserte die empfundene Ruhe (Reay et al., 2010). Auch hier gilt: Bei Vorerkrankungen oder Medikamenten vorher ärztlich abklären.
Wichtiger Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Die Inhalte der Herbano Gesundheitsredaktion werden sorgfältig recherchiert und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und von der Herbano Redaktion bearbeitet.
Adaptogene wirken in niedriger Dosis wie ein milder Stressreiz, der die körpereigenen Anpassungs- und Schutzmechanismen aktiviert. So kommt der Körper mit stärkerem Stress besser zurecht. Bei Ashwagandha sank in einer Studie zum Beispiel der Cortisolspiegel im Blut deutlich stärker als unter Placebo.
Eine offizielle Rangliste gibt es nicht. Am besten untersucht ist Ashwagandha: In 12 randomisierten Studien mit 1.002 Teilnehmenden senkte es Stress und Ängstlichkeit deutlich stärker als ein Placebo. Rhodiola rosea ist vor allem bei stressbedingter Erschöpfung gut untersucht.
In einer placebokontrollierten Studie nahmen Erwachsene 75 Tage lang zweimal täglich 300 mg Ashwagandha-Wurzelextrakt ein. Danach verlor ihre Haut weniger Wasser, ein Zeichen für eine stabilere Hautbarriere, und die hautbezogene Lebensqualität war besser als unter Placebo. Dazu kommt die indirekte Wirkung über weniger Stress, der die Haut nachweislich belastet.
Ja, erste Studien am Menschen gibt es. Ashwagandha-Wurzelextrakt stärkte in einer Studie die Hautbarriere, und eine Kräutermischung mit rotem Ginseng verringerte bei Frauen über 40 nach 24 Wochen die Gesichtsfalten. Gut belegt ist außerdem, dass chronischer Stress die Haut belastet, und genau dort setzen Adaptogene an.
In den Hautstudien mit Ashwagandha und Ginseng traten keine Nebenwirkungen auf der Haut auf. Sehr selten kann Ashwagandha die Leber belasten, das zeigt sich dann durch starken Juckreiz und eine gelbliche Haut. In diesem Fall die Einnahme beenden und die Leberwerte ärztlich prüfen lassen.
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