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Von Dr. Med. Wolfgang Bachmann, Allgemeinmediziner Und Sarah Allen, Ernährungsberaterin und Diätologin
Aktualisiert am: 29. Juni 2026
⏱ 18 Min. Lesezeit
Eine kleine Anzahl an Klinikmitarbeitern, Herstellern und Gesundheitslobbyisten vertritt die Ansicht, dass Magnesiumstearat, das von der Nahrungsergänzungsmittel- und Pharmaindustrie seit über 50 Jahren sicher verwendet wird, ein schädlicher und unnötiger Inhaltsstoff sei. Darüber hinaus machen Kritiker negative Folgen für das Immunsystem geltend und behaupten, Magnesiumstearat die Magen-Darm-Flora nachteilig verändern und so die Verdauungsfunktion und Nährstoffabsorption beeinträchtigen könnte.
Reißerische Artikel, die auf unfaire Weise Hilfsstoffe an den Pranger stellen oder anderweitig die Grenze zwischen Wahrheit und Unwahrheit verschwimmen lassen, sind nicht im öffentlichen Interesse.
Und selbstverständlich muss eine Hypothese, die aufgestellt wird, begründet werden. Schließlich ist eine Hypothese nichts anderes als eine Erklärung für ein Phänomen, das getestet werden kann. Idealerweise stützt oder widerlegt das Testergebnis die Hypothese. Für den Testzeitraum wird sie als wahr angenommen. Ziel der Wissenschaftler ist es nun, die Grenzen der Hypothese genau auszutesten.
Die Annahme, dass Magnesiumstearat ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen könne, muss auf substanziellen, reproduzierbaren und überprüfbaren Erklärungen beruhen. Zumindest sollte sie relational sein - also auf Beobachtungen und Erklärungen basieren, die wissenschaftlich plausibel sind. Eine Hypothese ist demnach eine plausible, mögliche Erklärung für einen Vorgang, ein Ereignis oder eine Einheit. Selbstverständlich sind nicht alle Hypothesen gültig oder korrekt.
Meinungsbildner können jedoch aufgrund des sogenannten „Halo-Effekts“ eine uneingeschränkte Unterstützung für ihre Hypothese erhalten. Damit wird das Phänomen beschrieben, das darin besteht, dass wir davon ausgehen, dass Menschen, die Sache A gut machen, auch B, C und D gut machen werden (oder umgekehrt - weil sie Sache A schlecht erledigt haben, werden sie auch bei B, C und D schlechte Resultate liefern).
Negative Meldungen über angebliche Probleme im Zusammenhang mit Magnesiumstearat in Nahrungs- und Arzneimitteln werden im Internet so verbreitet, dass sie mittlerweile für einen „Nocebo“-Effekt verantwortlich sind. Zu einem Nocebo-Effekt kommt es, wenn nachteilige Nebenwirkungen aufgrund negativer Erwartungen auftreten, sozusagen ein negativer Placebo-Effekt. Placebo- und Nocebo-Effekte demonstrieren auf eindrucksvolle Weise wie sehr der therapeutische Kontext und verschiedene Gehirnbereiche miteinander in Verbindung stehen.
Es besteht kein Zweifel daran, dass Nocebo-Effekte existieren und den Verlauf von Standardbehandlungen negativ beeinflussen, selbst wenn keine Placebos verabreicht wurden. Nocebo- und Placebo-Effekte, die direkt die Funktionstüchtigkeit eines Menschen beeinflussen, sind das Ergebnis des psychosozialen Kontextes bzw. Der therapeutischen Umgebung für den Geist, das Hirn und den Körper des Patienten. Beide Phänomene können durch verschiedene Faktoren ausgelöst und verstärkt werden: schriftliche Stellungnahmen, mündliche Empfehlungen, frühere Erfahrungen usw. Derartige Effekte spielen nicht nur eine Rolle bei der Behandlung, sondern verkomplizieren auch die Gültigkeit von Studien, wenn sie im Zusammenhang mit unbegründeten Hypothesen stehen.
Insofern muss ein Gleichgewicht zwischen der Informationsweitergabe relevanter Nährstoffwerte und der Sicherstellung bestehen, dass unbegründete negative Angaben minimiert und negative therapeutische Zusammenhänge verringert werden. Dieses Gleichgewicht muss die Selbstständigkeit des Patienten oder Konsumenten berücksichtigen, eine Entscheidung aufgrund der relevanten Informationen selbst zu treffen, während Informationen auf eine nicht-täuschende, aber dennoch beruhigende Art und Weise vermittelt werden. Ich hoffe, dass die folgenden Informationen in diesem Licht aufgenommen werden.
Seit mehr als 40 Jahren wird Magnesiumstearat, auch bekannt als Oktadekansäure und Magnesiumsalz, bei der Herstellung von Lebensmitteln, pharmazeutischen Tabletten und Kapseln verwendet. Die chemische Formel lautet: Mg (C18H35O2)2.
Es handelt sich dabei um ein Salz mit zwei Äquivalenten Stearat (die negativ geladenen Anionen der Stearinsäure) und einem positiv geladenen Magnesiumkation (Mg2+). Magnesiumstearat ist also eine neue Verbindung, die entsteht, wenn sich die positiven Ionen der Stearinsäure mit Magnesium verbinden.
In vielen Nahrungsergänzungsmitteln, vor allem in jenen namhafter Hersteller, ist es nur in sehr geringen Mengen enthalten. Meistens macht Magnesiumstearat weniger als ein Prozent des Endproduktes aus. Die Hersteller verwenden es zusammen mit anderen Trägerstoffen, um ein akkurates Mixen unterschiedlichster Inhaltsstoffe zu ermöglichen und ein Verkleben sowie andere Komplikationen zu vermeiden. Pharmazeutisches Magnesiumstearat sollte stets den Richtlinien der cGMP (Gute Herstellungspraxis) sowohl der Lebensmittelbranche als auch der Pharmaindustrie entsprechen.
Stearinsäure (auch Oktadekansäure genannt) ist eine der häufigsten langkettigen Fettsäuren, die sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Fetten enthalten ist. Sie ist auch aufgrund ihrer Struktur als Fettsäure mit 18 Kohlenstoffatomen(C18:0) bekannt; die Formel lauten C36H70MgO4. Sie wird als Schmiermittel bei der Herstellung von Lebensmitteln und pharmazeutischer Produkte verwendet.
Obwohl Stearinsäure als gesättigte Fettsäure (SFA) sowohl biochemisch als auch für Zwecke der Nährwertkennzeichnung und Ernährungsempfehlungen klassifiziert wird, zeigen Daten der letzten 50 Jahre, dass Stearinsäure unter den SFAs in der Nahrungsmittelversorgung einzigartig ist. Stearinsäure findet sich in zahlreichen Lebensmitteln, die täglich konsumiert werden, zum Beispiel in Fleisch, Kokosnussöl und Schokolade. Hinweise deuten darauf hin, dass sie mithilfe von Enzymen während der Verdauung in Ölsäure umgewandelt wird (CH3(CH2)7CH=CH(CH2)7COOH) und so negative Risiken im Zusammenhang mit dem Cholesterinspiegel neutralisieren.
Stearinsäure wird im Darm gut absorbiert und in sogenannte Chylomikronen und übrige Partikel gespalten, bevor sie in der Leber verstoffwechselt wird. In der Leber wird überschüssige Stearinsäure mittels eines entsättigendes Enzyms in einfach ungesättigte 18-Kohlenstoff-Ölsäure umgewandelt. Als Ölsäure zirkuliert sie dann in Lipoproteinkomplexen; der Cholesterinspiegel bleibt unverändert. Wie bereits beschrieben, könnte diese Umwandlung in Ölsäure erklären, warum Stearinsäure den Cholesterinspiegel im Blutplasma nicht erhöht.
Magnesium (Mg) ist ein für den Menschen äußerst wichtiges Mineral. Es wird mit Stearinsäure kombiniert, um sicheres Magnesiumstearat herzustellen. Die verwendeten Herstellungsverfahren können Stearinsäure ohne irgendwelche Hydrierungsverfahren, durch die Nebenprodukte von Transfetten entstehen können, bereitstellen.
Das britische Arzneibuch (Pharmacopoeia) von 2011 beschreibt Magnesiumstearat als eine Verbindung von Magnesium mit einer Mischung aus festen organischen Säuren (Stearinsäure und Palmitinsäure), die hauptsächlich aus variablen Anteilen von Magnesiumstearat und Magnesiumpalmitat besteht. Die Fettsäuren stammen aus essbaren Ausgangstoffen (in Nahrungsergänzungsmitteln meist pflanzlichen Ursprungs). Es sind mindestens vier Prozent und maximal fünf Prozent Magnesium enthalten (berechnet nach Trockengewicht).
Magnesiumstearat liegt entweder als tafelartige Kristalle (oder Lamellen) vor, die wie ein Stapel Karten übereinander liegen. Beim Mischen verschiedener Inhaltsstoffe oder Arzneien scheren diese Tafeln kontinuierlich ab und ummanteln umliegende Teilchen. Je höher die Konzentration an Magnesiumstearat oder je länger das Mischen anhält, desto komplexer ist die Ummantelung der umliegenden Partikel. Zur Gewährleistung hervorragender Fließeigenschaften müssen und wollen die Hersteller gar nicht alle Partikel ummanteln, da sich dadurch die Geschwindigkeit verändert, in der die Tablette oder die Kapsel bioverfügbar ist. Magnesiumstearat ist zu ungefähr einem Prozent in einer Tablette oder Kapsel enthalten. In dieser Menge ist nicht nur sicher, sondern gewährt auch, dass die Nahrungsergänzung wirksam und bioverfügbar ist. Und wie bei allen guten Nahrungsergänzungen gilt auch hier, dass die Konzentration, der Grad und die Mischparameter genau überwacht werden müssen. Die entsprechenden Hersteller wenden dafür ihre eigenen Qualitätskriterien an und richten sich auch nach den Standards der guten Herstellungspraxis.
Magnesiumstearat besteht zu 96 Prozent aus Stearinsäure. Diese Fettsäure kann aus tierischen oder pflanzlichen Quellen gewonnen werden, das fertige Produkt sieht chemisch identisch aus. Für Veganer, Vegetarier und Menschen mit religiösen Speisevorschriften ist die Herkunft jedoch ein entscheidender Punkt.
Tierisches Magnesiumstearat wird aus Rindertalg oder Schweineschmalz gewonnen. Es ist günstiger in der Produktion und in vielen Standard-Tabletten und Industriepräparaten enthalten. Der Hersteller ist nicht verpflichtet, die Herkunft auf der Verpackung anzugeben, da die chemische Endstruktur identisch ist.
Pflanzliches Magnesiumstearat stammt meist aus Palmöl, Kokosöl, Sonnenblumen- oder Rapsöl. Es ist teurer, aber für vegane Ernährungsformen geeignet. Seriöse Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln weisen die pflanzliche Herkunft aktiv aus, oft mit Begriffen wie pflanzliches Magnesiumstearat, vegan zertifiziert oder Magnesiumsalze von pflanzlichen Speisefettsäuren.
So lässt sich die Herkunft prüfen:
Für Menschen, die aus Tierschutzgründen oder religiösen Motiven auf tierische Bestandteile verzichten, lohnt sich der zusätzliche Blick. Der gesundheitliche Unterschied ist nach aktueller Studienlage zwar nicht relevant, der ethische und persönliche jedoch sehr.
Zu den unbegründeten Behauptungen einiger Kritiker gehört, dass es sich bei Magnesiumstearat um gewöhnliche Tafelkreide handeln würde. Das ist chemisch betrachtet unmöglich. Tafelkreide wurde früher hauptsächlich aus Naturkalk (Calcit) hergestellt und als Calciumcarbonat (CaCO3) bezeichnet; heute wird oft Gips oder Calciumsulfat (CaSO4·2H2O) verwendet. Beide Formen unterscheiden sich stark von Magnesiumstearat.
In den USA ist die Food and Drug Administration (FDA, Bundesbehörde zur Überwachung von Lebensmitteln und Arzneien) verantwortlich und erlässt Regeln für Inhaltsstoffe, die „allgemein als sicher anerkannt“ gelten (Zulassungsbezeichnung GRAS, die die Unbedenklichkeit von Lebensmittelzusätzen kennzeichnen). Die FDA hat Magnesiumstearat als allgemein als sicher anerkannt, solange der Konsum 2.500 mg/ kg täglich nicht übersteigt.
Im oben genannten FDA-Bericht heißt es weiter: „... Führt zu der Auffassung, dass keiner der verfügbaren Beweise auf eine mögliche Gefahr hindeutet, wenn auf Magnesium beruhende Verbindungen mit GRAS-Kennzeichnung als Lebensmittelzutaten verwendet werden.“ In Anbetracht der vorstehenden Ausführungen kommt der Sonderausschuss zu folgendem Ergebnis:
„Die verfügbaren Informationen über Magnesiumcarbonat, Magnesiumchlorid, Magnesiumsulfat, Magnesiumhydroxid, Magnesiumoxid, Magnesiumstearat, zweibasisches Magnesiumphosphat und dreibasiges Magnesiumphosphat geben keinerlei Hinweise darauf, dass diese Verbindungen eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen oder nahelegen, solange sie in Mengen und in einer Art und Weise verwendet werden, die den aktuellen Richtlinien entsprechen. Derartige Gefährdungen werden auch zukünftig nicht erwartet.“
In Großbritannien beaufsichtigt die britische Arzneimittelbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) Inhaltsstoffe für Lebensmittel und Arzneien. Sie wird dabei von der FSA (Agentur für Lebensmittelnormen) unterstützt. Das britische Pharmacopoeia ist die führende Sammlung von Standards für britische Medizinprodukte und pharmazeutische Substanzen. Alle bestätigen, dass Magnesiumstearat für den menschlichen Verzehr geeignet, sicher und zugelassen ist. Innerhalb der EU ist die Europäische Lebensmittelbehörde zuständig. Sie hat die Aufsicht über Lebensmittelzusatzstoffe und Zutaten und bestätigt ihrerseits, dass Magnesiumstearat in Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneien verwendet werden darf.
Die häufig zitierte Studie, die angeblich belegt, dass Magnesiumstearat das Immunsystem schädigt, stammt aus dem Jahr 1990 (Tebbey & Buttke, Immunology). Bei genauer Betrachtung zeigt sich: Die Forscher arbeiteten mit isolierten Mauszellen in der Petrischale, nicht mit Menschen. Untersucht wurde zudem reine Stearinsäure, nicht Magnesiumstearat. Und die verwendeten Konzentrationen lagen um ein Vielfaches über dem, was über Tabletten oder Kapseln aufgenommen werden kann.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Magnesiumstearat als Lebensmittelzusatzstoff E470b zugelassen und dabei bewusst auf einen ADI-Wert verzichtet. ADI steht für Acceptable Daily Intake, also die maximale tägliche Aufnahmemenge ohne Gesundheitsrisiko. Diese Einstufung ohne Höchstmenge wird nur für Stoffe vergeben, die ein besonders hohes Sicherheitsspektrum aufweisen.
Auch die amerikanische FDA bewertet Magnesiumstearat als sicher. Das Nationale Zentrum für Biotechnologie-Informationen gibt eine Schwelle von 2.500 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag an, ab der überhaupt eine theoretische Belastung diskutiert würde. Bei einem Erwachsenen mit 70 Kilogramm wären das 175.000 Milligramm täglich, also rund 233.000 Standardkapseln pro Tag. Realistisch enthält eine Kapsel etwa 1 bis 15 Milligramm Magnesiumstearat.
Der Hilfsstoff zählt zu den am besten untersuchten Tabletten-Komponenten überhaupt. Aktuelle pharmazeutische Reviews bestätigen, dass keine wissenschaftlich belastbaren Hinweise auf gesundheitliche Risiken bei den in Nahrungsergänzungsmitteln verwendeten Mengen vorliegen.
Studien haben gezeigt, dass Magnesiumstearat die Freisetzungszeit aktiver Inhaltsstoffe in Tabletten usw. Beeinflusst. Es senkt jedoch nicht die Bioverfügbarkeit dieser Inhaltsstoffe. Abermillionen Nahrungsergänzungsmittel und Arzneien, die Magnesiumstearat enthalten, werden jeden Tag eingenommen. Einige enthalten vermutlich mehr als ein Prozent Magnesiumstearat, um die Freisetzung der Inhaltsstoffe absichtlich zu verzögern.
Unser Immunsystem ist für unser Überleben bzw. Die Aufrechterhaltung gesunder Körperfunktionen unerlässlich. Dabei handelt es sich um den am weitesten entwickelten Bereich der menschlichen Biologie. Dessen Komplexität wurde von einigen Kritikern angeführt, um einen zweifelhaften Einfluss von Magnesiumstearat auf die Immunfunktion anzudeuten bzw. Diesen daraus ableiten zu können. Dabei beziehen sie sich häufig auf einen Artikel, der 1990 in der Fachzeitschrift Immunology veröffentlicht wurde; aus dem sie unbedingt ein immunologisches Risiko aus einer Einnahme herleiten wollten.
Oftmals werden dann natürliche Killerzellen im Zusammenhang mit dieser Verunglimpfung genannt. Dabei wird die Schlussfolgerung gezogen, dass diese von Magnesiumstearat unterdrückt werden und damit eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten, die diesen Hilfsstoff enthalten, zu einer Immunsuppression führt. Natürliche Killerzellen (NK) spielen eine wichtige Rolle bei der unmittelbaren Immunabwehr. Sie gelten als prototypische angeborene Immunzellen, die sofort funktionieren, und sind adaptiven T-Zellen ähnlich. Letztere müssen jedoch erst durch Reize aktiviert werden. Damit sind NK und T-Zellen nicht dasselbe. Natürliche Killerzellen stellen die dritte Lymphozytenart dar. Bei den anderen beiden handelt es sich um T- und B-Zellen.
Die Verbindung zu diesem Artikel sowie die erhobenen Vorwürfe gegen Magnesiumstearat sind im besten Fall fadenscheinig, im schlimmsten Fall offenbaren sie mangelnde Kenntnis, wir wissenschaftliche Forschung zu verstehen und zu interpretieren ist. Der Artikel in der Fachzeitschrift Immunology bezieht sich auf die Verwendung isolierter Stearinsäure - das ist nicht dasselbe wie Magnesiumstearat - die im Reagenzglas T- und B-Zellen von Mäusen zugefügt wurde. Die Zellen wurden mittels eines exogenen Mittlers stimuliert und dann mit Stearinsäure begossen. Aufgrund eines inhärenten Enzymmangels in T-Zellen wurde die Stearinsäure in die Zellmembran aufgenommen; B-Zellen wiesen sie hingegen ab. Im Endergebnis - nach sechs bis acht Stunden Sättigung - kollabierten die Zellwände der T-Zellen.
Die Autoren schreiben: „Dies ist kein Beweis für eine effektive Beziehung zwischen Änderungen in den Membranlipiden und einer Beeinträchtigung des Membranpotentials.“
Sie legen nahe, dass in weiteren Testreihen untersucht werden solle, ob dieser Mechanismus zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen transplantierter Organe bzw. Zur Unterdrückung der Autoimmunaktivität verwendet werden könne, da dies eine ähnliche Wirkung wie Ciclosporin hätte, jedoch ohne die üblichen Nebenwirkungen. Es wurden diesbezüglich jedoch keine weiteren Forschungsergebnisse veröffentlicht und es ist äußerst unwahrscheinlich, dass dies in naher Zukunft geschieht.
Die Schlüsselaspekte lauten wie folgt:
Magnesiumstearat ist nicht dasselbe wie Stearinsäure, sondern eine Verbindung, die daraus gewonnen wird. Stearinsäure ist eine gesättigte Fettsäure, die in allen Pflanzen, Samen, Nüssen und tierischen Fetten enthalten ist. Stearinsäure kann aus vielerlei Quellen gewonnen werden, einschließlich Rindfleisch. Für die meisten Nahrungsergänzungsmittel wird jedoch pflanzliche Stearinsäure aus Kokosnüssen oder Palmöl verwendet. In an Menschen durchgeführten Studien zeigten sich positive Auswirkungen von Stearinsäure.
Wer die genannten Hebel im Alltag umsetzen möchte, findet bei Herbano eine geprüfte Auswahl genau dieser Wirkstoffe in pharmazeutischer Qualität.
Manche Kommentatoren vertreten die Ansicht, dass Magnesiumstearat einen Biofilm im menschlichen Darm bildet. Die Bildung eines solchen Biofilms wird aus Ablagerungen pflanzlichen Stearins im Bad oder Waschbecken geschlussfolgert. Dieser sogenannte „Schaumring“ in der Badewanne, im Waschbecken oder in manchen Toiletten besteht aus Mineralien, die im Wasser, in Schmutz, in Körperfetten, Hautschuppen und Bakterien enthalten sind.
Die Verbindung zu Magnesiumstearat wird wieder einmal nur dadurch erreicht, dass das Feld der wissenschaftlichen Plausibilität verlassen wird; es gibt keinerlei Forschung, die die Bildung eines Biofilms aufgrund von Magnesiumstearat im menschlichen Verdauungstrakt vermuten lässt oder gar beweisen könnte. Tatsächlich existieren keinerlei menschliche Studien, die ein Risiko, welches mit der Einnahme von Magnesiumstearat einhergehen soll, implizieren oder bestätigen.
Als Biofilm bezeichnet man die engmaschigen Kolonien, die einige Bakterien auf Oberflächen bilden, um sich selbst vor antimikrobiellen Angriffen zu schützen. Biofilme tragen zur Fähigkeit von Bakterien bei, als Gruppe für soziale Interaktionen wie ein multizellulärer Organismus zu kommunizieren und sich zu verhalten. Das hilft ihnen bei der Kolonisierung von Wirtsorganismen, der Verteidigung gegen Konkurrenten und bringt ihnen bei der Anpassung an sich verändernde Umgebungen erhebliche Vorteile. In der allgemeinen Hysterie, dass alle Biofilme schlecht seien, wird oftmals übersehen, dass sie tatsächlich nützlich sein können und lebensnotwendig für die menschliche Mikrobenflora sind.
Der Dickdarm ist das Organ, das am meisten von Mikroorganismen besiedelt ist. Üblicherweise wird die Mikrobenflora im Dickdarm als homogene Einheit betrachtet. Dies ist jedoch eine starke Vereinfachung. Die Bakterien existieren in einer Vielzahl unterschiedlicher Mikrohabitaten und Stoffwechselnischen in der Schleimschicht, die den Darm auskleidet, in der Schleimhaut sowie auf den Oberflächen von Verdauungsresten an der Darmwand. Diese Mikrokosmen ändern sich ständig, je nachdem ob und welche Nährstoffe verdaut werden oder ob neue Nahrungsquellen verfügbar sind. Umweltfaktoren, Nährstoffzusammensetzung, die chemische Zusammensetzung des Nährbodens sowie Abwehrmechanismen in Zusammenhang mit dem adaptiven und angeborenen Immunsystem spielen bei der Entstehung und dem Abbau von Biofilmen eine Rolle. Die Oberfläche der Darmwand ist durch die Auswahl von Lebensmitteln modifizierbar. Ernährung, Präbiotika, Probiotika und Antibiotika sind wahrscheinlich die wichtigsten äußeren Modifikatoren bakterieller Gemeinschaften. Die Annahme, dass einzig die Einnahme von Magnesiumstearat einen schädlichen Biofilm bilden könnte, offenbart ein mangelndes Verständnis von der komplexen Dynamik von Bakterien und Hefen in der Darmwand.
Das Rohmaterial für pflanzliches Stearat stammt meist von Palmbäumen. Immer wieder wird die Vermutung geäußert, dass eine Kontaminierung mit Pestiziden nicht nur möglich ist, sondern auch ein Gesundheitsrisiko darstellt, da einige Plantagen Pestizide einsetzen. Andere vermuten, dass aufgrund eines einzigen Falles kontaminierten Magnesiumstearats (der übrigens keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen hatte) alle Nahrungsergänzungsmittel unbrauchbar werden, die diesen Bestandteil zur Verbesserung der Qualität und Konsistenz verwenden. Das „Risiko“ sei einfach zu hoch.
Diese Annahme ist jedoch nicht begründet und zudem äußerst fraglich. Die meisten Pflanzen, die für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden, ziehen ihre Mineralien und Schadstoffe aus dem Boden oder der Luft. Wir alle verzehren nahezu täglich solche Pflanzen, selbst wenn wir nur Bioprodukte konsumieren. Das Gefährdungspotential muss immer im Zusammenhang gesehen werden. Toxische Chemikalien gelangen in den Körper nicht nur durch äußere Quellen (Luft, Wasser, Ernährung, Medikamente und Strahlung), sondern auch durch Prozesse, die im Inneren unseres Körpers ablaufen. Dazu zählen Entzündungen, Lipiperoxidation, oxidativer Stress, bestehende Erkrankungen, Infektionen und die Darmflora. Wir verfügen über ein hoch anpassungsfähiges homöostatisches Managementsystem, um damit fertig zu werden.
Magnesiumstearat in Nahrungsergänzungsmitteln besteht aus einer nicht hydrogenisierten Fettsäure auf Pflanzenbasis und Magnesium. Es wird jeden Tag von Abermillionen Menschen überall auf der Welt eingenommen - ohne bekannte oder wissenschaftlich bestätigte Nebenwirkungen. Nocebo-Effekte könnten jedoch durch unangemessene und unbegründete Betonung eines Risikos durch Meinungsbildner hervorgerufen worden sein.
Tatsächlich existieren viele bedenkliche Schadstoffe in unseren Lebensmitteln und der Umwelt, die nicht nur unabhängig auf unsere Gesundheit einwirken, sondern auch kollektiv agieren. Ein neues Modell, das Exposom genannt wird, bildet die Gesamtheit der Belastung beginnend mit der Schwangerschaft ab und gewinnt in Umwelt- und Gesundheitswissenschaften zunehmend an Bedeutung. Dieses Modell hilft uns, eine bessere klinische Versorgung zu entwickeln. Befürworter des Exposom-Konzepts unterscheiden diesen Ansatz als eine breit angelegte Bewertung aller Belastungen im Gegensatz zum traditionell provinziellen Ansatz von Umweltwissenschaftlern und Aktivisten, die jeweils nur ein Toxin oder eine Gruppe von Belastungen betrachten.
Die meisten Diskussionen drehen sich um die Frage, ob Magnesiumstearat selbst gesundheitsschädlich ist. Eine weitaus relevantere Frage wird selten gestellt: Beeinträchtigt der Hilfsstoff die Wirkung anderer Inhaltsstoffe in derselben Kapsel?
Die pharmazeutische Forschung kennt mehrere Wirkstoffe, mit denen Magnesiumstearat nicht ideal kombiniert werden sollte.
Acetylsalicylsäure (ASS), bekannt aus Aspirin und ähnlichen Schmerzmitteln, kann mit Magnesiumstearat reagieren. Die Stearinsäure-Komponente des Hilfsstoffs beschleunigt den Zerfall von ASS und kann die Haltbarkeit verkürzen. In modernen Aspirin-Formulierungen wird Magnesiumstearat deshalb oft durch andere Schmiermittel ersetzt.
Diclofenac, ein häufig verwendetes Schmerz- und Entzündungsmittel, zeigt ebenfalls Inkompatibilitäten. Die Wechselwirkung kann zu einer veränderten Wirkstofffreisetzung führen.
Einige Säure-empfindliche Wirkstoffe können durch den leicht basischen Charakter von Magnesiumstearat in ihrer Stabilität beeinflusst werden. Dazu zählen bestimmte Antibiotika und Verdauungsenzyme wie DAO oder Bromelain.
Für den Alltag bedeutet das: Bei Präparaten mit empfindlichen Wirkstoffen lohnt sich ein Blick auf die Hilfsstoffliste. Hochwertige Hersteller wählen für solche Formulierungen bewusst alternative Schmiermittel wie Reismehl, Cellulose oder bedrucktes Siliciumdioxid. Wer mehrere Präparate parallel einnimmt, sollte einen zeitlichen Abstand von 30 Minuten zwischen Aspirin-haltigen Schmerzmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln mit Magnesiumstearat einhalten.
Die Mengenfrage wird in Diskussionen oft übergangen, ist aber entscheidend für eine sachliche Einordnung. In der pharmazeutischen Tablettenproduktion liegt die übliche Anwendungskonzentration zwischen 0,5 und 2 Prozent des Tablettengewichts. Bei einer typischen 500-Milligramm-Kapsel bedeutet das mehrere 2,5 bis 10 Milligramm Magnesiumstearat.
Davon besteht der Hilfsstoff selbst nur zu 4 Prozent aus Magnesium und zu 96 Prozent aus Stearinsäure. Stearinsäure ist eine gesättigte Fettsäure, die natürlich in Kakao, Leinsamen, Rindfleisch, Butter und vielen Pflanzenölen vorkommt. 100 Gramm dunkle Schokolade enthalten etwa 4.000 bis 6.000 Milligramm Stearinsäure, also mehrere Hundert Mal mehr als eine durchschnittliche Tagesdosis Kapseln liefert.
Wer 3 Kapseln pro Tag nimmt, nimmt damit rechnerisch maximal 30 Milligramm Magnesiumstearat auf. Das entspricht etwa 1,2 Milligramm Magnesium und 28,8 Milligramm Stearinsäure. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Mittagessen mit Fleisch, Käse oder Schokoladen-Dessert liefert das 100- bis 200-Fache an Stearinsäure.
Die Diskussion um Magnesiumstearat dreht sich oft um die Frage, ob der Hilfsstoff überhaupt enthalten sein darf. Sinnvoller ist die Frage nach der Menge. Pharmazeutische Standards geben hier eine klare Orientierung.
Die übliche Anwendungskonzentration bei der Tablettenproduktion liegt zwischen 0,5 und 2 Prozent des Gesamtgewichts. Bei einer 500-Milligramm-Kapsel sind das 2,5 bis 10 Milligramm. Wird diese Grenze überschritten, entstehen zwei messbare Effekte.
Erstens verlangsamt sich die Auflösung der Tablette im Magen. Magnesiumstearat ist hydrophob, also wasserabweisend. Bei zu hohen Konzentrationen bildet sich ein Film um die Tablette, der die Freisetzung des Wirkstoffs verzögert. Studien zeigen, dass bei einem Anteil über 5 Prozent die Bioverfügbarkeit, also die Aufnahme des Wirkstoffs ins Blut, messbar sinken kann.
Zweitens wird die Tablette mechanisch instabiler. Die Wechselwirkungen zwischen den Pulverpartikeln werden geschwächt, die Tablette neigt zu Bruch und Zerfall bei Lagerung.
Für Endverbraucher bedeutet das: Solange ein Präparat sich an die pharmazeutische Norm von 0,5 bis 2 Prozent hält, ist die Wirkstoff-Aufnahme nicht eingeschränkt. Kritisch wird es bei billig produzierten Massenpräparaten, die aus Kostengründen mit höheren Hilfsstoffmengen arbeiten. Hochwertige Hersteller geben die genaue Zusammensetzung auf Nachfrage transparent an oder veröffentlichen sie direkt in den Produktinformationen.
Praktische Faustregel: Wenn die Hilfsstoffliste auf der Verpackung kürzer ist als die Wirkstoffliste, ist das ein gutes Zeichen. Bei Präparaten mit 5 und mehr Hilfsstoffen lohnt sich ein zweiter Blick auf die Dosierung des eigentlichen Wirkstoffs.
Der Fokus der Diskussion liegt fast immer auf Nahrungsergänzungsmitteln. Dabei ist Magnesiumstearat in der Industrie viel breiter im Einsatz als die meisten ahnen. Wer nur die Kapsel im Blick hat, übersieht den größeren Teil der täglichen Aufnahme.
In der Kosmetikindustrie dient Magnesiumstearat als Anti-Caking-Mittel. Es verhindert, dass Pulverprodukte verklumpen, und sorgt für gleichmäßiges Auftragen. Zu finden ist es in Make-up-Pudern, Lidschatten, Babypuder, Foundation und Deodorant. In der Liste der Inhaltsstoffe steht es meist unter dem englischen Namen Magnesium Stearate.
In der Lebensmittelindustrie ist Magnesiumstearat als Zusatzstoff E470b zugelassen. Es kommt in Pulver-Lebensmitteln vor, die nicht verklumpen sollen: Backpulver, Trockensuppen, Süßstoff-Tabletten, Brausetabletten, manche Gewürzmischungen und Süßwaren-Überzüge. Auch in Bonbons, Kaugummi und einigen Schokoladenprodukten taucht es auf.
In der Pharmaindustrie ist Magnesiumstearat das am häufigsten verwendete Schmiermittel bei der Tablettenherstellung. Praktisch jede Tablette aus der Apotheke enthält es, von Schmerzmitteln über Blutdrucksenker bis zu Antibiotika. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, hat in der Regel eine deutlich höhere Magnesiumstearat-Aufnahme als über Nahrungsergänzungsmittel.
Die Summe aus all diesen Quellen ergibt eine alltägliche Aufnahme, die weit über dem liegt, was eine Vitaminkapsel beiträgt. Genau deshalb ist die jahrzehntelange Sicherheitsbewertung der EFSA und FDA so aussagekräftig: Sie basiert auf der tatsächlichen Aufnahmemenge aus allen Quellen, nicht nur auf einer einzelnen Kapsel.
Wer Magnesiumstearat in einem Produkt vermeiden möchte, scheitert oft an der Bezeichnung. Hersteller verwenden je nach Land, Branche und Zielgruppe unterschiedliche Namen für denselben Stoff. Hier sind alle gängigen Bezeichnungen auf einen Blick.
1. Magnesiumstearat
Der gebräuchlichste Name in Deutschland. Steht meist direkt in der Zutatenliste deutscher Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente.
2. Magnesium Stearate
Die englische Schreibweise. Häufig in Kosmetika und importierten Produkten zu finden.
3. E470b
Die europäische E-Nummer für Magnesiumstearat als Lebensmittelzusatzstoff. Steht oft in Lebensmittel-Zutatenlisten, vor allem bei Pulverprodukten, Bonbons und Brausetabletten.
4. Magnesiumsalze von Speisefettsäuren
Die offizielle deutsche Bezeichnung für die E470b-Gruppe. Klingt harmlos und wird deshalb oft übersehen.
5. Magnesiumdistearat
Eine synonym verwendete chemische Bezeichnung. Beschreibt dasselbe Molekül mit zwei Stearat-Resten am Magnesium-Ion.
6. Magnesium salts of fatty acids
Die englischsprachige Variante der offiziellen Bezeichnung. Standard in internationalen Produkten.
7. Octadecanoic acid, magnesium salt
Die wissenschaftliche IUPAC-Bezeichnung. Erscheint vor allem auf Sicherheitsdatenblättern und in Fachinformationen.
Praktische 30-Sekunden-Checkliste vor dem Kauf:
Diese Liste lässt sich als Foto auf dem Handy speichern. Beim nächsten Einkauf reicht ein kurzer Vergleich mit der Zutatenliste, um in unter 30 Sekunden Klarheit zu schaffen.
Arab A (2023). The Role of Magnesium in Sleep Health: a Systematic Review of Available Literature. Biol Trace Elem Res. Doi: 10.1007/s12011-022-03162-1
Mah J (2021). Oral magnesium supplementation for insomnia in older adults: a Systematic Review & Meta-Analysis. BMC Complement Med Ther. Doi: 10.1186/s12906-021-03297-z
Wang R (2017). The effect of magnesium supplementation on muscle fitness: a meta-analysis and systematic review. Magnes Res. Doi: 10.1684/mrh.2018.0430
Wer sich trotz der wissenschaftlichen Sicherheitsbewertung gegen Magnesiumstearat entscheiden möchte, hat heute eine wachsende Auswahl an Alternativen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Abwesenheit eines Hilfsstoffs, sondern die Form, in der Magnesium und andere Mineralstoffe vorliegen. Schlecht verfügbare Magnesium-Verbindungen ohne Magnesiumstearat sind dem Körper weniger nützlich als gut bioverfügbare Formen mit minimalen Hilfsstoffmengen.
Magnesiumcitrat gilt als eine der am besten resorbierbaren Magnesium-Formen. Die Verbindung mit Zitronensäure verbessert die Aufnahme im Darm deutlich gegenüber Magnesiumoxid. Magnesiumcitrat eignet sich besonders bei Muskelkrämpfen, Verspannungen und Schlafstörungen.
Magnesium als Mineralstoff trägt laut EFSA-Health-Claim zu einer normalen Muskelfunktion, einem normalen Energiestoffwechsel und der Reduktion von Müdigkeit bei. Die Tagesempfehlung liegt bei etwa 300 bis 400 Milligramm, je nach Alter und Belastung.
Vitamin B6 wird in der Forschung häufig in Kombination mit Magnesium genannt, weil es die Aufnahme des Mineralstoffs in die Zelle unterstützt. Ein Mangel an Vitamin B6 kann selbst bei ausreichender Magnesium-Zufuhr zu Symptomen wie Reizbarkeit oder Krämpfen führen.
Kalium wirkt eng mit Magnesium zusammen, vor allem bei der Reizweiterleitung in Nerven und Muskeln. Wer auf Magnesium achtet, sollte auch die Kalium-Versorgung im Blick behalten.
Vitamin D3 und Vitamin K2 sind ebenfalls Mineralstoff-Begleiter. Vitamin D3 reguliert die Calcium-Aufnahme, und Vitamin K2 sorgt dafür, dass Calcium in die Knochen und nicht in die Gefäße gelangt. Beide arbeiten im Mineralstoff-Haushalt eng mit Magnesium zusammen.
Qualitativ hochwertige Präparate verwenden heute oft pflanzliche Kapselhüllen aus Cellulose und kommen mit minimalen Mengen Hilfsstoff aus, oder ersetzen Magnesiumstearat durch Reismehl, Acerola-Extrakt oder Cellulose.
Magnesiumstearat verfügt über kein bekanntes Risiko für den Menschen, solange es entsprechend der Empfehlungen in geringen Mengen über Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneien eingenommen wird. Nicht eine einzige Webseite, die von den verschiedensten Kritikern betrieben wird, bietet auch nur einen haltbaren Beweis, dass diese Aussage nicht korrekt sei. Dasselbe gilt für medizinische Online-Bibliotheken wie PubMed oder Medline.
Die eigene Meinung kann einen immer noch dazu bringen, Nahrungsergänzungen oder Arzneien, die diesen Trägerstoff enthalten, zu meiden. Letztendlich handelt es sich dabei um eine emotionale Entscheidung und nicht um eine, die auf tatsächlichen Beweisen basiert.
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Dieser Artikel basiert auf internationalen klinischen Leitlinien und peer-reviewed Studien in Phytotherapie und Ernährung. Für die detaillierte Bibliografie zu das in diesem Artikel behandelte Thema, kontaktiere die Redaktion Herbano.
Offizielle Leitlinien: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) — Risikobewertung von Lebensmittelzusatzstoffen. (abgerufen 2026)
Offizielle Leitlinien: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) — Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln. (abgerufen 2026)
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